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Aktives Regenerieren von Ottopartikelfiltern (OPF oder GPF)

Themenstarteram 27. Febuar 2019 um 10:05

Hallo Zusammen,

mich interessiert, wie die einzelnen Hersteller das aktiver Regenerieren der Otto-Partikelfilter durchführen. Bei Ford findet man im ETIS-System eine klare Aussage dazu:

"Der aktive Regenerierungsvorgang wird eingeleitet, während das Fahrzeug in Bewegung ist. Die Abgastemperatur wird durch Verzögern der Zündung erhöht."

Wahrscheinlich werden das die meisten Hersteller so machen, damit wird zuverlässig die Abgastemperatur erhöht und es kostet nichts. Denkbar wären natürlich noch andere Systeme, wie z.B. Lufteinblasung.

Weiß jemand definitiv ob andere das genauso machen, oder wo solche Informationen dokumentiert sind?

Über konstruktive Antworten freue ich mich.

 

Viele Grüße

Beste Antwort im Thema

Muss ein Benziner überhaupt aktiv regenerieren? Ist die Abgastemperatur nicht hoch genug?

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Themenstarteram 28. Febuar 2019 um 9:59

Hallo Zusammen,

ich denke wir sind uns alle einig, dass es normalen Fahrbetrieb keine aktive Regeneration nötig ist.

Alle Hersteller müssen aber die Ausnahmesituation der aktiven Regeneration bereitstellen.

Wie im ersten Beitrag schon dargestellt wird das bei Ford in deren ETIS System beschrieben, dort wird die Zündung nach spät verstellt.

Abgesehen von Vermutungen, hat jemand definitive Informationen welche Maßnahmen andere Hersteller anwenden?

Zitat:

@birscherl schrieb am 28. Februar 2019 um 09:13:02 Uhr:

 

Im Normalbetrieb eines Benzin-Pkw wird keine aktive Regeneration benötigt.

Wer definiert "normal"?

Du?

Ich?

Vermutlich keiner von uns beiden.

Für den Außendienstmitarbeiter (OK, der fährt dann keinen Benziner) sind >200km/h Autobahndauertempo auf Langstrecke "normal", für die Mutti in Elternzeit sind vielleicht 6x am Tag 2 km "normal".

Wir sind uns einig denke ich: Es gibt Betriebssituationen, da benötigt ein OPF und auch ein DPF keine aktive Regeneration und es gibt Situationen, da benötigen sie eine solche, weswegen jedes Fahrzeug mit OPF oder mit DPF zwangsweise eine technische Lösung dafür implementiert hat.

Und die Frage nach dem "wie" in diesen Situationen ist Thema dieses Threads.

Zitat:

Zündung nach spät verstellt.

alles was schon seit jahrzehnten eingesetzt wird um den kat schneller auf temperatur zu bringen wäre eine möglichkeit (?).

unter ungünstigen bedingungen kann aber sogar eine aktive regeneration (also mit nachhelfen) bis zu 60 minuten dauern. das so etwas im "normalbetrieb" dann gar nicht notwenig ist oder spontan ganz von selbst geschieht ist dann auch nicht der regelfall (?)

Zitat:

@Otako schrieb am 27. Februar 2019 um 10:08:37 Uhr:

Muss ein Benziner überhaupt aktiv regenerieren? Ist die Abgastemperatur nicht hoch genug?

lies mal...https://www.motor-talk.de/.../...lgrenze-reinigungsfahrt-t6499359.html

Zitat:

@Matsches schrieb am 28. Februar 2019 um 10:16:44 Uhr:

Wer definiert "normal"?

Der Hersteller. Jeder Entwicklung liegen Basisdaten zugrunde, anhand derer die notwendigen Maßnahmen definiert werden. Und so wird eben vom Hersteller ein Normalbetrieb definiert.

Mit der wirklichen Nutzung durch irgendwelche Muttis oder Außendienstler hat das nichts zu tun.

Zitat:

@birscherl schrieb am 28. Februar 2019 um 11:39:59 Uhr:

Zitat:

@Matsches schrieb am 28. Februar 2019 um 10:16:44 Uhr:

Wer definiert "normal"?

Der Hersteller. Jeder Entwicklung liegen Basisdaten zugrunde, anhand derer die notwendigen Maßnahmen definiert werden. Und so wird eben vom Hersteller ein Normalbetrieb definiert.

Mit der wirklichen Nutzung durch irgendwelche Muttis oder Außendienstler hat das nichts zu tun.

Na siehste, geht doch!

Das klingt doch jetzt schon ganz anders als "Otto-Partikelfilter sind selbstregulierend und brauchen keinen Eingriff durch die Motorsteuerung."

 

Zitat:

@rheinland07 schrieb am 28. Februar 2019 um 09:59:56 Uhr:

Abgesehen von Vermutungen, hat jemand definitive Informationen welche Maßnahmen andere Hersteller anwenden?

Wenn die Abgastemperatur hochmuss, ist beim Otto "Zündung auf spät" die wirklich allereinfachste Option. Theoretisch könnte ich mir noch "Gemisch auf Mager" vorstellen, damit das langsamer abbrennende Gemisch ebenfalls die Abgastemperatur hochzieht. Zudem hätte man einen Sauerstoffüberschuss. Was nicht zwingend "gut" sein muss.

Übrigens sind die mir bekannten OPFs "offene" Systeme, die ähnlich einer Tiefenfiltration nur über Oberfläche wirken. Und keine geschlossenen Systeme wie die DPF, wo Abgas DURCH eine Keramik bzw. einen Metallschaum geht.

650 Grad und Sauerstoff (schub) und das Teil brennt innerhalb von ner Sekunde ab.

Die Beladungsdichte Messen die Otto Jungs in mg/l, die Diesel Jungs in g/l. Bei 7g/l macht der DPF ne zwangsreg.

opelz gm basierten Systeme haben einen differenzdrucksensor. also kaffeefilterprinzip.

Zitat:

@GaryK schrieb am 28. Februar 2019 um 17:49:19 Uhr:

 

Übrigens sind die mir bekannten OPFs "offene" Systeme, die ähnlich einer Tiefenfiltration nur über Oberfläche wirken. Und keine geschlossenen Systeme wie die DPF, wo Abgas DURCH eine Keramik bzw. einen Metallschaum geht.

Gibt solche und solche.

Vor allem die deutschen OEMS verwenden vornehmlich den FWC 4-Wege KAT von BASF.

Dieser dürfte die am Markt verbreitetste Lösung sein.

Er wirkt über die Filterwirkung durch den ohnehin vorhandenen Keramik Monolithen.

Vorteil: Man braucht kein zusätzliches Bauteil, es ist lax gesagt ein "normaler" Kat mit engeren Poren.

Die nachgeschalteten "Büchsen" (z.B. in Frankreich und Italien gerne verwendet) sind offene Filter, ähnlich denen die die Nachrüstindustrie zu Beginn des letzten Jahrtausends für Dieselfahrzeuge angeboten hat.

Bei denen braucht man (genau wie bei den Nachrüstlösungen vor 20 Jahren) natürlich nichts freibrennen.

Der Eimer ist dann irgendwann eben voll.

Hat dann keine negativen Eigenschaften auf den Gegendruck, filtert aber auch nicht mehr viel.

Dem Gesetz wird es bei der Zulassung vermutlich genüge tun, sonst gäbe es sowas ja nicht.

Die Kombination Normaler 3-Wege Kat + nachgeschalteter geschlossener OPF kenne ich nicht (was nicht heissen muss das es sowas nicht bei irgendeinem OEM dennoch gibt).

https://www.basf.com/.../catalytic-converter.html

Zitat:

Der neue Vier-Wege-Katalysator, kurz FWC™ (Four-way-conversion-catalyst) ist eine Technologie für Fahrzeuge mit Benzinmotor. Der Katalysator entfernt die gasförmigen Schadstoffe und auch Feststoffe wie Rußteilchen aus dem Abgasstrom. „Der kompakte Vier-Wege-Katalysator vereint jetzt alle wichtigen Eigenschaften auf einem einzigen Bauteil. Verglichen mit dem Drei-Wege-Katalysator und nachgeschaltetem, unbeschichtetem Partikelfilter benötigt er aber wesentlich weniger Platz“

Zitat:

@Matsches schrieb am 1. März 2019 um 07:00:01 Uhr:

 

Die nachgeschalteten "Büchsen" (z.B. in Frankreich und Italien gerne verwendet) sind offene Filter, ähnlich denen die die Nachrüstindustrie zu Beginn des letzten Jahrtausends für Dieselfahrzeuge angeboten hat.

Bei denen braucht man (genau wie bei den Nachrüstlösungen vor 20 Jahren) natürlich nichts freibrennen.

Der Eimer ist dann irgendwann eben voll.

Hat dann keine negativen Eigenschaften auf den Gegendruck, filtert aber auch nicht mehr viel.

Dem Gesetz wird es bei der Zulassung vermutlich genüge tun, sonst gäbe es sowas ja nicht.

An der Stelle irrst du. EU verordnung 715/2007 sagt:

Zitat:

Die von dem Hersteller ergriffenen technischen Maßnahmen müssen außerdem sicherstellen, dass die Auspuff- und Verdunstungsemissionen während der gesamten normalen Lebensdauer eines Fahrzeuges bei normalen Nutzungsbedingungen entsprechend dieser Verordnung wirkungsvoll begrenzt werden. Daher ist die Übereinstimmung in Betrieb befindlicher Fahrzeuge über einen Zeitraum von bis zu 5 Jahren oder 100 000 km zu kontrollieren; es gilt der Wert, der zuerst erreicht wird. Die Dauerhaltbarkeit emissionsmindernder Einrichtungen ist über eine Laufleistung von 160 000 km zu prüfen.

160.000 sollen emissionsmindernde Bauteile halten bzw. diese sind entsprechend als "Mindesthaltbarkeit" auszulegen.

Bei den nachgelagerten tippe ich, dass ein "ab und zu mal Gas" diesen ausreichend freibrennt. Zudem hast du bei jedem Lastwechsel von Vollgas auf Schubbetrieb einen hohen "Sauerstoffschub", der einen heißen kat "anzünden/freibrennen" kann. Der kühlt in der Luft zwar aus, aber eben nicht unendlich schnell. Vorteil ist halt, dass du keine Kompromisse bezüglich der anderen Funktionen des klassischen Dreiwege-Kats eingehen musst.

Übrigens stammen viele Partikel der Ottos aus dem Ölnebel/Blow By. Siehe https://journals.sagepub.com/doi/10.1177/1468087417706602 ... mitverbranntes Öl. Bessere Ölabscheider und nicht wie bisher meistens "Ventideckel" als "Labyrinthabscheider" und das "Problem" wird deutlich kleiner.

 

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