ForumOldtimer
  1. Startseite
  2. Forum
  3. Auto
  4. Oldtimer
  5. Auskunft über Fahrzeug mit Fahrgestellnummer einholen?

Auskunft über Fahrzeug mit Fahrgestellnummer einholen?

Themenstarteram 3. Januar 2017 um 20:59

Hallo liebes Forum,

ich bin mir nicht sicher wohin dieses Thema gehört, deswegen habe ich es mal zu "Oldtimer" getan.

Ich überlege eine Karosserie mit Fahrzeugbrief zu kaufen. Problem: Die Karosserie gehört definitiv NICHT zum Brief, da spezifische Baujahr-bedingte Details anders sind. Daher ist meine "Interpretation", dass jemand mal die Karosserie getauscht hat.

Nun aber das Problem: Das Fahrzeug stammt aus England und es ist nur ein englischer Brief dabei. Meine Befürchtung ist nun, dass das Fahrzeug in Deutschland schon zugelassen war, nun einen deutschen Brief hat und der englische Brief einfach irgendwie "abhanden" gekommen ist.

Daher meine Frage: Kann ich theoretisch bei Kraftfahrtbundesamt oder einer ähnlichen Behörde mit der Fahrgestellnummer nachfragen, ob dieses Fahrzeug in Deutschland gemeldet ist?

Ich habe nämlich wenig Lust das Fahrzeug mühselig zu restaurieren, nur um dann zu hören, dass das Fahrzeug schon existiert. Ganz abgesehen von möglichen rechtlichen Konsequenzen.

Hat da jemand 'ne Idee?

Beste Antwort im Thema

entschuldige, ich war eine Weile nicht in diesem Unterforum: es handelt sich um einen 1970er Austin 1100 Mk2. Diese Baureihe war damals im noch jungen BMC-Konzern (der später in British Leyland usw. aufging und 2005 in Insolvenz ging) das unmittelbare Nachfolgeprojekt zum Mini. der Mini kam mit der Projektnummer ADO15 im Jahr 1959 auf den Markt. Mit dem Entwicklungscode ADO16 wurde dann die 1100er-Baureihe im Jahr 1962 vorgestellt. Es war eine Art 30% vergrößerter Mini, von dem auch der Antriebsstrang mit vergrößertem Hubraum übernommen wurde.

Das Auto wurde unter den Marken Austin und Morris für's gemeine Volk verkauft; wer mehr Komfort wollte, bekam diesen, wenn er das Auto als Wolseley, Riley, MG oder als pompösen Vanden Plas bestellte. Die Austin- und Morris-Versionen waren bis auf winzige Details identisch. Die Morris-Versionen wurden in Cowley gebaut - heute BMW Oxford, und die Austin-Versionen in Longbridge bei Birmingham, wo bis Herbst 2016 noch der chinesische MG6 gebaut / komplettiert wurde.

Es war ein Bestseller und führte in UK 9 Jahre lang die Zulassungsstatistiken an, bis Ford ca. ab 1972 zum Überholen ansetzte.

Besonderheit: die so genannte Whisky-Soda-Federung, korrekt "Hydrolastic", bei der statt Stahlfedern Gummi-Elemente verbaut sind und bei dem zusätzlich an Vorder- und Hinterrad je einer Seite Flüssigkeitsbehälter vorhanden sind, in denen Kolben vom Fahrwerk betätigt werden und die über eine Leitung miteinander verbunden sind. Trifft das Vorderrad zum Beispiel auf ein Hindernis und weicht nach oben aus ("Einfedern"), ´wird Flüssigkeit vom vorderen Verdrängerbehälter per Kolben zum Hinterrad auf der gleichen Seite verdrängt - das Hinterrad federt ein Stück aus, der Wagen bleibt trotz Einfedern waagerecht statt zu nicken. Als Weiterentwicklung namens Hydragas war das System noch bis 2002 in Verwendung.

Die Autos waren handwerklich teils gruselig zusammengebaut und rosten irre schnell. Den weltweiten Bestand schätze ich auf unter 2000 Stück, davon knapp 1000 im Heimatland und <20 in Deutschland.

Durch die konzeptionelle Nähe zum Mini ergeben sich aber gute und sichere Fahreigenschaften und eine sehr gute Raumausnutzung. Bei einer Länge von 3,65m sind vier Personen und ordentlich Gepäck gut untergebracht. Besser als beim Käfer.

Mit Ausnahme der großen Heckklappe hatte der ADO 16 alles, was später den Golf erfolgreich gemacht hat.

Motoren: 1100 und 1300cm³, 44 bis 69PS, 4 Gänge, wahlweise manuell oder Automatik, 130-155 km/h. Wie beim Mini läuft das Getriebe in der "Ölwanne" des Motors und teilt sich das Schmiermittel mit diesem.

Viele Grüße

SPyderRyder

11 weitere Antworten
Ähnliche Themen
11 Antworten

Zitat:

@A-Serie schrieb am 3. Januar 2017 um 20:59:11 Uhr:

Hallo liebes Forum,

ich bin mir nicht sicher wohin dieses Thema gehört, deswegen habe ich es mal zu "Oldtimer" getan.

Ich überlege eine Karosserie mit Fahrzeugbrief zu kaufen. Problem: Die Karosserie gehört definitiv NICHT zum Brief, da spezifische Baujahr-bedingte Details anders sind. Daher ist meine "Interpretation", dass jemand mal die Karosserie getauscht hat.

Nun aber das Problem: Das Fahrzeug stammt aus England und es ist nur ein englischer Brief dabei. Meine Befürchtung ist nun, dass das Fahrzeug in Deutschland schon zugelassen war, nun einen deutschen Brief hat und der englische Brief einfach irgendwie "abhanden" gekommen ist.

Daher meine Frage: Kann ich theoretisch bei Kraftfahrtbundesamt oder einer ähnlichen Behörde mit der Fahrgestellnummer nachfragen, ob dieses Fahrzeug in Deutschland gemeldet ist?

Ich habe nämlich wenig Lust das Fahrzeug mühselig zu restaurieren, nur um dann zu hören, dass das Fahrzeug schon existiert. Ganz abgesehen von möglichen rechtlichen Konsequenzen.

Hat da jemand 'ne Idee?

ein guter tüv prüfer dürfte dir erschöpfende auskunft geben

aber nicht am telefon+oder i-net

alles verfügbare mitnehmen+persönlich befragen

dabei nach quellen fragen+namen notieren für spätere diskusionen

am 4. Januar 2017 um 7:35

Zitat:

@transe79 schrieb am 4. Januar 2017 um 06:51:02 Uhr:

Zitat:

@A-Serie schrieb am 3. Januar 2017 um 20:59:11 Uhr:

Hallo liebes Forum,

ich bin mir nicht sicher wohin dieses Thema gehört, deswegen habe ich es mal zu "Oldtimer" getan.

Ich überlege eine Karosserie mit Fahrzeugbrief zu kaufen. Problem: Die Karosserie gehört definitiv NICHT zum Brief, da spezifische Baujahr-bedingte Details anders sind. Daher ist meine "Interpretation", dass jemand mal die Karosserie getauscht hat.

Nun aber das Problem: Das Fahrzeug stammt aus England und es ist nur ein englischer Brief dabei. Meine Befürchtung ist nun, dass das Fahrzeug in Deutschland schon zugelassen war, nun einen deutschen Brief hat und der englische Brief einfach irgendwie "abhanden" gekommen ist.

Daher meine Frage: Kann ich theoretisch bei Kraftfahrtbundesamt oder einer ähnlichen Behörde mit der Fahrgestellnummer nachfragen, ob dieses Fahrzeug in Deutschland gemeldet ist?

Ich habe nämlich wenig Lust das Fahrzeug mühselig zu restaurieren, nur um dann zu hören, dass das Fahrzeug schon existiert. Ganz abgesehen von möglichen rechtlichen Konsequenzen.

Hat da jemand 'ne Idee?

ein guter tüv prüfer dürfte dir erschöpfende auskunft geben

aber nicht am telefon+oder i-net

alles verfügbare mitnehmen+persönlich befragen

dabei nach quellen fragen+namen notieren für spätere diskusionen

Ich kann mir beim besten willen nicht vorstellen das der Tüv die richtige Anlaufstelle ist.

Der Tüv konnte mir nicht mal bei einem verlorenen Tüvbericht behilflich sein,mussten wissen bei welchem Tüv letztmalig das Fahrzeug abgenommen wurde und das wusste ich nicht.

Denke schon das in diesem Fall nur das KBA behilflich sein kann,wenn das Fahrzeug tatsächlich in Deutschland zugelassen war,ist ja vom TE auch nur eine Mutmaßung.

Wird alles nicht ganz einfach.

Moin,

das KBA kann dazu Auskunft geben - früher hieß das mal Unbedenklikeitsbescheinigung - die in jeden Fall

brauchte um ein Fz aus dem Ausland überhaupt zuzulassen, das KBA konnte allerdings nicht weiter wie 7 Jahre

zurück schauen.

Mal KBA.de aufrufen - dann im KBA anrufen, die sind eigentlich immer hilfsbereit und werden Dir sagen welchen

Antrag Du ausfüllen musst - kostet natürlich Geld, da ich aus der nähe von Flensburg komme,

man konnte die Unbedenklichkeitsbescheinigung bei der Pförtnerloge, gab es ein Büro für Puplikumsverkehr,

sofort minehmen, kostete 10 DM

Gruss Carl

am 4. Januar 2017 um 10:00

Bei mir hat das Straßenverkehrsamt mir kostenlos eine ähnliche Auskunft erteilt .(Ob mein mit falscher Fahrgestellnr. erworbener Lancia irgendwo auf eine als gestohlen gemeldeten Liste steht )

Gruß : Rostklopfer

Themenstarteram 4. Januar 2017 um 16:25

Okay, alles klar.

Vielen Dank für die Infos! Ich werde mir dann mal alle verfügbaren zusammenklauben und mich dann ans KBA und Straßenverkehrsamt wenden.

Hoffentlich mit einem für mich positiven Ergebnis!

Themenstarteram 6. Januar 2017 um 16:25

So,

ich muss das Thema noch mal kurz hochholen. Und zwar habe ich ein Detail nicht richtig gedeutet, bzw. hier nicht erwähnt: Es wurde ein 21er Gutachten gemacht, das nicht bestanden wurde. Beleg darüber liegt vor.

Wenn ein Fahrzeug aus GB überführt wurde und das 21er Gutachten bestanden hat, bekommt es dann einen neuen, deutschen Brief ausgestellt, oder wird dann einfach der englische anerkannt?

Denn wenn letzteres der Fall wäre, wäre vermutlich doch alles rechtens und weitaus entspannter.

Das Fahrzeug erhält genau dann, wenn du es auf dich zulassen möchtest, logischerweise eine deutsche Zulassungsbescheinigung. Das britische V5-Dokument wird dabei eingezogen (vorher kopieren oder scannen, wenn du es als Erinnerung noch haben möchtest). Siehe Beweisfoto von 2009, das ich auf der Zulassungsstelle gemacht habe, als ich meinen aus GB importierten Austin zugelassen habe ;-)

 

Edit: beim Versuch, ein importiertes Gebraucht-Fahrzeug zuzulassen, stellt die Zulassungsstelle heutzutage meines Wissens selbst die Anfrage beim KBA, ob das Fahrzeug / die FIN als gestohlen gemeldet ist. Vor >10 Jahren musste man diesen Nachweis selbst anfordern und bei der Zulassungsstelle vorlegen.

Wenn es also Probleme mit deinem Fahrzeug gibt, wirst du es beim Versuch der Zulassung gesagt bekommen.

Zulassung-02
Zulassung-07

Moin Moin !

Zitat:

Wenn ein Fahrzeug aus GB überführt wurde und das 21er Gutachten bestanden hat, bekommt es dann einen neuen, deutschen Brief ausgestellt,

Ja

MfG Volker

Zitat:

@SpyderRyder schrieb am 7. Januar 2017 um 10:37:22 Uhr:

Das Fahrzeug erhält genau dann, wenn du es auf dich zulassen möchtest, logischerweise eine deutsche Zulassungsbescheinigung. Das britische V5-Dokument wird dabei eingezogen (vorher kopieren oder scannen, wenn du es als Erinnerung noch haben möchtest). Siehe Beweisfoto von 2009, das ich auf der Zulassungsstelle gemacht habe, als ich meinen aus GB importierten Austin zugelassen habe ;-)

 

Edit: beim Versuch, ein importiertes Gebraucht-Fahrzeug zuzulassen, stellt die Zulassungsstelle heutzutage meines Wissens selbst die Anfrage beim KBA, ob das Fahrzeug / die FIN als gestohlen gemeldet ist. Vor >10 Jahren musste man diesen Nachweis selbst anfordern und bei der Zulassungsstelle vorlegen.

Wenn es also Probleme mit deinem Fahrzeug gibt, wirst du es beim Versuch der Zulassung gesagt bekommen.

Sehr schönes Auto, dein Austin ! Was ist das für ein Modell ?

entschuldige, ich war eine Weile nicht in diesem Unterforum: es handelt sich um einen 1970er Austin 1100 Mk2. Diese Baureihe war damals im noch jungen BMC-Konzern (der später in British Leyland usw. aufging und 2005 in Insolvenz ging) das unmittelbare Nachfolgeprojekt zum Mini. der Mini kam mit der Projektnummer ADO15 im Jahr 1959 auf den Markt. Mit dem Entwicklungscode ADO16 wurde dann die 1100er-Baureihe im Jahr 1962 vorgestellt. Es war eine Art 30% vergrößerter Mini, von dem auch der Antriebsstrang mit vergrößertem Hubraum übernommen wurde.

Das Auto wurde unter den Marken Austin und Morris für's gemeine Volk verkauft; wer mehr Komfort wollte, bekam diesen, wenn er das Auto als Wolseley, Riley, MG oder als pompösen Vanden Plas bestellte. Die Austin- und Morris-Versionen waren bis auf winzige Details identisch. Die Morris-Versionen wurden in Cowley gebaut - heute BMW Oxford, und die Austin-Versionen in Longbridge bei Birmingham, wo bis Herbst 2016 noch der chinesische MG6 gebaut / komplettiert wurde.

Es war ein Bestseller und führte in UK 9 Jahre lang die Zulassungsstatistiken an, bis Ford ca. ab 1972 zum Überholen ansetzte.

Besonderheit: die so genannte Whisky-Soda-Federung, korrekt "Hydrolastic", bei der statt Stahlfedern Gummi-Elemente verbaut sind und bei dem zusätzlich an Vorder- und Hinterrad je einer Seite Flüssigkeitsbehälter vorhanden sind, in denen Kolben vom Fahrwerk betätigt werden und die über eine Leitung miteinander verbunden sind. Trifft das Vorderrad zum Beispiel auf ein Hindernis und weicht nach oben aus ("Einfedern"), ´wird Flüssigkeit vom vorderen Verdrängerbehälter per Kolben zum Hinterrad auf der gleichen Seite verdrängt - das Hinterrad federt ein Stück aus, der Wagen bleibt trotz Einfedern waagerecht statt zu nicken. Als Weiterentwicklung namens Hydragas war das System noch bis 2002 in Verwendung.

Die Autos waren handwerklich teils gruselig zusammengebaut und rosten irre schnell. Den weltweiten Bestand schätze ich auf unter 2000 Stück, davon knapp 1000 im Heimatland und <20 in Deutschland.

Durch die konzeptionelle Nähe zum Mini ergeben sich aber gute und sichere Fahreigenschaften und eine sehr gute Raumausnutzung. Bei einer Länge von 3,65m sind vier Personen und ordentlich Gepäck gut untergebracht. Besser als beim Käfer.

Mit Ausnahme der großen Heckklappe hatte der ADO 16 alles, was später den Golf erfolgreich gemacht hat.

Motoren: 1100 und 1300cm³, 44 bis 69PS, 4 Gänge, wahlweise manuell oder Automatik, 130-155 km/h. Wie beim Mini läuft das Getriebe in der "Ölwanne" des Motors und teilt sich das Schmiermittel mit diesem.

Viele Grüße

SPyderRyder

Themenstarteram 4. Februar 2017 um 15:32

Vielen Dank für die Antwort!

Ich habe die Karosserie übrigens gekauft. Jetzt geht es erstmal an die Restauration. In 4-5 Jahren werde ich mich dann mal um die Zulassung kümmern können. :D

Schöner Austin! Mein Auto bekommt dann den gleichen Motor (A-Serie) aber in 848ccm!

Deine Antwort
Ähnliche Themen
  1. Startseite
  2. Forum
  3. Auto
  4. Oldtimer
  5. Auskunft über Fahrzeug mit Fahrgestellnummer einholen?