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05.02.2021 20:47    |    notting    |    Kommentare (12)    |   Stichworte: E-Auto, E-Check, elektrische Anlage, laden, Wartung

Was machst du mindestens immer wieder mal für die Sicherheit deiner Elektrik?

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Hallo!

 

In den Kommentaren zu einem früheren Blog-Artikel bin ich gefragt worden, ob elektrische Anlagen wie z. B. eine EVSE und ihre Kabel zum Stromnetz gewartet werden müssen. Hab für diesen Blog-Artikel habe etwas im Internet gesucht. Trotzdem keine Gewähr, dass alles Aussagen rechtlich 100% korrekt sind.

 

Viele von euch werden vermutlich daheim in der Wohnung bereits Strom haben ;-)

Hand auf’s Herz: Wann wurde eure Elektroinstallation abseits ihrer Errichtung oder nennenswerten Änderungen, oder eure ortsveränderlichen Kabel, Steckdosenleiste und Geräte das letzte Mal geprüft?

Ich gestehe: Bei mir zu Hause noch nie. Ok, hab euch gerade ein kleines bisschen was unterschlagen. Dazu komme ich noch. Auf jeden Fall ist noch nie was passiert, was man wahrscheinlich soweit im Voraus hätte erkennen können (hier und da ist schon etwas Elektronik abgeraucht).

 

Im Folgenden schreibe ich ab und zu "Vermieter". Wenn’s eine Elektroinstallation ist, die ihr selbst errichten habt lassen, seid ihr selbst gemeint.

 

Ein paar Dinge kann der Laie hinsichtlich Wartung selbst tun:

 

1. Sichtprüfung von Kabeln und Gehäusen. Ein paar Beispiele:

- Normalerweise ist eine Isolierung um die Isolierungen der einzelnen Adern. Dabei sollte man das Ende der äußeren Isolierung nicht sehen, weil es von der Zugentlastung im Gehäuse (z. B. Kupplung) festgehalten wird, damit man nicht so einfach die Adern rausreißen kann.

- Erst recht sollte man kein blankes Kupfer oder sonstige elektrisch leitende Teile mit dem Finger berühren können.

Hier kann der Laie meist nur das komplette Kabel/Gerät austauschen oder wenn’s sich um ein etwas teureres Gerät handelt vom Fachmann reparieren lassen.

 

2. Die Kontakte dürfen im Betrieb höchstens kurz heiß werden und Kunststoff keinesfalls Spuren einer thermischen Verformung aufgrund zu heißer Kontakte aufweisen.

Wenn ich meinen Heizlüfter eine Stunde laufen lasse, verbrenne ich mir auch fast die Finger wenn ich den Stecker rausziehe und sofort dran fasse. Bei manchen Steckern merkt man sogar am Steckergehäuse, wenn es innen offenbar ungewöhnlich warm wird.

Ggf. Leistung soweit reduzieren, dass die Kontakte nicht unangenehm heiß werden (z. B. weniger Geräte über diesen Stecker laufen lassen oder den Ladestrom an dem EVSE reduzieren) oder den Stromfluss ggf. komplett unterbrechen.

Stark oxidierte Kontakte sind schlecht. Die kann man ggf. reinigen, aber:

 

- Würde nur sowas nur machen solange der Stecker gezogen und sichergestellt ist, dass ihn keiner reinstecken kann ohne dass ihr es merkt. D.h. es muss das Kabel komplett vor euch auf dem Tisch liegen. In einem dickeren Kabelbaum kann man sich vertun und den falschen Stecker ziehen, was schlecht ist, wenn man an der Buchse am anderen Ende des Kabels arbeitet.

Kein Gehäuse öffnen was der Endnutzer nicht öffnen darf um was zu reinigen!

Es gibt Reinigungsmittel speziell für elektrische Kontakte. Hinweise des Reinigungsmittel-Herstellers beachten.

- Finger weg von Steckdosen die ihr nicht stromlos machen könnt in dem ihr den Stecker zieht über den die Dose versorgt wird. Auch ein Elektriker muss die entsprechende Sicherung die er rausgemacht hat um am entsprechenden Teil zu arbeiten markieren und bevor er richtig loslegt. Zudem taugen solche einpoligen Spannungsprüfer nicht viel. Es kann sein, dass er leuchtet und euch dabei nichts passiert. Es gibt aber div. Situationen, wo er nicht leuchtet und doch Spannung drauf ist. Dafür braucht man einen zweipoligen Spannungsprüfer, wo man aber auch wissen muss, was alles genau man wie an der Steckdose prüfen muss.

- Schukosteckdosen über Stunden mit ihrer Nennlast zu betreiben ist generell schlecht. Mobile EVSE haben meist auch CEE-Stecker die man lieber verwenden sollte. Wenn es sich nicht vermeiden lässt Schuko zu verwenden, unbedingt daran denken den Strom am EVSE deutlich zu reduzieren!

- Aufgewickelte Kabel können unter hoher Last wegen dem daraus resultierenden Hitzestau an den inneren Windungen sehr heiß werden. Am besten bevor man sie stark belastet komplett abwickeln. Daraus kann erst recht eine Stolperfalle entstehen, auch hierfür Vorsorge treffen.

- Wenn wir gerade dabei sind: Zu lange Kabel können im Fehlerfall dafür sorgen, dass bei einem Kurzschluss z. B. an der Kupplung des ewig langen Kabels gerade so zu wenig Strom fließt um die Sicherung auszulösen. Das komplette Kabel ist dann eine Heizung mit ca. 3,5kW, wodurch Kunststoff anfangen kann zu schmelzen.

Kurz: Bitte nicht übertrieben lange Kabel verwenden bzw. ewig viele Verlängerungskabel bzw. Mehrfachsteckdosen hintereinander hängen.

 

3. FI (auch RCD oder RCCB genannt) regelmäßig testen.

In https://www.motor-talk.de/.../...ie-noetigen-komponenten-t7011691.html hatte ich erklärt wozu ein FI gut ist. Um ihn zu testen, hat er eine Testmöglichkeit integriert (habe noch keinen ohne gesehen). Die Testintervall-Empfehlungen variieren von jeden Monat bis alle 6 Monate. Es besteht die Gefahr, dass die Kontakte im Fall der Fälle nicht trennen, sondern kleben bleiben, wenn jahrelang am Stück Strom durchfließt und dadurch das Metall div. chemischen Reaktionen ausgesetzt ist. Wenn sie ab und zu getrennt werden in dem man z. B. die Testfunktion auslöst, "reißt" man die potenzielle Problemstelle auseinander, sodass die Wahrscheinlichkeit sinkt, dass Kontakte kleben bleiben.

 

Die Testfunktion wird meist durch einen kleinen unscheinbaren Taster ausgelöst, der z. B. mit "T" oder "Test" bezeichnet ist. Wenn ihr euch nicht sicher seid, sucht (ohne irgendwas festmontiertes an der Elektrik zu entfernen) im Internet nach der Typen-Bezeichnung des Teils, die gut lesbar draufstehen sollte. So solltet ihr herausfinden ob ihr überhaupt einen FI vor euch habt und wenn das der Fall ist, wie man die Testfunktion auslöst.

Bedenkt dabei, dass wenn der FI funktioniert, sofort nach auslösen der Testfunktion der Strom in dem Teil weg ist, für den der FI zuständig ist. Z. B. Computer mögen es aber nicht, wenn man sie hart ausschaltet. Am besten vorher sauber herunterfahren.

Wenn der FI nicht funktioniert, noch mehr als komplett darauf verzichten 230V-Geräte z. B. zu nahe an der wassergefüllten Badewanne zu verwenden, wo sie versehentlich reinfallen können und noch genauer aufpassen, dass der Berührungsschutz eurer Kabel und Geräte ok ist. Ein defekter FI ist ein Fall für den Elektriker. Im Normalfall ist der Vermieter für die Beauftragung der Reparatur zuständig.

 

Das war’s, was der Laie tun kann. Vermutlich fragt ihr euch nun:

Müssen elektrische Anlagen regelmäßig vorsorglich überprüft werden?

Antwort: Es kommt drauf an.

 

Gewerblicher Bereich: Ja, aus Arbeitnehmerschutz-Gründen. Das ist in der DGUV Vorschrift 3 (BGV A3) "Elektrische Anlagen und Betriebsmittel" geregelt. Hier muss regelmäßig geprüft werden.

Stark vereinfacht gesagt:

Entweder durch vom Unternehmer zum elektrotechnisch verantwortlichen Betriebselektriker bzw. ihm unterstelltes Personal oder durch entsprechend qualifiziertes Personal einer anderen Firma muss entsprechend der Fristen geprüft werden. Die Fristen hängen von der Situation ab.

 

Ortsfeste Anlagen: Max. 4 Jahre. In "besonderen Betriebsstätten, Räumen und Anlagen besonderer Art" jedes Jahr. Vermute dass hier z. B. Kindertageseinrichtungen und Pflegeheime gemeint sind.

 

Ortsveränderliche elektrische Betriebsmittel: Hier gibt es Intervalle von z. B. 3 Monaten bei ortsveränderlichen elektrischen Betriebsmitteln die auf Baustellen eingesetzt werden, über 1 Jahr in Werkstätten bzw. Industriebetrieben und bis zu 2 Jahren bei Geräten in Büros, wenn die Mängelquote ausreichend gering ist.

 

Privater Bereich: Es gibt eine Empfehlung alle 4 Jahre zu prüfen, aber das ist nur eine Empfehlung. Eine der Marketing-Bezeichnungen für so eine Prüfung heißt "E-Check". Marketing-Bezeichnung heißt, dass es so einen Check auch von anderen Elektrikern gibt, die einer anderen oder keiner Marketing-Gemeinschaft angehören, aber genauso gut testen, nur dass es eben nicht "E-Check" heißt.

Der Vermieter ist aber nicht dazu verpflichtet. Er muss nur konkreten Problem-Meldungen nachgehen. Das kann z. B. Schmorgeruch, ein FI-Schalter der nicht mehr auf die Testfunktion reagiert, häufigere gut sichtbare Spannungsschwankungen (z. B. flackerndes Licht einer einfachen Glühbirne) oder bei einer Sichtprüfung gefundene Schäden sein. Davor sollte man allerdings versuchen auszuschließen, dass nicht einfach die eigenen Gerät bzw. die eigene Lampe oder das eigene Leuchtmittel der Schuldige ist ;-)

 

Allerdings kann in irgendwelchen Versicherungsbedingungen vereinbart worden sein, dass wie auch immer geartete regelmäßige Prüfungen erforderlich sind. Ob die Prüfungen wirklich durchgeführt worden sind interessiert die Versicherungen aber meist erst, wenn man von ihnen Kohle will.

 

Weiterführende Links:

https://www.elektrofachkraft.de/.../...ogeraete-vde-pruefung-notwendig

https://www.elektrofachkraft.de/pruefung/elektroinstallationen-pruefen

https://www.diy-info.de/files/fi-schalter-durch-ausloesen-testen.php

https://www.faz.net/.../...omanlage-in-der-wohnung-haben-14884856.html

https://www.elektrohandwerk.de/privat/themen/e-check.html

http://youtu.be/McndGNEFomY

 

notting

Hat Dir der Artikel gefallen?

06.02.2021 10:57    |    Dr. Shiwago

Ich habe bisher nichts von den obigen Antwortmöglichkeiten gemacht. Passiert ist auch noch nichts.

In meinem Elternhaus gab es mal einen Kabelbrand hinter einem Sicherungskasten. Von vorne hat man kaum etwas gesehen. Es hat nur gequalmt und gestunken und zwei der drei Hauptsicherungen im Keller sind rausgeflogen. Ob so etwas durch einen regelmäßigen E-Check verhindert worden wäre? Vermutlich nicht.


06.02.2021 13:38    |    Horatio C.

Eine Thermografie hätte es zeigen können.


06.02.2021 13:52    |    notting

Zitat:

@Horatio C. schrieb am 6. Februar 2021 um 13:38:12 Uhr:

Eine Thermografie hätte es zeigen können.

Aber sicher nicht wenn die Last an der Stelle gerade schon länger sehr niedrig ist, weil z. B. nicht geladen wird ;-)

 

notting


07.02.2021 09:23    |    BJ Hunnicutt

Laut Anleitung und teilweise einem Hinweis auf dem FI Schutzschalter selbst, soll dieser je nach Einsatzgebiet alle 3 Monate per Testknopf ausgelöst werden. Das hat den Hintergrund dass dadurch verhindert werden soll dass der FI im Ernstfall nicht auslöst, da die Kontakte "kleben" könnten. Die kann durch Verschmutzung, und Überlastung geschehen. Im Gegensatz zu einem Sicherungsautomat löst ein FI eben nicht bei zu hoher Belastung bzw Kurzschluss aus....es sei denn es handelt sich um einen FI LS Schutzschalter.

 

Und ein e-Check hat relativ wenig mit Marketing zu tun. Der e-Check darf durch jeden Elektriker bzw Betrieb durchgeführt werden der zertifiziert ist. Bei Ortverändlichen Geräten gibt es spezielle Messgeräte plus Sichtprüfung und bei nicht ortsverändlichen Geräten ( Verteilung, Schalter/Steckdose) wird ebenfalls Messungen durchgeführt, eine Sichtung der Einbaugeräte der Verteilung und der Schalterabdeckungen. Das darf jeder ausgebildete Elektroinstallateur bzw Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik. Und es heißt auch immer e-Check.


07.02.2021 09:38    |    notting

Zitat:

@BJ Hunnicutt schrieb am 7. Februar 2021 um 09:23:59 Uhr:

Laut Anleitung und teilweise einem Hinweis auf dem FI Schutzschalter selbst, soll dieser je nach Einsatzgebiet alle 3 Monate per Testknopf ausgelöst werden. Das hat den Hintergrund dass dadurch verhindert werden soll dass der FI im Ernstfall nicht auslöst, da die Kontakte "kleben" könnten. Die kann durch Verschmutzung, und Überlastung geschehen. Im Gegensatz zu einem Sicherungsautomat löst ein FI eben nicht bei zu hoher Belastung bzw Kurzschluss aus....es sei denn es handelt sich um einen FI LS Schutzschalter.

Danke für die Ergänzung.

 

Zitat:

Und ein e-Check hat relativ wenig mit Marketing zu tun. Der e-Check darf durch jeden Elektriker bzw Betrieb durchgeführt werden der zertifiziert ist.

Hier ein Video zum E-Check: http://youtu.be/McndGNEFomY

E-Check ist eine geschützte Marke. Kannst den Namen mal unter https://register.dpma.de/DPMAregister/marke/basis eingeben. Sie darf so wie ich das verstanden habe nur von den dazugehörigen Innungsfachbetrieben genutzt werden. Die Mitgliedschaft in der Innung ist aber freiwillig.

Sowas wie "E-Check" ist halt aus Marketing-Sicht ein knackigerer Begriff als "Sicherheitsüberprüfung von ortsfesten und ortsveränderlichen Geräten" etc.

Die Zertifizierung ist AFAIK unabh. davon nötig, ob man ein Innungsfachbetrieb ist und die E-Check-Aufkleber verteilen will oder man diese Überprüfung mit selben Inhalt unter anderem Namen anbieten bzw. machen will.

 

notting


07.02.2021 23:02    |    BJ Hunnicutt

Zitat:

@notting schrieb am 7. Februar 2021 um 09:38:09 Uhr:

Zitat:

@BJ Hunnicutt schrieb am 7. Februar 2021 um 09:23:59 Uhr:

Laut Anleitung und teilweise einem Hinweis auf dem FI Schutzschalter selbst, soll dieser je nach Einsatzgebiet alle 3 Monate per Testknopf ausgelöst werden. Das hat den Hintergrund dass dadurch verhindert werden soll dass der FI im Ernstfall nicht auslöst, da die Kontakte "kleben" könnten. Die kann durch Verschmutzung, und Überlastung geschehen. Im Gegensatz zu einem Sicherungsautomat löst ein FI eben nicht bei zu hoher Belastung bzw Kurzschluss aus....es sei denn es handelt sich um einen FI LS Schutzschalter.

Danke für die Ergänzung.

Zitat:

@notting schrieb am 7. Februar 2021 um 09:38:09 Uhr:

Zitat:

Und ein e-Check hat relativ wenig mit Marketing zu tun. Der e-Check darf durch jeden Elektriker bzw Betrieb durchgeführt werden der zertifiziert ist.

Hier ein Video zum E-Check: http://youtu.be/McndGNEFomY

E-Check ist eine geschützte Marke. Kannst den Namen mal unter https://register.dpma.de/DPMAregister/marke/basis eingeben. Sie darf so wie ich das verstanden habe nur von den dazugehörigen Innungsfachbetrieben genutzt werden. Die Mitgliedschaft in der Innung ist aber freiwillig.

Sowas wie "E-Check" ist halt aus Marketing-Sicht ein knackigerer Begriff als "Sicherheitsüberprüfung von ortsfesten und ortsveränderlichen Geräten" etc.

Die Zertifizierung ist AFAIK unabh. davon nötig, ob man ein Innungsfachbetrieb ist und die E-Check-Aufkleber verteilen will oder man diese Überprüfung mit selben Inhalt unter anderem Namen anbieten bzw. machen will.

 

notting

Ich muss mir keine Videos anschauen... Ich arbeite seit mehr als 30 Jahren in einem Fachbetrieb für Energie- und Gebäudetechnik... kurz ich bin Elektriker. Ich habe die E-Check-Aufkleber dutzendfach in Verteilungen angebracht.

 

Und je nach Örtlichkeit bzw Verwendungszweck (z.B. Gebäude mit Publikumsverkehr etc) hat das rein garnichts mit Marketing zu tun, um einen Aufkleber anzubringen. Ich habe schon Verteilungen und auch ortsverändliche Geräte in öffentlichen Gebäuden gesehen, wenn es sich um ein Auto gehandelt hätte, wäre es sofort stillgelegt worden. Ein e-Check ist ein Nachweis dass die Anlage intakt ist, also quasi eine Art TÜV Stempel und kein Marketing. Leider eben keine Vorschrift.

 

Im privaten Bereich wird es auch durch eine höhere Beanspruchung des Netzes irgendwann Folgen haben..Stichwort Smart Home und der angeblich ach so umweltfreundlichen Elektromobilität...für die das Leitungsnetz im Eigenheim oft garnicht ausgelegt ist

 

Marketing.. Ich würde mich schlapplachen wenn es nicht so ein ernstes Thema wäre.


08.02.2021 09:49    |    notting

Zitat:

@BJ Hunnicutt schrieb am 7. Februar 2021 um 23:02:50 Uhr:

Zitat:

@notting schrieb am 7. Februar 2021 um 09:38:09 Uhr:

 

 

Hier ein Video zum E-Check: http://youtu.be/McndGNEFomY

E-Check ist eine geschützte Marke. Kannst den Namen mal unter https://register.dpma.de/DPMAregister/marke/basis eingeben. Sie darf so wie ich das verstanden habe nur von den dazugehörigen Innungsfachbetrieben genutzt werden. Die Mitgliedschaft in der Innung ist aber freiwillig.

Sowas wie "E-Check" ist halt aus Marketing-Sicht ein knackigerer Begriff als "Sicherheitsüberprüfung von ortsfesten und ortsveränderlichen Geräten" etc.

Die Zertifizierung ist AFAIK unabh. davon nötig, ob man ein Innungsfachbetrieb ist und die E-Check-Aufkleber verteilen will oder man diese Überprüfung mit selben Inhalt unter anderem Namen anbieten bzw. machen will.

 

notting

Ich muss mir keine Videos anschauen... Ich arbeite seit mehr als 30 Jahren in einem Fachbetrieb für Energie- und Gebäudetechnik... kurz ich bin Elektriker. Ich habe die E-Check-Aufkleber dutzendfach in Verteilungen angebracht.

 

Und je nach Örtlichkeit bzw Verwendungszweck (z.B. Gebäude mit Publikumsverkehr etc) hat das rein garnichts mit Marketing zu tun, um einen Aufkleber anzubringen. Ich habe schon Verteilungen und auch ortsverändliche Geräte in öffentlichen Gebäuden gesehen, wenn es sich um ein Auto gehandelt hätte, wäre es sofort stillgelegt worden. Ein e-Check ist ein Nachweis dass die Anlage intakt ist, also quasi eine Art TÜV Stempel und kein Marketing. Leider eben keine Vorschrift.

 

Im privaten Bereich wird es auch durch eine höhere Beanspruchung des Netzes irgendwann Folgen haben..Stichwort Smart Home und der angeblich ach so umweltfreundlichen Elektromobilität...für die das Leitungsnetz im Eigenheim oft garnicht ausgelegt ist

 

Marketing.. Ich würde mich schlapplachen wenn es nicht so ein ernstes Thema wäre.

Wenn das stimmen würde was du schreibst, müsste z. B. in DGUV Vorschrift 3 (https://publikationen.dguv.de/widgets/pdf/download/article/1052) das Wort E-Check erwähnt werden. Hab's aber nicht gefunden.

 

Ich versuch's nochmal anhand deines Auto-Beispiels:

Der Gesetzgeber schreibt für Autos regelmäßige Überprüfungen vor: https://www.gesetze-im-internet.de/stvzo_2012/__29.html

Dort wird der Vorgang "Hauptuntersuchung" genannt, aber keine Marke wie TÜV, KÜS, etc. obwohl die alle genau das machen dürfen.

Genauso ist es in der Elektrotechnik. Die Überprüfung elektrischer Anlagen darf jeder entspr. qualifizierte Betrieb (ggf. Mitarbeiter mit entspr. Zusatzausbildung erforderlich) machen. Die Marke "E-Check" dürfen aber nur Innungsbetriebe nutzen, wo sie freiwillig Mitglied werden können. Wenn es kein Innungsbetrieb ist, darf er nicht die Marke "E-Check" nutzen, sondern muss sich einem anderen Namen suchen unter dem er diese Überprüfung vermarkten kann.

 

notting


09.02.2021 20:03    |    teasy

< Zitat >

2. Die Kontakte dürfen im Betrieb höchstens kurz heiß werden und Kunststoff keinesfalls Spuren einer thermischen Verformung aufgrund zu heißer Kontakte aufweisen.

 

Wenn ich meinen Heizlüfter eine Stunde laufen lasse, verbrenne ich mir auch fast die Finger wenn ich den Stecker rausziehe und sofort dran fasse. Bei manchen Steckern merkt man sogar am Steckergehäuse, wenn es innen offenbar ungewöhnlich warm wird.

< Zitat Ende >

 

Wenn die Steckkontakte so heiß werden, bitte unbedingt auch die Steckdose prüfen (lassen). Die Ursache kann auch im Übergangswiderstand dort liegen. Kupferkabel sollen höchstens 80°C warm werden. Darüber oxidiert Kupfer. Das sieht man dann an der dunklen Verfärbung des Drahtes und ggf. an einer Versprödung der Isolation.

 

Grüße


09.02.2021 20:50    |    notting

Zitat:

@teasy schrieb am 9. Februar 2021 um 20:03:16 Uhr:

Wenn die Steckkontakte so heiß werden, bitte unbedingt auch die Steckdose prüfen (lassen). Die Ursache kann auch im Übergangswiderstand dort liegen. Kupferkabel sollen höchstens 80°C warm werden. Darüber oxidiert Kupfer. Das sieht man dann an der dunklen Verfärbung des Drahtes und ggf. an einer Versprödung der Isolation.

Danke für den Hinweis :-)

 

notting


28.02.2021 02:57    |    Martyn136

Das Überprüfen der FI über die Testtaste lässt sich immer gut mit der Zeitumstellung im März und Oktober verbunden.

 

Denn Geräte welche sich die Uhrzeit nicht irgendwie selbst holen muss man dann ohnehin neu einstellen, und ausserdem ist die Zeitumstellung etwas das man nie vergisst.


28.02.2021 07:39    |    notting

Zitat:

@Martyn136 schrieb am 28. Februar 2021 um 02:57:45 Uhr:

Das Überprüfen der FI über die Testtaste lässt sich immer gut mit der Zeitumstellung im März und Oktober verbunden.

 

Denn Geräte welche sich die Uhrzeit nicht irgendwie selbst holen muss man dann ohnehin neu einstellen, und ausserdem ist die Zeitumstellung etwas das man nie vergisst.

An sich eine sehr gute Idee, an die ich noch nie gedacht habe. Allerdings haben zumindest wir hier praktisch keine Uhren mehr, die ihre Hauptspannungsversorgung aus dem Stromnetz beziehen. Alles mit Batterie bzw. Akku oder es ist eben z. B. ein TV, der sich die Uhrzeit aus dem Videotext holt. Und selbst die paar Ausnahmen haben eine Backup-Batterie. Wobei man bei diesem künstlichen Stromausfall nebenbei bemerkt, wenn die Batterie ersetzt werden sollte bevor sie auch noch ausläuft ;-)

 

notting


01.03.2021 00:05    |    Martyn136

Mit "irgendwie selbst holen" meinte ich diverse Möglichkeiten: DAB(+) Radios holen sich die Uhrzeite von einem DAB(+) Mulitplex, Fernseher vom EPG, Geräte mit Onlinefunktion von einem Server, manche Geräte haben auch einen DCF-77 Empfänger, etc.


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