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Sat Mar 10 20:27:07 CET 2018    |    notting    |    Kommentare (22)    |   Stichworte: blockiert, E-Auto, Ladesäule, Lahmlader

Wie schnell lädt dein E-Auto max. an Ladesäulen mit Typ2 und CCS? (keine Begrenzung durch Säule)

Scheiß LahmladerScheiß Lahmlader

Hallo liebe Leser in einer vielleicht sehr nahen Zukunft!

 

In diesem Streitgespräch geht es um Lahmlader. Denn dank der Förderung von Lademöglichkeiten in verschiedener Hinsicht durch die neue deutsche Regierung (hinsichtl. Förderung verpflichtend mind. 20kW mind. mit Typ2 und CCS, wodurch diese sehr verbreitet wurden) wurde das Netz an öffentl. Ladesäulen viel besser. Dazu kommen günstigere schnellladefähigen E-Autos mit Reichweiten die bisher nur Tesla bot, wie z. B. dem Hyundai Kona electric. Dadurch wurden E-Autos nun auch für Laternenparker interessant. Bzw. aufgrund der Diskussionen um Feinstaub, NOx und Fahrverboten bleibt vielen die in Großstädte müssen nichts anders übrig. Doch in den letzten Monaten trudeln in der Redaktion immer mehr Beschwerden insb. von Laternenparkern ein, dass Ladesäulen inzwischen nicht nur regelmäßig durch vollgeladene E-Autos blockiert werden, sondern auch durch Lahmlader.

Zur Erklärung: Ein Lahmlader ist jemand, der die Leistung der Ladesäule nicht ansatzweise ausreizt und am Tag die Säule länger als 10min nutzt, obwohl währenddessen andere E-Autos darauf warten, die Säule mit viel höherer Leistung nutzen zu können. Besonders an den Gratis-Ladesäulen z. B. von Supermärkten führt das offenbar ständig zu Konflikten.

Deshalb haben wir zu diesem Streitgespräch drei E-Auto-Laternenparker eingeladen:

  • Herr Z., der nur preisgeben will, dass sein E-Auto nur 1phasig mit max. 32A laden kann (Anmerk. der Redaktion: In Deutschland darf die Schieflast im Stromnetz max. 20A sein, weswegen die meisten Hersteller die max. 1phasige Leistung entsprechend gedrosselt haben).
  • Herr S., der ein wenige Jahre altes Tesla Model S fährt, sich aber die Option mit der schnelleren Typ2-Ladung (16,5kW) gespart hat und somit abseits der Tesla-eigenen Supercharger nur max. mit 11kW (Typ2) laden kann.
  • Herr K., der einen Hyundai Kona electric fährt, der mit bis zu 100kW laden kann (CCS, bis ca. 70-80% Ladezustand).

 

Redaktion: Vielen Dank, dass Sie drei heute zu uns gekommen sind. Dann fangen wir mal an. Herr K., Sie waren einer derjenigen, die uns wegen der Lahmlader-Problematik angeschrieben haben. Könnten Sie uns das Problem aus Ihrer Sicht erklären?

 

Herr K.: Vielen Dank für Ihre Einladung zu diesem Gespräch. Gerne erkläre ich das genauer. Wie Sie bereits gesagt haben, bin ich Laternenparker und habe ein Auto, das man an öffentlichen Ladesäulen dank CCS mit bis zu 100kW laden kann. Habe extra den größeren 64kWh-Akku genommen, damit ich schneller wieder auf die Reichweite komme die ich meist so brauche und die Ladesäulen nicht unnötig lange blockiere. Leider ist das bei allen Herstellern so, dass bei größeren C-Faktoren bei 70-80% Ladezustand die Ladeleistung deutlich gedrosselt werden muss um die Akkus nicht noch stärker zu schädigen. Bzw. oftmals ist bei den Stromkosten an öffentlichen Ladesäulen auch ein Zeitfaktor drin, ist also auch oft eine Kostenfrage.

Leider erlebe ich immer häufiger, dass Leute völlig rücksichtslos ggü. anderen potenziellen Nutzern aus Geiz lieber langsam laden. Das betrifft nicht nur die Anschaffung. Bei einigen Anbietern ist es nämlich so, dass der Zeitfaktor beim Lahmladen wegfällt. Bzw. oftmals sind Ladesäulen an Stellen wo sehr gerne geparkt wird. Und je langsamer man lädt, desto länger darf man laut aktueller Rechtssprechung parken – scheißegal ob da noch andere warten, die gerade recht dringend auf eine Ladesäule angewiesen sind und viel schneller laden könnten. Zudem werden für Ladesäulen-Parkplätze meist auch keine Parkgebühren beispielsweise seitens der Gemeinde genommen. Gerade in Kombination mit "kein zeitbasierter Kostenfaktor beim Laden" parkt man da unterm Strich i.d.R. günstiger als wenn man sich einfach auf einen normalen Parkplatz nebenan stellen würde. Da wird es sogar attraktiv bewusst das Auto nur per Schuko zu laden, also bestenfalls 3,6kW.

 

Herr Z.: Kann ich ja nichts dafür, dass mein Auto so langsam lädt.

 

Redaktion: Herr Z., lt. unteren Recherchen gibt's die meisten Fahrzeuge die 1phasig mit 7,2kW laden können (in Deutschland eben auf 20A gedrosselt, also 4,6kW) auch mit CCS als Option oder gar serienmäßig, worüber man dann mind. mit 40kW laden kann. Was sagen Sie dazu?

 

Herr Z.: Ist mir doch scheißegal! War halt damals ein "günstiger" Gebrauchter – für mehrere 10.000EUR! Ist schon ein paar Jahre her. Hab ja dadurch die E-Mobilität gefördert! Ziehe immer meinem Job hinterher, sprich Mietwohnung – wo man meist nicht laden kann, weil die so schon unverschämten Mieten sonst zu teuer werden, wenn man was will, wo man daheim laden kann.

 

Herr K.: Und jetzt behindern Sie die E-Mobilität an den Ladesäulen als Lahmlader. Nach der Schnellladung an der öffentlichen Ladesäule, also bei 70-80% Ladezustand, breche ich den Ladevorgang ab und fahre weg. Bin da ab und an auf Parkplätzen, wo zwar mehrere Autos gleichzeitig laden können, aber man ohnehin nur mit 3,6kW laden kann. Aber wirklich nötig ist es i.d.R. nicht weil ich absichtlich den größeren Akku gekauft habe obwohl "formal" der kleinere gereicht hätte. Schließe mein Auto dort nur dann an den Strom, wenn mind. 2 Plätze frei sind, also dass wenn ich lade noch ein weiterer laden kann.

 

Redaktion: Nun kommen wir zum Fahrer des gemäß Listenpreis teuersten Fahrzeugs hier in der Runde. Herr S., die Supercharger sind ja nur für Langstrecken-Reisen gedacht und entsprechend selten. Warum haben Sie dann als nächstlangsamere Lademöglichkeit nicht die 16,5kW-Typ2-Option dazubestellt?

 

Herr S.: Die Option hat kaum ein Tesla. Dann noch der Klassiker: Gut bezahlter Job weg, Frau weg, Haus weg. Mein Auto kann ich mit meinem Arbeitslosengeld nur noch mit Müh und Not unterhalten wegen der teuren Scheidung. Von der Versicherungseinstufung ganz zu schweigen. Hab natürlich vorher vorrangig zu Hause geladen. Wohne jetzt zur Miete, leider ohne Lademöglichkeit, weil man nur am Straßenrand parken kann. Und 11kW sind ja schon mal deutlich mehr als diese 7,2- bzw. eigentlich 4,6kW-Lahmlader.

 

Herr Z.: Dachte ich's mir doch, dass Tesla-Fahrer solche Sprüche ablassen, obwohl sie's nicht wirklich besser machen. Mein Auto hat nur einen 33kWh-Akku, ist also entsprechend schneller voll. Und dann fahre ich auch weg. Tesla bietet aber beim Model S schon länger noch mind. 75kWh-Akkus, also mehr als doppelt soviel Kapazität. Das bietet mehr Möglichkeiten, den Ladevorgang z. B. per Schuko-Ladung zu verlängern um auf dem günstigen "Parkplatz" bleiben zu dürfen.

 

Redaktion: Könnten Sie den Teil bitte auf hinterher verschieben? Danke. Herr S., könnten Sie sich, finanzielle Möglichkeiten vorausgesetzt, vorstellen zu einer anderen Marke zu wechseln, wenn man für das Fahrzeug eher öffentliche Ladesäulen findet, wo man z. B. mit mind. 40kW laden kann, insb. wenn es evtl. von der Anschaffung und Unterhaltskosten her sogar günstiger ist?

 

Herr S.: Nein. Tesla ist dank ihres Visionärs Elon Musk eine tolle Firma mit tollen Produkten und wird es auch bleiben. Blöde andere Automobil-Firmen, die beim Supercharger-Netzwerk nicht mitmachen.

 

Redaktion: Herr Z., könnten Sie sich vorstellen etwas mehr Geld auszugeben um ein E-Auto zu besitzen, welches man schnellladen kann, also so ab 40kW?

 

Herr Z.: Ich schaue nur auf den Preis und dass das Ding das macht was ich will, Punkt. Der Rest ist mir scheißegal.

 

Redaktion: Vielen Dank für das Gespräch.

 

Anmerkung: Der C-Faktor bezeichnet das Verhältnis zwischen Akkukapazität und Ladeleistung. Z. B. ein 22kWh-Akku der mit 44kW geladen wird, wird mit 2C geladen. Bei höheren C-Faktoren muss die Leistung bei ca. 70-80% Ladezustand deutlich gedrosselt werden, um ihn nicht übermäßig zu beschädigen (je nach Akku sind die genauen Werte unterschiedlich).

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Ergänzung von notting am Fri Mar 30 16:19:21 CEST 2018

In Kalifornien wird begonnen E-Autos von öffentl. Ladesäulen zu verbannen, die sie unnötig belegen: https://insideevs.com/.../

Der nächste logische Schritt wäre Lahmlader zu verbannen...

Sun Mar 11 00:38:51 CET 2018    |    ausHaus

Interessant, was beim Thema E-Autos laden doch so alles mit reinspielt. Wusste ich gar nicht. Ich hab jetzt nicht mal alles gelesen und doch hab ich mir da schon eine Meinung gebildet, das mir das alles viel zu stressig wäre. Wenn es nicht so viele Ladestationen gibt das dies keinen Stress bedeutet, ist das E-Auto für mich absolut unattraktiv.

 

Den elektrischen Antrieb finde ich grundsätzlich sehr reizvoll, aber das ganze mit Akkus lösen zu wollen macht alles zu nichte. Ich fänd Wasserstoff sinnvoller. Gegen Akkus sprechen einfach zu viele Punkte.


Sun Mar 11 09:10:35 CET 2018    |    notting

@ausHaus: Wasserstoff ist ein ineffizienter Umweg, was das angeht. Besser wäre es, wenn man den Strom direkt in die Akkus laden könnte. Allerdings geht Wasserstoff tanken aktuell viel schneller - wenn man eine der aktuell wenigen Tankstellen in der Nähe hat und die auch genug Druck liefert (div. Autos sind für 700bar ausgelegt, einige Tankstellen aber nur 350bar -> Tank lt. Tankstelle voll, real aber nur halbvoll). Andererseits könnte man ja auch vor allem gerade überflüssigen Strom vor Ort als H2 speichern und dann als H2-Tankstelle bei Bedarf abgeben. Das Fraunhofer ISE hat da was: https://www.h2move.de/

Solange man Akkus von der Ladegeschwindigkeit, Reichweite und Abnutzung her nicht quasi wie einen Verbrenner-Tank bzw. -Tankstelle benutzen kann, wäre IMHO ein H2-Plugin-Hybrid bzw. E-Auto mit H2-REx eine vernünftige Lösung, je nach dem wie gut der Nutzer seinen Bedarf aus Ladesäulen decken kann. Einen Akku braucht ein Brennstoffzellen-Fahrzeug zwangsläufig da die Brennstoffzellen Lastschwankungen nicht wirkl. mögen und Hybrid bei Verbrennern eh im Kommen ist (und wenn's nur ein Mild-Hybrid ist). Z. B. auch Kaufland stattet ja gerade noch einige Märkte mit Ladesäulen aus, d.h. noch mehr Einkaufsmöglichkeiten wo man laden kann, bei Kaufland angebl. sogar schnellladen.

 

notting


Sun Mar 11 21:02:00 CET 2018    |    AgilaNJOY

Ich denke, sowas ähnliches kann man auch an der "normalen" Tankstelle erleben - wenn man mit leerem Tank gerne tanken würde, vor einem aber sehr viele sind, die genau jetzt ihre 10-20 l tanken wollen, weil es gerade günstig ist...

Ist zwar nicht ganz so wie stundenlang einen Parkplatz zu blockieren, aber die Schnäppchenjäger versuchen dann ja noch, den Tank extra voll zu machen, um die Ersparnis zu maximieren und das dauert dann auch länger.

 

Just my 2 Cents - ich wohne in der Schweiz, wo der Spritpreis maximal zwei mal die Woche wechselt :-)

 

Bernd


Mon Mar 12 10:37:13 CET 2018    |    slv rider

Schadet Schnelladen eigentlich grundsätzlich? Bei Handy jedenfalls ist das noch immer so, auch wenn die KI die Schäden minimiert.

Für den Ampera-E gilt z. b.:

"DC-Schnellladen (z.B. an einer 50kW-Säule) beansprucht die Batterie sehr stark und reduziert die Lebensdauer. Es sollte deshalb auf notwendige Situationen (z.B. Fernreisen) begrenzt werden.

AC-Laden an einer Wallbox (3,68kW-7,36kW) sollte die Regel sein"

Quelle: Hersteller


Mon Mar 12 18:42:59 CET 2018    |    notting

@AgilaNJOY: Ich sprach nicht von besonders günstigen Zeiten. Außerdem ist Energiemenge die die Zapfpistole/Zeit raushaut unabh. von der Tankgröße (wenn man mal von LKW-Zapfsäulen absieht). Und pro Nase dauert das i.d.R. immernoch kürzer als den Akku (der ja auch viel weniger Reichweite hat) laden...

 

notting


Mon Mar 12 18:50:37 CET 2018    |    notting

@slv rider: Was ist für dich "Schnellladen"? Wie gesagt, es kommt auf den C-Faktor an und der wird mit steigender Akkugröße geringer. Außerdem reduziert eine Akkutemperierung einen Teil des Problems. Gibt aber wohl Hersteller, die die max. Anzahl von Schnellladungen begrenzen -> http://teslamag.de/.../...-man-zu-viele-schnellladungen-vornimmt-13977

Bzw. Renault hat früher mal bei Akkumiete 43kW-Ladung mit einer Zusatzgebühr beaufschlagt (inzwischen aber nicht mehr, noch bevor es den 43kW-Ladung-Zoe in D nicht mehr gab).

Außerdem gibt's auch CCS-Wallboxen mit 10-25kW. BTW: Der Ampera-e dürfte in D bei AC auf 4,6kW begrenzt sein (max. erlaubte Schieflast).

 

Das wird bei meinem E-Auto-Kauf aber ein interessantes Thema, da ich gerne mind. 200km Realreichweite gem. meinem Fahrprofil auch im Winter mit viel AB hätte. Da ja über Nacht gerne mal die Ladung schiefgeht und ich nicht am Morgen blöd dastehen will (und man nur mit viel Glück genug Reichweite inkl. Reserve für 2 Tage hat), muss der Akku also sicher geladen sein deutl. bevor ich ins Bett gehe...

 

notting


Tue Mar 13 00:47:00 CET 2018    |    ballex

Ist mir noch nie passiert, dass die Ladung über Nacht schief ging. Kenne persönlich auch keinen anderen E-Auto-Fahrer der mir so etwas berichtet hätte. Mit der Angst würde ich jedenfalls nicht ins Bett gehen.

 

Zum deinem konstruierten Streitgespräch oben:

Warum darf Herr K. mit dem Hyundai CCS benutzen, Herr S. darf das mit dem Tesla aber nicht und wird daher (aus dramaturgischen Gründen?) so hingestellt, als würde er langsam ladend zwangsläufig Ladesäulen blockieren und der Tesla könnte abseits der Supercharger nicht schneller als max. 16,5/22kW* laden?

Das erzeugt einen falschen Eindruck, denn mit einem CHAdeMO-Adapter lädt auch ein Tesla an den üblichen DC-Säulen mit 50kW...und damit schneller als viele andere E-Autos, die nur theoretisch auf 50kW kommen, in der Praxis allerdings eher bei 40kW landen (z.B. e-Golf). Die Redaktion bzw. Herr S. sollten sich also nochmal über die Lademöglichkeiten eines Tesla informieren. ;)

 

Ganz generell: Es wird auch in Zukunft unterschiedlich schnell ladende Fahrzeuge geben, zumindest bei AC-Ladung...das ist schlicht ein Kostenfaktor. Bei DC-Ladungen wird es sich wohl die nächsten Jahre bei 50-70kW bei kleineren bzw. 100-150kW bei größeren Akkus einpendeln.

 

*der 16,5kW Lader ist seit dem 30.6.17 in Model S/X Serienausstattung.


Tue Mar 13 09:05:53 CET 2018    |    diezge

Hallo,

 

das Problem liegt nicht am Schnell- oder Langsamladen, sondern an der Anzahl der verfügbaren Ladesäulen. Und die muss, wenns irgendwo klemmt, erhöht werden.

 

Egal, ob Schnell- oder Langsamladen: Ich stelle mein Auto beispielsweise am Bahnhof ab und verreise mit dem Zug. Auto nach Ladeende wegstellen? Fehlanzeige.

Oder ich lade an einer öffentlichen Ladesäule und gehe zur Arbeit. Was würde wohl mein Arbeitgeber sagen, wenn ich, nur weil mein Auto vollgeladen ist, den Arbeitsplatz verlassen muss? Unrealistisch.

Oder, ich komme am Samstag nacht um 01:00 vom Feiern nach Hause und stecke mein Auto an. Soll ich jetzt meinen Wecker auf 03:00 stellen, um das Auto wegzustellen? Nene, so funktioniert das nicht.

 

Deswegen funktioniert das Ganze nur mit einer massiven Erhöhung der Ladesäulen.

 

Übrigens schadet Schnellladen dem Akku. Man sollte daher immer den niedrigstmöglichen Ladestrom einstellen, dass der Akku wieder voll ist, wenn man wieder los möchte. Und wenn das erst in zehn Stunden ist, dann ist das halt so!


Tue Mar 13 19:57:15 CET 2018    |    notting

@ballex:

Zitat:

*der 16,5kW Lader ist seit dem 30.6.17 in Model S/X Serienausstattung.

https://www.tesla.com/de_DE/models

Zitat:

Aufladen

 

Universaler Mobile Connector mit rotem 11 kW-Industriestrom-Adapter (400V, 16A) und 3 kW "Schuko"-Steckdosenadapter (230V, 13A)

Zugang zum wachsenden Tesla Supercharger-Netzwerk

Installation der Lademöglichkeiten zu Hause

Sonst keine Info zu 3phasiger AC-Ladung auf der Tesla-Webseite gefunden, geschweige denn was zu Chademo-Ladung, auch nicht unter https://www.tesla.com/de_DE/charging

Tja, wenn der Hersteller nicht in der Lage ist die Info einzupflegen oder sehr gut versteckt...

 

Da stellt sich BTW auch die Frage ob nicht Tesla mal der Drittanbieter-Lösung den Hahn abdreht, ggf. schlicht juristisch. Hab noch keine Meldung gesehen dass Tesla Firmen die Teslas Patente im Zusammenhang mit der Ladetechnik nutzen wollen langfristige Verträge anbietet. Ohne sowas ist eine Firma sonst mal schnell weg vom Fenster wenn Tesla es sich plötzl. anders überlegt...

Und: Chademo-Ladesäulen sind in D weniger verbreitet als CCS.

 

Den Zoe mit 43kW Typ2 betrachte ich ja auch als quasi nicht mehr existent, obwohl den für den dt. Markt mal so sogar ab Werk gab (der wohl div. Nachteile bei der Effizienz hat).

 

Außerdem ist IIRC der E-Golf offiziell mit 40kW CCS angegeben. Div. andere CCS-E-Autos wie der Ampera-e und der i3 (jew. mit CCS-Option) mit 50kW und der Kona Elektro mit 100kW. Wüsste sonst keine anderen E-Autos in der Preisklasse mit CCS.

 

Zu den Ladeabbrüchen:

https://www.goingelectric.de/.../...chweite-i3-94kw-t27244-50.html?...

https://www.goingelectric.de/.../...itaeten-thread-t25003-750.html?...

https://www.goingelectric.de/.../...rgie-steiermark-t27622-50.html?...

 

Ich traue keiner Software, denn ich bin Software-Tester! :-)

 

notting


Tue Mar 13 20:01:40 CET 2018    |    notting

@diezge: Das Problem bei "vielen Ladesäulen" lautet "viele Stolperfallen". Daheim z. B. in der Garage kein Problem, auf öffentl. Gelände aber problematisch. Und induktives Laden ist eher ineffizient und langsam. Kontakte auf dem Boden die das Autos dann einfache den "Stecker" andrückt? -> Dreckfaktor...

 

Tja und manchmal braucht man das Auto spontan früher und bei den aktuell eher niedrigeren Reichweiten...

Mal abgesehen davon erzeugen 1phasige Lader gerne recht viel Scheinleistung, sind also viel langsamer als angegeben und etwas ineffizienter.

 

notting


Wed Mar 14 00:26:44 CET 2018    |    ballex

Zitat:

@notting schrieb:

@ballex:

Zitat:

*der 16,5kW Lader ist seit dem 30.6.17 in Model S/X Serienausstattung.

https://www.tesla.com/de_DE/models

Zitat:

Aufladen

 

Universaler Mobile Connector mit rotem 11 kW-Industriestrom-Adapter (400V, 16A) und 3 kW "Schuko"-Steckdosenadapter (230V, 13A)

Zugang zum wachsenden Tesla Supercharger-Netzwerk

Installation der Lademöglichkeiten zu Hause

Sonst keine Info zu 3phasiger AC-Ladung auf der Tesla-Webseite gefunden, geschweige denn was zu Chademo-Ladung, auch nicht unter https://www.tesla.com/de_DE/charging

Tja, wenn der Hersteller nicht in der Lage ist die Info einzupflegen oder sehr gut versteckt...

Bitte hier nicht die Fähigkeiten des mitgelieferten Ultra-Mobile-Connector mit den Fähigkeiten des Autos verwechseln. Der UMC kann schon immer nur 11kW, den verwendet man allerdings auch nur an Steckdosen (Schuko/CEE) und nicht an Ladesäulen, um die es in deinem konstruierten Fall oben geht. Und da können die Teslas seit dem 30.06.17 immer mit 16,5kW laden, siehe unter Punkt "Überblick der Lademöglichkeiten zu Hause" hier auf der Tesla-Homepage. Da ist das von mir genannte Datum nochmal hinterlegt. So schwer zu finden war's für mich nicht. Die 16,5kW sind also per Wallbox zu Hause nutzbar sowie an jeder Ladesäule, die mehr als 11kW anbietet.

Zitat:

Da stellt sich BTW auch die Frage ob nicht Tesla mal der Drittanbieter-Lösung den Hahn abdreht...

Das im Fahrzeug integrierte Ladegerät ist keine Drittanbieterlösung, ebenfalls wie der anwendbare Chademo-Adapter, der ist von Tesla selbst - also unwahrscheinlich, dass da mal der Hahn abgedreht wird.

Zitat:

Und: Chademo-Ladesäulen sind in D weniger verbreitet als CCS.

Das ist richtig, allerdings für die Praxis bisher ausreichend vorhanden und das war ja auch nicht Gegenstand der fiktiven Diskussion oben. Meist sind es "Triple"-Lader mit CCS, Chademo und Typ2-Anschlüssen.

 

Zitat:

Zu den Ladeabbrüchen:

https://www.goingelectric.de/.../...chweite-i3-94kw-t27244-50.html?...

https://www.goingelectric.de/.../...itaeten-thread-t25003-750.html?...

https://www.goingelectric.de/.../...rgie-steiermark-t27622-50.html?...

Meine Aussage bezog eher auf das Laden zu Hause. Der Link beim i3 zeigt das Problem, wenn es nur rudimentäre App-Unterstützung gibt. Bei anderen Fahrzeugen sind die dort kritisierten, fehlenden Warnmeldungen bei Ladeabbruch vorhanden. Bzgl. Link 2: Der Ioniq lädt wohl gerne mal nicht bis ganz 100%, zeigt jedoch trotzdem alle Balken an - das ist also eher ein fahrzeugseitiges Problem als eines der Ladeinfrastruktur.

Und insgesamt widerlegt das ja nicht meine These, dass idR beim Laden keine Probleme auftreten, sprich der Ladevorgang durchläuft - dass irgendwas schief läuft und es einen Abbruch während des Ladevorgangs gibt ist sehr selten - das kann ich auch so aus der Praxis und zwei Fahrzeugen mit Stecker berichten. Einen Ladeabbruch hatte ich bisher noch nie - sei es daheim oder an öffentlichen Ladesäulen.


Wed Mar 14 12:22:36 CET 2018    |    diezge

@notting:

"Mal abgesehen davon erzeugen 1phasige Lader gerne recht viel Scheinleistung, sind also viel langsamer als angegeben und etwas ineffizienter."

 

Erklär das doch bitte genauer. Mir ist schleierhaft, warum ein einphasiges Laden mehr Scheinleistung (also zur Wirkleistung zusätzliche kapazitive oder induktive Lasten) erzeugen soll. Wenn Elektroautos überhaupt solche Lastern erzeugen und nicht reine ohmsche Lasten darstellen.


Wed Mar 14 19:09:50 CET 2018    |    notting

@ballex: Bei der Model-S-Beschreibung habe ich den Link nicht gefunden. Und bei anderen Herstellern ist es modellabh. wie schnell geladen werden kann, z. B. Renault.

 

@diezge:

Zitat:

Wenn Elektroautos überhaupt solche Lastern erzeugen und nicht reine ohmsche Lasten darstellen.

Weiß nicht wie gut du dich mit E-Technik auskennst. Auf jeden Fall reden wir hier nicht von C/10-Ladung mit Konstantstrom, sondern von regelbarer Leistung. Und das wird aus Energiespargründen mit PWM realisiert (lies: Rel. hochfrequent (oft kHz-Bereich) wird der Strom ein- und ausgeschaltet). Und wo man Frequenzen erzeugt, sind Scheinleistung und Funkstörungen nicht weit.

Bzgl. Zoe hier ein Artikel: http://zoepionierin.de/warum-zoe-nicht-in-die-schuko-steckdose-passt/

 

notting


Wed Mar 14 21:16:40 CET 2018    |    diezge

Hallo,

 

alles klar, wieder was gelernt. Das mit dem ZOE wusste ich nicht. Mein GTE macht das meines Wissens nicht.

 

Aber ein Fehler ist in dem von Dir verlinkten Artikel vorhanden:

Die Blindleistung kann vom Stromzähler nicht erfasst werden. Dazu benötigt man spezielle Blindleistungszähler. Das bedeutet, wenn 22 kWh geladen wurden, zeigt der Stromzähler auch 22 kWh an. Die fehlenden 16 kWh Blindleistung allerdings belasten das Stromnetz trotzdem weswegen die Energieversorger bei Großverbrauchern auch Blindleistungszähler installieren und diese berechnen. Die Firmen können dann, die induktive Blindleistung, die zum Beispiel durch Leuchtstoffröhren und Elektromotoren entsteht, mit Kondensatoren kompensieren.

 

 

Grüße,

 

diezge


Wed Mar 14 22:03:07 CET 2018    |    notting

@diezge: Das was du schreibst ist wiederum insofern falsch, als dass div. Stromzähler sehr wohl Blindleistung erfassen können -> der Stromzähler kann da durchaus rückwärts laufen (erfassen != korrekt messen ;-)).

Im übrigen zahlt man als Privatmann typ. so, als ob man einen cos(phi) von ca. 0,95 hätte, auf jedenfall (<1, IIRC auch >0,9).

 

notting


Wed Mar 14 22:31:48 CET 2018    |    diezge

Dann wäre es ja noch besser, wenn der Stromzähler durch die Blindleistung langsamer läuft... ;-)

 

Nene, der normale Ferrariszähler kann das nicht.

https://de.wikipedia.org/wiki/Stromz%C3%A4hler

Zitat: "Ferraris-Zähler summieren in ihrem üblichen Aufbau auch bei Oberschwingungs- oder Verschiebungs-Blindstromanteilen nur die Wirkleistung."

 

Was mir aber immer noch an Antwort fehlt ist, warum macht der ZOE das nur bei einphasiger Ladung? Zumindest wenn ein ZOE mit Typ2-Kabel 22 kW - Drehstrom lädt kann man das PWM-Pfeifen auch hören.

 

 

Grüße,

 

diezge


Fri Mar 16 10:57:54 CET 2018    |    OO--II--OO

Na wenn ich das alles so les, da isses doch echt gut, daß ich nicht zu den E-Auto-Pionieren gehöre ;-)

(bin eigentlich eh eher auf nachladbaren Hybrid fixiert, am liebsten nachrüstbar für meinen jetzigen 318i

https://www.motor-talk.de/.../...-durch-umruestungen-t3327471.html?... )

 

Denn bis so ein E-Auto (gebraucht und fahrtüchtig und mit noch ausreichender Batteriekapazität) mal in meine Preislage (mehr als 1.000 € hab ich noch nie für ein Auto ausgegeben) wird's ja eh noch 10-15-20 Jahre dauern (ob dann deren Batterien auch alle noch so richtig taugen ? ) . . . dann sollte sich das doch aller halbwegs eingerenkt/eingespielt haben mit der ganzen E-Tankstellen-Situation.

Ihr tapferen E-Mobil-Pioniere macht das schon für mich ;-)


Fri Mar 16 14:00:17 CET 2018    |    CC5555

Ich lach mich schlapp! Dass Fahrer von Aufziehautos - berechtigt - auf die Fahrer von richtigen Autos schimpfen, wenn die die Säulen blockieren, ist ja nichts Neues.

Aber dass die Gutmenschen mit dickerem Geldbeutel auf die schimpfen, die auch was vermeintlich gutes tun wollen, sich aber nicht die neueste Technik leisten können... das finde ich entlarvend...


Fri Mar 16 14:47:52 CET 2018    |    ballex

Ach echt, es gibt auch E-Auto Fahrer die Tanksäulen von Aufziehautos (Verbrenner mit diversen Ketten- und Riemenantrieben müssen damit ja wohl gemeint sein :D) zuparken? Die Welt ist eben gemein. ;)

 

@topic:

Das Grundproblem ist, dass es zu viele verschiedene Ladeleistung der verschiedenen Autos gibt und dann jeweils noch eine Unterteilung in AC und DC-Ladung stattfindet, sowohl bei der Fähigkeit der Säulen als auch bei dem der Autos. Auf mittelfristige Sicht denke ich allerdings, dass die AC-Schnellladung (wie z.B. beim Zoe) sich nicht durchsetzen wird und DC selbst bei Wallboxen zu Hause sich immer mehr zum Standard mausert - Grund ist auch, dass dreiphasiges AC-Laden hauptsächlich in West- und Mitteleuropa gängig ist, international ist einphasig der AC-Standard. Es gibt jetzt schon erste DC-Ladegeräte um die 2k € für zu Hause. Das ist im Verhältnis zu einer AC-Wallbox (ab ca. 500€) zwar noch teurer, aber ich rechne hier mit einem weiteren Preisverfall - wobei das Heimladen hier ja nicht das angesprochene Problem ist.

 

Bzgl. Ladeleistung an sich, wird es sich am Preis des Fahrzeugs orientieren, weil damit auch die Größe des Akkus zusammenhängt. Wie bereits gesagt, bei DC-Ladungen wird es sich wohl die nächsten Jahre bei 50-70kW bei kleineren bzw. 100-150kW bei größeren Autos/Akkus einpendeln, die unterschiedlichen AC-Ladeleistungen (abseits von Standorten, wo das Auto wirklich länger steht und unterschiedliche Ladegeschwindigkeiten dann auch nicht so ausschlaggebend sind, z.B. Kino, Einkaufszentrum, Firmenparkplatz, etc.) dürften bei steigender Verbreitung von DC-Schnellladern in den Hintergrund treten.

 

Oder anders ausgedrückt: Je besser die Infrastruktur, desto weniger Probleme wie in der fiktiven Diskussion oben.


Fri Mar 16 19:30:57 CET 2018    |    notting

@CC5555: Du kennst die Bedeutung des Wortes "imaginär"?!

Aber immerhin bist du der erste, der irgendwie den Punkt anspricht, auf den ich mit dem Blog-Artikel eigentl. hinweisen wollte, auch wenn ich es bewusst nicht direkt gesagt habe. Gibt eben viele Verbrenner-Fahrer, die sich aktuell kein E-Auto leisten können. Trotzdem werden ihnen unnötig viele Parkplätze für Ladesäulen weggenommen, für eine halbgare lahme Ladetechnik die Stolperfallen verursacht und für Laternenparker dann doch defakto meist unbrauchbar ist (von hohen Preisen wg. Kundenkarten-Bindung & Co. mal abgesehen).

Wenn nun z. T. auch gezwungen durch die Situation bzgl. drohender Fahrverbote ein Laternenparker extra ein Auto mit Schnellladung kauft, damit er halt nicht solange warten muss weil er eben so gut wie keine Lademöglichkeit über Nacht hat bzw. laden beim Einkaufen & Co. nicht immer geht/reicht, werden ihn Lahmlader ankotzen.

Und wie gesagt, wenn man das Kabel nur 15min anstecken muss für 1x voll, käme man mit viel weniger Ladesäulen aus und hätte geringere Stolperfallengefahr an normalen Straßen/Gehwegen, weil man das auf (ggf. Nur-E-)Tankstellengelände beschränken könnte. Daheim z. B. in der Garage sehe ich das mit der Stolperfalle nicht so kritisch. Wobei hier Lahmlader schnell ein Problem bekommen können, wenn der vorherige Benutzer vergisst einzustecken, weil eben selbst mit 100kW im Idealfall (also deutl. überdimensionierter Akku sodass nicht der Ladevorgang gebremst werden muss und nicht zu kalt etc.) lt. meiner Abschätzung für mich 1x zur Arbeit und zurückfahren zu können mit viel AB bei Kälte, inkl. etwas Reserve für Stau etc. ca. eine halbe Stunde dauert. Ich meine damit auch hinsichtl. Akkutemperierung, sodass eben ggf. mit Strom aus dem Akku der Akku erstmal seine Kapazität wiederbekommt (bzw. auch Innenraum-Klimatisierung).

Muss dir aber insofern widersprechen, als dass das Model S teurer ist als z. B. der Ampera-e bzw. i3 bzw. der Kona Elektro vermutl. sein wird und die genannten Nicht-Tesla-Modell sind alle mit CCS mit mind. 50kW verfügbar. Jaja, andere Fahrzeugklasse, aber das Model 3 ist ja auch noch nicht wirkl verfügbar im Gegensatz z. B. zum i3.

 

notting


Fri Mar 16 19:33:22 CET 2018    |    notting

@ballex: Mir war so, dass bei der DC-Ladung i.d.R. die Ladeintelligenz in der Wallbox sitzt, anders als bei AC. Sprich in der Theorie könnte man dann die Autos billiger machen, aber die Wallboxen werden deswegen etwas teurer sein.

Und wie gerade mal wieder geschrieben bin eben kein Freund von Stolperfallen überall wo regelm. Leute durchlaufen. IMHO muss das im Prinzip so schnell gehen wie aktuell beim Verbrenner. Und induktiv ist ineffizienter und bei "Stempel-Kontakt"-Lösungen von unten bin ich mir wg. dem Dreck- und Sicherheitsfaktor (bzw. Wasser) nicht so sicher (bzw. von oben wäre garantiert noch schlimmer, siehe z. B. https://www.gmx.net/.../...-schueler-stirbt-stromunfall-tirol-32872884 oder ähnl. im Bereich von Bahn-Oberleitungen.

 

notting

 

PS an alle: Keine Angst, ich melde mich schon, wenn die Diskussion hier IMHO zu OT wird. Im Moment sehe ich nichts gravierendes :-)


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