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09.01.2021 08:56    |    notting    |    Kommentare (0)    |   Stichworte: Anforderungen, E-Auto, EVSE, laden, Ladeziegel, Wallbox

Eure Anforderungen an die Lademöglichkeit? Bitte nicht 2 Antworten nehmen die widersprüchlich sind.

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Hallo!

 

Ihr habt nun in Gedanken bereits an eurem Stellplatz Strom, weil ihr insb. den vorherigen Artikel durchgegangen seid -> https://www.motor-talk.de/.../...ie-noetigen-komponenten-t7011691.html

Fehlt nur noch die eigentliche Lademöglichkeit (EVSE).

 

Warnung: Arbeiten selbst an Niederspannung (<=1kV AC (Wechselstrom) oder <=1,5kV DC (Gleichstrom)) die keine Kleinspannung ist (je nach Definition <=50V AC oder <=120V DC oder auch kleinere Werte) bitte nicht selbst machen, sondern Elektrofachkräften überlassen! Lebens-, Brand- und Versicherungsärger-Gefahr!

 

Dieser Artikel basiert auf meinen Informationen, die ich aus dem Internet, von verschiedenen Elektrikern und vom Stromnetzbetreiber habe. Bin selbst noch am überlegen was für ein E-Auto bzw. was für ein mobiles EVSE es werden soll. Kann daher nicht viel zu konkreten Produkten sagen. Bitte kommentieren, wenn was nicht stimmt oder jemand mehr Erfahrung damit hat als ich :-)

 

Nehmt auch bitte an der Umfrage teil. Hinweis: Z. B. fest montierte Wallbox und leicht mitnehmbar ist ein totaler Widerspruch. D.h. bitte nicht beides in der Umfrage anwählen wenn ihr sie ausfüllt.

Aber eine Wallbox kann durchaus ein fest angeschlagenes Kabel und eine Buchse für das E-Auto haben.

 

Die Frage AC- oder DC-Ladung möchte ich an dieser Stelle ausklammern. DC-Ladung kostet bei gleicher Leistung ein vielfaches. So richtig Sinn macht es auch erst wenn man >11kW Ladeleistung braucht. Die Auswahl an BEV mit 11kW AC ist sehr groß, wenn man von stark abgespeckten Varianten absieht. Dann sollte man das Geld ohnehin besser in eine etwas bessere Variante mit 11kW AC stecken. Zudem wird es bei >11kW generell komplizierter schon wegen dem Stromanschluss an sich.

Auch brauchen die meisten DC-Wallboxen ein Backend um überhaupt irgendwie zu funktionieren. D.h. sie sind eigentlich dafür gedacht mit einem Dienstleister verbunden zu sein, der sich um Wartung (z. B. Firmware-Updates) und Abrechnung kümmert. Kostet normalerweise ein paar EUR/Monat und benötigt noch eine Internet-Verbindung.

Es gibt wohl fertige Software um sein eigenes Backend aufzusetzen. Aber ob diese längerfristig gepflegt wird oder immer zügig an die "Feinheiten" der DC-Wallboxen angepasst wird, kann man bezweifeln.

Zudem gibt’s mobile DC-Ladelösungen, die es z. T. auch in einem Gehäuse zur Festmontage gibt. Die brauchen zwar kein Backend, haben aber meist keine Funktionen z. B. für Lastmanagement (wird später in diesem Blog-Artikel genauer erklärt) und sind in der Anschaffung noch teurer.

 

Deswegen soll es hier nur um AC-Lademöglichkeiten gehen.

 

Fest oder mobil?

Die Hauptfrage die sich nun stellt lautet: Feste oder mobile EVSE?

 

Vorteile fester EVSE, auch Wallboxen genannt:

- Kann am Ende billiger sein als eine mobile EVSE plus passender Steckdose. Wie schon mehrfach geschrieben sind Schukosteckdosen nicht dafür gedacht über Stunden nahe ihrer Nennlast betrieben zu werden. Desweiteren kann man sich ggf. den Unterverteilerkasten sparen.

- Wird eher von irgendwelchen Förderprogrammen gefördert als mobile EVSE.

- Schwieriger zu klauen.

- Eher standardmäßig was dabei, wo man das Kabel nach der Benutzung schön hinhängen kann.

 

Nachteile:

- Man kann sie nicht irgendwohin mitnehmen wo es nur z. B. CEE gibt.

- Nur wenn die Wallbox (auch) für eine Typ2-Dose verfügt, kann man ein längeres Kabel mit zwei Typ2-Steckern benutzen um z. B. ein Fahrzeug vor der Garage zu laden, z. B. wenn Gäste da sind. Wenn die Wallbox nicht über zwei Ladepunkte verfügt, kann man als Laie keine zweite Lademöglichkeit anschließen z. B. um Lastmanagement zusammen mit den Gästefahrzeugen zu machen.

- Fest angeschlagene Kabel können nicht von einem normalen Benutzer ausgetauscht werden, auch nicht bei Beschädigungen. Das muss ein Elektriker machen.

 

Ihr ahnt es schon: Bei mobilen EVSE ist es entsprechend umgekehrt.

 

In alle Fällen sollte man aber insb. Gehäuse inkl. Gehäuse der Stecker und Buchsen nicht zu lange zu hohen Temperaturen aussetzen. Durch den Stromfluss werden die Kontakte auch wegen fortschreitender Korrosion insb. unter längerer Volllast warm (oder bei Schuko sogar heiß). Zusammen mit den Außentemperaturen bzw. der Sonneneinstrahlung kann das auch zuviel werden.

Möglicherweise kann das ein Grund sein eine mobile EVSE zu kaufen, die man dem Sonnenstand entsprechend ab und zu umpositioniert, sodass sie wieder im Schatten liegt.

Oder man baut sich ein kleines Dach, wenn der Platz reicht. Aber die Gerätschaften bitte nicht mit einem weiteren Gehäuse umbauen, was wiederum für Hitzestau sorgen kann.

 

Mobile EVSE: CEE-Verlängerungskabel und -Verteiler

Für 3phasige CEE-Steckdosen gibt’s Baustromverteiler, mit denen ihr mehrere mobile EVSE gleichzeitig anschließen könnt. Auch gibt es CEE-Verlängerungskabel wenn z. B. das ein Auto von Gästen vor eurer Garage steht. Dabei aber bitte den nächsten Punkt zum Thema Lastmanagement beachten.

 

Wo wir gerade dabei sind: Eigentlich soll man über Schuko nicht über Stunden nahe der Nennleistung belasten. Die Notlösung wäre eine 1phasige EVSE (manchmal auch ICCB genannt) zu verwenden, die im Schukostecker einen Temperaturfühler hat und bei zu heißem Stecker den Strom reduziert. Das verlängert aber ggf. den Ladevorgang. Aber nur direkt in die Schukosteckdose stecken, keine Verlängerungen, sonst wirkt dieser Schutz nicht überall da wo man ihn braucht!

An dieser Stelle möchte ich mich bei den Blog-Lesern bedanken, die mich darauf hingewiesen haben, dass es sowas mit Temperaturfühler im Schukostecker gibt.

 

Ihr werde im übrigen auch merken, dass die Kontakte bei CEE viel dicker sind und viel schwerer reingehen als bei Schuko. Größere Kontakte und mehr Anpressdruck der Kontakte aufeinander bedeuten weniger Widerstand und damit weniger Erwärmung bzw. Korrosion durch Erwärmung.

 

Apropos: Mobile EVSE haben meist spezielle Kabel, die über eine vom EVSE auslesbare Codierung verfügen, damit z. B. 11kW CEE auch nur mit max. 16A/Phase belastet wird. Blöd wenn man z. B. von 16 auf 32A adaptert und dann daran das mobile EVSE anschließt. Dann von Hand bzw. über das Lastmanagement den Strom entsprechend begrenzen!

 

Lastmanagement und Solarstrom-Einspeisung bzw. Strom zu günstigen Zeiten aus dem Netz holen? Fernsteuerung?

Ihr möchtet evtl. in der Hauptsache dann laden, wenn eure Solaranlage gerade Strom erzeugt oder der Strom besonders günstig ist, weil gerade z. B. besonders viel Windenergie erwartet wird. Manche EVSE können das bzw. lassen sich ein ein Energiemanagement-System einbinden.

Oder ihr habt gerade ein Gastauto da, was gleichzeitig angeschlossen werden soll. Wichtig ist dann über eine manuelles oder automatisches Lastmanagement dafür zu sorgen, dass die Sicherung nicht auslöst. Automatisches Lastmanagement ist leider oft nur zwischen Geräten vom selben Hersteller einfach einzurichten. Sonst bleibt nur von Hand an den Geräten die Leistung entsprechend zu begrenzen.

 

Viele EVSE bieten die Möglichkeit sie mit dem Smartphone zu steuern. Lokal sogar ohne Internet soweit die WLAN- bzw. Bluetooth-Reichweite reicht oder auch über Internet über Server des Anbieters. Darüber kann man meist auch das manuelle bzw. automatische Lastmanagement steuern.

Übrigens: Viele E-Autos kann man übrigens auch aus der Ferne steuern inkl. den Ladevorgang. Oft aber nur gegen jährliche Gebühren an den Hersteller.

 

Diebstahl-/Zugriffsschutz und die Rechnung bitte!

Wallboxen sind schwieriger zu klauen, da sie angeschraubt sind. Aber auch mobile EVSE lassen sich z. B. zumindest am Kabel an der Wand festschrauben.

Allerdings sind alle Steckdosen (auch CEE) eine mögliche Schwachstelle was Stromdiebstahl angeht. Hier muss man sich etwas überlegen. Die Sicherungen sind aber nicht dazu gedacht jeden Tag 1x an- und wieder ausgeschaltet zu werden. Lieber einen abschließbaren Hauptschalter einbauen lassen (ist meist ein Loch wo man ein Vorhängeschloss reinmachen kann.

 

Viele EVSE egal ob mobil oder fest bieten die Möglichkeit auch ohne einen Abrechungsdienstleister zu beauftragen wie an öffentlichen Ladesäulen über RFID einen Zugriffsschutz bzw. ein Abrechnungssystem zu realisieren. Bei der Abrechnung ist zu beachten, dass man seinen Strom z. B. nur dann dem Arbeitgeber in Rechnung stellen kann, wenn mit einem geeichten Zähler gemessen wurde. Ein eigener Stromzähler reicht nicht. Es gibt EVSE mit integriertem geeichten Zähler.

 

Darf ich das EVSE im Freien benutzen? Was passiert, wenn ich mit dem Auto darüberfahre?

Der eine oder andere von euch hat evtl. keinen Stellplatz in einer Garage. D.h. auch das EVSE wäre ggf. draußen z. B. dem Regen ausgesetzt. Das geht aber nur gut, wenn es gut genug geschützt ist -> https://de.wikipedia.org/wiki/Schutzart

Die Schutzart oder auch IP-Klasse (international protection) besteht aus zwei Ziffern. Die erste beschreibt den Schutz gegen Berührung durch einen Menschen mit Hilfsmitteln bzw. den Schutz gegen Fremdkörper die "von alleine" reinfallen könnten. Die zweite Ziffer beschreibt den Schutz gegen Wasser. Höhere Ziffer heißt besserer Schutz. Teilweise stehen auch in den Bedienungsanleitungen Hinweise was man im Zusammenhang mit Wasser bzw. der Benutzung draußen nicht tun sollte.

Oft beziehen sich die Angaben aus guten Gründen nicht auf den Stecker der mit dem Stromnetz verbunden wird, z. B. CEE. Eine CEE-Dose im Freien könnte etwas aufwändiger sein, insb. zusammen mit den CEE-Steckern die meist an den EVSE-Kabeln dran sind.

 

Die Schutzart beschreibt aber nicht den Schutz gegen mechanische Einwirkungen wie z. B. das Überfahren des Geräts mit einem Auto. Manchmal sind die Kabel etwas steif und bewegen das kleine leichte mobile EVSE durch die Gegend oder es gibt sonstige Verkettungen unglücklicher Umstände. Ohnehin sollte man das mobile EVSE schön aufräumt haben, bevor man mit dem Auto weiterfährt.

Genauso wenig sagt das etwas über die UV-Beständigkeit des Gehäuses usw. aus.

 

Diese Hinweise gelten übrigens für alle elektrischen Geräte. Es kursieren im Internet z. B. Fotos wo jemanden der mitten in einem großen mobilen Pool am E-Grill steht. Nur Badelatschen dafür sorgen, dass eine 08/15-Mehrfachsteckdose knapp oberhalb der Wasseroberfläche bleibt. Ein super Beispiel wie man’s _nicht_ macht! :-(

 

Platzierung der Wallbox bzw. CEE-Dose

Nun kommen wir zum schwierigsten Thema, der Platzierung. E-Autos können an allen möglichen Stellen die Ladebuchse haben. Meist sind es die folgenden Varianten:

- klassisch wo sonst der Tankstutzen ist (evtl. auch auf der Beifahrerseite)

- Nasenlader (vorne)

- bei der Fahrertür

 

Wer für das gewünschte Fahrzeug keine ausreichend breite Garage hat, wird gerade dann Probleme haben, wenn die Buchse auf der Beifahrerseite ist. Das ist unbedingt beim Kauf des E-Autos zu berücksichtigen bzw. bei der Probefahrt in der eigenen Garage auszuprobieren.

Das Auto zum Laden draußen stehen lassen will man i.d.R. auch nicht. Zugefrorene Scheiben, Beschädigungen die es nicht gegeben hätte wenn das Auto in der Garage gestanden hätte uvm.

 

Im Carport muss man auch auf die Breite achten, damit der Stecker bzw. das Kabel nicht im Durchgang vom Nachbarn hängt.

 

Außerdem muss man aufpassen, dass das Kabel möglichst nicht den Lack berührt. Wegen Dreck am Kabel oder auf dem Lack können leichteste Vibrationen beim Laden dazu führen, dass Kabel und Lack aufeinander reiben und den Lack beschädigen.

 

Vorsicht Stolperfalle! Nur ein paar Gedanken, insb. hier sind Kommentare erwünscht

Generell muss besonders da wo man nicht der einzige ist der durchlaufen kann darauf achten keine Stolperfallen zu schaffen. Praktisch habe ich das Problem noch nicht.

Deswegen einfach nur ein paar Gedanken. Freue mich über Kommentare.

Evtl. kann man sich ab der Wallbox bzw. der CEE-Dose Haken oder Klettbänder montieren, wo man bei Bedarf das Kabel leicht ein- und aushängen kann. Oder man befestigt sich ein Seil an einem Haken ziemlich weit oben und an dem Seil das Kabel. Hier sollte man aber noch an 1-2 weitere Haken denken, wo man das Seil mit dem Kabel einhängen kann, damit es nicht wild herumbaumeln und z. B. das Fahrzeug beschädigten kann oder der Nachbar wegen dem Lärm weil der Stecker immer irgendwo dagegenschlägt nicht schlafen kann. Das gilt insb. wenn der Wind durch den Carport weht.

Wenn man in der Breite nicht viel Platz hat, kann man aber beim Durchlaufen an den Haken hängen bleiben und die Kleidung beschädigen oder es kann einen kleinen blauen Fleck verursachen.

Eine Alternative sind Kabelbrücken. Das sind sozusagen Kabelkanäle für den Boden. Bekommt man fast überall wo es Elektronik bzw. Elektrokabel gibt, z. B. auch Baumärkte. Mal unter dem einen und mal unter dem anderen der beiden genannten Namen. Allerdings muss das Kabel dann so lang sein, dass es ein ganzes Stück flach auf dem Boden liegen kann.

An der Stelle wo das Kabel wieder nach oben geht, hilft es allerdings nicht.

 

Merke gerade beim Schreiben, dass verschiedene Variationen der Verlegung des ortsveränderlichen Kabels für einen eigenen Blog-Artikel reichen könnten. Leider habe ich noch kein E-Auto um einiges selbst zu testen. Freue mich insb. zu diesem Teil auf eure Kommentare. Vielleicht wird irgendwann ein Blog-Artikel daraus, wenn ich selbst ein E-Auto habe. Denn ich favorisiere die Lösung mit dem mobilen EVSE :-)

 

EVSE-Tests gibt’s z. B. beim ADAC:

Mobile EVSE: https://www.adac.de/.../

Einfache Wallboxen: https://www.adac.de/.../

Wallboxen mit Lastmanagement: https://www.adac.de/.../

 

notting

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