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19.12.2010 01:34    |    MT-Tom    |    Kommentare (13)    |   Stichworte: Checkliste, iPhone, Touareg, Volkswagen, Vorbereitungen

In den letzten beiden Tagen habe ich meine Hausaufgaben gemacht. Zugegeben ich bin kein Rallye-Enthusiast. Wenn ich an Rallye denke, dann manifestiert sich die WRC und die damit aktuell verdrahteten Namen und Legenden. Paris-Dakar ist bzw. war mir natürlich auch ein Begriff, aber wirklich intensiv beschäftigt habe ich mich noch nie damit... bis gestern! Mit dem Resultat, das ich jetzt nicht mehr nur neugierig, aufgeregt und gespannt bin, sondern sich auch etwas Angst, oder besser Respekt, dazu gesellt hat.

 

Heute: Was steckt hinter der Dakar Serie, meine aktuellen Vorbereitungen, was gibt es zur Dakar im Netz und natürlich die Hausaufgaben. Noch 10 Tage bis zur Abreise...

 

Die "Auskenner" können die folgenden Absätze gern überspringen. Aber mit allen, die sich dem Thema "Dakar" noch verhältnismäßig Jungfäulich gegenüber fühlen, will ich gern teilen, was ich gelernt habe.

 

The Dakar - Die Geschichte

Vor mehr als 30 Jahren vom Franzosen Thierry Sabine als "The Paris-Dakar" ins Leben gerufen etablierte sich die Rallye schnell als Motorsportereignis der Extreme. Nicht nur die 10.000 Km, die es zurückzulegen gilt, sondern auch die Tatsache, dass Motorräder, Quads, Autos und Trucks sich gleichzeitig dieses Rennen liefern ist spektakulär anzusehen. Die Strecke führt zu einem großen Teil durch die großen Afrikanischen Wüsten und verlangt den Fahrern dabei das Äußerste an fahrerischem Können, Kondition und vor allem Willenskraft ab.

 

Ein "normaler" Tag der Rallye startet in der Regel zwischen 5 und 6 Uhr morgens. Die Gesamtstrecke des Tages, oft zwischen 400 und 600 Km ist dabei meist in drei Abschnitte unterteilt. Der Anfahrt, das können gern auch mal 100 bis 200 Km sein, dem sogenannten "Special" und der Fahrt ins Lager (auch Bivouac genannt). Natürlich müssen die Fahrer die Gesamtstrecke innerhalb des Tages schaffen, die eigentliche Zeitwertung erfolgt aber "nur" für die Strecke des Specials. Allerdings ist dass dann auch die Strecke, die es wirklich in sich hat. Das heißt, die Fahrer müssen also erst einmal zur eigentlichen Challenge fahren, dann richtig Gas geben und dabei nicht ihr Fahrzeug oder sich selbst zerstören und dann noch in das neue Lager fahren. Sind sie im Lager angekommen kann die verbleibende Zeit bis zum nächsten morgen mit Reparaturen an den Fahrzeugen und "Erholung" für die Fahrer verbracht werden. Oft kommt es bei besonders anspruchsvollen Specials vor, dass die Fahrer bis zu 20 Stunden auf den Rädern und in den wenigen verbleibenden Stunden bleibt dann oft keine Zeit mehr, um Mann und Material wieder fit zu bekommen. Deswegen hat die Rallye nicht zu unrecht den Ruf einer "Materialschlacht".

 

Diese Strapazen ziehen aber oft auch noch mehr nach sich. Die dunkle Seite der Dakar sind die vielen Toten und Verletzten, sowohl unter den Fahrern, als auch unter den Zuschauern. Bis heute hat die Dakar Serie über 60 Menschen das Leben gekostet, darunter auch Thierry Sabine, der mit 5 Begleitern 1985 in einem Sandsturm in einem Hubschrauber verunglückte. Auch wenn die Dakar-Veranstalter fast schon mit militärischer Präzision alles durch organisieren und mit Flugzeugen, Helikoptern, Trucks und mit einem großen medizinischen Team vor Ort sind. Die Dakar ist und bleibt ein Motorsport-Extrem-Ereignis in den Extrem-Gebieten unseres Planeten. Wüsten sind nicht ohne Grund zum größten Teil unbewohnt, hier ist jeder Tag gleich Lebensfeindlich. Läßt man sich darauf ein, verläßt man die bequeme Couchperspektive, weiß man zwar nicht, welches Gesicht einem die Wüste und mit ihr die Dakar zeigt... aber in jedem Fall wird man sich sein Leben lang daran erinnern.

 

Vorbereitungen

Nachdem ich nun "alles" gelesen habe, was man im Netz zur Dakar finden kann und mir die Dokumentation "Race to Dakar" angeschaut habe (übrigens empfehlenswert) bin ich umso mehr gespannt, aber auch angespannt. Seit Tagen beschäftige ich mich latent mit den Vorbereitungen. Die umfangreichen Dokumente sind alle ausgefüllt, jetzt geht es "nur" noch darum zu überlegen, was alles mit soll/muß/kann/darf. Meine aktuelle Checkliste sieht aus wie folgt... für Anregungen und Ideen bin ich aber mehr als dankbar:

 

Bücher und Lesestoff

- Lonely Planet - South America, Lonely Planet - Travel Photography

- SAS Survival Handbook, The Survivers Club

- The Luck Factor, letzten beiden Runners Wold Ausgaben

Die Survival Bücher sind schon länger in meinem Besitz, aber dazu schreibe ich voraussichtlich noch einmal einen extra Artikel :)

 

Reiseapotheke

Zu der üblichen Apotheke mit allem drum und dran sind mir bisher noch folgende zusätzlichen Sachen eingefallen: Mosquitomittel mit hohem (50%) DEET-Anteil, Sonnencreme, Lippenbalsam, Aftersun, Immodium Akkut, Kohle-Tabletten, Desinfektionsmittel, Fenistil-Gel gegen Insektenstiche.

 

FirstAid/Survival-Kit

Ich habe eigentlich immer ein kleines Erste Hilfe Paket mit den üblichen Inhalten dabei. Da mein letztes aber in Teilen schon angebrochen war, habe ich noch einmal ein neues bestellt. Was das Survival-Kit angeht, bin ich eventuell etwas über das Ziel hinaus geschossen :) aber so habe ich wenigstens endlich mal eine Ausrede, um das Teil zu kaufen. Natürlich habe ich mich am SAS Kit orientiert.

 

Ausrüstung

Hier überlege ich noch. Wir bekommen wohl ein Zelt und Schlafsack mit Isomatte etc. gestellt, allerdings gehört zu einer guten Basisausrüstung noch einiges mehr. Ich habe nur die Befürchtung, dass ich auf Grund meiner aktuellen "Oh mein Gott, worauf hast Du Dich eingelassen!" Stimmung auch hier etwas zu viel des Guten vor habe. Im Prinzip schwirrt mir noch Folgendes im Kopf herum, was ich noch besorgen bzw. mitnehmen will: Taschenlampe(n), Trinkschlauch, Trinkflasche, Desinfektionstabletten, Reisekopfkissen, Thermodecke, Leatherman...

 

Technik

Hier wird es kompliziert, da ich ja während der Dakar so viel wie möglich berichten möchte muss eine Menge Kram mit: Laptop inkl. ordentlicher Verpackung, Netzteile, Ladegeräte, Verteiler, Adapter, Kabel, Kamera inkl. Zubehör, Akkus, CDRs für Musik im Auto, Kopfhörer, Micro, Festplatte.

 

Kleidung

Tagsüber sitzen wir für hunderte Kilometer in den Amarocks, fotografieren an der Strecke und laufen im Lager in der Wüste durch die Gegend. Am Abend sind wir dann in der Regel im Hotel, einige Nächte werden wir aber auch im Lager schlafen dürfen/können/müssen. Soweit ich das überschauen kann ist es in der Wüste ziemlich warm, also sollten wohl viele Atmungsaktive T-Shirts her. Da ich ein "heller Typ" bin vermutlich leider sogar Langarm-Shirts :-(. Wegen der Mosquitos machen lange Sachen eventuell sowieso mehr Sinn, aber wenn die wirklich so groß wie Falter sind, dann kümmert die so eine Jeans vermutlich auch wenig. Habt ihr eine Empfehlung, was ich zum anziehen einpacken sollte?

 

Rallye MobilRallye MobilDakar Mobil

Ansonsten bin ich natürlich fleißig am Recherchieren. Dabei bin ich heute über diverse iPhone Apps gestolpert, die in dem Zusammenhang mehr oder weniger Sinnvoll erscheinen:

 

WordLens (3,99 EUR pro Sprache)

Gerade "ganz doll hipp und auch neu!". Die Idee ist auch wirklich genial. Man "zielt" mit dem iPhone auf das zu übersetzende Schild oder Wort und die App ersetzt den Originaltext im Bild durch die Übersetzung. Das sieht im Demo-Video grandios aus. Gerne berichte ich, was es in der Praxis vermag. Schön, dass es Spanisch-Englisch kann... das passt für Argentinien/Chile ja perfekt.

 

Lonely Planet - Sprachführer Spanisch-Deutsch (4,99 EUR)

Ein Sprachführer halt, aber sehr kompakt und einfach in der Bedienung.

 

Rallye mobil (kostenlos)

Eine App von Volkswagen Motorsport, übrigens die Einzige die ich im Appstore gefunden habe unter dem Suchbegriff "Dakar". Die App enthält Berichterstattung, Technik des Race-Touareg 3, Informationen zur Strecke und Statistiken. Da die Rallye noch nicht begonnen hat ist der Inhalt noch überschaubar, aber interessant finde ich den Ansatz schon, hier die aktuellen Informationen in einer App zu bündeln. Auch hier mehr, sobald die Rallye begonnen hat.

 

Dakar im Internet

Unter dem Punkt werde ich den nächsten Tagen sicher noch mehr vorstellen, was zur Dakar im Internet zu finden ist.

 

Gerade habe ich gesehen, dass das X-Raid Team mit ihrem Mini All4 Racing, einem umgebauten Mini Countryman, bei der Dakar mitfährt. Mehr dazu auch bei ihrem Twitter Account.

 

Dirk von Zitzewitz, einer der Volkswagen Co-Piloten und Dakar Champion 2009, schreibt in seinen Blog aktuell über die neuen Änderungen im Dakar Regelwerk zur Navigation. Mal schauen, ob dort in Zukunft noch mehr zu finden ist. Sonst ist Dirk von Zitzewitz auch bei Facebook zu finden.

 

Hausaufgaben

- Regelwerk lesen (okay, vermutlich eher überfliegen)

- Reiseunterlagen vervollständigen

- Checkliste vervolständigen

- Fehlende Ausrüstungsgegenstände besorgen

- Deutsche Dakar Teilnehmer recherchieren

- mit Kamera vertraut machen

 

So das war es für heute... in den nächsten Tagen gibt es mehr. Über Vorschläge und Ideen zu meiner Checkliste würde ich mich freuen :)


19.12.2010 11:25    |    UHU1979

Ich verfolge die Dakar schon einige Jahre und finde die Idee, hier auf MT von "Vor Ort" zu bloggen, gut. Ich hoffe dabei, dass dabei VW nicht zu stark im Vordergrund stehen wird, sympathisiere ich doch eher mit X-Raid und Robby Gordon.

 

Spätestens seit sie in Südamerika und nicht mehr in NW-Afrika ist, sollte die Sicherheit gestiegen sein und das Extreme hat auch abgenommen. Vielleicht könnte man schreiben, dass etwas vom ursprünglichen Reiz verloren gegangen ist. Als Begleiter des Trosses würde ich mir zumindest keine Befürchtungen hegen, zumal Argentinien und Chile jetzt nicht die gefährlichsten Reisegegenden sind. Somit sollte man das entspannt bzw. auf seine Aufgabe konzentriert ohne Angst im Hinterkopf angehen lassen.

 

Auf jeden Fall wünsche ich viel Spaß bei der Reise.


19.12.2010 15:02    |    Spurverbreiterung9951

Wenn ich lese, dass ihr an ein paar Tagen im Zelt übernachtet, solltest Du vielleicht überlegen, ob Du ein kleine Solarzelle kaufst, mit der Du den Laptop oder die anderen elektronischen Geräte laden kannst.


19.12.2010 15:23    |    MT-Tom

@UHU1979

auf die Teams bin ich auch sehr gespannt. Da ich bei Volkswagen im Konvoy mitfahre drücke ich den Teams natürlich die Daumen. Aber ich werde auch versuchen mit den anderen Teams ins Gespräch zu kommen.

 

Wie gesagt, "Angst" ist auch zu viel gesagt. Aber ich denke für viele Fahrer ist die Dakar wirklich ein absoluter Höllenritt und für viele geht es eher darum, überhaupt bis zum Ende durchzuhalten und nicht um einen Platz auf dem Treppchen. Das ist schon etwas ganz besonderes und irgendwie beängstigend :)


19.12.2010 16:56    |    Provaider

Ich würde auf das Immodium akut evtl verzichten. Denn in diesem Ländern komnt das ja vom verschmutzen Wasser, das Immudium macht aber nichts anders wie den Darm zu lähmen, d.h. bleiben die Bakterien noch länger im Darm. Dort evtl mit Antinal oder vergleichen Antibotikum eindecken.

 

Achja, den Blog Artikel nochmal neu verfassen. Der Bilderbug ist wieder aktiv.


19.12.2010 23:20    |    UHU1979

Zitat:

Aber ich denke für viele Fahrer ist die Dakar wirklich ein absoluter Höllenritt und für viele geht es eher darum, überhaupt bis zum Ende durchzuhalten und nicht um einen Platz auf dem Treppchen.

Na klar, gerade für die kleinen Teams ist die Herausforderung - ohne Servicepersonal und Wasserträger - immens. Das macht ja den Reiz dieser Veranstaltung aus. :) Und genau deswegen habe ich auch größten Respekt vor den Privatiers.

 

Dakar auf MT - :cool:


20.12.2010 12:46    |    waschbaer123

was mir noch einfällt: Wasser Desinfektionstabletten oder so einen tragbaren Water purifier. Willst ja nicht die ganze Zeit auf dem Topf hängen, oder :eek:


20.12.2010 20:25    |    Achsmanschette17725

Ohhh wie gern würde ich mit dir mitfahren...

Ich würde mir ein paar Oropax (oder wie die dinger heißen...) mitnehmen, damit du im Biwak ordentlich schlafen kannst.


21.12.2010 14:12    |    MT-Tom

@Provaider

Super Tipp. Antibiotika sind ja verschreibungspflichtig, aber ich schaue mal in der Apotheke nach dem Antinal.

 

@Waschbaer123

Naja mit dem Wasser ist das immer so eine Sache. Mal schauen, wie sich mein Magen schlägt. Wasserdesinfektionstabletten habe ich schon im Gepäck, hoffe aber, dass die nicht unbedingt eingesetzt werden müssen.

 

@R3nns3mm3l

Oropax gehören sowieso in meine Grundausstattung. Wer auf Zeltplätzen oder Zügen oder auch Flügen schlafen will ist darauf manchmal angewiesen. Allerdings werde ich es erstmal ohne probieren, in unbekannter Umgebung ist es unter Umständen auch ganz gut, wenn man von komischen Geräuschen geweckt wird...


23.12.2010 19:03    |    Spurverbreiterung2626

Der X-Raid Mini ist gar keiner, da hängt der X3 vom letzten Jahr drunter und die haben dem Teil nur ein Mini Chassis oben drauf gesetzt. Wäre schön, wenn du neben den Autos auch ab und zu mal einen Blick in das Lager der Biker/Quadfahrer und Brummilenker werfen könntest, diese Gruppen sind ja auch auf MT vertreten :)

 

Wir schauen dann immer brav Eurosport und gucken ob wir da MT Pumuckl im Hintergrund durchs Biwak laufen sehen :D


25.12.2010 01:55    |    DonMega42

Wenn du nachts in der Wüste pennst, kann es kalt werden, ganz im Ernst ;)

 

Und vielleicht solltest du dich bei der Bekleidung auch etwas an den Arabern orientieren, die laufen ja auch nicht in T-Shirt und kurzen Hosen rum. ;)


25.12.2010 05:54    |    VR6-Matze

Taschenlampe mit Dynamoprinzip würde ich einpacken... dann hast du auch wirklich Licht wenn du es brauchst.

In die Reiseapotheke würde ich mir wohl auch noch eine leicht Kortisionhaltige Salbe packen für entzündliche Hautreizungen.

 

Ansonsten wünsche ich dir viel Spaß und eine Blessurenfreie Zeit.

 

Gruß

Matze


26.12.2010 23:44    |    Phaetischist

Nimm dir auch was warmes mit. Abends wird es auch mal frisch. Und schöön viele Amorak Bilder... ich bin gespannt. ;)


28.12.2010 06:18    |    myinfo

Hi Tom,

 

Wärmepflaster und eine entzündungshemmende Salbe nicht vergessen. Nichts wäre ärgerlicher als ein verspannter Nacken oder Rücken.

 

 

"Wednesday, 5th January > Leg 4: San Salvador de Jujuy - Calama

The summit of the rally

 

Road section, 554 km

Special, 207 km

 

The Dakar leaves Argentina provisionally to cross the Andes mountain range via the Paso de Jama pass. To reach this point, the climb will start during the night. Once they have crossed the border, the crews will ascend to an altitude of 4,800 metres, i.e. the same height as Mont-Blanc, without crampons or ice-picks! In sporting terms, the arrival in Chile also heralds the entrance to the Atacama Desert and the first off-track racing of the rally. The start of the relatively short special stage will take place at 3,300 metres. At this point, the vehicles will have to handle stony terrain as the dunes approach."

 

MT im Höhenrausch! :D Viel Spaß bei dem Abenteuer!


Deine Antwort auf "Dakar, ich habe glaube ich habe Angst... ähhh Respekt!"

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