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15 Jahre mit dem 300 TD - Zwischenbilanz und ultimativer Daimler - Lobhudelthread

Mercedes E-Klasse W210
Themenstarteram 29. November 2012 um 17:57

Hallo , ihr Lieben !

Gestern ist mein Dicker 15 geworden - ein Grund zu feiern !

Als ich ihn das erste Mal in der Übergabehalle in SiFi zu Gesicht bekam , schaute er mich gleich treuherzig-erwartungsvoll aus seinen Glubschaugen an - ich spürte sofort : Der mag dich ! Die Einweisung ging sehr schnell vonstatten , alles war hier ähnlich übersichtlich wie bei meinem W124 300 E , der mir bis dato 11 1/2 Jahre die Treue gehalten hatte und den ich wahrscheinlich noch heute fahren würde , hätte nicht ein unverschuldeter Unfall uns auseinander gerissen .

Der Dicke begann auf unser Heimfahrt unverzüglich mit seiner Überzeugungs - und Erziehungsarbeit bei mir - wo zuvor der 300 E auf freien Autobahnstrecken mit Höchstdrehzahl auf Ferrari - Jagd war :cool:, murmelte der Dicke bei 160 gemütlich : Gemach , gemach ! Du kommst noch früh genug in's Grab ! Das leuchtete mir mit der Zeit ein und ich begann , den typischen Vorkammerdiesel - Fahrstil zu entwickeln , was mit 177 PS bei diesem Motor auch ging , ohne zum Verkehrshindernis zu werden - die Kraft kam einfach aus dem Keller ! Zunächst freute ich mich aber auch , dass der Dicke 2 l weniger als mein 300 E bei vergleichbaren Fahrleistungen verbrauchte - und dazu noch Diesel ! Irgendwie hatte ich gleich den Eindruck , daß mein Motor "unkaputtbar" ist , denn unter dieser Voraussetzung hatte ich mich für diese Motorisierung entschieden . Gleichzeitig sollte er 6-Zylinder - Fahrkomfort und ausreichende Leistung bei möglichst ökonomischem Verbrauch bieten - fast die Quadratur des Kreises , doch mein Dicker hat sich an die Vorgaben gehalten - Respekt !:)

Ich war und bin zwar ein eingeschworener Fan des 124ers , aber im Vergleich zum 210er musste ich bald erkennen : Alles , was der 124er gut kann , kann der 210er besser ! (Böse Zungen beziehen diesen Ausspruch gerne auf das Rostproblem , aber davon wusste ich damals noch gar nichts !) Platz , Federungskomfort , Sitze , Getriebe und Lenkung , dazu der tolle Motor - da kam der 124er nicht mehr mit !

Jetzt fahre ich ihn seit 15 Jahren im Alltag zu jeder Jahreszeit bei Wind und Wetter und bin noch jedesmal wieder begeistert , wenn ich ein - und aussteige . Wenn ich nicht mit ihm herumfahre , steht er meistens in einer solide gemauerten , großen , beheizten und belüfteten Garage , wo ihm keiner etwas tun kann (Stern klauen , verkratzen etc. )

Von vorneherein bekam er Mobil 1 0W-40 , zuletzt als 0W-40 Turbodiesel . Wartungsarbeiten und Reparaturen wurden in den ersten 10 Jahren ausschließlich bei einer Werksniederlassung durchgeführt , später auch gelegentlich bei einer freien Werkstatt eines erfahrenen Mercedes - Meisters . Auch dort wurden stets Mercedes - Originalteile verbaut.

Aktuell ist er in diesem Monat mängelfrei durch den Tüv gekommen . Der einzige Rost befindet sich am Differential und an den unteren Dichtungsgummis der Vordertüren (mit Mike Sanders geflutet ) . selbst die üblichen verdeckten Verdächtigen , wie der Bereich der Lüftungsgitter unter der Heckstoßstange oder unter dem UBS der Federaufnahmen sind rostfrei . Alles ist konserviert .

Technisch funktioniert alles - der Wagen ist sogar sauber !:D Naja , muß ja auch nicht restauriert werden !;)

Was für Aufwendungen hatte ich nun im einzelnen ? Anbei eine vollständige Liste der Reparaturen mit gerundeten Zeitpunkten und Km - Ständen :

1. Motor

4/98 11 770 km Schelle einer Kraftstoffleitung

1/02 105 000 km 6 neue Glühkerzen

10/02 127 000 km Keilrippenriemen

4/04 168 000 km Einspritzdruckleitung und Einspritzpumpenventil

10/05 212 000 km Stoßdämpfer des Keilriemenspanners

11/05 215 000 km Riemenscheibe für Generator

2/06 219 000 km sämtliche Kraftstoffleitungen , Kraftstofffilter und - Vorfilter

6/06 233 000 km Auspuffendtopf

11/06 242 000 km Wasserpumpe und Kühlmittelleitung ,Dichtungen Einspritzpumpe , Motorlager

3/07 250 000 km 6 neue Glühkerzen

5/07 261 000 km Luftfilter , Kraftstofffilter , Keilriemen

4/10 291 000 km 6 neue Glühkerzen , dabei 2 abgerissen , deshalb ZK abgebaut , plangeschliffen ,

neue ZKD , Ventile eingeschliffen und Ventilschaftabdichtungen erneuert (nur weil der

Kopf nach dieser Laufleistung eh' schon abgebaut war )

Ölkühleraufhängung , Keilriemen , el. Stecker des Temperaturgebers für die

Motorkühlung

4/11 322 000 km Mischgehäuse der Ladeluftkühlung , Luftfilter , Kraftstoff - Vor - und Hauptfilter

Saugrohr der Einspritzpumpe gereinigt

Das war's am Motor , eigentlich nur Kleinigkeiten und Verschleißteile , bis auf die abgebrochenen Glühkerzen - aber dafür kann ja der Motor nichts !

Im unveränderten Original - Auslieferungszustand befinden sich : LiMa , Kühler , LMM , Turbolader , Kat , sämtliche elektron. Steuergeräte , Anlasser sowie sonst alles , was nicht extra erwähnt worden ist .

Aktueller Km - Stand : 339 000

2. Getriebe

Das Getriebe befindet sich im nicht - reparierten Originalzustand und schaltet butterweich , wie am 1. Tag.

3/10 wurde erstmals eine Getriebeölspülung nach T. E . bei 289 000 km durchgeführt , auf

Forumsempfehlungen hin . Das Getriebe war asymptomatisch . Seither 50 000 km

problemlose Fahrt .

Fazit : Das Auto ist einfach super ! Ein Ausbund an Zuverlässigkeit und Haltbarkeit !

2. Teil mit dem Karosserie - Kapitel und der Werkstatt - Bewertung

3. Antriebsstrang der Kraftübertragung

Kardanwelle , Lager , Hardyscheiben und Differential sind alle noch im originalen

Auslieferungszustand .:)

3/10 289 000 km Differentialöl gewechselt

Der Wechsel ist zwar in den Wartungsrichtlinien nicht vorgeschrieben , ich empfehle ihn aber dennoch parallel

zur Getriebeölspülung , da natürlich auch das Differentialöl altert ! Der Wechsel war rein prophylaktisch vorgenommen worden , Geräusche waren zuvor nicht aufgetreten .

4. Achsen und Radaufhängungen

1/03 135 000 km Querlenker vorne re

7/04 175 000 km Spurstangen und - Köpfe bds

10/05 212 000 km Gummilager der Vorderachse

6/05 215 000 km Hinterachsträger entrostet , lackiert und konserviert (Kulanz nach fast 8 Jahren)

1/07 247 000 km Gummilager der Hinterachse

4/10 291 000 km Hülsengelenke der HA , mehrere rostige Muttern an der HA ersetzt

vorderer Querträger des Integralträgers ersetzt und konserviert

Rost am hinteren Achsträger beseitigt und konserviert

(Rost - Teilkulanz nach 12 1/2 Jahren durch die NL !):)

3/12 322 000 km 2 Federspeicher hinten , 2 Stoßdämpfer vorne , alle 4 Federn (waren

angerostet , nicht gebrochen )

5/12 325 000 km Hinterachse ausgebaut , entrostet und konserviert

 

5. Bremsen

12/99 64 000 km Bremsklötze vorne

9/02 127 000 km Bremsklötze vorne und hinten , Bremsscheiben vorne und hinten

Bremsschläuche hinten

10/05 212 000 km Bremsklötze vorne und hinten

7/09 281 000 km Hauptbremszylinder

3/10 289 000 km Bremslichtschalter

4/10 291 000 km verrostete Bremsleitungsbefestigungsschellen erneuert

05/12 325 000 km sämtliche Brems - und Hydraulikleitungen erneuert

Meine aktuellen Bremsklötze halten jetzt 127 000 km , die Scheiben sogar 212 000 km .:):eek: Die Bremsen wurden in diesem Monat im Rahmen einer großen Inspektion sowie durch den TÜV überprüft . Die Scheiben

sind glatt , ohne Riefen oder Risse . Rost findet sich lediglich an der Kantendicke . Nach Meinung meines Meisters halten die Bremsen mindestens noch 20 000 km . Eine vorausschauende und schonende Fahrweise

zahlt sich eben aus ! Ich konnte durch Änderung meines Fahrstils die Laufleistung und Lebensdauer meiner Bremsen praktisch verdoppeln !:)

6.Elektrische Anlage

4/03 139 000 km Birnen der Instrumentenbeleuchtung erneuert

10/05 212 000 km Birnen der Innenraumbeleuchtung hinten und der Luftdüsen erneuert

9/06 238 000 km Birnen der Instrumentenbeleuchtung erneuert

11/12 338 000 km Birnen der Luftdüsen erneuert

11/12 339 000 km Lampeneinsatz der Heckklappe bds. erneuert

Schalter am elektron.Wählhebelmodul für R - Licht erneuert

Ansonsten wurden insgesamt in 15 Jahren 18 Birnen der Außenbeleuchtung erneuert , die nicht extra aufgeführt sind , bei der bekannten Neigung zu Spannungsspitzen beim Vormopf ein akzeptables Ergebnis .

3/05 191 000 km Batterie

11/12 339 000 km Batterie

Die Batterien (Mercedes) hielten jeweils 7 1/2 Jahre und wurden dann prophylaktisch getauscht , ohne dass sie zuvor Probleme gemacht hätten .

Die Streuscheiben der Scheinwerfer sind klar und nicht vergilbt , weder Ersatz noch Politur waren bisher erforderlich . Eine Scheinwerfer - Waschanlage habe ich nicht .

Alle elektr. Steuergeräte sind im Auslieferungszustand .

9/05 207 000 km Fensterheber hi li erneuert

Sonst keinerlei Störungen an der elektr. Anlage .:)

7. Räder und Reifen

Ich fahre stets die neuesten Conti - Reifen , im Sommer wie im Winter , auf 16" Alufelgen (damaliges Avantgarde - Design) im Sommer und auf Stahlfelgen im Winter . Die Felgen gehören auch zur Erstausstattung und sind noch in Ordnung .

Insgesamt habe ich bisher 21 Reifen verbraucht , davon 3 vorzeitig gewechselt ( 1 x beschädigt , 2x schief

abgefahren durch falsche Spur ) . Aktuell fahre ich im vorigen Herbst gekaufte Winterreifen mit 6-7 mm Profiltiefe ; die eingelagerten SR aus diesem Frühjahr haben.noch 6 mm .

Mit den Reifen bin ich sehr zufrieden , meine neuen C. premium Contact 5 haben mir erst im Sommer durch ihren kurzen Bremsweg einen schweren Unfall erspart .

Meine Gesamtlaufstrecke beträgt jetzt > 339 000 km .

8. Karosserie

9/98 24 000 km re Vordertürfenster (eingeschlagen , um Handy zu klauen)

9/99 53 000 km Scheinwerferglas vorne li

2/02 108 000 km Radio

8/02 122 000 km Windschutzscheibe

6/04 173 000 km neuer Fahrersitzschonbezug

6/05 201 000 km Hecktür entrostet und lackiert (Kulanz)

Vordertüren entrostet (Kulanz)

Beide Hintertüren erneuert und lackiert (Kulanz)

Längsträger li entrostet und lackiert (Kulanz)

10/05 212 000 km Stoßfänger hi

6/06 233 000 km Außenspiegel re

9/06 239 000 km Stoßfänger vo instandgesetzt und lackiert

7/07 261 000 km erneut aufgetretene Korrosion beider Fensterrahmen beseitigt und lackiert

(siehe 6/05 , Kulanz)

8/07 261 000 km Längsträger re entrostet und lackiert (Kulanz)

12/09 288 000 km Rost re hinterer Radlauf nach kl . Parkrempler beseitigt und lackiert

4/11 302 000 km Türschloß vo re

4/12 322 ooo km Unterboden Trockeneis - gestrahlt , MS - Behandlung Unterboden und Türen

sowie Heckklappe

5/12 324 000 km re Vorderkotflügel erneuert (Korrosion durch lockeren Schmutzfänger,der am Lack gescheuert hatte) , Korrosion am Fensterrahmen der Heckklappe beseitigt (neues Blech) und lackiert

 

DAS WAR ALLES !

Nicht enthalten sind in dieser Aufstellung nur Kleinigkeiten wie Scheibenwischergummis , alle Betriebsflüssigkeiten , die nach Vorschrift gewechselt wurden und Filter aller Art .

 

9. Werkstätten

Die ersten 10 Jahre wurde der Dicke ausschließlich in einer Werksniederlassung gewartet und repariert , später wurde gelegentlich die Hilfe einer freien Werkstatt in Anspruch genommen , wenn keine speziellen

Anforderungen vorlagen , z. B . beim Tausch der Brems - und Hydraulikleitungen .

Im ersten Jahr gab es mit meinem Dicken zwei haarsträubende Ereignisse , die aber untypisch sind und deshalb von mir auch nicht veröffentlicht werden . Dadurch lernte ich den Niederlassungsleiter , den leitenden

Diplom - Ingenieur und den Werkstattleiter persönlich kennen . Anschließend gab es keine Probleme mehr .

Auch die jeweiligen Ressort - Meister (Motor , Karosserie) kenne ich gut und tausche mich gerne mit ihnen aus (über Gott und die Welt ) . Sie sorgen dafür , daß der Dicke in die richtigen Hände kommt und nicht zum Versuchs - und Bastelobjekt des jüngsten Lehrlings wird .

Wenn ich mich bei den stets hilfsbereiten . netten und adretten Empfangsdamen gemeldet habe , die ich natürlich auch sämtlich namentlich kenne , gehe ich erst mal Kaffee trinken und bespreche mein Anliegen mit meinem entsprechenden Meister . Wenn der Dicke dann in der Werkstatt verschwunden ist , mache ich mich nach einer guten halben Stunde auf die Suche nach ihm . Er soll nicht das Gefühl bekommen , allein und hilflos fremden Zudringlichkeiten ausgesetzt zu sein . Die Zeit braucht man halt , um Verkleidungen erst abzubauen , Diagnosegeräte einzusetzen etc . Ich treffe ihn dann in der Obhut eines freundlichen , erfahrenen Gesellen wieder , der mir bereitwllig zeigt , was der Dicke selbst vor mir glaubte , verbergen zu können . Den Kontakt zu den Mechanikern finde ich besonders wichtig und konnte auf diese Weise viel lernen , was ich als ehemaliger Mechanikerlehrling längst vergessen hatte oder gar nicht kannte .Ich gebe dann mein Plazet zu den erforderlichen Maßnahmen , warte entweder bei einem neuen Kaffee weiter , bis alles fertig ist und der Dicke mich frischgewaschen anstrahlt oder lasse mich nach Hause fahren , falls es länger dauern sollte.

Das klappt alles hervorragend , der Service ist Spitze , aber manchmal nicht ganz billig , aber das weiß man ja von netten Mädchen zumindest aus der Literatur ja auch !:D:cool:;)

Die freie Werkstatt ist das totale Kontrastprogramm . Sie hat den Charakter einer Dorfschmiede ohne den geringsten Komfort , es gibt noch nicht einmal einen Besucherstuhl, bevölkert von wortkargen , brummigen Gesellen . die irgendwie im Dreck herumstochern . Die "Gesellen" sind jedoch alle erfahrene Meister , die noch reparieren und nicht nur austauschen können - haben auch schon mehrere /8 von Grund auf restauriert , daß man dachte , vor einem Neuwagen zu stehen . Bei diesen Leuten hat der Dicke mit seinen eher seltenen

Neigungen , mir Rätsel über sein Wohlbefinden aufzugeben , erst recht keine Chance . Ein scharfer Blick , ein beherzter Griff - und der Dicke gibt dem Meister sämtliche Geheimnisse preis , die er vor mir noch erfolgreich bewahren kann !:cool:

Und dazu gibt's das Ganze noch besonders preiswert ! Auch hier lasse ich natürlich original Mercedes - Teile

verbauen .

Also : Der Service für den Dicken ist Spitze !

 

Epilog

Mein Dicker ist ein echter Mercedes , qualitativ hochwertig , nichts knarzt innen , nichts poltert außen ! Er ist

zuverlässig , kennt das Wort "Notlauf" noch nicht einmal vom Hörensagen und ist immer einsatzbereit . Dazu

ist er sehr langlebig und robust . Natürlich hat er alle Vorzüge seiner Baureihe , einige Nachteile gehen ihm aber fast völlig ab . Zwar ist "Rost " kein Fremdwort für ihn , das hielt sich aber in Grenzen und wurde vom Mercedes - Service zu meiner vollsten Zufriedenheit sehr kulant gelöst . Die Mechanik und Elektrik wiesen bei mir keinerlei besondere Schwächen auf , sondern waren sehr ausgereift und langlebig .Im Gegenteil kenne ich kein Auto , das eine ähnliche Laufleistung und ein ähnliches Alter so problemlos erreicht hat .

Wenn ein Auto den Oldtimer - Status verdient hat , dann dieses ! Und an meiner mangelnden Mitwirkung

soll es nicht scheitern !:);)

Auch meinen Werkstätten mit ihren ganz unterschiedlichen Charakteren kann ich nur ein großes Lob aussprechen !

Ist das nun der angekündigte ultimative Daimler - Lobhudelfred oder habe ich zu viel versprochen ?:cool:

Beste Antwort im Thema
Themenstarteram 29. November 2012 um 17:57

Hallo , ihr Lieben !

Gestern ist mein Dicker 15 geworden - ein Grund zu feiern !

Als ich ihn das erste Mal in der Übergabehalle in SiFi zu Gesicht bekam , schaute er mich gleich treuherzig-erwartungsvoll aus seinen Glubschaugen an - ich spürte sofort : Der mag dich ! Die Einweisung ging sehr schnell vonstatten , alles war hier ähnlich übersichtlich wie bei meinem W124 300 E , der mir bis dato 11 1/2 Jahre die Treue gehalten hatte und den ich wahrscheinlich noch heute fahren würde , hätte nicht ein unverschuldeter Unfall uns auseinander gerissen .

Der Dicke begann auf unser Heimfahrt unverzüglich mit seiner Überzeugungs - und Erziehungsarbeit bei mir - wo zuvor der 300 E auf freien Autobahnstrecken mit Höchstdrehzahl auf Ferrari - Jagd war :cool:, murmelte der Dicke bei 160 gemütlich : Gemach , gemach ! Du kommst noch früh genug in's Grab ! Das leuchtete mir mit der Zeit ein und ich begann , den typischen Vorkammerdiesel - Fahrstil zu entwickeln , was mit 177 PS bei diesem Motor auch ging , ohne zum Verkehrshindernis zu werden - die Kraft kam einfach aus dem Keller ! Zunächst freute ich mich aber auch , dass der Dicke 2 l weniger als mein 300 E bei vergleichbaren Fahrleistungen verbrauchte - und dazu noch Diesel ! Irgendwie hatte ich gleich den Eindruck , daß mein Motor "unkaputtbar" ist , denn unter dieser Voraussetzung hatte ich mich für diese Motorisierung entschieden . Gleichzeitig sollte er 6-Zylinder - Fahrkomfort und ausreichende Leistung bei möglichst ökonomischem Verbrauch bieten - fast die Quadratur des Kreises , doch mein Dicker hat sich an die Vorgaben gehalten - Respekt !:)

Ich war und bin zwar ein eingeschworener Fan des 124ers , aber im Vergleich zum 210er musste ich bald erkennen : Alles , was der 124er gut kann , kann der 210er besser ! (Böse Zungen beziehen diesen Ausspruch gerne auf das Rostproblem , aber davon wusste ich damals noch gar nichts !) Platz , Federungskomfort , Sitze , Getriebe und Lenkung , dazu der tolle Motor - da kam der 124er nicht mehr mit !

Jetzt fahre ich ihn seit 15 Jahren im Alltag zu jeder Jahreszeit bei Wind und Wetter und bin noch jedesmal wieder begeistert , wenn ich ein - und aussteige . Wenn ich nicht mit ihm herumfahre , steht er meistens in einer solide gemauerten , großen , beheizten und belüfteten Garage , wo ihm keiner etwas tun kann (Stern klauen , verkratzen etc. )

Von vorneherein bekam er Mobil 1 0W-40 , zuletzt als 0W-40 Turbodiesel . Wartungsarbeiten und Reparaturen wurden in den ersten 10 Jahren ausschließlich bei einer Werksniederlassung durchgeführt , später auch gelegentlich bei einer freien Werkstatt eines erfahrenen Mercedes - Meisters . Auch dort wurden stets Mercedes - Originalteile verbaut.

Aktuell ist er in diesem Monat mängelfrei durch den Tüv gekommen . Der einzige Rost befindet sich am Differential und an den unteren Dichtungsgummis der Vordertüren (mit Mike Sanders geflutet ) . selbst die üblichen verdeckten Verdächtigen , wie der Bereich der Lüftungsgitter unter der Heckstoßstange oder unter dem UBS der Federaufnahmen sind rostfrei . Alles ist konserviert .

Technisch funktioniert alles - der Wagen ist sogar sauber !:D Naja , muß ja auch nicht restauriert werden !;)

Was für Aufwendungen hatte ich nun im einzelnen ? Anbei eine vollständige Liste der Reparaturen mit gerundeten Zeitpunkten und Km - Ständen :

1. Motor

4/98 11 770 km Schelle einer Kraftstoffleitung

1/02 105 000 km 6 neue Glühkerzen

10/02 127 000 km Keilrippenriemen

4/04 168 000 km Einspritzdruckleitung und Einspritzpumpenventil

10/05 212 000 km Stoßdämpfer des Keilriemenspanners

11/05 215 000 km Riemenscheibe für Generator

2/06 219 000 km sämtliche Kraftstoffleitungen , Kraftstofffilter und - Vorfilter

6/06 233 000 km Auspuffendtopf

11/06 242 000 km Wasserpumpe und Kühlmittelleitung ,Dichtungen Einspritzpumpe , Motorlager

3/07 250 000 km 6 neue Glühkerzen

5/07 261 000 km Luftfilter , Kraftstofffilter , Keilriemen

4/10 291 000 km 6 neue Glühkerzen , dabei 2 abgerissen , deshalb ZK abgebaut , plangeschliffen ,

neue ZKD , Ventile eingeschliffen und Ventilschaftabdichtungen erneuert (nur weil der

Kopf nach dieser Laufleistung eh' schon abgebaut war )

Ölkühleraufhängung , Keilriemen , el. Stecker des Temperaturgebers für die

Motorkühlung

4/11 322 000 km Mischgehäuse der Ladeluftkühlung , Luftfilter , Kraftstoff - Vor - und Hauptfilter

Saugrohr der Einspritzpumpe gereinigt

Das war's am Motor , eigentlich nur Kleinigkeiten und Verschleißteile , bis auf die abgebrochenen Glühkerzen - aber dafür kann ja der Motor nichts !

Im unveränderten Original - Auslieferungszustand befinden sich : LiMa , Kühler , LMM , Turbolader , Kat , sämtliche elektron. Steuergeräte , Anlasser sowie sonst alles , was nicht extra erwähnt worden ist .

Aktueller Km - Stand : 339 000

2. Getriebe

Das Getriebe befindet sich im nicht - reparierten Originalzustand und schaltet butterweich , wie am 1. Tag.

3/10 wurde erstmals eine Getriebeölspülung nach T. E . bei 289 000 km durchgeführt , auf

Forumsempfehlungen hin . Das Getriebe war asymptomatisch . Seither 50 000 km

problemlose Fahrt .

Fazit : Das Auto ist einfach super ! Ein Ausbund an Zuverlässigkeit und Haltbarkeit !

2. Teil mit dem Karosserie - Kapitel und der Werkstatt - Bewertung

3. Antriebsstrang der Kraftübertragung

Kardanwelle , Lager , Hardyscheiben und Differential sind alle noch im originalen

Auslieferungszustand .:)

3/10 289 000 km Differentialöl gewechselt

Der Wechsel ist zwar in den Wartungsrichtlinien nicht vorgeschrieben , ich empfehle ihn aber dennoch parallel

zur Getriebeölspülung , da natürlich auch das Differentialöl altert ! Der Wechsel war rein prophylaktisch vorgenommen worden , Geräusche waren zuvor nicht aufgetreten .

4. Achsen und Radaufhängungen

1/03 135 000 km Querlenker vorne re

7/04 175 000 km Spurstangen und - Köpfe bds

10/05 212 000 km Gummilager der Vorderachse

6/05 215 000 km Hinterachsträger entrostet , lackiert und konserviert (Kulanz nach fast 8 Jahren)

1/07 247 000 km Gummilager der Hinterachse

4/10 291 000 km Hülsengelenke der HA , mehrere rostige Muttern an der HA ersetzt

vorderer Querträger des Integralträgers ersetzt und konserviert

Rost am hinteren Achsträger beseitigt und konserviert

(Rost - Teilkulanz nach 12 1/2 Jahren durch die NL !):)

3/12 322 000 km 2 Federspeicher hinten , 2 Stoßdämpfer vorne , alle 4 Federn (waren

angerostet , nicht gebrochen )

5/12 325 000 km Hinterachse ausgebaut , entrostet und konserviert

 

5. Bremsen

12/99 64 000 km Bremsklötze vorne

9/02 127 000 km Bremsklötze vorne und hinten , Bremsscheiben vorne und hinten

Bremsschläuche hinten

10/05 212 000 km Bremsklötze vorne und hinten

7/09 281 000 km Hauptbremszylinder

3/10 289 000 km Bremslichtschalter

4/10 291 000 km verrostete Bremsleitungsbefestigungsschellen erneuert

05/12 325 000 km sämtliche Brems - und Hydraulikleitungen erneuert

Meine aktuellen Bremsklötze halten jetzt 127 000 km , die Scheiben sogar 212 000 km .:):eek: Die Bremsen wurden in diesem Monat im Rahmen einer großen Inspektion sowie durch den TÜV überprüft . Die Scheiben

sind glatt , ohne Riefen oder Risse . Rost findet sich lediglich an der Kantendicke . Nach Meinung meines Meisters halten die Bremsen mindestens noch 20 000 km . Eine vorausschauende und schonende Fahrweise

zahlt sich eben aus ! Ich konnte durch Änderung meines Fahrstils die Laufleistung und Lebensdauer meiner Bremsen praktisch verdoppeln !:)

6.Elektrische Anlage

4/03 139 000 km Birnen der Instrumentenbeleuchtung erneuert

10/05 212 000 km Birnen der Innenraumbeleuchtung hinten und der Luftdüsen erneuert

9/06 238 000 km Birnen der Instrumentenbeleuchtung erneuert

11/12 338 000 km Birnen der Luftdüsen erneuert

11/12 339 000 km Lampeneinsatz der Heckklappe bds. erneuert

Schalter am elektron.Wählhebelmodul für R - Licht erneuert

Ansonsten wurden insgesamt in 15 Jahren 18 Birnen der Außenbeleuchtung erneuert , die nicht extra aufgeführt sind , bei der bekannten Neigung zu Spannungsspitzen beim Vormopf ein akzeptables Ergebnis .

3/05 191 000 km Batterie

11/12 339 000 km Batterie

Die Batterien (Mercedes) hielten jeweils 7 1/2 Jahre und wurden dann prophylaktisch getauscht , ohne dass sie zuvor Probleme gemacht hätten .

Die Streuscheiben der Scheinwerfer sind klar und nicht vergilbt , weder Ersatz noch Politur waren bisher erforderlich . Eine Scheinwerfer - Waschanlage habe ich nicht .

Alle elektr. Steuergeräte sind im Auslieferungszustand .

9/05 207 000 km Fensterheber hi li erneuert

Sonst keinerlei Störungen an der elektr. Anlage .:)

7. Räder und Reifen

Ich fahre stets die neuesten Conti - Reifen , im Sommer wie im Winter , auf 16" Alufelgen (damaliges Avantgarde - Design) im Sommer und auf Stahlfelgen im Winter . Die Felgen gehören auch zur Erstausstattung und sind noch in Ordnung .

Insgesamt habe ich bisher 21 Reifen verbraucht , davon 3 vorzeitig gewechselt ( 1 x beschädigt , 2x schief

abgefahren durch falsche Spur ) . Aktuell fahre ich im vorigen Herbst gekaufte Winterreifen mit 6-7 mm Profiltiefe ; die eingelagerten SR aus diesem Frühjahr haben.noch 6 mm .

Mit den Reifen bin ich sehr zufrieden , meine neuen C. premium Contact 5 haben mir erst im Sommer durch ihren kurzen Bremsweg einen schweren Unfall erspart .

Meine Gesamtlaufstrecke beträgt jetzt > 339 000 km .

8. Karosserie

9/98 24 000 km re Vordertürfenster (eingeschlagen , um Handy zu klauen)

9/99 53 000 km Scheinwerferglas vorne li

2/02 108 000 km Radio

8/02 122 000 km Windschutzscheibe

6/04 173 000 km neuer Fahrersitzschonbezug

6/05 201 000 km Hecktür entrostet und lackiert (Kulanz)

Vordertüren entrostet (Kulanz)

Beide Hintertüren erneuert und lackiert (Kulanz)

Längsträger li entrostet und lackiert (Kulanz)

10/05 212 000 km Stoßfänger hi

6/06 233 000 km Außenspiegel re

9/06 239 000 km Stoßfänger vo instandgesetzt und lackiert

7/07 261 000 km erneut aufgetretene Korrosion beider Fensterrahmen beseitigt und lackiert

(siehe 6/05 , Kulanz)

8/07 261 000 km Längsträger re entrostet und lackiert (Kulanz)

12/09 288 000 km Rost re hinterer Radlauf nach kl . Parkrempler beseitigt und lackiert

4/11 302 000 km Türschloß vo re

4/12 322 ooo km Unterboden Trockeneis - gestrahlt , MS - Behandlung Unterboden und Türen

sowie Heckklappe

5/12 324 000 km re Vorderkotflügel erneuert (Korrosion durch lockeren Schmutzfänger,der am Lack gescheuert hatte) , Korrosion am Fensterrahmen der Heckklappe beseitigt (neues Blech) und lackiert

 

DAS WAR ALLES !

Nicht enthalten sind in dieser Aufstellung nur Kleinigkeiten wie Scheibenwischergummis , alle Betriebsflüssigkeiten , die nach Vorschrift gewechselt wurden und Filter aller Art .

 

9. Werkstätten

Die ersten 10 Jahre wurde der Dicke ausschließlich in einer Werksniederlassung gewartet und repariert , später wurde gelegentlich die Hilfe einer freien Werkstatt in Anspruch genommen , wenn keine speziellen

Anforderungen vorlagen , z. B . beim Tausch der Brems - und Hydraulikleitungen .

Im ersten Jahr gab es mit meinem Dicken zwei haarsträubende Ereignisse , die aber untypisch sind und deshalb von mir auch nicht veröffentlicht werden . Dadurch lernte ich den Niederlassungsleiter , den leitenden

Diplom - Ingenieur und den Werkstattleiter persönlich kennen . Anschließend gab es keine Probleme mehr .

Auch die jeweiligen Ressort - Meister (Motor , Karosserie) kenne ich gut und tausche mich gerne mit ihnen aus (über Gott und die Welt ) . Sie sorgen dafür , daß der Dicke in die richtigen Hände kommt und nicht zum Versuchs - und Bastelobjekt des jüngsten Lehrlings wird .

Wenn ich mich bei den stets hilfsbereiten . netten und adretten Empfangsdamen gemeldet habe , die ich natürlich auch sämtlich namentlich kenne , gehe ich erst mal Kaffee trinken und bespreche mein Anliegen mit meinem entsprechenden Meister . Wenn der Dicke dann in der Werkstatt verschwunden ist , mache ich mich nach einer guten halben Stunde auf die Suche nach ihm . Er soll nicht das Gefühl bekommen , allein und hilflos fremden Zudringlichkeiten ausgesetzt zu sein . Die Zeit braucht man halt , um Verkleidungen erst abzubauen , Diagnosegeräte einzusetzen etc . Ich treffe ihn dann in der Obhut eines freundlichen , erfahrenen Gesellen wieder , der mir bereitwllig zeigt , was der Dicke selbst vor mir glaubte , verbergen zu können . Den Kontakt zu den Mechanikern finde ich besonders wichtig und konnte auf diese Weise viel lernen , was ich als ehemaliger Mechanikerlehrling längst vergessen hatte oder gar nicht kannte .Ich gebe dann mein Plazet zu den erforderlichen Maßnahmen , warte entweder bei einem neuen Kaffee weiter , bis alles fertig ist und der Dicke mich frischgewaschen anstrahlt oder lasse mich nach Hause fahren , falls es länger dauern sollte.

Das klappt alles hervorragend , der Service ist Spitze , aber manchmal nicht ganz billig , aber das weiß man ja von netten Mädchen zumindest aus der Literatur ja auch !:D:cool:;)

Die freie Werkstatt ist das totale Kontrastprogramm . Sie hat den Charakter einer Dorfschmiede ohne den geringsten Komfort , es gibt noch nicht einmal einen Besucherstuhl, bevölkert von wortkargen , brummigen Gesellen . die irgendwie im Dreck herumstochern . Die "Gesellen" sind jedoch alle erfahrene Meister , die noch reparieren und nicht nur austauschen können - haben auch schon mehrere /8 von Grund auf restauriert , daß man dachte , vor einem Neuwagen zu stehen . Bei diesen Leuten hat der Dicke mit seinen eher seltenen

Neigungen , mir Rätsel über sein Wohlbefinden aufzugeben , erst recht keine Chance . Ein scharfer Blick , ein beherzter Griff - und der Dicke gibt dem Meister sämtliche Geheimnisse preis , die er vor mir noch erfolgreich bewahren kann !:cool:

Und dazu gibt's das Ganze noch besonders preiswert ! Auch hier lasse ich natürlich original Mercedes - Teile

verbauen .

Also : Der Service für den Dicken ist Spitze !

 

Epilog

Mein Dicker ist ein echter Mercedes , qualitativ hochwertig , nichts knarzt innen , nichts poltert außen ! Er ist

zuverlässig , kennt das Wort "Notlauf" noch nicht einmal vom Hörensagen und ist immer einsatzbereit . Dazu

ist er sehr langlebig und robust . Natürlich hat er alle Vorzüge seiner Baureihe , einige Nachteile gehen ihm aber fast völlig ab . Zwar ist "Rost " kein Fremdwort für ihn , das hielt sich aber in Grenzen und wurde vom Mercedes - Service zu meiner vollsten Zufriedenheit sehr kulant gelöst . Die Mechanik und Elektrik wiesen bei mir keinerlei besondere Schwächen auf , sondern waren sehr ausgereift und langlebig .Im Gegenteil kenne ich kein Auto , das eine ähnliche Laufleistung und ein ähnliches Alter so problemlos erreicht hat .

Wenn ein Auto den Oldtimer - Status verdient hat , dann dieses ! Und an meiner mangelnden Mitwirkung

soll es nicht scheitern !:);)

Auch meinen Werkstätten mit ihren ganz unterschiedlichen Charakteren kann ich nur ein großes Lob aussprechen !

Ist das nun der angekündigte ultimative Daimler - Lobhudelfred oder habe ich zu viel versprochen ?:cool:

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Zitat:

@El Sibiriu schrieb am 24. Februar 2019 um 08:16:40 Uhr:

...

Wenn man das nicht weiß und nicht kann,... reagiert man auf Probleme panisch;

...

Weder Panik noch Histerie oder Gejammer haben jemals ein Auto repariert.

Je nachdem wie man finanziell gepolstert ist kann ein Defekt ein großes oder kleines, - jedoch immer lösbares, Problem sein.

 

Eine Reparatur oder ein ungeplanter Fahrzeugwechsel sollte keine melancholische Gemütsdelle hinterlassen, auch nicht wenn es wie in meinem Fall, schon mehrmals ein Benz war der in Richtung Hochofen gehen musste.

Ein Auto ist nur ein Auto und wenn es kaputt ist, bedeutet dies nicht automatisch das Ende der Existenz.

Gefühlsduselei gegenüber einem (Gebrauchs-)Gegenstand ist für mich verschwendete Lebenskraft. Ich jedenfalls lass mich von so einem austauschbaren Graffelwerk nicht runterziehen. :p;)

Zitat:

@El Sibiriu schrieb am 24. Februar 2019 um 08:16:40 Uhr:

... würde ergänzen: DSD hat die Gelassenheit und Ruhe, Störgeräusche als ebensolche wahrzunehmen ... ich glaube, dass eine gewisse entspannte Geisteshaltung und Langfristdenken einer glücklichen Beziehung ... zuträglich sind.

Das nennt man Altersmilde!!! ;) :D :D :D

Ich spür sie langsam auch schon in den Knochen. :cool:

Dazu kommt, dass nicht jeder auf dieselben Probleme vergleichbar regiert. Austriabenz pflegt ja einen eher toleranten Umgang mit der braunen Pest, ich bin da hochallergisch. Mechanische Defekte werfen mich zB nicht wirklich aus der Bahn, da bin ich beim Zahlen recht leidensfähig. Aber alles an Blech und Lack ist mir zuwider.

Genau so geht es mir auch, also mit der braunen Pest. Deshalb kommt nächstes Jahr einer der nicht mehr so gammelt....wobei..ich hab ja noch Glück, es hält sich noch in Grenzen bei meinem.

Themenstarteram 24. Februar 2019 um 11:55

Zitat:

@austriabenz schrieb am 24. Februar 2019 um 07:44:27 Uhr:

Zitat:

@Austro-Diesel schrieb am 23. Februar 2019 um 23:09:48 Uhr:

Nicht die Waschlösung sondern das Waschen an sich beschleunigt das Rosten ... ;)

......

Nimm doch Pril, die Werbung verspricht Reinigung und Pflege in einem Waschgang. :rolleyes::D

Guter Tipp, ich mache das auch, bisher allerdings lediglich manchmal im Innenraum!:) Außen muss ich nehmen, wie's kommt - ob die Waschanlagen - Fuzzies dem Wasser Pril oder irgend etwas anderes zusetzen, weiß ich nicht.;)

Themenstarteram 24. Februar 2019 um 12:19

Zitat:

@El Sibiriu schrieb am 24. Februar 2019 um 08:16:40 Uhr:

Zitat:

@Austro-Diesel schrieb am 23. Februar 2019 um 23:09:48 Uhr:

 

Muss nebenbei einräumen, dass dickschiffdiesels 300TD inzwischen wirklich eine beeindruckende Geschichte vorzuweisen hat -- war offenbar ein guter Griff und kam in kundige Hände.

Guten Morgen A-D,

das stimmt sicher. Ich würde ergänzen: DSD hat die Gelassenheit und Ruhe, Störgeräusche als ebensolche wahrzunehmen und ein Problem in der Werkstatt einfach reparieren zu lassen, statt von wirtschaftlichem Totalschaden etc. zu fantasieren und Panikaktionen zu schieben. Dazu gehört auch eine gewisse Selbstsicherheit: Man muss wissen, dass man, wenn eine Reparatur nicht wirkt oder Folgeschäden auftreten, nicht finanziell ruiniert ist, sondern man jederzeit die Möglichkeit hat, ins Geschäft zu gehen und sich eben ein anderes Auto zu kaufen. Wenn man das weiß, dann lässt man sein Auto a, ,uch vernünftig reparieren. Wenn man das nicht weiß und nicht kann, weil der Handyvertrag und die Finanzierung des Autos zusammen 50% des Nettoeinkommens binden, reagiert man auf Probleme panisch; jeder Mucks, den das Auto macht, ruft dann große Zweifel und Gedanken an Verkauf hervor.

Vielleicht übertreibe ich, aber ich glaube, dass eine gewisse entspannte Geisteshaltung und Langfristdenken einer glücklichen Beziehung (vermutlich nicht nur zum Auto) zuträglich sind. Und: ja, ein bisschen Glück gehört wohl auch dazu, denn das Auto scheint tatsächlich eines der besseren zu sein. Ohne den richtigen Besitzer wäre aber auch dieser 210er schon x-fach verkauft worden.

Viele Grüße

ES

Lieber ES, das hast du schön formuliert!;) Das mit der jederzeitigen Möglichkeit, "in's Geschäft zu gehen und sich eben ein anderes Auto zu kaufen" , hat nur einen Haken: Ich wüsste gar nicht, was für ein Auto ich als Ersatz für meinen Dicken kaufen sollte! :eek::rolleyes: Das Problem dürfte dir bekannt sein, wenn du es mit den Augen des Privatkäufers betrachtest.Bei meinem Yeti war das klar definiert: Ein praktisches , übersichtliches Stadtauto als Benziner sollte es sein, in dem man gut sitzt und bequem ein - und aussteigen kann. Außerdem sollte es ein ausgereiftes Auto mit ausreichender Garantie sein. Ansprüche an einen Reisewagen mit großem Kofferraum hatte ich nicht. Auch der Yeti war ein Glücksgriff - habe ihn jetzt 4 Jahre und er hatte schlichtweg noch gar nichts! Dabei kann von Pflege keine Rede sein: Er steht im Freien und fährt alle 4 Wochen durch die Waschanlage und wird sonst nach Displayanzeige gewartet. Er hat alle meine speziellen Erwartungen übererfüllt.

Beim Dicken ist das viel schwieriger. Er reicht mir einfach zur Befriedigung meiner Bedürfnisse und es müssenn dann wirklich qualitativ neue Eigenschaften bei einem mir ansonsten zusagenden Modell vorliegen, bevor ich es als Nachfolger des Dicken akzeptieren könnte - z.B. autonomes Fahren. Hätte ich einen Totalverlust durch einen Unfall beim Dicken, wäre ich schwer am

Grübeln.

Themenstarteram 24. Februar 2019 um 12:34

Zitat:

@austriabenz schrieb am 24. Februar 2019 um 09:10:29 Uhr:

...

Gefühlsduselei gegenüber einem (Gebrauchs-)Gegenstand ist für mich verschwendete Lebenskraft. Ich jedenfalls lass mich von so einem austauschbaren Graffelwerk nicht runterziehen. :p;)

Tja, lieber AB, zwei Seelen wohnen, ach, in meiner Brust, um mit Goethe zu sprechen. Einerseits sehe ich die Sache wie du , nach rationalen Kriterien und achte dabei sehr auf Wirtschaftlichkeit, wie du ja meinem Fahrzeug selbst (Diesel als Classic) schon mühelos ansehen kannst. Andererseits bin ich auch schon etwas "schrullig", wie Bonscott das hier zu Recht festgestellt hat und habe tatsächlich auch eine emotionale Beziehung zu meinem Dicken, vor allem, nachdem er mir das Leben gerettet hat. Was soll ich machen?! Der Dicke ist mir halt auch an's Herz gewachsen!:cool:

Themenstarteram 24. Februar 2019 um 12:36

Zitat:

@Austro-Diesel schrieb am 24. Februar 2019 um 10:27:51 Uhr:

Zitat:

@El Sibiriu schrieb am 24. Februar 2019 um 08:16:40 Uhr:

... würde ergänzen: DSD hat die Gelassenheit und Ruhe, Störgeräusche als ebensolche wahrzunehmen ... ich glaube, dass eine gewisse entspannte Geisteshaltung und Langfristdenken einer glücklichen Beziehung ... zuträglich sind.

Das nennt man Altersmilde!!! ;) :D :D :D

Ich spür sie langsam auch schon in den Knochen. :cool:

...

Ich weiß!;)

Themenstarteram 24. Februar 2019 um 12:39

Zitat:

@drago2 schrieb am 24. Februar 2019 um 11:01:02 Uhr:

Genau so geht es mir auch, also mit der braunen Pest. Deshalb kommt nächstes Jahr einer der nicht mehr so gammelt....wobei..ich hab ja noch Glück, es hält sich noch in Grenzen bei meinem.

Na also, wozu wechseln? Dein Auto sieht doch auch noch viel schöner aus als mein Arbeitstier!

Ich finde "das Auto wechseln" immer spannend und es macht mir große Freude - nur bleibe ich bei der Wechselei dem 210er treu :-)

Themenstarteram 24. Februar 2019 um 12:50

Zitat:

@zwozehn schrieb am 24. Februar 2019 um 12:48:14 Uhr:

Ich finde "das Auto wechseln" immer spannend und es macht mir große Freude - nur bleibe ich bei der Wechselei dem 210er treu :-)

Die Dinge haben immer mindestens 2 Seiten!;)

Ja DSD, das stimmt - das Risiko bei Fahrzeugwechseln fährt immer mit. Auf der anderen Seite kann man sich so durch die ganze Fahrzeugpalette und Ausstattungsvarianten "durchwühlen".

Mein jetziger 320er V6 ist ausstattungsmäßig ziemlich üppig, alles funkioniert so das zB. die Memorysfunktion in Verbindung mit den orthop. Sitzen in Leder schon leicht dekadent wirkt. Selbst das alte festeingebaute Navi funktioniert nach 20 Jahren noch tadellos, auch ohne Kartenupdate. Die Klimaautomatik ist besser als in vielen Neufahrzeugen, nahezu zugfrei und sehr effektiv. Das dünne Lederlenkrad der Vormopf-Version mit der seidenmatten Oberfläche und der stark ausgeprägten Narbung fast sich so herrlich an und das lackierte Echtholz in der Mittelkonsole ist nach 20 Jahren noch fast kratzerfrei - hach, ich mag den 210 einfach :-)

Interessant zu wissen wäre in diesem Zusammenhang, wie viele Euronen über die 15 Jahren allein in die Rostvorsorge und Beseitigung geflossen ist. ;)

Darüber breitet man den Mantel des Schweigens. Auch über den aus heutiger Sicht eher unzeitgemäßen Verbrauch des 300 TD ... ;)

Schon mein 280 CDI quält mein Gewissen mit seinen gut 7,5 Litern auf 100 km, besonders seit ich den aktuellen 220d als 4Matic auf derselben Strecke mit derselben Fahrweise auf unter 5,0 Liter fuhr. Das ist schon eine Hausnummer auf 400.000 km! Einige Tonnen CO2 und nebenbei 12.000 Euro ... von den Stickoxiden (Euro 6d Temp vs. Euro 4) etc. wollen wir da gar nicht reden, der Vergleich zu einem 300TD ist ja nochmal krass schlimmer (Euro 2 und 9 Liter).

Zitat:

@Austro-Diesel schrieb am 24. Februar 2019 um 13:25:55 Uhr:

Darüber breitet man den Mantel des Schweigens. Auch über den aus heutiger Sicht eher unzeitgemäßen Verbrauch des 300 TD ... ;)

Schon mein 280 CDI quält mein Gewissen mit seinen gut 7,5 Litern auf 100 km, besonders seit ich den aktuellen 220d als 4Matic auf derselben Strecke mit derselben Fahrweise auf unter 5,0 Liter fuhr. Das ist schon eine Hausnummer auf 400.000 km! Einige Tonnen CO2 und nebenbei 12.000 Euro ... von den Stickoxiden (Euro 6d Temp vs. Euro 4) etc. wollen wir da gar nicht reden, der Vergleich zu einem 300TD ist ja nochmal krass schlimmer (Euro 2 und 9 Liter).

Warum gönnst du deinem Schmuckstück keinen AD BLUE TANK und SCR Filter? Mein 220 T CDI 2.MOPF bekommt diese Verbesserung in Zwei Wochen (Werkstatt hat vorher keine Zeit) dann erreicht er auch Euro 6 (Leider kein D Temp).

(Lohnt sich nicht, in 3 Jahren kommt wahrscheinlich ein junger S213 MOPF als E 220d (vielleicht als 4Matic) ins Haus. Vielleicht gibt es dann endlich einen E 220e mit 250 km Reichweite ... Und weniger saufen wird der alte E 280 CDI mit SCR-Nachrüstkat auch nicht, mit aktuell 263.000 km und 11 Jahren am Buckel ist der nimmer ganz frisch, wenn auch bestens in Schuss.)

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