• Online: 3.423

Friedrichs Geschichten

Alles über den W201 und Friedrich - meinen 190er!

20.05.2022 18:18    |    el lucero orgulloso    |    Kommentare (81)    |   Stichworte: 190er, Mercedes, W201

Fertig, fix und fertig!Fertig, fix und fertig!

Wir erinnern uns, wie der letzte Artikel geendet hat: Ich hatte Friedrich nach dem Durchfallen bei der HU einer Karosseriewerkstatt vorgestellt, die mir einen mäßig sorgfältig erstellten, aber dafür gesalzenen (oder zumindest so wirkenden) Kostenvoranschlag in die Hand gedrückt hat.

Daraufhin wurde ich, hoffentlich nachvollziehbarerweise, recht nachdenklich und sinnierte darüber, ob es das noch ist.

Viele Kommentatoren haben unter dem dazugehörigen Artikel mitsinniert - in diesem Sinne bedanke ich mich bei allen, die sich an der regen Diskussion beteiligt haben! :)

 

In diesen ganzen Fragen und Überlegungen fiel mir ein, dass es eine Person gibt, die mir helfen könnte, gute Antworten auf die Fragen zu finden: Den Mercedes-Meister unseres mittlerweile jahrzehntelangen Vertrauens. Von ihm und seiner Werkstattmannschaft wurden wir noch nie enttäuscht, wenngleich wir dort bisher fast nur wegen mechanischer Sachen Kunden waren und dort bisher kaum Karosseriearbeiten durchführen ließen. Es arbeiten dort lauter Menschen, die was von ihrer Arbeit und vor allem den alten Autos, die wir dort regelmäßig hingebracht haben, verstehen.

Ich machte mich also auf den Weg (es sind immerhin 100 Km von Saarbrücken in die Pfalz, von denen sich aber jeder Meter lohnt), um ihm den Wagen vorzustellen.

 

Im Gegensatz zum jungen Karosseriemenschen der anderen Werkstatt schaute sich der Meister den Wagen auf der Hebebühne und zusammen mit einem Mitarbeiter ausführlich an, setzte hier und da den Schraubenzieher an (welcher "natürlich" leider an manchen Stellen direkt durch den Rost brach), lief mehrere Runden drum herum und machte auch einige Fotos, um den Zustand zu dokumentieren. Er wollte sich zudem ausführlicher zusammenstellen, welcher Teile er genau bräuchte und wie teuer mir der Spaß am Ende käme.

Nach einigen Tagen, genauer an einem Freitag, sollte ich den Mann noch mal anrufen, wobei er mir eine Zahl nannte, die zwar immer noch vierstellig war, aber bereits deutlich besser verdaulich, als die Zahl der ersten Karosseriewerkstatt.

 

Zudem wusste ich eines: Der Mercedes-Mensch hat bestes technisches Verständnis für die Autos.

Er kennt sie in und auswendig. Überraschungen wird es für ihn nicht geben und eventuell Unerwartetes wird weder ihn, noch seine Mannen aus der Bahn werfen. Die Arbeiten werden von hoher Güte und Sorgfalt sein. Vorübergehendes Vertuschen und halbherziges Ausbessern sind ausgeschlossen. Die Arbeit und ihre Ergebnisse werden angemessen, solide und vertrauenswürdig sein.

 

Durch den freitäglichen Anruf hatte ich ein Wochenende Zeit, meine Gedanken zu sortieren.

Und meine Gedanken gingen doch stark in eine Richtung: Machen!

Diesen unrühmlichen Tod hat Friedrich nicht verdient. Und irgendwo hatte ich es auch nicht verdient, trotz der (vermeintlich?) nachgelassenen Emotionen, mich auf diese Weise von ihm zu trennen. Was nicht sein muss, muss nicht sein.

Und irgendwo fabulierte ich mir auch eine rationale Sinnhaftigkeit der Aktion herbei: Ohne TÜV war Friedrich in seinem aktuellen Zustand nahezu nichts wert, da eben doch zu gewöhnlich und nicht besonders. Halbwegs ordentliche 190er verzeichnen mittlerweile eine leichte, aber spürbare Wertsteigerung. Somit stünden die Chancen gut, dass die Reparaturkosten – ausnahmsweise – in der durch sie ausgelösten Wertsteigerung aufgehen.

 

Hinzu kam letztlich noch ein weiterer Aspekt: Durch mein Ganzjahreshauptfahrzeug war ich nicht mehr auf Friedrich angewiesen, weshalb er endlich sein verdientes Gnadenbrot bekommen durfte und alles dafür bereitet war, dass er zu einem richtigen Hobby-, Freizeit und vor allem Schönwetterauto avanciert.

Denn wie einige Kommentatoren es in meinen Gedanken zum (Winter-)Saisonbeginn bereits völlig berechtigt angedeutet haben, tun Wind und (Winter)wetter dem Wagen mittelfristig eigentlich nicht wirklich gut. Letztlich waren sie nicht die alleinige Ursache, aber sicherlich doch ein Beitrag zu dem Rostmalheur, wie es dann schlussendlich aufgetreten ist.

Diese negativen Faktoren haben sich nun erledigt. Es wird wesentlich leichter werden, den instandgesetzten Zustand zu erhalten, indem Friedrich wirklich nur noch bei gutem Wetter oder zumindest nicht bei Nässe raus darf und schon gar nicht bei winterlichen Straßenverhältnissen ran muss.

 

Dementsprechend rief ich den Meister am Montag gleich an und fuhr das Auto hin.

Tags drauf erhielt ich das Foto, welches das Titelbild des vergangenen Artikels darstellt. Natürlich musste ich kurz schlucken, machte mir aber tatsächlich keine wirklichen Sorgen oder Gedanken – ich wusste schließlich, dass der Wagen in besten Händen ist.

 

Die Wochen vergingen und gelegentlich hatte ich tatsächlich verdrängt, dass es Friedrich noch gibt (und ich um ein nettes Sümmchen erleichtert werden würde, wenn ich ihn wieder abhole). Regelmäßig lief ich an seinem leeren Stellplatz vorbei und freute mich dann doch immer wieder, dass ich ihn bald wieder zurück habe.

Zwischendurch passierte in meinem Kopf dann doch das eine oder andere Gedankenspiel.

War es die richtige Entscheidung?

Wird es sich lohnen? Werde ich zufrieden sein?

Oder werde ich es bereuen?

 

Und dann kam der Tag der Abholung.

Zur Feier des Tages nahmen mein Vater und ich seinen E 320 (W124), welcher auch nach 11 Jahren und über 80 000 Km Haltedauer noch beeindruckt, viel Freude macht und bekräftigt, dass ein Auto mit Reihensechszylindermotor einfach in den Fuhrpark gehört.

 

Auf dem Hof der Werkstatt angekommen, sah ich Friedrich schon von weitem. Es war ein wohltuender Anblick. Das gute Gefühl wurde umso besser, als der Meister den Wagen auf die Bühne nahm und uns die Arbeiten ausführlich zeigte.

Da, wo vorher Löcher waren, strotzten jetzt sauber eingepasste Bleche. Alles sah aus, wie es sich gehört und wie man es sich wünscht. Das während der Arbeiten beim Ausbauen der Rückbank noch ein weiteres Rostloch zu Tage trat und den Aufwand (und damit auch die Rechnung) etwas erhöhte, nahm ich gerne in Kauf. Wenn schon, denn schon.

Am Kennzeichen klebte zudem die neue, grüne HU-Plakette, wie geplant und gewollt.

 

Endgültig angekommen war ich dann, als Friedrich und ich wieder die ersten Meter unter die Räder nahmen.

Die Handlichkeit, dieser sonore Klang des Reihenvierzylinders, seine Spritzigkeit trotz der zwar alten, aber immer noch fitten 4-Gang-Automatik und dieses schlichte, vertraute und bewährte Ambiente: Willkommen zu Hause im 190er.

 

Mit dauerhaftem Lächeln und stets weit geöffnetem Schiebedach (einerseits, um die Sonne reinzulassen, andererseits aber auch, um kräftig durchzulüften, denn in dem Wagen roch es schließlich noch deutlich nach Lackiererei, Chemie und Unterbodenschutz) glitt ich gen zu Hause.

Ja, es fühlte sich gut an und nein, ich bereue es nicht.

 

Aufgeben war nie eine Option, aufgeben bleibt keine Option.

 

Ein erster Schritt ist jetzt gemacht und noch einige werden folgen, bis der Wagen nicht nur ideell, sondern auch von seiner gesamten Substanz her das Schätzchen ist, welches er es zu sein verdient hat.

Denn – und wir wären nicht auf Motor-Talk, wenn das nicht einige hier gut nachvollziehen könnten – mancher Haufen Blech ist nunmal doch mehr, als nur ein Haufen Blech...

Hat Dir der Artikel gefallen? 26 von 26 fanden den Artikel lesenswert.

23.05.2022 13:41    |    the_WarLord

So muss das.

 

Der Verlust der Euros ist in dem Moment überwunden, an denen man sieht, wie gut das Ergebnis geworden ist.

23.05.2022 15:26    |    Swissbob

Richtige Entscheidung:)

25.05.2022 11:53    |    Dynomyte

Gut gemacht.

 

Der Zeitraum des Kennzeichens verwundert mich jedoch.

25.05.2022 11:59    |    Dynamix

Ich vermute mal stark das wird nicht lange so bleiben ;)

25.05.2022 12:35    |    Goify

Vielleicht ist er viel auf der Südhalbkugel unterwegs...

25.05.2022 14:53    |    el lucero orgulloso

Hallo zusammen,

 

vielen Dank für eure Kommentare und die positiven Reaktionen auf den Ausgang das Ganzen.

Ich freue mich, dass ihr euch freut! :)

 

Im Folgenden gehe ich nun wieder auf einiges gesondert ein:

Zitat:

@Dynamix schrieb am 20. Mai 2022 um 18:20:56 Uhr:

[…]Auf jeden Fall Glückwunsch zur geglückten OP! Was stünde denn noch so alles auf der To-Do Liste? Klingt ja so durch als ob da noch ein paar mehr Dinge anstehen.

Frage zum Bild:

Ist das schon NACH der Reparatur? Falls ja, saubere Arbeit!

Danke für die Glückwünsche!

Was noch ansteht: Insbesondere Karosserie und Blech "obenrum" - die jetzige Sache betraf ja nur Teile des Unterbodens (und dort die Schwellerenden vorne links, hinten links und hinten rechts).

Und danach findet man an so einem alten und im Alltag bewegten Auto immer mal 'ne kleine Baustelle. Sei es eine etwas aufgescheuerte Fahrersitzwange, eine anlaufende Windschutzscheibe oder auch einfach nur ein nicht immer zuverlässig funktionierender Hecklautsprecher.

Alles Kleinigkeiten, die mittelfristig mal behoben werden sollen.

Auf dem Bild, welches du so positiv kommentierst, sieht man die Arbeiten eigentlich auch gar nicht, und daher noch ein allgemeiner Kommentar zum

 

Thema Bilder: Verzeiht meine diesbezügliche Zurückhaltung, aber diese hat ihren Grund.

Auch wenn dies den einen oder anderen enttäuschen mag, möchte ich keine Bilder des Wagens im Sinne eines "Vorher-Nachher" veröffentlichen. Ich hoffe diesbezüglich auf eure Rücksichtnahme.

 

Zitat:

@Bayernlover schrieb am 21. Mai 2022 um 07:21:42 Uhr:

[…]Ich muss mal wieder eine Runde damit drehen, das erdet ;)

[…]Vom Verbrauch sind sie auch gleich, nur, dass der neue ein bisschen mehr Leistung hat...

Jedenfalls weiterhin gute Fahrt in, um und durch Saarbrügge!

Das bekommen wir irgendwann bestimmt hin. :)

Bzgl. der Leistung - joa, ein ganz kleines bisschen. Er ist halt auch ein bisschen fetter/schwerer, insofern wäre er mit jedem anderen Motor quasi völlig untermotorisiert. :p

Danke, ich werd' aufpassen. :D

 

Was das Thema "dem ersten Auto hinterhertrauen/altes Auto im Alltag fahren angeht":

Ich bin mittlerweile sehr froh, mich da in 10-Jahres-Schritten zu modernisieren.

Friedrich ist Jahrgang 1992, dann hatte ich den 5er E39 Jahrgang 2000, und das war schon ein gewaltiger Sprung. Der E39 fuhr um Welten moderner und besser (auch als ein W124, dessen Konstruktion ja auch aus Anfang der 1980er Jahr stammt), und danach kam der Lexus aus 2011, welcher vom Fahrerischen her nicht mehr den großen Satz zum E39 darstellt, aber immerhin doppelt so viel Leistung bei gleichem Verbrauch und viel mehr Komfort- und Sicherheitsausstattung hat.

Würde ich daher den 190er noch mal im Alltag fahren wollen?

Wohl kaum, denn das modernere Auto kann alles besser.

Würde ich dem 190er trotzdem hinterhertrauern, wenn er weg wäre?

Wahrscheinlich schon, denn für den kurzen Ausbruch aus dem Alltag und ein Reise "Back to the roots" taugt so ein Alteisen immer noch wunderbar. :)

 

Zitat:

@Graf Zahl 91 schrieb am 22. Mai 2022 um 09:53:56 Uhr:

[…] Aber zum Ende hin hat mir mein Bauchgefühl dann doch gesagt, dass Du so rational nicht sein wirst - und ich freu mich gerade wie ein Schneekönig, dass es mich nicht getrogen hat. Sonst hätte ich mich tatsächlich arg geärgert, Dir nicht angeboten zu haben, ihn zurückzukaufen ;). Ich denke immer noch gern an Dein erstes Friedrich-Abenteuer zurück und wünsche Dir, dass er Dir - vor allem nach der Aktion jetzt - noch möglichst lang erhalten bleiben wird :)!

Zunächst: Schön, dich hier zu lesen. :)

Du wärst ohnehin der erste auf der Liste, wenn der Wagen doch mal weg müsste. Aber jetzt bleibt er ja. ;)

Vielen Dank für deine Wünsche - ich hoffe auch, dass er mir noch lange erhalten bleibt. :)

 

Zitat:

@nick_rs schrieb am 22. Mai 2022 um 14:38:22 Uhr:

[…]Vielleicht sieht man ihn dann bald mal wieder? ;)

Du meinst, er müsste mal wieder gesehen werden? ;) :D

Mal sehen - aktuell ist er ja noch "falsch" zugelassen (Wintersaison), aber danach werde ich mir die eine oder andere Fahrt damit bestimmt nicht nehmen lassen. :)

 

Zitat:

@Dynomyte schrieb am 25. Mai 2022 um 11:53:28 Uhr:

Der Zeitraum des Kennzeichens verwundert mich jedoch.

Zitat:

@Dynamix schrieb am 25. Mai 2022 um 11:59:57 Uhr:

Ich vermute mal stark das wird nicht lange so bleiben ;)

Richtig. Das bleibt kein Dauerzustand; mittelfristig soll ein ganzjähriges "H" dran.

Darum konnte ich mich nur jetzt noch nicht kümmern, es steht aber definitiv an. :)

25.05.2022 15:19    |    Swissbob

Zitat:

@el lucero orgulloso schrieb am 25. Mai 2022 um 14:53:49 Uhr:

 

Zitat:

@el lucero orgulloso schrieb am 25. Mai 2022 um 14:53:49 Uhr:

Zitat:

@Dynamix schrieb am 20. Mai 2022 um 18:20:56 Uhr:

[…]Auf jeden Fall Glückwunsch zur geglückten OP! Was stünde denn noch so alles auf der To-Do Liste? Klingt ja so durch als ob da noch ein paar mehr Dinge anstehen.

Frage zum Bild:

Ist das schon NACH der Reparatur? Falls ja, saubere Arbeit!

Danke für die Glückwünsche!

Was noch ansteht: Insbesondere Karosserie und Blech "obenrum" - die jetzige Sache betraf ja nur Teile des Unterbodens (und dort die Schwellerenden vorne links, hinten links und hinten rechts).

Und danach findet man an so einem alten und im Alltag bewegten Auto immer mal 'ne kleine Baustelle. Sei es eine etwas aufgescheuerte Fahrersitzwange, eine anlaufende Windschutzscheibe oder auch einfach nur ein nicht immer zuverlässig funktionierender Hecklautsprecher.

Alles Kleinigkeiten, die mittelfristig mal behoben werden sollen.

Auf dem Bild, welches du so positiv kommentierst, sieht man die Arbeiten eigentlich auch gar nicht, und daher noch ein allgemeiner Kommentar zum

 

Thema Bilder: Verzeiht meine diesbezügliche Zurückhaltung, aber diese hat ihren Grund.

Auch wenn dies den einen oder anderen enttäuschen mag, möchte ich keine Bilder des Wagens im Sinne eines "Vorher-Nachher" veröffentlichen. Ich hoffe diesbezüglich auf eure Rücksichtnahme.

Was spricht dagegen? Fehlende Zeit?

 

Du musst ja nicht unbedingt jedes Detail dokumentieren.

25.05.2022 15:42    |    PIPD black

Er nicht, aber die "Bild-Inspekteure".....und dann geht das Gemoser los...."dies hätte man aber.....und jenes hätte man....und ICH hätte....."

 

Kann ich nachvollziehen.;)

25.05.2022 15:46    |    bronx.1965

Zitat:

(...) aber die "Bild-Inspekteure".....und dann geht das Gemoser los...."dies hätte man aber.....und jenes hätte man....und ICH hätte....."

 

Kann ich nachvollziehen.;)

Dito! Liegt doch auf der Hand.

25.05.2022 15:49    |    Goify

Und sollte das Auto mal verkauft werden, muss es nicht dutzende Vorher-Nachher-Bilder im Netz geben. Das heißt nicht, dass man betrügen will, sondern es ist einfach nicht förderlich, von jeder Kleinigkeit ein Bild öffentlich finden zu können.

Auch sind Werkstätten nicht sonderlich erbaut, ihre Arbeit im Netzt zu finden - unabhängig von der Qualität der Ausführung.

25.05.2022 15:54    |    Swissbob

Zitat:

@PIPD black schrieb am 25. Mai 2022 um 15:42:20 Uhr:

Er nicht, aber die "Bild-Inspekteure".....und dann geht das Gemoser los...."dies hätte man aber.....und jenes hätte man....und ICH hätte....."

 

Kann ich nachvollziehen.;)

Dankeschön wieder etwas gelernt :)

26.05.2022 16:19    |    Jojoausmg

Hi,

sry, hab nicht alles lesen können.

Frage: mal gründlich Rostvorsorge betrieben?

( nur z.B. WHA mit Fett befüllt ? )

Ich freue mich über jedes "ältere" Auto, das weiterleben darf, also auch über Friedrich!

27.05.2022 07:36    |    pico24229

Zitat:

...Was das Thema "dem ersten Auto hinterhertrauen/altes Auto im Alltag fahren angeht":

 

Ich bin mittlerweile sehr froh, mich da in 10-Jahres-Schritten zu modernisieren.

 

Friedrich ist Jahrgang 1992, dann hatte ich den 5er E39 Jahrgang 2000, und das war schon ein gewaltiger Sprung. Der E39 fuhr um Welten moderner und besser (auch als ein W124, dessen Konstruktion ja auch aus Anfang der 1980er Jahr stammt), und danach kam der Lexus aus 2011, welcher vom Fahrerischen her nicht mehr den großen Satz zum E39 darstellt, aber immerhin doppelt so viel Leistung bei gleichem Verbrauch und viel mehr Komfort- und Sicherheitsausstattung hat.

 

Würde ich daher den 190er noch mal im Alltag fahren wollen?

 

Wohl kaum, denn das modernere Auto kann alles besser....

Das ist eine interessante Entwicklung mit der du ja nicht der einzige bist. Zu beginn der fahrerischen Karriere kann man sich oft nur wenig leisten ,ist aber trotzdem vom Altauto überzeugt und total zufrieden, vielleicht auch wegen mangelnder Erfahrung auf neueren Autos. Dann wird man irgendwann finanziell liquider und greift doch zu etwas neuerem, hat dann eventuell auch Benefits und will nicht mehr zurück.

Mir persönlich gefallen die älteren Autos deutlich besser, das mache ich vor allem an der Optik fest. Und ein Auto ist etwas mit dem man viel Zeit verbringt und mehr oder weniger auch eine recht persönliche Sache. Dementsprechend ist mir das Modell schon wichtig.

Ich hatte einmal ein deutlich neueres Auto 2004 (damals 10 jahre alt) und bin dann wieder zurück auf 1996 gegangen. Klar sehe ich auch Vorteile von neueren Autos, allerdings fast nur in Sachen Zuverlässigkeit/Reparaturen.

Ich bin gespannt ob es mich auch irgendwann erwisch. :D Ein neues Auto was mir wirklich gut gefällt müsste man nochmal ausprobieren.

27.05.2022 15:17    |    the_WarLord

Naja, ein neues Auto muss einem auch richtig was bieten können.

 

Wenn man bedenkt, dass einige Altautofahrer dicke Motoren (mit um die 200 - 300 PS) drin haben, müsste man bei einem modernen Fahrzeug in die 400 - 500 PS Klasse aufsteigen, damit sich da richtig was tut. Fahrzeuge mit dicken Antrieben haben in der Regel auch ordentliche Ausstattung.

 

Mein Oldi nervt mich eher mit dem Lärmpegel im Innenraum. Merkt man hauptsächlich dann, was es an Konzentration kostet, den ganzen Krach auszublenden. Hängt aber hauptsächlich mit dem Leder zusammen, das reflektiert halt im Vergleich zu Stoff den Schall ganz gut...

28.05.2022 11:45    |    _RGTech

PS allein sind auch nicht alles. Was stimmen muss, ist das Leistungsgewicht - und da war in den 90ern ein riesiger Sprung zu beobachten, als alle plötzlich dicke Verstrebungen, Airbags, Kabelbäume einpflanzten. In den 80ern war eine Tonne normal, in den 2000ern lag der Schnitt eher bei 1,5 Tonnen... und seit der Elektrifizierung des Antriebs steigt das nochmal inflationär.

 

Und was hab ich dann? Ein neues Auto, das sich schwerfälliger anfühlt als das alte, obwohl's viel mehr Leistung hat. Aber die hilft halt auch nur geradeaus.

 

Und ganz ehrlich, der ganze moderne Infotainmentschnack geht mir mehr auf'n Senkel als er gut tut. Ich habe schon bei der ESP-Geschichte gesagt: "lasst es UNAUFFÄLLIG seine Arbeit verrichten, schafft die ESP-Taste ab (letzten Endes: "macht eine ASR-Taste draus", da ja dieser Teil am ehesten mal deaktiviert werden muss), dann ist die Diskussion müßig und es hilft, wenn es muss, aber nicht wenn man's forciert". Leider ist "unauffällig" bei den modernen sogenannten Assistenten aus der Mode gekommen, zu viele überflüssige oder Fehlalarme stören mehr als sie nutzen, und wenn doch mal was unauffällig ist, dann nervt's durch dämliches Verhalten (adaptiver Tempomat - mein Lieblingskandidat der überflüssigen Extras). Mehr Ausstattung (nicht zuletzt deswegen hab ich 2005 ja von C-Klasse BR202 auf C-Klasse BR202 gewechselt) kann ein Argument sein, muss es aber nicht mehr (sobald ein Mindestmaß erfüllt ist, wozu für mich z.B. Sitzheizung, Tempomat und Lederlenkrad zählen, ist der Rest Luxus). Alles wirklich Wichtige gab's vor 20 Jahren auch schon.

 

 

Zitat:

@pico24229 schrieb am 27. Mai 2022 um 07:36:43 Uhr:

Ich hatte einmal ein deutlich neueres Auto 2004 (damals 10 jahre alt) und bin dann wieder zurück auf 1996 gegangen. Klar sehe ich auch Vorteile von neueren Autos, allerdings fast nur in Sachen Zuverlässigkeit/Reparaturen.

Lustig, gerade letzteres liegt bei mir anders :)

 

Der Benz war knapp 7 Jahre beim Erwerb, kostete dann einmal viel für Rostbeseitigung, d.h. die ersten Jahre war relativ viel zu machen und dann wurd's weniger.

Der Audi, 12 Jahre alt bei Kauf, kostete gleich mal 2000€ zusätzlich noch vor der Zulassung - Radio und Räder (mit Alus) abgezogen, die anderswo weiterliefen, sind es immer noch 1000; und dann kam aber auch immer wieder was dazu (ist ja ein "altes Auto", lustigerweise war der aber damals jünger als der Benz!).

Der Skoda wurde mit 7 Jahren gekauft und hat mit kontinuierlichen 750-€-Posten (jedes Jahr einer) und dem höchsten Wertverlust geglänzt. OK Wertverlust war beim Benz anfangs auch ein dicker Posten, hat sich aber durch die weitere Haltedauer relativiert und wird nun sogar wieder kleiner (der Restwert steigt wieder!); so lange war mir der Skoda seine Macken nicht wert.

Unser Passat, beim Kauf auch erst 6, war über 15 Jahre dann ebenfalls nur ein mittlerer Wertverlust, hat aber im Vergleich mit dem moderneren Octavia auch viel weniger Fehler produziert. Also VW konnte es auch mal besser; nicht dass es nachher wieder heißt das sei VW-Bashing... :)

 

Man könnte höchstens den 18 Jahre alten Scorpio gegenrechnen, aber der war von Anfang an nur aufs Ablaufdatum ausgerichtet (6 Monate Galgenfrist). Der hat halt wegen dem Kupplungsseil sein Preis/Leistungsverhältnis massiv vergeigt, was auch der einzige Liegenbleiber meiner Autofahrerkarriere blieb, aus dem ich nicht selber wieder rauskam (Starthilfekabel hab ich ja).

 

 

Und nun hab ich deswegen einen Neuwagen angeschafft... äh, ja :D Aber wenigstens einen im Stil der 80er bis 90er (Gewicht und Technik der 80er mit Sicherheit und Elektronik der späten 90er, aber halt neu und mit Garantie), was ja selten genug ist. Und der Wertverlust sollte diesmal auf >=15 Jahre gesehen auch moderat ausfallen - schau mer mal.

 

Wo seh ich also die Logik? Eigentlich nur, dass man's am Alter nicht festmachen kann. Es gibt nämlich bestimmt auch Hersteller, die im Alter 6 bis 12 Jahre (zwischen Garantieverlängerungsablauf und geplanter Obsoleszenz sozusagen) nicht ständig eine "kleinere" Macke aufweisen - ich bin sogar sicher, fast jeder außer VW ist da eine Option :) Aber meine Erfahrung ist halt, dass die Autos aus den 90ern mit nur rudimentärem CAN-Bus und Elektronikspielereien weniger Zicken machen als die modernen. Und kostenseitig hat man die Wahl zwischen hohem Wertverlust (die ersten 8 Jahre), mittlerem Wertverlust und Reparaturen (8-16 Jahre), und häufigeren Reparaturen aber vernachlässigbarem Wertverlust (danach)... und irgendwann ist sie da, die Wertsteigerung, weil alle anderen Exemplare einer Baureihe wegen ähnlichen Kleinigkeiten ausgestorben sind (die Leute rechnen depperterweise anstehende Reparaturen gegen den Restwert auf, anstatt gegen den Nutzwert, und die Ersatzbeschaffungskosten vs. wahrscheinliche künftige Reparaturen werden auch gern ausgeblendet!).

28.05.2022 11:52    |    _RGTech

Doppelpost :(

28.05.2022 12:37    |    nick_rs

Zitat:

@_RGTech schrieb am 28. Mai 2022 um 11:45:51 Uhr:

 

Und ganz ehrlich, der ganze moderne Infotainmentschnack geht mir mehr auf'n Senkel als er gut tut. Ich habe schon bei der ESP-Geschichte gesagt: "lasst es UNAUFFÄLLIG seine Arbeit verrichten, schafft die ESP-Taste ab (letzten Endes: "macht eine ASR-Taste draus", da ja dieser Teil am ehesten mal deaktiviert werden muss), dann ist die Diskussion müßig und es hilft, wenn es muss, aber nicht wenn man's forciert". Leider ist "unauffällig" bei den modernen sogenannten Assistenten aus der Mode gekommen, zu viele überflüssige oder Fehlalarme stören mehr als sie nutzen, und wenn doch mal was unauffällig ist, dann nervt's durch dämliches Verhalten (adaptiver Tempomat - mein Lieblingskandidat der überflüssigen Extras). Mehr Ausstattung (nicht zuletzt deswegen hab ich 2005 ja von C-Klasse BR202 auf C-Klasse BR202 gewechselt) kann ein Argument sein, muss es aber nicht mehr (sobald ein Mindestmaß erfüllt ist, wozu für mich z.B. Sitzheizung, Tempomat und Lederlenkrad zählen, ist der Rest Luxus). Alles wirklich Wichtige gab's vor 20 Jahren auch schon.

ESP und ABS sind sicher nicht „auffälliger“ geworden. Im Gegenteil. Sie regeln sehr feinfühlig und teilweise blinkt bei ESP Eingriff nicht mal das kleine Lämpchen. Je nach Modell lässt ESP sogar etwas „Unfug“ zu, bevor es eingreift. Da erinnere ich mich noch an die 2000er Autos, die da mit harten Bremseingriffen und auffälligen Leuchten warteten und gerne auch mal Fahrspaß raubten.

Selbiges gilt für die Assistentzsysteme. Ich hatte letztens einen Golf 7 als Ersatzwagen. Da hat der Spurhalteassistent durchaus genervt. Auf engen Straßen oder beim schneiden von Kurven. Bei meinem Golf 8 hat er mich in 2 Jahren nicht ein Mal genervt, nur ab und zu geholfen, wenn es Nötig war. Und das entspannt doch sehr. Auch der adaptive Tempomat, der eben nicht plötzlich stark bremst, nur weil jemand reinzieht.

 

Die Systeme entwickeln sich immer weiter und es ist das natürlichste der Welt, dass Dinge nicht von Beginn an perfekt sind. Ein Auto von bspw. 2017 würde ich heute nicht mehr als Maßstab nehmen, um über die Funktionen von Assistenzsystemen zu urteilen

28.05.2022 18:53    |    _RGTech

Naja. Bis ich da ein besseres Urteil fällen kann, wird Zeit vergehen - aktuell sind die "modernen" Assistenten (also die, die so die letzten 10-15 Jahre neu kamen, ab dem Totwinkelzeug, was das erste gewesen sein müsste) einfach noch nicht ausgereift. Und ich tu mir jetzt nicht alle paar Monate ein Auto zum Test an, um zu prüfen, ob sich das minimal gebessert hat (und kaufen werd ich so bald auch kein neueres mehr - der Verbrenner ist ausentwickelt und wird nur noch so nebenbei produziert, aber vernachlässigt; Elektromobilität ist noch nicht ganz reif... ich habe nach dem Glühlampenverbot auch auf gute LEDs gewartet, weil klar war dass die Eneriesparlampen Käse sind, so ist das auch diesmal.).

Gerade der adaptive Tempomat als Distronic ist und bleibt aber ein Krampf - das Zeug ist einfach nicht autobahntauglich. Anstelle einer Spurwechselempfehlung bremst das Ding so lange bis du komplett nach hinten durchgereicht wurdest - ne danke, kann ich drauf verzichten, das ist einfach Käse; und solange die Hersteller nicht drauf kommen, dass man die Regelfunktion auch abschalten kann, ohne die komplette Tempohaltefunktion zu verlieren (was bei Schlechtwetter, wenn die Sensorik spinnt, zwingend wäre!), wird das in keins meiner Autos finden.

 

Dass meine Forderung nach einem sinnvoll geregelten ESP erfüllt wurde und die ganzen Prophezeiungen, dass das künftig gute Fahrwerke ersetzen würde, keinen Boden mehr haben - zeigt zwar, dass es geht, aber auch, dass es dauert.

Jedenfalls ist das das bisher letzte System, das ich als "wichtig" einstufe (Und zwar "wichtig", nicht "dringend" - das letzte solche war ein Fahrerairbag bzw. ABS). Was auch bedeutet, dass es mir beim Daily Driver / Youngtimer nicht unbedingt fehlt ;)

 

Ehrlicherweise wäre ausgerechnet ein später 190er (mit ABS und Airbag) im Prinzip das einzige Modell, das mich zu einem (2.5er) Diesel für die Pendelei bringen könnte... weil Gewicht, Geräusch, Robustheit da etc. zusammenpassen...

28.05.2022 20:46    |    Bayernlover

@_RGTech ich will hier Jans Blog gar nicht kapern, aber sorry, das ist größtenteils Unsinn. Du kannst in meinem Profil meine Fahrzeuge sehen und die neueren waren und sind in allen Belangen besser. Und am allerbesten war das ACC mit Lenkassistent im 5er.

28.05.2022 21:13    |    PIPD black

ACC ist nicht ACC.

Das ist von Hersteller zu Hersteller sehr unterschiedlich. Und das ist über alle Assistenten hinweg so. Ob Parkdistance, ob Spurhalteassistent oder auch der Totewinkelwarner…..mal sehr gut, mal so lala…..

 

Man kann das nicht pauschalieren.

28.05.2022 21:20    |    Bayernlover

Ich hab hier nur ein System gelobt (gibt allerdings mehrere, sehr gute), aber @_RGTech lehnt sie grundsätzlich ab

28.05.2022 21:24    |    PIPD black

Ja schon klar. Aber wenn das System bei BMW oder MB toll funktioniert, so ist es bei Opel oder VW evtl. totaler Käse. Bei unserem Mokka z. B. ist der Spurhalteassistent nach jedem Motorstart aktiviert und regelt absolut grottig und nicht nachvollziehbar. Beim Ränger ist der auch nicht so toll, weil er nicht die Spur hält, sondern Ping Pong mit dem Auto zwischen den Linien spielt. Zum Glück kann man ihn deaktivieren und er bleibt dann auch dauerhaft aus.

28.05.2022 21:38    |    el lucero orgulloso

Zitat:

@Jojoausmg schrieb am 26. Mai 2022 um 16:19:56 Uhr:

Frage: mal gründlich Rostvorsorge betrieben?

( nur z.B. WHA mit Fett befüllt ? )

Bis jetzt nicht.

Ab jetzt schon eher - in erster Linie indem das Auto garantiert nicht mehr bei winterlichen Straßenbedingungen und idealerweise auch nicht oder nur kaum noch bei Nässe gefahren werden wird.

 

Was das Thema "modernes Auto" vs. "Altauto" (Definitionsversuche der Gattungen erspare ich mir an dieser Stelle - wir wissen glaube ich alle, worum's in etwa geht) angeht: Grundsatzdiskussion in 3... 2... 1... :D

 

Thema ESP: Ich hab' noch nie forciert, dass es arbeiten muss und von daher verrichtet das ESP seine Arbeit bei mir grundsätzlich nicht unauffällig, sondern gar nicht. Ein Mal hatte ich aber eine Situation, in welcher ich heilfroh war, dass die Elektronik mir den Allerwertesten gerettet und erfolgreich einen Unfall verhindert hat: Ich fuhr den Lex meines Vaters (mit ihm auf dem Beifahrersitz) und das Auto stand auf einer Autobahnauffahrt in einer leichten Kurve urplötzlich quer. Und noch bevor ich das wirklich realisiert hatte und irgendeine Gegenmaßnahme ergreifen konnte, sah ich nur ein paar Lämpchen blinken und das Auto stand augenblicklich wieder gerade. Erst deutlich später haben wir beide richtig begriffen, was da war.

Und genau für sowas fahre ich das ESP mit mir herum. Nicht damit es mich bei ambitionierten Manövern stört und auffällig eingreift, sondern der Unterstützung wegen.

 

Thema Assistenten: Ich kenne den W213 VorMoPf (Markteinführung 2016) von mehreren Tausend Kilometern und den G30 Pre-LCI (eingeführt 2017) von einer kurzen Probefahrt (@Bayernlover du weißt Bescheid :D), beide jeweils mit vollem Assistenzpaket.

Die Assistenten funktionieren in diesen beiden Autos (und mit Sicherheit noch in vielen mehr) absolut hervorragend und sind eine große Entlastung bei jeder Fahrt, sei es auf der Autobahn oder sogar auch schon in weiten Teilen des Stadtverkehrs. Gerade im W213 (den ich wie gesagt durchaus mehr gefahren bin) war ich wiederholt verblüfft ob der Fähigkeiten des Autos und musste in vielen Situationen feststellen, dass ein Mensch es selten besser gelöst/gefahren hätte. Auf den Zehntausenden Kilometern, die ich das Auto begleitet habe, haben sich die Assistenten auch keinen Ausfall und keine Fehlfunktion geleistet.

Dennoch sollte man im Hinterkopf behalten, dass es sich immer noch um Assistenzsysteme handelt, und eben noch nicht um autonomes Fahren. Einen Spurwechsel sollte man daher schon noch selbst einleiten können. ;)

Mein Lexus hat daher auch (als eines der wenigen Extras, da bei der Marke traditionell vieles serienmäßig ist) den Abstandstempomaten inkl. PreCrash-System. Als vergleichsweise nicht mehr topmodernes Auto (eingeführt 2009, meiner ist ein 2011er) funktioniert das ACC eher mittelmäßig (erst ab über 40 Km/h, keine Stauassistenz, eher träge Reaktionen), und dennoch ist's Gold wert, es an Bord zu haben, weil es auch so schon eine große Erleichterung und Komforterweiterung darstellt.

Und: Wenn es nervt, nicht richtig arbeitet oder der Sensor gestört sein sollte, kann man die Abstandsfunktion separat abschalten und den normalen Tempomaten weiternutzen. :)

 

Bleibt noch die Sache mit dem Gewicht.

Das ist der saure Apfel, in welchen man heutzutage zwar häufig, aber auch nicht immer beißen muss.

Ob er aber wirklich so sauer ist?

Natürlich macht es mir Spaß, den 190er mit seinen ca. 1,2 Tonnen Leergewicht in Kurven zu schmeißen. Das macht den Reiz des Fahrzeugs quasi aus - recht lange Federwege, die das Auto zwar munter mitschaukeln lassen, aber damit einhergehend auch ein sehr breiter, jederzeit beherrschbarer Grenzbereich, welcher verblüffend hoch angesiedelt ist. Die physikalischen Gesetze lassen sich diesbezüglich nicht austricksen.

Doch wenn ich dieses Quirlige im Alltag haben wöllte, würde ich mir halt 'nen BMW 1er kaufen.

Mein Alltagsauto wiegt eine gute Tonne mehr, als Friedrich, hat 2,5 Mal so viel Leistung und verbraucht trotzdem weniger.

Und wenn ich will, geht es auch gut um Kurven, nur halt eben anders.

 

Zusammenfassend: Ich bin froh um den Kontrast und das Privileg, beides, also was Modernes im Alltag und was Klassisches bei Anlässen bewegen zu können.

Beides hat seinen Reiz - was an meiner ursprünglichen Kernaussage, dass das neue Auto alles (!, inklusive Zuverlässigkeit) besser kann, nichts ändert. :)

29.05.2022 00:19    |    nick_rs

Zitat:

@PIPD black schrieb am 28. Mai 2022 um 21:24:34 Uhr:

... Bei unserem Mokka z. B. ist der Spurhalteassistent nach jedem Motorstart aktiviert …

Gesetzesvorgabe :)

29.05.2022 00:46    |    _RGTech

So unterschiedlich sind die Generationen: ich hab zur Erdung ja den Käfer - der sich wesentlich purer fährt als es ein 190er je täte ;) (Mann, ich bin mit dem 190er aufgewachsen, als es noch nicht mal eine C-Klasse gab! :eek:)

 

 

Zitat:

@Bayernlover schrieb am 28. Mai 2022 um 21:20:35 Uhr:

Ich hab hier nur ein System gelobt (gibt allerdings mehrere, sehr gute), aber @_RGTech lehnt sie grundsätzlich ab

Nur die, die Mist sind - also aktuell eben den Großteil.

 

Gut, ich hab offensichtlich nur die falschen Autos erlebt bisher, mag alles schön sein, seid froh wenn's tut und nicht nervt - ich bin auch froh, wenn's nicht nervt (auch wenn das nur so ist, weil's einfach nicht da ist).

 

ACC ist trotzdem Müll, egal wie sanft es reagiert. Ich will doch nicht 120 einstellen und dann irgendwann mit 90 rumgurken, nur weil die Idioten in der Spur vor mir nicht in die Pötte kommen. Wenn ich sehe, dass der Abstand geringer wird, kann ich mich auf einen Spurwechsel vorbereiten - wenn ich es hingegen nicht sehen kann, weil es nicht passiert, und auch die Verlangsamung nicht gleich merke, hat sich das bis dahin erledigt oder ich brauche wirklich nen (ansonsten unnötigen) Kickdown. Das ist - und bleibt - Mist, dafür zahl ich nix.

(Aber schön zu wissen dass es wenigstens EIN Hersteller kapiert hat, dass man das auch mal nicht wollen möchte. Da sollte Lexus u.a. mal Ford zeigen, wie das geht.)

29.05.2022 04:15    |    Bayernlover

Alles Probleme, die ich in über 200 tkm mit ACC nicht hatte - aber vielleicht bin icn auch einfach zu doof gewesen und deshalb an dieser Stelle raus

29.05.2022 05:29    |    Goify

Wenn man weiß, was die Systeme können und was nicht, kann man damit sehr gut leben. Man kann nur nicht Dinge verlangen, die man nicht mitbestellt hat. Wenn man also den automatischen Spurwechsel nicht angekreuzt hat oder er nicht angeboten wird, muss man ihn eben selbst durchführen.

29.05.2022 07:52    |    PIPD black

@_RGTech

Bei meinem Ränger hab ich die Auswahl, ob ich ACC oder den normalen Tempomaten nutzen möchte. Ist das Radar gestört, geht man in die Einstellungen und wählt das entsprechend aus. Wenn man das nicht oft macht, muss man erstmal suchen. Aber es geht, wie von dir gewünscht….nur eben nicht automatisch.

29.05.2022 07:57    |    Goify

Leider geht das nicht im VW-Konzern. Entweder ACC oder manuell fahren. Ist etwas nervig, wenn die beheizte Platte trotzdem vereist.

29.05.2022 08:39    |    ToledoDriver82

Egal ob neu oder alt,wer sich nicht auf das Fahrzeug wie es ist einstellt,wird immer etwas finden bzw das Fahren nicht genießen können.

29.05.2022 09:00    |    nick_rs

Ich verstehe das Problem mit ACC trotzdem nicht. Wird da jetzt Level 3 Autonomes fahren erwartet? Ich sehe doch selbst, wann ich auf ein Auto auflaufe und wechsle dann die Spur, bevor ich ausgebremst werde. So macht man das doch ohne ACC auch?

Das Auto zeigt auch an, wie weit man noch weg ist, bevor es die Geschwindigkeit verlangsamt. Und ist man erstmal verkehrsbedingt langsamer geworden, setzt man den Blinker nach links und ACC gibt direkt wieder Gas. Gerade in Kombination mit der sehr zuverlässigen Verkehrszeichenerkennung ist es so ein komfortables System, dass ich es auf der Autobahn quasi immer eingeschaltet habe und nur ab und zu korrigierend eingreife, was das System auch zulässt (Gas geben um Abstand zu unterschreiten vor einen kommenden Spurwechsel wenn links die Lücke noch nicht frei ist, z.B.).

Und das Argument der häufigen Ausfälle lasse ich auch nicht gelten. Die Kamera erkennt die Spuren im Starkregen oder im Schnee oft besser als ich, das verwundert mich auch immer, wenngleich ich mich dann trotzdem nicht auf das System verlasse und besonders aufmerksam bin. Aber das ist man in solchen Situationen ja sowieso. Und wie oft schneit es in D noch so oft so stark, dass es sich am Frontradar festsetzt. Vielleicht 1-2x pro Jahr.

29.05.2022 09:09    |    Dynamix

Zitat:

@el lucero orgulloso schrieb am 28. Mai 2022 um 21:38:44 Uhr:

Zusammenfassend: Ich bin froh um den Kontrast und das Privileg, beides, also was Modernes im Alltag und was Klassisches bei Anlässen bewegen zu können.

Beides hat seinen Reiz - was an meiner ursprünglichen Kernaussage, dass das neue Auto alles (!, inklusive Zuverlässigkeit) besser kann, nichts ändert. :)

Gut zusammengefasst, da gibt es nichts mehr hinzuzufügen :)

 

Zum Thema ACC:

 

Halte ich persönlich für eins der besseren Assistenzsysteme und nutze das auf längeren Strecken auch gerne, wenn möglich auch in Form des adaptiven Tempomaten der dazu noch automatisch das Tempo an das Limit anpasst. Das mit dem ausbremsen ist halt den Idioten geschuldet die meinen mit 60 auf die Autobahn rüber ziehen müssen und nicht am ACC. Und wenn man mal auf den langsameren Verkehr aufläuft bekommen die Systeme das mittlerweile auch relativ sanft hin, da stört es mich auch nicht. Wenn ich unbedingt das Tempo beibehalten will, sehe ich rechtzeitig zu das ich auf die freie Spur ziehe. Nennt sich übrigens vorausschauendes Fahren ;)

29.05.2022 10:41    |    el lucero orgulloso

Zitat:

@nick_rs schrieb am 29. Mai 2022 um 09:00:40 Uhr:

Ich sehe doch selbst, wann ich auf ein Auto auflaufe und wechsle dann die Spur, bevor ich ausgebremst werde. So macht man das doch ohne ACC auch?

Danke, genau so sehe ich das nämlich auch.

ACC ist weiterhin ein Assistenzsystem und macht Mitschauen und -denken nicht gänzlich entbehrlich - von einem Spurwechsel trotz ACC ist mir (und vielen anderen) bisher noch kein Zacken aus der Krone gebrochen. ;)

Wegen meines "Vintage-ACC" überstimme ich das System sogar manchmal mittels manueller Eingriffe, und selbst das stört mich nicht, weil's in der übrigen Zeit einfach nur zu angenehm ist, damit zu fahren. :)

Funfact: Am Beispiel von Mercedes-Benz, gibt es ACC seit 1999, also über 20 Jahren - und jetzt unterhalten wir uns heute, ob das System denn gut funktionieren würde, wo sich mittlerweile jeder Kleinwagen damit ausstatten lässt. :D

 

Jetzt sind wir aber ein wenig vom ursprünglichen Blogthema abgedriftet.

Vielleicht wäre uns das mit ESP ja gar nicht passiert. :p

Ich hör' schon auf...

 

Dass der 190er im Übrigen durchaus "modern" fährt, wenn er intakt ist, ist mir übrigens auch bewusst.

Der Wagen ist nicht zickig, sehr beherrschbar und für seine Rahmenvoraussetzungen muss er sich auch vor jüngeren Fabrikaten gar nicht mal verstecken.

Sein Zenith als Alltagswagen ist dennoch überschritten - aber ich möchte dennoch nicht die Zeit missen, in denen er mich tagtäglich bei allen Bedingungen jederzeit zuverlässig begleitet hat. :)

29.05.2022 10:49    |    Dynamix

Zitat:

@el lucero orgulloso schrieb am 29. Mai 2022 um 10:41:38 Uhr:

Dass der 190er im Übrigen durchaus "modern" fährt, wenn er intakt ist, ist mir übrigens auch bewusst.

Glaube das gilt für so gut wie alle Autos aus der Ära. Das Stichwort hast du ja schon genannt. Wenn Fahrwerk und Lenkung völlig ausgenudelt sind fährt sich auch der modernste Wagen einfach nur schlecht.

 

Leider haben einige Leute das gar nicht so auf dem Schirm wenn das Fahrwerk nicht mehr so pralle ist. Das wird dann irgendwie als normal hingenommen.

29.05.2022 10:54    |    Goify

Ich war doch ganz erstaunt, als ich mich vor zwei Jahren in einen Vor-Mopf-190er setzte. Man sitzt derart tief in dem Wagen, was man von heutigen Autos nicht kennt.

29.05.2022 12:23    |    _RGTech

Is okay, ACC-Fans, macht ihr weiter wie ihr wollt, ich überhol euch dann und reg mich dann halt auf, wenn der Ausbremser vor euch weg ist und ihr dann wieder Gas gebt... und das womöglich nicht mal merkt... grml ;) (und nee, ich erwarte kein autonomes Fahren - nur einfach keine Bevormundung - sprich ich will nicht ständig meinen Blick von der Straße nehmen müssen, nur um zu gucken ob das ACC nun eingreift und mir den Schwung nimmt, bevor ich auf die linke Spur wechsle... denn genau dafür hab ich doch den Tempomaten, damit ich da eben nicht mehr runtergucken muss :rolleyes:)

 

 

Ich fahr jedenfalls weiter mein Altblech, das gleich ohne große Überzeugungskraft das tut, wozu ich's programmiert habe - mit stets gepflegtem Fahrwerk und Freude am Fahren und der Selbstkontrolle :p Youngtimer im Alltag... wie Friedrich eben auch lange.

29.05.2022 12:33    |    Goify

Ich glaube, du musst mal ein paar Kilometer mit ACC fahren. Dann würdest du nämlich sehr bald merken, welchen Abstand in Abhängigkeit von der Geschwindigkeit ACC fährt und ab wann es anfängt, das Tempo zu reduzieren. Ich kann mir nicht vorstellen, dass du nicht merkst, wie du hinter einem LKW immer langsamer wirst, je näher du ihm kommst.

Fahren auf der BAB sieht mit den meisten Systemen so aus: Du fährst mit konstant 130 auf der rechten Spur. Langsam näherst du dich einem LKW in deiner Spur. Du schätzt mittels Spiegel ab, ob du jetzt schon die Spur wechseln kannst oder noch warten musst. Sollte es ein eher enger Ausschervorgang werden, gibst du manuell etwas Gas, damit ACC die Geschwindigkeit sicher hält. Wenn frei ist, Blinker links, Spur wechseln und runter vom Gas. ACC hält weiterhin das Tempo und du scherst mit Blinker (wegen des Spurhalteassystenten) wieder rechts ein.

Du siehst, bei wenig Verkehr auf der rechten Spur dahinzurollen, ist ACC recht verzichtbar. Anders sieht es aber aus, wenn die BAB recht voll ist und es links zwischen 90 und 140 dahingeht. Dann hängst du dich einfach an deinen Vordermann und lässt dich mitnehmen. Es ist von dir keinerlei Arbeit nötig, als den Verkehr zu beobachten.

29.05.2022 14:41    |    _RGTech

Das Hauptproblem ist ja nicht, wenn ICH wo auflaufe, sondern wenn der vor mir langsamer wird (warum auch immer) (Betonung auf "langsamer wird", nicht "bremst", also relativ unmerklich). Und ich bin nicht nur auf leeren zweispurigen Bahnen unterwegs - sondern hauptsächlich auf 3-4spurigen, teils auch 5, mit AB-Kreuzen, großteils 100/120er Begrenzung, auch gerne mal mit Steigungen (wo viele vergessen Gas zu geben). Leider auch noch mit Konstrukten wie Verschwenkspuren etc., die dazu führen, dass diejenigen die ja in etlichen km geradeaus weiterwollen, nix von Rechtsfahrpflicht halten - mit den entsprechend erwartbaren Spurwechseleffekten.

Ihr könnt mir viel vom Pferd erzählen, aber dort funktioniert es einfach nicht. Egal wie superbequem das in der Theorie sein mag.

Und ganz ehrlich, einem Tempomaten beim Auflaufen noch per Gasfuß extra befehlen zu müssen, dass er das tun soll wozu er da ist - die Geschwindigkeit halten - ist einfach nicht meine Logik. Leider aber die der ganzen Tränen, die einen Spurwechsel nicht mal mehr in Betracht ziehen, und dann irgendwie mit 80 bis 140 auf der Mittelspur rumeiern.

 

 

Wurscht wie - ich will den Rotz nicht haben, weil er nix taugt (und ja, ich hab's probiert). Und nun soll auch mal Ende dieser leidigen Diskussion sein, das war hier nur als Randnotiz zu überflüssigem Fortschritt geplant, und nicht als eigenständiges Thema.

29.05.2022 18:26    |    el lucero orgulloso

Du hast halt irgendwie recht exklusive Erfahrungen mit ACC gemacht, die hier niemand richtig nachvollziehen kann - warum auch immer.

Auch dein Szenario eines langsamer werdenden Vordermannes, hinter welchem man dann herschleicht, weil die Reduzierung des Tempos unauffällig passiert und man daraufhin kaum mehr ausscheren kann, weil der Geschwindigkeitsunterschied zur nächstschnelleren Spur recht groß geworden ist, kann ich mir kaum vorstellen. Ich merke immer sofort (per "Popometer", wenn man so will), wenn die Elektronik die Leistung reduziert (weil der Vordermann langsamer wird und der gewünschte Abstand nicht mehr eingehalten werden kann) und sehe auch im Head-Up-Display (welches in meinem Wagen einfachster Machart ist und mir wirklich nicht viel außer der Geschwindigkeit anzeigt), dass meine Geschwindigkeit sinkt. Und bis dahin hatte ich bei weitem genug Gelegenheit, zu reagieren.

 

Und um wieder den Bogen zurück zum 190er zu spannen: Der hat bei mir ja gar keinen Tempomat, aber dafür ein für damalige Mercedes typisch schwergängiges Gaspedal, sodass man seinen Fuß auch recht gut und entspannt positionieren und die Gaspedalstellung quasi auf eine Wunschgeschwindigkeit einstellen kann. Ich kann mich wirklich an Fahrten erinnern, wo ich meinen rechten Fuß sehr lange Zeit nicht einen Millimeter bewegen musste. :D

29.05.2022 18:38    |    Goify

Da würde ich wohl den Tempomat nachrüsten, sofern der Aufwand dafür im Rahmen ist.

Ich hatte mal einen 202, wo der Tempomat quasi Serie war, nur eben der Hebel dafür erst im folgenden Modelljahr auch Serie war. Hebel eingebaut, angesteckt und schon ging er. Das wird beim 201 sicherlich so nicht gehen.

Deine Antwort auf "Aufgeben ist keine Option - Friedrich soll leben!"

Friedrichs Fahrer

el lucero orgulloso el lucero orgulloso

Unaussprechlicher


 

Friedrichs Grußwort

Hallo...

...und herzlich Willkommen bei Friedrichs Geschichten. :)

 

Hinweis:

Alle Artikel sind auf die Darstellungsgröße L ausgelegt (Einstellung am unteren Seitenrand).

Friedrichs Verfolger (77)

Friedrichs Ticker