Argumente für / gegen den Wasserstoffantrieb

Welche Argumente sprachen eigentlich für den Abbruch der H2 Konzepte, z.B. MB ? Abgesehen vom sehr dünnen Versorgungsnetz.

Beste Antwort im Thema

Das ich das noch erleben darf! Ein Thread, der sich mal kritisch mit der Brennstoffzelle als Antrieb auseinandersetzt. Es wiederspiegelt das, was ich schon seit ungefähr 2 Jahren versuche den Leuten klar zu machen. Brennstoffzelle toll und gut, aber nur, wenn man nur die Betankzeiten im Auge hat und einen 1:1 Ersatz für Benzin/Diesel sucht.

Kurzer Abriss zu meinem "mentalen" Werdegang vom Petrolhead hin zum BEV-Befürworter:

Vor 3 Jahren die Wortgefechte die ich mir mit Kaju74 geliefert habe legendär, ich konnte/wollte ein BEV überhaupt nicht akzeptieren. Ich habe ähnlich argumentiert, wie jene, gegen die ich heute vor gehe: Zu geringe Reichweite, zu lange Ladezeiten und vieeeel zu hoher Stromverbrauch. Kurz ich war einer von den "Alten". Aus Angst/Unwissenheit meine Gewohnheiten umstellen zu müssen, war mir jedes, wirklich jedes noch so verdrehte Argument recht, meinen Standpunkt zu vertreten und diese teuflischen BEV's aus den Köpfen anders denkender zu verbannen.

Dabei bin ich selber Elektronikentwickler, ich sollte es besser wissen.

Irgendwann ging mir das Thema so auf den Senkel, das ich wirklich begonnen habe, meinen bisherigen Standpunkt zu hinterfragen:

+ Wie relevant sind die Ladezeiten wirklich?
+ Wieviel Reichweite brauche ich typischeweise?
+ Wieviel mehr Strom braucht man will man 45Mio. PKW elektrisch betreiben?
+ Wie sieht die Energiebilanz BEV vs. FCEV aus?

Frage 1 & 2 sind schnell und gemeinsam zu beantworten. Trotz meiner überdurchschnittlichen Jahresfahrleistung von 25.000km komme ich selten über mehr als 100km am Tag. Eine Steckdose ist in der Garage vorhanden (ja, hat nicht jeder). Im Schnitt das nachladen, was ich am Tag verfahre ist an mindestens 360 Tagen im Jahr kein Problem. Und selbst unsere "Fernfahrten" von etwa 250km eine Richtung schaffen BEV's von heute.

Frage 3 war schon interessanter. Gefühlt braucht eine PKW-Flotte viel zu viel Strom, den man niemals heranschaffen kann. Pustekuchen. Deutschland hatte einen Bruttostromverbrauch von 600TWh/Jahr, ein BEV braucht etwa 20kWh/100km, also kommt eine 50Mio.-Flotte auf etwa 150TWh, was gerade mal 25% mehr Strom wären. Nun, nachdem der Umstieg nicht von heute auf morgen von statten geht, sondern in einem Zeitraum von 20-30Jahren halte ich das durchaus für realistisch. Das konnte also kein Argument mehr gegen BEV's sein.

Frage 4 dann die komplette Ernüchterung. Preiswerter H2 kommt aus Erdgas unter Abspaltung des CO2, das kann es nicht sein! Da ist es gescheiter das Erdgas in einem Verbrenner zu verfeuern (so kann der Kohlenstoff noch etwas zum Vortrieb beitragen, bevor er in der Atmosphäre landet). Umweltfreundlicher H2 aus Elektrolyse braucht ~50kWh/kg. Mit dem kg kommt dann ein Mirai 110km, ein BEV etwa 250km. Da brauche ich nicht mehr weiter nachdenken. Ja, es macht Sinn für Überschussstrom, allerdings ist das nicht genug um eine ganze Flotte zu betreiben. Deswegen würde ich den H2 nur dort einsetzen wo er unverzichtbar ist, sprich im Fern-, Schiff- und Flugverkehr, wollen wir eine Energiewende schaffen.

Aber für so Trivialitäten wie 1000km mit 200km/h+ am Stück und 5min nachtanken, dafür haben wir nicht die Energie. Und wenn, dann sollen bitte die Leute die meinen, nicht darauf verzichten zu können, entsprechend löhnen (5€/l für den Supersprit, der diese Dinge ermöglicht!).

Grüße,
Zeph

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Zitat:

@DanielWb schrieb am 13. Dezember 2018 um 22:34:14 Uhr:


Nun es bleibt aber das Problem dass sehr viele Menschen - in Europa und auch weltweit - vor allem in Ländern in denen die Innenstädte nicht durch Bomben gesäubert wurden durch den Betandsbau aus meisten 19 oder frühen 20 Jhdt keine Lademöglichkeit daheim haben und daher eine extrem schnelle Betankung nunmal essentiell ist.

Sobald die Nachfrage und der Druck gross genug sind, werden sich vermehrt Lösungen finden. Solche alten Bauten werden schliesslich auch irgendwann mal saniert oder ersetzt.

Zitat:

@holgor2000 schrieb am 13. Dezember 2018 um 22:33:27 Uhr:



Zitat:

@DanielWb schrieb am 13. Dezember 2018 um 21:59:40 Uhr:



Die Wasserstoff systeme müssen doch nicht heute sinnvoll sein wo man Kohle und Kernkraft nutzt sie werden aber mit jedem Tag potentiell sinnvoller wenn man auf CO2 langfristig verzichten will.

Es ist doch sogar gar nichtmal so unwahrschcinlich nachdem nun Norwegen ausfällt als Speicher, dass Deutschland jeden Preis für diese Technologie wiw Wasserstoff - also generell PowerToGas - irgendwann bereit sein wird zu zahlen - weil man sonst nichts haben wird.


Weil man sonst nichts haben wird? Smarte Batteriespeicher und jede Menge Elektroautos zum Beispiel. Ideal um Strom zu speichern und das Grid zu balancieren.

Von dem Ausbalanzieren halt ich nicht so viel bzw. glaube nicht, dass sich das durchsetzt. Bereits jetzt heißt es, dass man die Akkus so zwischen 30 und 70% Ladezustand halten soll. Da kann man nicht viel rausziehen.

Außerdem halte ich das mit den über den Tag variierenden Strompreisen nicht für so sinnvoll. Es wird ja auch ggü. den Tankstellen kritisiert, dass die bei höherer Nachfrage mal schnell die Preise erhöhen; dann will man das nicht auch noch beim Strom.

Außerdem käme es dann auch zu Ausweicheffekten, da man aus Kostengründen zum Beispiel auf Erdgas umsteigen kann. Beispielsweise Großküchen.

Erst recht versagen die elektrischen Speicher, wenn man nicht in Stunden oder Tagen, sondern Wochen oder Monaten denkt. Da reicht dann einfach die Kapazität nicht aus, um länger andauernde Unterschiede zwischen Angebot und Bedarf auszugleichen.

Deshalb braucht es dann doch die chemischen Speicher. Der Vorteil des direkten Ladens der Batterien aus dem Strom bleibt zwar, für den in H2 umgesetzten Teil ist es dann aber sinnvoller, ihn auch über die Brennstoffzelle zu nutzen.

Zitat:

@Zephyroth schrieb am 13. Dezember 2018 um 22:00:43 Uhr:


Wir sind inzwischen auf einem ganz anderen Zweig. Es kann durchaus Sinn machen, H2 mit Überschussstrom zu erzeugen und zwischenzuspeichern. Allerdings für die Rückverstromung, falls die EE den Strom nicht direkt liefern können.

Ich könnte mit gut vorstellen, das eine große Brennstoffzellen-Anlage bessere Wirkungsgrade erreicht als die Kleinanlage in einem Auto.

Aber in diesem Thread geht es um den Wasserstoffantrieb für Autos und da sehe ich kaum eine Zukunft.

Grüße,
Zeph

1. Wieso sind wir auf einem anderen Zweig? Kann es nicht sein, dass wir bereits zweigleisig fahren. Es werden doch gerade H2-Mobilitätsprojekte angestoßen. Zum Beispiel die DHL-Scooter mit H2 und die Busse, bei denen sich jetzt bei den winterlichen Temperaturen die Probleme mit Heizung und Reichweite ergeben.

Man kann es auch nicht als Leuchtturmprojekt bezeichnen, da sich ja ganz konkret Probleme mit den Batterien ergeben haben, wegen denen man jetzt zum Wasserstoffantrieb greift.

2. Das mit der Rückverstromung habe ich noch nicht so ganz verstanden. Ist dies ein Konzept oder wird das tatsächlich schon in größerem Umfang gemacht? Wird/soll der Wasserstoff auch transportiert werden oder nur gespeichert?

Zitat:

@Wanderbaer schrieb am 13. Dezember 2018 um 22:49:24 Uhr:


Von dem Ausbalanzieren halt ich nicht so viel bzw. glaube nicht, dass sich das durchsetzt. Bereits jetzt heißt es, dass man die Akkus so zwischen 30 und 70% Ladezustand halten soll. Da kann man nicht viel rausziehen.

Außerdem halte ich das mit den über den Tag variierenden Strompreisen nicht für so sinnvoll. Es wird ja auch ggü. den Tankstellen kritisiert, dass die bei höherer Nachfrage mal schnell die Preise erhöhen; dann will man das nicht auch noch beim Strom.

Außerdem käme es dann auch zu Ausweicheffekten, da man aus Kostengründen zum Beispiel auf Erdgas umsteigen kann. Beispielsweise Großküchen.

Erst recht versagen die elektrischen Speicher, wenn man nicht in Stunden oder Tagen, sondern Wochen oder Monaten denkt. Da reicht dann einfach die Kapazität nicht aus, um länger andauernde Unterschiede zwischen Angebot und Bedarf auszugleichen.

Deshalb braucht es dann doch die chemischen Speicher. Der Vorteil des direkten Ladens der Batterien aus dem Strom bleibt zwar, für den in H2 umgesetzten Teil ist es dann aber sinnvoller, ihn auch über die Brennstoffzelle zu nutzen.

Damit unterschätzt du die Möglichkeiten. Mit Lastmanagement ist sehr viel machbar. Wir sollten uns von den bisherigen Konzepten lösen, die werden langfristig keinen Bestand haben. Mit der Technik alleine ist es nicht getan, es braucht auch den passenden Workflow, sprich Konzepte. (Das ist ja der Fehler den hier viele machen, sie wollen mit neuer Technik das alte System abbilden)

Die Tankstellen erhöhen die Preise weil sich die Nachfrage ändert, nicht weil sich die Kosten verändern und viele zu diesen Zeiten Tanken müssen. Stundenvariable Preise hingegen sind preisabhängig.

Genau für die Saisonspieicherung sind solche chemischen Speicher, Gasspeicher, Wasserstoffspeicher gedacht.

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Die Sache ist ganz einfach: Es setzt sich die Technologie durch, die für den Endkunden am billigsten ist. So wie beim Diesel. Alles andere ist nachrangig.

Grüße,
Zeph

Zitat:

@Zephyroth schrieb am 14. Dezember 2018 um 07:18:19 Uhr:


Die Sache ist ganz einfach: Es setzt sich die Technologie durch, die für den Endkunden am billigsten ist. So wie beim Diesel. Alles andere ist nachrangig.
Grüße,
Zeph

Wir haben aber auch gelernt seit DIESEL-Date, dass die Verbraucher sich verändert haben, sie glauben nicht mehr den Heilsversprechen eines Autospinners mit selbst aufgesetztem Heiligenschein und dessen Hofnarren namens Doofprint oder anderen BeSCHEUERten Lakaien.

Insofern möchte ich Zeph´s Kommentar ergänzen: (alles andere ist nachrangig...,) ...solange ein längerer Nutzwert überhaupt noch absehbar ist. Seit heute wissen wir, dass selbst EURO6-Diesel (gemeint sind hier solche ohne SCR-Kat der Klasse EURO6 a...c) demnächst Fahrverbote bekommen können.

Ein Auto mit drohender "Bewegungssperre" wird jetzt wohl nicht mehr überproportional "wertstabil" sein.

Zitat:

@Zephyroth schrieb am 14. Dezember 2018 um 07:18:19 Uhr:


Die Sache ist ganz einfach: Es setzt sich die Technologie durch, die für den Endkunden am billigsten ist. So wie beim Diesel. Alles andere ist nachrangig.

Grüße,
Zeph

...und politisch gewollt ist. Trotz massiver Lobbyarbeit ist Wasserstoff als PKW Energie nicht politisch gewollt.
Anders als in Japan, weswegen überhaupt Wasserstoffautos zur Serienreife entwickelt werden.

Letztlich wird sich der Akku durchsetzen, weil er die günstigste Variante ist. Den überschüssigen Windstrom in H umzuwandeln, aufwendige Kompressor und Speichertechnik mit hohen Unterhaltskosten, um den dann wieder zu verstromen oder im Auto zu verbrennen vs. fetten Akku neben die Windanlage stellen und Autos bei Bedarf anstöpseln und ansonsten zur Netzbalance freigeben.

Unterhaltskosten kaum der Rede wert.

Wie man ein virtuelles 250MW Kraftwerk baut: https://www.cleanthinking.de/.../

Wie man mit einem fetten Akku und Windkraft Geld verdient:
https://energyload.eu/.../

Zitat:

@Wanderbaer schrieb am 13. Dezember 2018 um 22:49:24 Uhr:


... mit den über den Tag variierenden Strompreisen nicht für so sinnvoll. Es wird ja auch ggü. den Tankstellen kritisiert, dass die bei höherer Nachfrage mal schnell die Preise erhöhen; dann will man das nicht auch noch beim Strom.

Genau das will ich Tanken wenn's am Billigsten ist, wie sonst solls mit der Dekarbonisierung sonst klappen.
Wenn wir den Flexstrom nicht bekommen, wird weiter Kohle und konsorten verbraten. Das ist viel effizienter als alle Speicherformen, Meine hier natürlich auch die Waschmaschine e.t.c..

Moin

Zitat:

Wenn wir den Flexstrom nicht bekommen, wird weiter Kohle und konsorten verbraten. Das ist viel effizienter als alle Speicherformen, Meine hier natürlich auch die Waschmaschine e.t.c..

Womit du absolut rech hast. EEs kommen nicht gegen staatlich subventionierte AKWs und Kohle an. SO stark kann man EEs gar nicht subventionieren.

Denn, nicht nur die EEs sind so günstig aufgrund des EEGs, bei den Kraftwerken der großen 4 sieht es nicht anders aus. Wenn man bedenkt das ein AKW eine geringere Versicherungssumme hat als ein normaler PKW, das der Rückbau gerade gewinnbringend auf die Bevölkerung abgeschoben wurde, Endlagerung auf die nächsten 100 Generationen, sollen die sich doch kümmern...

Wenn man dann noch bedenkt das man sich einen neuen PKW kauft, und dieser nach 4 Monaten plötzlich nicht mehr überall fahren darf, man außer ein freundliches "kannst dir ja nen anderen kaufen, denn eine Hardwarenachrüstung wird es mit uns nicht geben" keine Hilfe bekommt, ein AKW aber doch bitte seinen Verdienstausfall für die nächsten x JAhre erstattet bekommt, wenn sich an deren Front der Wind dreht....

In Deutschland wird immer und viel gejammert, und wenn dann die Medien, bezahlt von der Wirtschaft, um die Ecke kommen, dann rennen sie alle dem kleinen Führer wieder hinterher. Anderswo denkt man halt anders. Nicht Deutschland war, wie es auch hier oft zu lesen ist, vorreiter bei der Abschaffung der Verbrenner, da waren andere Staaten viel schneller. Und wo man hier versucht H2 um jeden Preis teuer an den Bürger als Allheilmittel zu verkaufen, da planen andere schon mit ganz anderen Techniken, wo im Zweifel jeder was von hat.

Wenn man dann noch liest das wir ja nur aufgrund des Bombenterrors überall Strom haben, und die anderen Städte dieser Welt anscheinend im 19. Jahrhundert ohne fließendes Wasser und Strom stehen geblieben sind, wenn sich H2 Befürworter nicht vorstellen können wie einfach es ist ein Stromkabel zu verlegen, sogar bis auf die Straße, dann wird es lächerlich.

Moin
Björn

Zitat:

@DanielWb schrieb am 13. Dezember 2018 um 22:34:14 Uhr:


Nun es bleibt aber das Problem dass sehr viele Menschen - in Europa und auch weltweit - vor allem in Ländern in denen die Innenstädte nicht durch Bomben gesäubert wurden durch den Betandsbau aus meisten 19 oder frühen 20 Jhdt keine Lademöglichkeit daheim haben und daher eine extrem schnelle Betankung nunmal essentiell ist.

Jepp, Menschen die in solchen Bruchbuden wohnen, haben weder das Geld für ein E-Auto und erst recht nicht für ein H2 Auto.
Ausserdem schreibst du von der Innenstadt, da gibts prima ÖPNV für genau diese Menschen.
Zudem schreibst du von der Zukunft, wenn schon mehr als die Hälfte der Menschen E-Autos haben. Das dauert aber noch ein paar Jährchen. Bis dahin wird es Lösungen geben, z.B. leistungsfähigere Akkutechnologie.

Aber mal was anderes:
Wir haben ja ziemlich viele Gaskraftwerke nutzlos rumstehen, während die Kohlekraftwerke die Luft verpesten.
Was spricht dagegen aus überschüssiger Windkraft synthetisches Erdgas herzustellen, diese ins Gasnetz einzuspeisen, ggf. zu speichern und das Gas wieder zu verstromen?
Trotz niedrigem Wirkungsgrad, wäre das doch wesentlich umweltfreundlicher als Kohle zu verbrennen, oder?
Zudem löst man somit das Lastmanagementproblem, wenn man denn nur genug Gas speichert. Erdgas läßt sich doch, im Gegensatz zu H2, gut und günstig speichern, oder?
Ausserdem gibts es doch auch Brennstoffzellen die Erdgas verarbeiten können?
Das wäre doch nett mit Brennstoffzellen in Mehrfamillienhäusern zur Heizung und Stromerzeugung nutzbar, oder?
Ich frage hier mal ganz unbedarft, weil ich mich noch nicht so sehr damit auseinandergesetzt habe.

Gruß Jake

Alles unbestritten, aber die Zukunft des Individualverkehrs wird batterieelektrisch sein. Selbst bei Verbesserung der Akkutechnik, müssen diese geladen werden. Die den Krieg überstandenen, aus Deiner fachkundigen Sicht Bruchbuden beherbergen in zahllosen Städten Millionen Bürger, die sich mit Sicherheit für ihre Mobilität ein E-Auto leisten werden. Nebenbei bemerkt sind diese Häuser versorgungstechnisch längst modernisiert. Problem ist, die Energie ans Auto zu bringen. Weil das beim E nicht einfach ist aus heutiger Sicht, wäre H2 oder Gas eine Alternative.
Deinen Vorschlag der Brennstoffzelle zur Raumheizung würde ich um die Wärmepumpe (Luft/Geothermie) ergänzen.

Zitat:

@Friesel schrieb am 13. Dezember 2018 um 10:57:08 Uhr:


Moin

Kia E-Niro im Vergleich zum Hyundai Nexo, Hyundai mit 6,3 kg H2, Kia mit 65 kWh Akku, Reichweite in etwa die gleiche, ganz kleiner Vorteil im Realtest für den Nexo.

Gewicht, Kia 1737 kg, Nexo 1889. Nexo ist etwas größer, im Endeffekt also wiegen sie bei vergleichbarer Reichweite ungefähr das gleiche.

Bei E-Fahrezugen, also bei beiden da sie beide einen Akku haben, spielt das Gewicht eh nicht so die ganz große Rolle, da idealerweise die Energie zurück gewonnen wird beim Bremsen.

Moin
Björn

Gut, dass Du da zwei gleich schwere Fahrzeuge gefunden hast.

Ich habe mir die Daten für die beiden Fahrzeuge auch mal rausgesucht (hier bei mt news).

Das BEV:
Kia E-Niro 64 kWh 1.812 kg
Reichweite: 455 km (WLTP)
Verbrauch (WLTP): 15,9 kWh

Das FCEV:
Hyundai Nexo 1.814 kg
H2: 6,33 Kilogramm
Reichweite: 666 km (WLTP)
Verbrauch: 0,95 kg/100 km

Also hat das FCEV etwa die 1,5-fache Reichweite (+46%). Außerdem ist das FCEV ein Mittelklasse-SUV und das BEV nur ein Kompakt-SUV.

Ich finde, dass das FCEV hier bei gleichem Gewicht schon deutlich besser ist als das BEV.

Nebenbei bemerkt macht das Akkugewicht beim BEV bereits 453 kg aus. Das sind immerhin 25% vom Fahrzeuggewicht.

Mit 170kWh im Tank vs. 65kWh finde ich 46% mehr Reichweite nicht so berauschend. Vorallem, der Nexo hat 160PS, der Niro 204PS.

Zitat:

@Zephyroth schrieb am 15. Dezember 2018 um 06:35:37 Uhr:


Mit 170kWh im Tank vs. 65kWh finde ich 46% mehr Reichweite nicht so berauschend. Vorallem, der Nexo hat 160PS, der Niro 204PS.

Also einen Energie-Mehrverbrauch beim Nexo von ~30%, jetzt sollten wir noch die Lade- und Netz-Verluste der BEV und natürlich auch die Transportaufwändungen des Kraftstoffen des FCEV mit einkalkulieren.

Scheint ein deutlicher Vorteil für die E-Autos zu sein, aber nicht so eindeutig wie ich eigentlich dachte.

Bin echt Neugierig wie sich die Situation in einer Dekade darstellt, 🙄 oder genauer mit was fahren die Vertreter

Moin

Zitat:

Gut, dass Du da zwei gleich schwere Fahrzeuge gefunden hast.

Also hat das FCEV etwa die 1,5-fache Reichweite (+46%). Außerdem ist das FCEV ein Mittelklasse-SUV und das BEV nur ein Kompakt-SUV.

Nun, sonderlich groß ist die Auswahl ja nicht bei solchen Fahrezugvergleichen. Was soll man machen. Die 15 kWh beim BEV werden allerdings real erfahren, die 0,95 kg wurden noch nie erreicht. Derzeitiger Stand, (ADAC) sind hier eher 1,2 kg, womit wir dann schonmal runter sind auf 525.

Hinzu kommt, Hyundai IX35 Fuell Cell. Ganze 4 cm länger als der Niro, ansonsten Gewicht: 1,9 Tonnen. Reichweite vergleichbar mit dem BEV, da der Tank etwas kleiner ist.

Auffällig ist das die meisten Wasserstofffahrzeuge einfach groß sind. Kleinwagen scheinen nicht ins Portfolio zu passen.

Zitat:

müssen diese geladen werden. Die den Krieg überstandenen, aus Deiner fachkundigen Sicht Bruchbuden beherbergen in zahllosen Städten Millionen Bürger, die sich mit Sicherheit für ihre Mobilität ein E-Auto leisten werden. Nebenbei bemerkt sind diese Häuser versorgungstechnisch längst modernisiert. Problem ist, die Energie ans Auto zu bringen. Weil das beim E nicht einfach ist aus heutiger Sicht, wäre H2 oder Gas eine Alternative.

Da es für einige immernoch unvorstellbar ist das man Leitungen verlegen kann, noch einen anderen Denkansatz. Es gibt also keine Stellplätze für diese Menschen die in solchen Zukunftsarmen und ärmlichen Zuständen leben müßen. (Wie dort Wasser, die modernisierte Strominstallation oder gar Telefon, von Glasfaser wollen wir gar nicht erst reden, hingekommen ist, ein Wunder)

Diese armen Menschen ohne Stellplatz mit der Möglichkeit eine Steckdose dort hin zu bekommen sollen also alle die derzeit deutlich größeren H2 AUtos kaufen um noch weniger Parkfläche zu haben? Und jetzt bitte nicht schreiben das es in Zukunft kleinere H2 Autos geben wird, denn es gibt in der Zukunft ja auch keine Stromleitungen.

Zitat:

Also einen Energie-Mehrverbrauch beim Nexo von ~30%, jetzt sollten wir noch die Lade- und Netz-Verluste der BEV und natürlich auch die Transportaufwändungen des Kraftstoffen des FCEV mit einkalkulieren.

Quasie alle derzeit verfügbaren H2 Fahrzeuge werden mit 1-1,5 kg gefahren. So wird der Nexo mit ca. 1,2 real angegeben. Ab Steckdose verbraucht so ein Nexo also 66 kWh, ab Tank immernoch knapp 40 kWh. Selbst ein Tesla Model X 100D mit seinen 23 kWh nur wenig mehr als die Hälfte bei deutlich mehr Gewicht und Größe. Der hat dann aber auch das 4 fache an Leistung und schafft eben mal 80 kmh mehr Topspeed.

Leistung und Topspeed interessieren nicht? Die Reichweite interessiert mindestens 50% der Fahrezuge auch nicht, da sie diese nie nutzen.

Das der E-Wagen nicht für alle passt aufgrund einiger Handlungsreisender, dann mag das in Teilen stimmen. (Wobei hier der Niro schon Maßstäbe auch beim Preis setzt). Mangelnde Vorstellungskraft in die Fähigkeit unserer Elektrikerzunft beim Verlegen von Kabeln an Parkplätze lasse ich aber hierfür absolut nicht gelten.

Davon ab, wenn es keinen Parkplatz gibt, warum dann ein Auto...

Moin
Björn

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