Auto bei Händler gekauft, im Nachhinein aber große Zweifel zu Zustand (Hagelschaden)

Fiat 500 FA1

Guten Tag zusammen,

ich stecke gerade in einer schwierigen Situation.
Wir haben Anfang diesen Monats unser erstes Auto (Fiat 500e, EZ 2021/5, 16,5t€, knapp über 20tkm) bei einem Autohaus gekauft, welches wir Anfang nächsten Monats erhalten werden.
Besichtigung und Probefahrt waren gut, das Auto ist mit Dekra Gebrauchtwagen-Siegel versehen und das Auto hat uns gefallen. Laut freundlichem Verkäufer hat das Auto keine Schäden außer eine kleine Schramme (Centstückgroß) auf der Tür, welche bei der Aufbereitung ausgebessert werden wird.
Bei der Besichtigung ist mir eine Delle auf dem Dach aufgefallen (1€ groß), der Verkäufer meinte daraufhin, dass es bei ihnen auf dem Hof gehagelt hatte. Auf Nachfrage ob sich da was machen lässt, kam die Aussage, dass das nicht schlimm ist und alle anderen Wagen schlimmer aussehen.
Wir haben dem Verkäufer auf die Aussage vertraut, dass ein solcher Schaden nur leichter optischer Natur ist und dort den Kaufvertrag unterschrieben.
Im Kaufvertrag sind als Schäden nur "Laufleistung und Gebrauchsübliche Schäden" vermerkt, von Hagelschäden ist keine Rede.

Jetzt habe ich aber das ungute Gefühl, dass ich vielleicht nicht genau genug auf das Autodach geschaut habe und jetzt einen Fehler begangen habe den Kaufvertrag so zu unterschreiben. 🙁 Vielleicht ist es nicht nur eine Delle sondern viele? Das ist unser erstes Auto, deswegen habe ich leider keine Erfahrung und alles Wissen kann ich mir nur per Google zusammensammeln.
Mache ich mir hier zu viele Gedanken, oder gibt es hier wirklich Grund zur Sorge?

Liebe Grüße,
euer (hoffentlich baldiger) eflitzer

30 Antworten

Um einen Hagelschaden zu erkenne braucht man einen geübten Blick.

Ich habe nach einem Hagel bei meinem Fahrzeug 2-3 kleine Dellen gesehen, der Gutachter über 300!

Ob das nun wirklich ein Schaden ist wenn er eigentlich nicht zu erkennen ist, ist ein anderes Thema.

Wie schon gesagt kommt es hier primär darauf an ob ein Hagelschaden bei dem Fahrzeug über eine Versicherung abgerechnet wurde.

Auflösung, es ist ein Hagelschaden, ca. 10 centstückgroße Dellen auf der Motorhaube und etwa 20 centstückgroße Dellen auf dem Dach. Der Händler hat mir zugesichert die Reparatur zu übernehmen, da das auf deren Hof passiert ist. Die Terminvereinbarung zieht sich jedoch bereits seit Oktober, ich hoffe aber, dass es bald zu einem Termin kommt. Die Kommunikation scheint sich hier als sehr schwierig zu erweisen. :/
Ich werde über das Ergebnis berichten.

Ist das der einzige Fiat 500e auf dem Markt oder warum tut man sich das an und kauft ein Auto mit Vorschaden in unbekannter Höhe, ohne Gutachten und vermutlich ohne Reparaturrechnung ?

Sowas wollte ich heute früh auch schon schreiben, habe es mir dann aber verkniffen. Die Karre muss der Superschnapper sein. Auf das Thema Gutachten und Reparatur wurde der TE ja bereits hingewiesen.

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Hallo,

Selbst wenn ein Hagelschaden fiktiv abgerechnet wurde und danach trotzdem beseitigt wurde ( auch ohne Rechnung) bekommt man bei einem erneuten Hagelschaden Geld von der Versicherung. Wichtig ist nur, nach der Beseitigung des Schadens das Fahrzeug bei einem KFZ Gutachter vorzustellen, und sich durch Gutachten bestätigen zu lassen das das Fahrzeug repariert wurde. ( Gutachter kostet ca 200 Euro)
Mit einem Hagelschaden ist das Fahrzeug auch kein Unfallfahrzeug. Das trifft aber nur zu , wenn keine weiteren Schäden durch einen Unfall entstanden sind.
Wichtig ist nur das der Hagelschaden beim Verkauf angegeben werden muss.

Thomas

[Unnötiges Vollzitat von MOTOR-TALK entfernt.]

Hey Thomas, vielen Dank für die Info!
Ich hatte mich schon informiert, der Hagelschaden wurde noch keiner Versicherung gemeldet und auch noch nicht fiktiv abgerechnet. Ich vermute der Händler wird den Schaden über deren Versicherung abrechnen. Nach der Reparatur werde ich auf jeden Fall mir die Bestätigung über die vollständig erfolgte Reparatur aushändigen lassen. 🙂

Zitat:

@Twinni schrieb am 26. September 2024 um 17:32:57 Uhr:


Der Händler braucht für die Aufbereitung solange, damit die Rücktrittsfrist verstrichen ist.

Welche Rücktrittsfrist? Wenn diese nicht im Kaufvertrag festgehalten ist, ist der Kaufvertrag für beide Seiten bindend.

Ahh, du kennst den Vertrag. Nadä dann ist es ja gut. 🙄

Muss ich nicht. Entweder wurde im Vertrag eine Rücktrittsfrist vereinbart, wovon der TE aber nichts schrieb oder der Kaufvertrag ist bindend. Im BGB sind die Merkmale eines Kaufvertrages definiert und diese beinhalten bis auf wenige Ausnahmen keinen gesetzlich vorgesehenen Rücktritt. Die Ausnahmen darfst du gerne googlen.
Letzten Endes ist es egal ob ich eine Zahnbürste bei Lidl, einen Toaster beim Mediamarkt oder ein Auto beim Händler kaufe. Gekauft ist gekauft.

Zitat:

@Holger-TDI schrieb am 23. Dezember 2024 um 09:38:37 Uhr:


Im BGB sind die Merkmale eines Kaufvertrages definiert und diese beinhalten bis auf wenige Ausnahmen keinen gesetzlich vorgesehenen Rücktritt.

Korrekt. Das war kein Fernabsatzgeschäft und somit gibt es auch kein "allgemeines Rücktrittsrecht". Es sind auch keine Rücktrittsbedingungen bei beidseitiger Erfüllung der Vertragspflichten im Vertrag festgehalten, das wäre auch sehr verwunderlich für einen KFZ-Kaufvertrag.

Wenn der Wagen übergehen wird, würde es da nicht Sinn machen den kurz von TüV/Dekra unabhängig begutachten zu lassen - damit sich echt alle Schäden weg sind? Kostet Geld, aber macht bei solch einem invest schon Sinn - oder sehe ich das falsch?

Zitat:

@eflitzer schrieb am 23. Dezember 2024 um 09:50:56 Uhr:


... das wäre auch sehr verwunderlich für einen KFZ-Kaufvertrag.

Sagt der, der sein erstes Auto kauft. Ich sage mal: Es ist alles verhandelbar. Einige werben sogar mit einem mehrwöchigen Rücktrittsrecht.

Wegen ein paar Dellen auf dem Dach braucht man sich keine Sorgen zu machen.
Wenn man das Auto irgendwann weiterverkauft sucht man sich einen Käufer der genau so drauf ist wie man selbst und kein Drama draus macht.

r

Na ja, wenn ich mir ein 3 Jahre altes Auto für 16k€ kaufe und jeden morgen auf Dellen auf dem Dach sehe, wäre ich sichtlich jeden morgen angenervt.
Wenn sich der Schaden im Verkaufspreis wiederspiegelt, kann man die Dellen für kleines Geld vielleicht entfernen lassen. Ansonsten würde ich den Wagen so nicht nehmen. Es handelt sich hier schließlich nicht um einen 15 Jahre altes Auto mit diversen Kampfspuren sondern um ein relativ neuwertiges Auto.
Und die sichtbaren Dellen auf dem Dach senken den Verkaufspreis deutlich, da muss man sich nichts vormachen.

Vinyldach drüber ziehen, war mal der letzte Schrei. 😁

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