AMG Keramikbremsanlage Abplatzung / Ausbruch nach 59.000 km S63 AMG
Hallo liebe Foren-Mitglieder,
ich wende mich heute an euch zwecks euren Erfahrungswerten:
Ich habe im Februar diesen Jahres einen S63 AMG aus 12/2018 mit 54.000 km bei der MB Niederlassung erworben, wobei der Wagen wirklich „voll“ ist und leider auch mit Keramikbremse.
Vor 2 Wochen habe ich den Service machen lassen und wollte am nächsten Tag die Winterräder tauschen:
Keramik hinten rechts mit Ausbruch
Kurzum:
- Kulanzantrag wurde abgelehnt, der Schaden wäre zu klein
- Die Niederlassung zuckt sich wegen der Gewährleistung nicht
- MB Maastricht lässt sich feiern und vertröstet mich jeden Tag aufs Neue
Es gibt eine Norm zur Bewertung der Bremsscheiben, der Schaden bei mir befindet sich an einer Perforationsbohrung und ist 26 mm x 13 mm x 1 mm (L x B x T):
- Ausbrüche bis 400 mm^2 bis 2 mm Tiefe sind zulässig, wobei sich laut Bildern aus dem WIS die Delamination zwischen der Perforationsbohrungen der Bremse befindet.
- Ausbrüche an Perforationsbohrungen" heißt es nämlich ergänzend "Ausbrüche an Perforationsbohrungen (C) können durch Wärmespannungen entstehen. Sie sind jeweils bis zu einer Länge, Breite und Tiefe von 3 mm zulässig."
Nun zum Problem:
- Der Servicepartner gibt keine Ablehnung des Kulanzantrages heraus und weigert sich die Mitteilung herauszugeben, dass der Wagen verkehrssicher ist. Er rät vielmehr davon ab so weiterzufahren
Kostenvoranschlag vom MB-Partner: 12.000€, nach nicht einmal 6.000 km Nutzung und 9 Monaten im Besitz für ein Auto im 6-stelligen Kaufpreis !
Auf der Suche nach einem gerichtlich bestellten und vereidigten Sachverständigen, der die Bremse begutachtet und mir seine fachkundige Meinung schriftlich gibt, ist es denen, die ich bisher erreicht habe „zu heiß“ eine Antwort abzugeben, weil man dann ja haften müsste.
Im Forum fand ich jedoch einige Mitglieder, bei denen selbst bei über 88.000 km die Bremse auf Kulanz getauscht wurde. Wie sind hier eure Erfahrungen ? Ich will den Wagen einfach nur noch zurückgeben nach der Odyssee und bin echt wütend auf den Service !
30 Antworten
Leider scheint man ohne Papierbeweis allgemein nicht mehr weiterzukommen.
Das ist ein Ausbruch im Lochbereich.
Die Scheibe ist m. M. Sowieso fertig, diese Netzstruktur sind Risse, die sich halt noch nicht davongemacht haben.
"Scheibe hält lebenslang" : stimmt doch, die hält bis sie kaputt ist...
Mal zum Thema Bremsbeläge: sind die richtigen verbaut?
Wenn man sich die Scheibe anschaut, dann sind da etwa 10 - 15 mm vom inneren Rand der Scheibe vom Belag nicht abgedeckt.
Finde ich komisch, bei solchen Performance-Fahrzeugen will man doch alles ausnutzen um bestmögliche Ergebnisse zu erzielen. Und da zählt bei der Bremse jeder mm² Auflagefläche.
Vielleicht zu einem Spezi gehen, der mal die Bremse untersucht - richtige Beläge für die Keramikbremse und ob es die richtige Größe ist. Wer weiß wie viele Möglichkeiten es gibt.
Wenn es da um 12 T€ geht würde ich als erstes zu einem RA gehen, danach geht es wohl zu einem amtlich anerkannten Sachverständigen der ein klares Gutachten erstellen kann. Dann damit zu MB. Dafür würde ich ein paar Hunderter investieren. Die Aussage eines Otto-Normalverbraucher bedeutet vor Unternehmen nichts.
... und selbst innerhalb der abgetagenen Reibfläche gibt es im inneren noch eine andere dunklere Verfärbung.
Evtl. ein Steinchen zwischen Scheibe und Beläge gekommen und dann hat sich dieses bei der Bohrung verfangen und es kam zur ausplatzung?
Fragen über Fragen die wir hier nicht wirklich lösen können.
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Zitat:
@W220_Templer schrieb am 30. November 2024 um 10:50:13 Uhr:
... und selbst innerhalb der abgetagenen Reibfläche gibt es im inneren noch eine andere dunklere Verfärbung.
Evtl. ein Steinchen zwischen Scheibe und Beläge gekommen und dann hat sich dieses bei der Bohrung verfangen und es kam zur ausplatzung?Fragen über Fragen die wir hier nicht wirklich lösen können.
Genau darauf wollte ich hinaus. Das passiert nämlich oft.
Mercedes, aber auch Audi sind, soweit mir bekannt Sehr kulant bei "Material Fehlern" bezüglich der Bremsscheiben.
Mercedes hat die Kulanz nur aus dem Grund abgelehnt, dass der Schaden nicht groß genug ist. Die Thematik „Eigenverschulden“, die ich für mich ausschließen kann, spielte dabei keine Rolle.
Ich habe dem Service Center in Maastricht eine Mail geschrieben, dass ich darum bitte mir schriftlich mitzuteilen ob der PKW verkehrssicher ist oder nicht. Dabei bekam ich eine zügige Antwort, dass ich den Kaufvertrag zusenden soll, damit man prüfen kann ob ich Eigentümer des Wagens sei. Dies habe ich gemacht - seither keine Reaktion.
Ich habe mehrere Gutachter angerufen, die gerichtlich bestellt und vereidigt sind, bisweilen wollte keiner aus Haftungsgründen ein Gutachten erstellen - wirklich lachhaft
... möchte dir den Mut nicht nehmen.
Aber glaube nicht das da eine positive Antwort kommt.
Mercedes allgemein muss sparen.
Es werden sogar Schäden, die in der Werkstatt verursacht wurden, abgelehnt.
Teil nicht mehr lieferbar, Chef lässt sich verleugnen.
(Das Wahlhebelmodul wurde getauscht, Altteil liegt bei mir im Regal, leider wurde in der Werkstatt die linke Halterung vom Aschenbecher und Klimabedienteil beschädigt, ist gebrochen. Nun klappert und wackeln die 2 Teile wie´n Lämmerschwanz. Mal vom Schaltknauf zu schweigen, der wurde überdreht anstatt nach oben abzuziehen. Mercedes Rosxxr ist auch nicht mehr das.)
Hoffe aber für dich das bei dir etwas rum kommt.
Alternativ eine Googel Bewertung öffentlich machen. Hilft manchmal auch. :-)
da spricht er grad was an das mir eh schon im Kopf rum schwirrt seit ich hier lese.
sagtest du nicht es war einen Tag nach dem Service?
kann s dann nicht dort passiert sein?
hast du die Stelle gesehen als du den Wagen geholt hast?
und du hast den Wagen auch dort gekauft?
denen würde ich auch über die Bewertung einen reindrücken. das ist dein gutes Recht.
Naja, wenn die Abplatzung am Rand wäre und die hätten die Räder montiert: Gut, könnte sein. Da die Abplatzung aber auf der Reibfläche ist, ist halt die Frage wie die den Schaden hätten verursachen können.
Den Benz habe ich nicht dort gekauft, wo der Service durchgeführt wurde.
Aber mal zum Stand der Dinge: Mercedes Maastricht lässt sich immer noch feiern mir mitzuteilen, ob der Wagen verkehrssicher ist. Zwischenzeitlich habe ich das Auto beim Servicepartner der Hauptuntersuchung vorstellen lassen, welcher den Wagen als mangelhaft durchfallen lässt - daher also der Wagen aus Sicht des Prüfingenieurs nicht mehr verkehrssicher ist.
Ja und was machst du jetzt? Warten auf negative Antwort aus Maastricht? Mit Focus- / Spiegel-TV das Drama öffentlich machen?
Jetzt hast keine gültige HU mehr. Noch Ideen?
@rob.93 Wenn der TÜV im Bericht die HU, wegen der Bremsscheiben, verweigert, dann ist doch die Aussage, der Wagen wäre verkehrssicher, widerlegt und der Kulanz- oder Garantieprozess kann begonnen werden. Das Thema Verschulden würde ich gar nicht aufbringen. Und ein paar Sandkörner dürfen eine Bremsanlage nicht beindrucken, egal ob Stahl oder Keramik.
Zitat:
@rob.93 schrieb am 3. Dezember 2024 um 10:40:51 Uhr:
Da die Abplatzung aber auf der Reibfläche ist, ist halt die Frage wie die den Schaden hätten verursachen können.
... DAS kann leider keiner.
Es kann nur Gott wissen was passiert ist.
Es könnte auch selbst dir TE auf den Weg zur Werkstatt passieren können.
Bzw. schon vorher? da man diese dunklere verfärbung im Schleifbereich in größe der Abplatzung ersichtlich ist.
Selbst wenn die Werkstatt beim fahren n Steinchen reingeflutscht wäre etc. würde evtl. diese dunklere Verfärbung nicht zustand kommen.
Es kann keiner genau sagen was wie wo und wann das passiert ist.
Die frage wäre auch, WENN Kulanz in welchen Rahmen MErcedes dies macht.
Auch bei selbstverschulden egal wer, oder auch wenn durchs fahren Steinschlag solche Abplatzungen entstehen oder nur wenn die Werkstatt etwas verursacht?
Die Thematik ist, dass man die Kulanz abgelehnt hat. Ich hab die Schnauze einfach voll mit dem Auto, die NDL kümmert sich nicht um Gewährleistungsansprüche und der Schaden ist innerhalb der Beweislastumkehr zum Vorschein gekommen. D.h. wenn müsste nachgewiesen werden, dass der Schaden bei Übergabe noch nicht angelegt war und es sich z.B. nicht um eine Materialermüdung handelt oder sonstiges. Durch ein Steinchen soll es wohl lt. MB nicht verursacht worden sein, sondern diese Delamination findet aufgrund von Wärmespannungen statt.
Nun hat mir Maastricht bestätigt, dass der PKW wohl auch laut denen nicht verkehrssicher ist und die Bremse zu tauschen ist. Mich wundert das, da der Kulanzantrag ja genau aus dem Grund, dass es eben nicht die Verkehrssicherheit beeinflusst, abgelehnt wurde.
Lass dir die Freude an deinem Auto nicht vermiesen, für die verhunzte Bremsscheibe kann ja dein Auto nichts.
Von MB hast du die Abfuhr bekommen, da kommt also ohne Druck nichts.
Du soltest dich juristisch beraten lassen, ich würde bei deinen Gewährleistungsansprüchen ansetzen. Wäre der einfachste Weg.
VG