• Online: 4.436

Friedrichs Geschichten

Alles über den W201 und Friedrich - meinen 190er!

13.10.2014 20:31    |    el lucero orgulloso    |    Kommentare (26)

Nach der Vollendung!Nach der Vollendung!

Aus einer PN - ausnahmsweise...

Zitat:

Original geschrieben von el lucero orgulloso am: 04.12.2013 22:30

Jetzt mal ohne Schmarrn - irgendwie hat's mir deiner (dein Wagen, Anm. des Autors) mal eben angetan... (Ist die perfekte Mischung zwischen Antike (keine Klima, Kurbeln hinten) aber auch coolen Features (Sitzheizung, ASD...)).

Die erste Woche der Weihnachtsferien ist vorbei - wir schreiben Montag, den 30. Dezember 2013 und Lucero hat um 3 Uhr nachts scheinbar nicht besseres zu tun, als sich mit einem Großteil seiner Ersparnisse in bar in der Tasche irgendwo zwischen Bahnhof und Fußgängerzone herumzutreiben und zweifelhaften Gestalten auszuweichen, welche wohl in nicht unerheblicher Menge Flüssigkeiten konsumiert haben, welche erst dank bestimmter chemischer Reaktion, bei welcher die Vergärung von Zucker die Hauptrolle spielt, ihren Reiz erhalten.

 

Ich selbst war aber hellwach - doch von vorne.

 

Nach etwas PN-Wechsel fanden der Verkäufer und ich eben jenen 30. Dezember als passendes Datum heraus - ja, sollte dies dieser historische Tag werden, an welchem ich mein erstes Auto kaufe?

Meine Aufregung bezüglich des Ganzen kann vielleicht mittels dieser PN gut wiedergegeben werden...

 

Unpraktischerweise stand das Objekt der Begierde in Salzgitter - also mal wieder Ewigkeiten von mir entfernt. Um das ganze Unterfangen dennoch in einem Tag unterzubringen, war ich auch aufgrund der schwierigen Bahnverbindungen gezwungen, einen Zug zu nehmen, welcher bereits um 4:40, einer höllisch frühen Uhrzeit für mich, vom Gleis rollt.

Aber was blieb mir anderes übrig?

 

Ich informierte einen guten Freund von mir und fragte, ob er abends nicht mit mir Essen gehen wolle - er stimmte sofort zu und war danach noch meine Rettung, als ich auf einmal kein Geld von meinem Konto abheben konnte und er mir ohne zu zögern gleich einen wirklich stolzen Batzen Geld geliehen hat. Ich fuhr abends nach Saarbrücken, mein Freund brachte seine Schwester mit und wir verbrachten einen netten Abend, bei welchem ich hoffte, dass ich möglichst wenig Zeit alleine verbringen muss. Tatsächlich sollten meine Begleiter um 2:00 Uhr zu Hause sein, wobei uns ausgerechnet dann eine Heißhungerattacke noch den nächsten Döner-Mann ansteuern ließ.

Um 2:30 war ich dann allerdings allein...

 

...das heißt, so ganz allein war ich nicht.

Auf dem Bahnhof verfolgten noch zwei junge Damen das gleiche Ziel wie ich: Möglichst ruhig und ungestört auf den Zug warten.

Ich setzte mich mit dem Rücken zu ihnen und verfolgte das urkomische Gespräch, zu welchem sie durch einen gut alkoholisierten Mitt-50er gezwungen wurden. Da erfuhr ich, wo man in der saarländischen Landeshauptstadt am besten trinken kann, dass der Mann jeden Tag feiern geht und sonst lauter tolle Dinge.

Ich versucht mich von dem Gelaber mit Lesen abzulenken - irgendwann war's eh vorbei und ich war auch (gerade nach der Abreise der beiden Frauen) sehr mit mir selbst beschäftigt.

 

In meinem Kopf hämmerte ein "Noch kannst du umkehren." oder ein "Du musst das alles nicht machen - lass es sein."

Um 4:40 fuhr der IC dann ab und bis Mannheim ließen diese Gedanken kaum nach. Da wäre es spielend einfach gewesen, wieder nach Saarbrücken zu fahren und alles so zu lassen, wie es ist. Aber nein - als der ICE aus Mannheim losfuhr, hielt ich bis Braunschweig tapfer durch. Von dort aus fuhr nach Salzgitter ein Bummelzug, welcher ein Drittel so schnell, und drei Mal lauter fuhr und in welchem mir die 10 Minuten Fahrt wie 2 Stunden vorkamen.

 

Das erste, was mir in Salzgitter auffiel, waren Rentner! Viele Rentner! Sehr viele Rentner, die am Montag als erstes wohl alle ins Einkaufszentrum mussten. Den Rentnermercedes, einen W124 250 D erblickte ich dann wenig später, stieg ein und ließ mich zum Objekt der

Begierde chauffieren.

 

Da stand er nun also, der 190 E.

Ich tigerte schon mal eine kleine Runde drum herum, während der Verkäufer die Scheiben von Eis befreite, und mir den Schlüssel überließ, damit ich den ersten Kaltstart des Tages übernehmen konnte. Der Motor sprang spontan an und wenig später waren wir auch schon unterwegs.

Da ich den Verkäufer ja bereits kannte und er mich natürlich ob meiner strapaziösen Anfahrt nicht veräppeln wollte, erwartete mich ein Wagen, der ziemlich genau der Beschreibung entsprach. Ein paar Kleinigkeiten waren natürlich unschön und mit der Zeit zu beheben, aber generell war alles noch fast überraschend knackig und frisch.

 

Zurück auf dem Hof des Verkäufers schaute ich mir das Auto noch mal kurz an und nickte bedächtig - ich wollte den Wagen mitnehmen!

Wir gingen also ins Haus um die Formalitäten zu erledigen. Ich tauschte eine Unterschrift auf einem vielleicht 3 Cent teueren Blatt Papier gegen einen Briefumschlag, der viel schwerer wog...

Bei dessen Übergabe schossen mir natürlich noch mal die Worte "Nein, nicht - mein Geld, gib her - ich will nicht!" durch den Kopf, doch es war geschehen und ich sah auch lieber nicht hin, als das Geld noch mal nachgezählt wurde.

 

Flugs wurde noch das Radio getauscht (der Verkäufer hat sich ein Mercedes Exquisit eingebaut, welches wieder gegen das originale Becker Europa 2000 gewechselt wurde), dessen Code eingetippt, das Navi programmiert und es war angerichtet: Ich konnte meine erste Tour mit meinem eigenen Wagen starten, welche es gleich mal in sich haben sollte!

 

Ich tankte den Mercedes und hatte ursprünglich vor, in einem gemächlichen Tempo bis 120 Km/h gen Süden zu cruisen, weil mir der Verkäufer seine Zulassung samt seiner Versicherung anvertraut hat, was natürlich auch ein gewisses Risiko birgt.

 

Schnell hatte der Mercedes aber mein Vertrauen und ich hatte seines. Zack, standen 160 Km/h und mehr auf dem Tacho und ich war trotz einer wirklich schlaflosen Nacht hellwach, sodass ich die Fahrt problemlos ohne Pause bewältigen konnte.

Dabei verhielt sich der Wagen einfach nur beeindruckend gut. Die Automatik schaltete perfekt runter und hoch, der Motor arbeitete unauffällig und alles funktionierte eigentlich noch besser, als ich es erwartet hätte.

 

In Saarbrücken angekommen, parkte ich den Wagen direkt vor dem Landespolizeipräsidium Saarland und ließ ihn stehen.

Ich hatte es geschafft!

Mittlerweile war es schon 17:00 Uhr und ich hatte seit fast 16 Stunden nichts gegessen. Ich lief noch kurz in die Saarbrücker Innenstadt, holte zwischendurch die C-Klasse und fuhr dann endlich nach Hause.

 

Da hatte ich also nun mein Auto, meinen Mercedes 190 E 2.0.

Aber ist euch Lesern eigentlich aufgefallen, dass ich, obwohl ich bei meinen Eltern wohne und es auch noch etwas dabei bleibt, diese noch nirgendwo erwähnt habe?

Wieso habe ich den Wagen seit dem 30. Dezember und schreibe erst im Oktober die Blogs darüber?

Was es mit alldem auf sich hat, erfahrt ihr in der nächsten, ganz besonderen Folge! :)

Hat Dir der Artikel gefallen? 17 von 20 fanden den Artikel lesenswert.

05.10.2014 21:19    |    el lucero orgulloso    |    Kommentare (26)

Welcher darf's werden?Welcher darf's werden?

Zu allererst muss man klar sagen:

Sämtliche Überlegungen hatten einen eindeutigen Tenor - eigentlich hatten wir ja gar keinen Bedarf an weiteren Autos.

 

Schon der E 320 war ein reiner "Spaßkauf" - der Schwarze fristet bei uns das genussvolle Dasein eines reinen Liebhaber- und Schönwetter oder auch Hobbyautos. Dementsprechend wurde er auch kritisch von meiner Mutter beäugt, welche das in das vermeintlich unnötige Auto investierte Geld lieber woanders hinfließen gesehen hätte.

 

Umso mehr spitzte sich die Lage zu, als dann noch Takeshi, der Toyota iQ, in unseren Fuhrpark fand. Wieder fragte meine Mutter, welches Auto denn nun gehen müsse, wobei die Männerfraktion der Familie (bestehend aus meinem Vater und mir) nicht die Notwendigkeit sah, ein Auto zu verkaufen. Die C-Klasse ist eh nichts mehr wert, fährt aber noch sehr anständig und zuverlässig und die beiden 124er fahren eh viel zu gut und sind viel zu praktisch, als dass man einen Verkauf irgendwie rechtfertigen könnte.

 

Und so unterhalten wir hier, von vielen Bekannten ob der "vielen Autos" belächelt (4 für 3 Führerscheine in einer Gegend, wo man ohne Wagen nirgendwo hinkommt...), munter den Fuhrpark weiter.

Auf lange Sicht gesehen waren mal Modernisierungen angepeilt. Fahrzeuge aus dem Land der aufgehenden Sonne sollten die vielleicht mal untergehenden Sterne beerben - aber es bestand kein Druck und Geld war sowieso nicht so richtig da (zumal wir vor eventuellen Kaufinteressenten für einen der W124 derzeit keinen handfesten Verkaufsgrund erklären könnten).

 

Doch um zum Punkt zu kommen:

Kann das alles einen wahren Autofan daran hindern, die einschlägigen Autobörsen mit einem ernst gemeinten Hintergedanken nach Möglichkeiten fürs erste Auto zu durchsuchen?

Die klare Antwort habe ich in meinem letzten Blogartikel schon vorweggenommen: Nein, kann's nicht!

 

Und so sondierte ich den Markt nach irgendwas, was ansatzweise ins Beuteschema passen könnte - dank Hans' Gasthaus, welches ich an dieser Stelle herzlich grüßen möchte, war mein Horizont deutlich geweitet.

Aber kaum klickte ich von einer der großen Opel-, Volvo- oder Ford-Limousine wieder zu einem Mercedes, existierten alle vorherigen Fahrzeuge kaum mehr. Trotz aller erlangten Offenheit schien ich schnell zu wissen, was mich wirklich glücklich machen konnte.

 

Es kamen also noch W124 und W201 infrage und ich suchte nach beiden Autos ohne großen Zwang mehr oder weniger parallel.

Doch irgendwie ging vom kleinen 190er schon früh die größere Anziehungskraft aus. Sein großer Bruder hatte mich früh in puncto Ausstattung versaut - unsere beiden Exemplare haben davon schließlich reichlich und mir würde wahrscheinlich irgendwie was fehlen, wenn ich zumindest nicht einen Teil der Ausstattung auch in meinem Exemplar vorfinden würde. Außerdem: 2 124er-Limousinen im Fuhrpark? Muss auch nicht sein... ;)

 

Der "Baby-Benz" hatte mich erstmalig in seinen Bann gezogen, als wir ihn mal als Leihwagen von unserer Mercedes-Werkstatt bekommen haben. Mehrmals lief ich dann noch in die Garage runter um mir den Kleinen anzuschauen, weil ich einfach irgendwie begeistert von dem Kleinen war.

Natürlich verirrte sich auch mal ein schicker, silberner W124 als 230 E auf meinen "Parkplatz". Mit einer guten Ausstattung (Sportline, die sehr seltene Einzelsitzanlage hinten und ein wenig Elektrik) wusste er zu glänzen, aber mit einem viel zu weit entfernten Standort fiel er eigentlich wieder raus...

 

Eines Tages erblickte ich dann einen Mercedes 190 E 2.3 Avantgarde Azzurro in meiner Suche, welcher zu einem erschwinglichen Preis in meiner Nähe stand. Normalerweise werden diese Modelle zu Recht ziemlich hoch gehandelt, weshalb ich mehr oder weniger auf einen recht dürftigen Zustand eingestellt war.

Nichts desto trotz schrieb ich den Verkäufer an und wir verabredeten uns nach eines Morgens zu einer Besichtigung.

 

Der Azzurro, welcher mein absolutes Lieblings-Sondermodell unter den 190ern darstellt, war allerdings gar nicht so schlimm, wie erwartet. Der relativ junge, sehr freundliche und offene Verkäufer zeigte mir sogar ganz stolz die absolut intakten, weil renovierten Wagenheberaufnahmen des Wagens. Sämtliche Azzurro-Ausstattung (auch die Bordmappe und die originalen Fußmatten) waren vorhanden - das hat mich sehr positiv überrascht.

Dennoch hatte der Wagen natürlich ein paar Macken, welche schnell erklärt wären:

1.) Das Schaltgetriebe!

2.) Zu wenig Historie (der Vorbesitzer hat sich das Fahrzeug aus Jux gekauft, ist damit 500 Km innerhalb eines halben Jahres gefahren und wusste dementsprechend nichts über das Auto), ein getauschter Tacho (echter Km-Stand "irgendwas" um die 350 000) und naja - generell stimmte eben das Bauchgefühl auch aufgrund einiger abenteuerlicher Reparaturversuche eigentlich überhaupt nicht.

So war ich froh, als der Wagen dann auf ein Mal aus dem Internet verschwunden war. Ich schrieb dem Verkäufer noch eine kurze Nachricht und er teilte mir mit, dass ihn jemand angeschaut und direkt bar bezahlt hat - gut so!

 

Ganz unbeschwert konnte ich also weitersuchen und sehen, was der Markt noch so hergibt.

Und wie es dann so ist: Ich fand nichts mehr, aber irgendwie kam mir dann ein Auto zugerollt! :)

 

Ein guter Freund hier auf MT kaufte sich nämlich einen 190 E 2.0 als Übergangswagen, welcher zunächst einen R129 SL 320 beerbte.

Er war war auf der Suche nach einem 124er T-Modell, weil dieses sein erstes Auto war und mit der Zeit natürlich schlauer war, was ihn zu dem Schluss "Ein T-Modell verkauft man nicht." kommen ließ.

Leider denken viele T-Modell-Besitzer so, weshalb sich die Suche noch ziehen sollte und ein nahtloser Übergang zwischen SL und dem S124 nicht möglich war.

 

Irgendwann wars aber dann soweit - ein 300 TE war gefunden und der Baby-Benz sollte weg.

Ich beobachtete das Ganze gerne und bedächtig, habe ich vom Verkäufer bereits ein klassisches Mercedes-Radio gekauft und war damit hochzufrieden.

Ich sagte mir, eigentlich brauche ich den Wagen nicht und wofür überhaupt.

Aber es half alles nichts - der PN-Verkehr wurde intensiver, mir wurden preislich exklusive Konditionen gewährt und ich verguckte mich mehr und mehr in den Wagen.

 

Und irgendwann begann dann die vielleicht waghalsigste Aktion meines noch kurzen Lebens - lest es in der nächsten Folge! :)

Hat Dir der Artikel gefallen? 11 von 13 fanden den Artikel lesenswert.

Friedrichs Fahrer

el lucero orgulloso el lucero orgulloso

Unaussprechlicher


 

Friedrichs Grußwort

Hallo...

...und herzlich Willkommen bei Friedrichs Geschichten. :)

 

Hinweis:

Alle Artikel sind auf die Darstellungsgröße L ausgelegt (Einstellung am unteren Seitenrand).

Friedrichs Verfolger (71)

Friedrichs Ticker

  • 20.09.20: Neuer Leser: C-Max-1988