Bagatellschaden ausbezahlen lassen - Kostenvoranschlag von Vertragswerkstatt?
Hallo zusammen,
ich bin mit dem 4 Jahre alten Mercedes meiner Partnerin auf glatten Straßen unterwegs gewesen und mir ist hinten jemand mit seinem Firmenwagen draufgerutscht. Es sind eigentlich minimale Kratzer. Wir würden dies vermutlich gar nicht lackieren lassen, aber dennoch ist es der erste und einzige Lackschaden an einem noch relativ jungen Wagen mit gewissem Wert. Einen Wertverlust haben wir also ja trotzdem.
Mit dem Unfallbeteiligten lief alles entspannt, ich hab alle Daten und er meinte, es springt eh die Versicherung der Firma ein.
Da ich nun den Schaden gar nicht repariert haben möchte, überlege ich, ob ich mir anstatt von einer Lackiererei nun lieber ein Angebot vom Mercedes Vertragshändler machen sollte. Habe ich prinzipiell freie Auswahl?
Die gegnerische Versicherung will ich natürlich nicht fragen, die schwatzen mir vermutlich eine günstige Partnerwerkstatt auf.
Wie gehe ich am besten vor? Direkt zu Mercedes und um einen Kostenvoranschlag zur Lackierung der Heckstoßstange machen lassen? Es müsste ja trotzdem smart repair bleiben. Wenn die das ganze Teil lackieren, wäre der Preis sicher über 700€ und somit ein richtiger Unfallschaden und Gutachten nötig?
Gruß und besten Dank vorab!
138 Antworten
Zitat:
@Propolis schrieb am 8. Januar 2025 um 20:28:27 Uhr:
Als sei jedes gespachtelte Teil Pfusch …. Ist doch Unsinn.
Liegt am Anspruch.
Für mich ist es Pfusch.
Deshalb geht's auch nur noch mit LackschichtenMesser zum Autokauf
@Frada84 : Die HUK24 ist ihrem VN sogar so kulant, dass sie bei einem Glasschaden (Scheibentausch) vorgibt, zu welchen Stundensätzen die Werkstatt arbeiten muss - bei Markenwerkstätten stolze 130,- € netto, max. 10% UPE-Aufschlag (Opel 20%), bei freien Werkstätten 107,- € netto und kein UPE-Aufschlag. Stundenverrechnungssatz der örtlichen Skoda-Werkstatt liegt aber bei 199,- €. Also entweder zu Carglass, einer anderen Vertragswerkstatt der Versicherung oder Ärger bei der Abrechnung. Und das natürlich ohne Werkstattbindung.
Zitat:
@berlin-paul schrieb am 8. Januar 2025 um 20:10:48 Uhr:
Nein.
Dich hatte ich eigentlich nicht gefragt, und mit der Antwort kann keiner was anfangen.
Wäre das "Nein" so absolut korrekt, müsste ausnahmslos jedes noch leicht beschädigte Bauteil vom Gutachter als "ist zu tauschen" vorgegeben werden. Das wird spätestens dann spannend wenn diese Ansicht mit den Vorgaben des Fahrzeugherstellers kollidiert. Und / oder mit der Verhältnismäßigkeit des Eingriffs gerade an hinteren Seitenteilen.
Zitat:
@windelexpress schrieb am 8. Januar 2025 um 21:20:48 Uhr:
Für mich ist es Pfusch.Deshalb geht's auch nur noch mit LackschichtenMesser zum Autokauf
Dann wirst du u.U. beim Autokauf nicht weit kommen, da schon vor Auslieferung an den Erstkäufer mit Nach- und ggf. erforderlichen Beilackierungen und Spachtel gearbeitet wird, wenn es zu kleineren Schäden kommt. Was keine Seltenheit ist. Erest recht nicht bei jungen Gebrauchten, die aus den Leasing- und Mietwagenpools zu den Händlern kommen und aufbereitet werden.
Die Frage ist auch hier: Was ist (noch) zulässig und fachgerecht, und wo wurde das Zeug Eimerweise verarbeitet um schwere Schäden abzudecken.
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Genau das ist der Punkt, den manche selbst ernannte Alphaprofis nicht begreifen wollen oder vielleicht den Scheuklappen geschuldet nicht können.
Es ist wahrscheinlicher, dass ihr beiden einfach nichts davon versteht. Physikalische Vorgänge sind keine Meinungen und mit euch darüber das Thema zu zerquatschen, das ist unsinnig.
Ich denke, dass es nicht so ist. Mein ins Spiel gebrachtes Auto wurde am Seitenteil touchiert. Der TÜV-Gutachter war damals warum auch immer so großzügig und hat in das Gutachten das Seitenteil reingeschrieben. Für mich machte es damals kein Sinn, ein altes Fahrzeug halb zu sezieren, nur weil das Seitenteil ein paar Schrammen hatte. Selbst die Profis unter uns sollten wissen, dass solche Arbeiten nicht ganz unproblematisch sind. Deshalb habe ich mich für den einfacheren Weg entschieden und das Fahrzeug in einer Lackiererei ohne das Seitenteil zu entfernen machen lassen.
Ich kann nur nicht gelten lassen, dass so wie hier von manchen behauptet wird, Spachteln immer mit Pfusch zu vergleichen wäre, weil sonst alle Lackierer jeden Tag pfuschen würden und man deshalb als Kunde einen großen Bogen um die machen müsste, weil die dort durgeführten Arbeiten nicht fachgerecht wären.
VK Schaden am Corsa meiner Schwiegermutter. DEKRA Gutachter meinte, das Seitenteil hinten müsse neu. Lackierer sagte, dass er das hinbekommt. Dann wurde instandsetzen aufgeschrieben. Und jetzt? Es gibt sicher nicht immer den einen sachgerechten Weg.
Dicke Beulen in Türen oder kotflügeln auszubeulen und zu spachteln ist sicher oft Unsinn, bei festen Teilen ist der Grad manchmal schmal, Spachtel per se als Pfusch zu bezeichnen und jeden Lackierer, der anderer Auffassung ist als der Gutachter, irgendwie zu degradieren, ist nicht seriös.
Zitat:
@Spi95 schrieb am 9. Januar 2025 um 02:55:25 Uhr:
Zitat:
@windelexpress schrieb am 8. Januar 2025 um 21:20:48 Uhr:
Für mich ist es Pfusch.Deshalb geht's auch nur noch mit LackschichtenMesser zum Autokauf
Die Frage ist auch hier: Was ist (noch) zulässig und fachgerecht,
Die Frage beantwortet Dir Dein Gutachten! Wenn Du um das max herauszuholen lieber ein cm Spachtel auf das überdehnte Blech knallst, Deine Sache. Wenn Du dann beim nächsten Schaden halt nichts bekommst, weil das Stück Spachtel daneben liegt, Deine Sache.
Und wenn im Gutachten steht Seitenteil tauschen, Du mit Spachtel die Stelle überziehst, wird es sicher kein Gutachter als sach- und fachgerecht Instandgesetzt bestätigen, wenn die Anzeige des LackSchichtenMessers nicht ausreicht, um die Spachteldicke anzuzeigen.
Zitat:
@Roman1971 schrieb am 9. Januar 2025 um 06:26:43 Uhr:
Der TÜV-Gutachter war damals warum auch immer so großzügig und hat in das Gutachten das Seitenteil reingeschrieben.
Wie großzügig von ihm, Dir ein üppiges Handgeld zukommen zu lassen!
Wenn er festlegt Seitenteil tauschen, spielt Deine Einschätzung über den Sinn keine Rolle.
Solche Kandidaten sind Ursprung der HIS Datenbank!
Aber das sind doch alles super Nachrichten für unsere Versicherungsbeiträge. Die werden massiv sinken.
Ich remple ein anderes Auto an, der Gutachter des Geschädigten schreibt "...muss alles neu...kostet 10k€..."
Meiner Meinung nach (ggf. unterstützt durch meine Versicherung) reicht instand setzen und gebe dem Geschädigten 5k€, Thema erledigt.
Ein betroffener Leasinggeber oder gar Richter wird meine Meinung doch wohl akzeptieren?!
Zitat:
@windelexpress schrieb am 9. Januar 2025 um 08:13:28 Uhr:
Wie großzügig von ihm, Dir ein üppiges Handgeld zukommen zu lassen!Wenn er festlegt Seitenteil tauschen, spielt Deine Einschätzung über den Sinn keine Rolle.
Solche Kandidaten sind Ursprung der HIS Datenbank!
Es ist Dir sicherlich beim drüberlesen entgangen, dass die Werkstatt ohne meiner Einflussnahme den Reparaturweg ohne Seitentausch eingeschlagen hat und wenn dabei etwas "Handgeld" übrig bleibt, dann ist es halt so und ich sehe keine Notwendigkeit, dies auf den Pranger zu stellen. Zu erwähnen ist, dass es sich dabei um eine alteingesessene Lackiererei handelt, die sicherlich dem Ruf geschuldet keine halben Sachen macht.
"Meiner Meinung nach (ggf. unterstützt durch meine Versicherung)" und durch die "Experten" von XXX. Die können das nämlich alles ohne eine Besichtigung des Unfallfahrzeugs.
"dass die Werkstatt ohne meiner Einflussnahme den Reparaturweg ohne Seitentausch eingeschlagen hat"
Warum wohl?
Zitat:
@Roman1971 schrieb am 9. Januar 2025 um 08:25:18 Uhr:
Es ist Dir sicherlich beim drüberlesen entgangen, dass die Werkstatt ohne meiner Einflussnahme den Reparaturweg ohne Seitentausch eingeschlagen hat...
Was war denn Dein Auftrag an die Werkstatt?
"Machen Sie die Delle weg"
oder
"Stellen Sie nach allen Regeln des Handwerks und Versicherungsrechts den Zustand vor dem Unfall wieder her"?