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Die Pure Unvernunft

Aus dem Alltag eines PS-Junkies

28.04.2017 14:39    |    knolfi    |    Kommentare (21)    |   Stichworte: 4, Land Rover, Range Rover

Liebe Bloggemeinde,

 

in diesem Artikel hatte ich mich ja schon bzgl. meines RRS-Nachfolgers geoutet.

 

Kurzer Rückblick: letztes Jahr im Sommer präsentierte die Abteilung für Sondermodellbau bei JLR, die Special Vehicle Operations (kurz SVO und vergleichbar mit der M-GmbH, Quattro-GmbH oder AMG) die sportliche Version des Range Rover Flaggschiffs SV Autobiography; den SV Autobiography Dynamic. Im Gegensatz zum SVA, den es nur als Langversion (Long wheel Base, kurz LWB) gibt und der auf üppigen Komfort und Luxus ausgelegt ist, also eher Chauffeurs-SUV, basiert sein Dynamic-Bruder auf dem normalen Radstand des RR (Short Wheel Base; kurz SWB) und wurde bewusst sportlicher ausgelegt und ist eher für den Selbstfahrer gedacht. Einen ausführlichen Artikel über den RR SVA Dynamic gab es vor zwei Monaten bei MT (KLICK).

 

Da ich mich ja schon länger mit einem Upgrade als Nachfolger für meinen RRS beschäftige, bin ich im Sommer auf dieses "Sondermodell" gestoßen und musste/konnte feststellen, dass dieser genau das alles hat, was ich mir von einer Familienkutsche und Langstreckenfresser wünschte: Platz, Komfort und Luxus.

 

Nun eine Vorbestellung ist bereits lanciert und nun warte ich noch auf die Bestellmöglichkeit des anstehenden Facelifts, welches mit modernen Voll-LED-Scheinwerfern inkl. Matrix-Licht und dem App-basierten Touch-Bediensystem aus dem neuen Velar daherkommen soll.

 

Wieso nun Probefahrt durch Zufall?

 

Nun beim Stöbern auf der "sofort verfügbare Neuwagen"-Seite auf der Homepage meines Händlers, der zu einer größeren Kette gehört, bin ich genau über ein solches Modell gestolpert. Der Wagen stand nun jedoch nicht bei meinem Händler vor Ort, sondern in der Nähe von Baden-Baden. Da ich eh diese Woche in der Nähe zu tun hatte, habe ich meinen Verkäufer gefragt, ob ich das Fahrzeug mal ansehen könnte (auch wenn er nicht zugelassen ist), da mich die Farbkombination interessierte, denn bei der Lackierung handelte es sich um eine sündhaft teure Ultra-Metallic-Lackierung. Leider waren auf der HP noch keine Bilder eingestellt.

Mein Verkäufer, der sehr rührig ist, hat sich gleich darum gekümmert, dass ich nicht nur Bilder vom Fahrzeug bekomme, sondern hat auch gleich eine Probefahrt zum gewünschten Termin organisiert. Der Wagen wurde extra wegen mir vorgestern zugelassen :eek:, war aber wohl eh schon als Vorführfahrzeug geplant. Mir hätte auch ein Blick vor Ort gereicht, aber so... :D

 

Also ging's gestern nach Sinzheim bei Baden Baden und als ich zum gewünschten Termin eintraf, stand das Fahrzeug nebst Verkäufer schon parat. Alles war top organisiert, und dass obwohl ich bei diesem Verkäufer gar kein Fahrzeug bestellen werde! Toller Service!

 

Der Verkäufer fuhr den Wagen aus dem Showroom und ich konnte sofort los. Eine Einweisung brauchte ich nicht, denn der RR ist in der Bedienung nicht viel anders als der RRS.

 

Ich hatte mir eine Strecke durch Baden Baden auf die Schwarzwaldhochstraße und dann über das Bühlertal und Bühl auf die A5 in Richtung Karlsruhe und wieder zurück zum Händler ausgesucht.

 

Primär ging es mir um die Dynamik des Fahrzeuges in Verbindung mit dem Komfort. Den Motor habe ich geschont, weil der Wagen bei Übergabe jungfräulich 35 km auf der Uhr hatte. :eek:

 

Ich versuche hier mal eine Einteilung in die Kategorien Karosserie, Innenraum, Fahrkomfort und (rudimentär) Motorisierung zu machen und diese subjektiv zu bewerten.

 

1. Karosserie:

Der RR unterscheidet sich ja nicht wesentlich vom RRS. Beide basieren auf der gleichen Plattform, beide haben den gleichen Radstand. Der RR ist in der Normalversion 3 cm höher und 14 cm länger, der SVA Dynamic wurde um 9mm abgesenkt, so dass der Höhenunterschied nur noch 2,1cm beträgt. Die Außenbreite ist gleich. Soviel zu den Fakten.

Subjektiv ist das Design, dass sich durch eine etwas steiler stehenden Kühlergrill und (subjektiv) steiler stehende Windschutzscheibe von der Front des RRS abhebt. Harmonischer und weniger aggressiv ist auch die Frontschürze, die "voller" wirkt und nicht so mit Kühlöffnungen und Gittern zerklüftet ist, wie beim RRS. Der RRS wirkt deutlich sportlicher als der RR, auch wenn LR ihn den Beinamen "Dynamic" verpasst.

 

Die Seitenlinie wird durch eine ähnlich hohe Gürtellinie wie beim RRS mit umlaufender Sicke oberhalb der Türgriffe geprägt. Lediglich die angedeuteten Kiemen unterscheiden den RR vom RRS, der dort wie auf der Motorhaube Kühlöffnungen für den Motor besitzt. Daher ist der Motor beim RR auch besser gekapselt als beim RRS, was den Komfortanspruch eines gehobenen Reisewagens unterstreicht.

Die Fensterfront wirkt aber größer und luftiger als beim RRS, dessen Fenster eher etwas kleiner sind, wenn auch nicht ganz so extrem wie beim Evoque, wo das Verhältnis Glas zu Blech subjektiv 1/3 zu 2/3 wirkt.

 

Das Heck wirkt mit dem klassischen Heckfänger und den länglichen, dreigeteilten Rückleuchten ebenfalls weniger dominant wie beim RRS, der mit seiner "Windel" (angedeuteter Unterfahrschutz im Heckfänger) und den kleineren Rückleuchten etwas bulliger daherkommt. Eigentlich ist das Heck des RR in meinen Augen neben dem des Velar das schönste in LR-Portfolio.

 

Was die Farbe des Vorführers angeht, so kann man hier sicherlich geteilter Meinung sein. Ich persönlich fand das Flux-Ultra-Metallic den horrenden Aufpreis von 4.700€ nicht wert. Die Farbe wirkte wie ein Rauchsilber-Metallic, dass doch eher bei der älteren Kundschaft beliebt war/ist (mein Opa hatte mal einen Audi 90 in der Farbe. :D) und optische Effekte waren nicht zu erkennen. Auch in Verbindung mit den dunkelgrauen (atlasfarbenen) Kiemen und Zierleisten sowie den schwarzen 22"-Felgen wirkte das nicht sehr harmonisch. Mein Fall war die Farbkombi überhaupt nicht.

 

2. Innenraum:

Wer ein aktuelles LR-Modell fährt oder gefahren ist, der kommt mit der Bedienung des RR sofort zurecht. Gerade wenn er vom RRS kommt, denn viele Hebel, Schalter und Funktionen sind identisch. So gab die Bedienung wenig Rätsel auf, allerdings hat sich im Laufe des MJ2017 der TFT-Monitor ggü. meinem MJ2014 geändert (siehe Bilder): Tankanzeige und Kühlwassertemperatur sind von unten in den Tacho bzw. Drehzahlmesser gewandert, die Blinker liegen nun sichtungünsitg unterhalb der Armaturen, sind dafür aber größer. Das Design der einzelnen Funktionen (Bordcomputer, Senderanzeige im KI) wurde modernisiert und es gibt nun auch die Möglichkeit, sich die Navikarte im KI anzeigen zulassen, wie bei Audi oder VW gegen Aufpreis möglich. Letztere Funktion habe ich nicht genutzt, da sich kein Naviziel eingegeben hatte (funzt wohl nur dann).

Das Headup-Display (musste ich erstmal aktivieren :D) wirkt sehr harmonisch in den Armaturenträger integriert (kein aufgesetzter Kasten) und projiziert die Daten digitale Geschwindigkeit, VZE (Verkehrszeichenerkennung) und Navigationspfeile auf die Windschutzscheibe, die dafür mit einer speziellen goldfarbenen Schicht bedampft oder foliert wurde. Erkennt man sehr schön, da oberhalb des mittlerweile rahmenlosen Innenspiegels diese Bedampfung oder Folie ausgespart war.

Das Lenkrad wirkt filigraner als beim RRS. Man hat das Gefühl, dass der Kranz dünner ist, was ich persönlich nicht so angenehmen fand. Das liegt das Lenkrad des RRS besser in der Hand.

 

Die Sitze sind ja alte Bekannte: die 22-Wege-Verstellung kenne ich aus meinem RRS. Das Leder ist angenehm weich und wirkt mit seiner Rautensteppung sportlich luftig...hier ist ein deutlicher Qualitätsunterschied zwischen dem im RRS verbauten Oxford-Leder und dem Semi-Anilin-Leder zu spüren. Die Verstellung der Sitze ist identisch, nur leider lassen sich beim RR die Seitenwangen nicht pneumatisch anpassen, wie beim RRS. Diese Funktion hat der RR nicht.

 

Ansonsten glänzt der RR durch die Abwesenheit von (Hart-)plastik im Innenraum. Nahezu alles ist aus Holz (echter Klavierlack) Metall (sogar die Lüftungslamellen) oder Leder. Und von diesem wurde reichlich verbaut: neben den kompletten Türspiegeln (bis unten) ist auch der komplette Dachhimmel aus Leder (inkl. Sonnenblenden). Plastik muss man wirklich suchen, ich hab nur die untere Verkleidung der A-Säule im Bereich der Ablage für den linken Fuß gefunden. :D

 

Hinten war das große Infotainmentsystem verbaut, was beim SVA Serie ist, aber extra bestellt werden muss. Getestet habe ich es nicht. Die Monitore sind in der Neigung verstellbar und es sind hinten zwei USB, zwei HDMI und zwei 12V-Anschlüsse verbaut, mit deren Hilfe Videos usw. auf den Monitoren abgespielt werden können.

 

Der Kofferraum wirkt ähnlich geräumig wie im RRS, auch wenn er flacher aussieht. Gut der RR ist 14cm länger als der RRS und bei gleicher Breite wirkt der Kofferraum gestreckter. Aber die Tiefe ist nahezu gleich. Optisch wirkt der Kofferraum durch die zweigeteilte Heckklappe flacher, die sich mittels Gestensteuerung (Fußsensor) problemlos öffnen und schließen lässt.

Nicht ganz dazu passen will die dreiteilige Kofferraumabdeckung, die mit schnödem Stoff bespannt wurde. Da diese im Gegensatz zum praktischen Rollo auch noch starr ist, wird diese bei meinem RR gleich in den Keller verbannt.

 

Die "Mehrlänge" des RR ggü. dem RRS kommt jedoch dem Fond zu Gute. Hier haben Füße/Beine und Knie deutlich mehr Platz, was für einen angenehmen Reisekomfort der Fondpassagiere sorgt.

 

3. Fahrkomfort:

Neben dem größeren Innenraum die große Stärke des SVA. Das Fahrwerk ist deutlich komfortabler und weniger straff als im RRS (bei gleicher Bereifung). Ich hatte das "Glück" eine kleine Straße zu erwischen, die wirklich in einem desolaten Zustand war: Absenkungen, geflickte Schlaglöcher und teilweise ungeflickte Schlaglöcher dazu noch schön kurvig und ohne Verkehr. Die ideale Teststrecke! Das Fahrwerk blieb von der Strassenbeschaffenheit völlig unbeeindruckt. Es wurde einfach alles glattgebügelt.

Nicht ganz verhehlen kann der RR, dass er eben als Gleiter ausgelegt wurde. Denn schnelle Kurven mag er nicht. Der SVA Dynamic verhält sich zwar deutlich agiler als der normale RR (der schnelle Kurven mit deutlich Karosserieneigungen quittiert) aber an die Performance des RRS kommt er hier nicht heran. Hier wird deutlich, dass Komfort vor Dynamik liegt. Dennoch bietet das Fahrwerk des SVA einen guten Kompromiss zwischen dem schaukeligen Komfort des normalen RR und der Dynamik des RRS.

Das Metier des SVA ist neben dem Gelände ganz klar die Autobahn. Zügiges, schnelles Geradeausfahren liegt dem RR SVA extrem gut.

 

4. Motor:

Der Motor ist ein alter Bekannter, denn er werkelt ja in meinem RRS. Der 5,0l-V8-Kompressor hat im SVA ja eine Leistungsspritze bekommen (550PS statt 510 PS und 680 Nm statt 625 Nm) aber die Fahrleistungen zum normalen RR SCV8 sind identisch. Viel habe ich von der Leistung nicht gemerkt und auch nicht abgerufen, da der Wagen ja noch nicht mal eingefahren war bzw. erst eingefahren werden musste. Nur am Anfang, als der Verkäufer den Wagen aus dem Showroom fuhr und ich vom Hof, grollte der "scharfe" V8 böse und teilte mit, dass er das Herz aus dem RRS SVR ist. Ansonsten blieb er angenehm unauffällig präsent.

 

Fazit:

 

Für mich stellt der RR SVA Dynamic den aktuell besten Kompromiss zwischen komfortablen Reisewagen mit permanenten Allrad, das beruhigende Gefühl überall dahin zu kommen, wo 99% aller anderen Verkehrsteilnehmer scheitern, Dynamic sowie Platz und Komfort da. Für mich angenehm ist, dass ich mich nicht durch den Konfigurator quälen muss, sondern eigentlich schon alles drin ist, was ich will. Luxusprobleme eben! :D

 

Ich warte nun noch das FL ab, und dann schaue ich zusammen mit meinem Verkäufer, dass wir möglichst einen Produktionsslot im November erwischen, denn mit der geplanten Ultra-Metallic-Lackierung, von der nur 25 Fahrzeuge pro Tag lackiert werden können, verschiebt sich der Liefertermin nochmals um bis zu 8 Wochen nach hinten.

 

Ich halte euch auf dem Laufenden.

 

Bis bald

 

euer knolfi

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07.04.2017 15:51    |    knolfi    |    Kommentare (9)    |   Stichworte: 3 (NJ), Fabia, Skoda

Guten Morgen Gemeinde,

 

Dieses Jahr stehen ja vier Fahrzeugwechsel an: der erste Wechsel war der Pickup-Tausch. Der Amarok ging, der Ranger kam. Nun folgt der Zweite.

 

Gestern habe ich den Mini Countryman an den Händler zurückgegeben (was für ein Theater :rolleyes:) und heute konnte ich den Nachfolger in Empfang nehmen:

 

Einen Skoda Fabia Kombi Sondermodell "Drive" 1,4l-TDI mit 105 PS.

 

Lieder gleich mit Lackkratzer in der Heckklappe, was ich natürlich sofort moniert habe. :mad:

 

Den Wagen bekommt eine Mitarbeiterin von mir, der ich das Anrecht auf einen Firmenwagen eingeräumt habe.

 

Der kleine Tscheche ist ja schon das zweite Modell auf dem Hause Skoda in meinem Fuhrpark...von Oktober 2013 bis Oktober 2016 hatte ich schon mal einen Skoda Octavia im Fuhrpark, mit dem ich sehr zufrieden war.

 

Der kleine Bruder ist als Sondermodell "Drive" deutlich besser ausgestattet, als der ehemalige Octavia. Daher ist die Liste der Sonderausstattungen sehr übersichtlich:

  • Sonderlack laser-weiß
  • Ausstattungspaket Licht & Sicht
  • Variabler Ladeboden im Kofferraum
  • Dachreling in schwarz

 

Der kleine Tscheche bleibt nun für drei Jahre im Fuhrpark und wird in dieser Zeit rd. 105.000 km abspulen...mehr als der Vorgänger, der aber nach 73.000 km untenrum schon ziemlich fertig war. :eek:

 

Ich wünsche dem Kleinen allzeit eine knitterfreie Fahrt.

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06.04.2017 09:57    |    knolfi    |    Kommentare (11)    |   Stichworte: Countryman, MINI, R60

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Hallo Bloggemeinde,

 

es steht mal wieder ein Austausch im Fuhrpark an. Der zweite Engländer im Fuhrpark verlässt uns heute und wird morgen durch einen kleinen Tschechen ersetzt.

 

Zur dem Mini Countryman MKI bin ich ja gekommen wie die Jungfrau zum Kind. Ich hatte damals einer Mitarbeiterin von mir angeboten, ihr einen Firmenwagen zur Verfügung zu stellen, um sie zu halten, da sie Abwanderungsgedanken hatte.

 

Im Gespräch teilte sie mir dann mit, dass sie bereits vor kurzem ein Privat-Leasing über einen Mini-Countryman abgeschlossen hatte und sich das Fahrzeug bereits in ihren Besitz befand. Ich hab ihr dann angeboten, den Vertrag zu übernehmen, was aber erst nach sechs Monaten ab Zulassung ging.

 

Nun, die Mitarbeiterin hat mich ein Jahr später dennoch verlassen, da sie aus privaten Gründen wieder in ihre alte Heimat gezogen ist. Da Fahrzeug hat dann eine andere Mitarbeiterin übernommen, der ich ebenfalls einen Firmenwagen zugesagt hatte.

 

Alles in allem war der kleine Engländer wohl sehr unauffällig. Lediglich die Traktion auf schneebedeckter Fahrbahn ließ wohl immer zu wünschen übrig. Dies scheint aber ein Mini-spezifisches Problem zu sein, da eine andere Mitarbeiterin von mir, die privat ebenfalls einen Mini fährt, das Gleiche berichtete. Wir haben das Traktionsproblem dann durch neue und schmalere Winterreifen in den Griff bekommen.

 

Den Countryman habe ich selbst nur einmal kurz zur Zulassungsstelle für die Ummeldung bewegt. Er fuhr sich sehr agil, trotz dass er eher etwas pummeliger und schwerfälliger aussieht...eben typisch Mini-like. Ich denke, dass der Wagen im Alltag durchaus Spass gemacht hat.

 

Die Verarbeitung war top und sehr hochwertig, da wird der Skoda von der Materialauswahl nicht mithalten können. Die Ausstattung war durchschnittlich: el. FH, ZV, ein Radio mit USB-Anschluss und eine Klimaanlage waren an Bord, so was ich sehen konnte.

 

Als Motor war der kleinste PSA-Diesel mit 90 PS verbaut. Der machte aus dem dicken Kind keinen Rennwagen, dafür ließ der Wagen sich sehr sparsam bewegen.

 

Optisch fand ich den Countryman nie den Knaller. Er wirkt mit seinen pummeligen Proportionen und den Kulleraugen eher niedlich und scheint ja auch eher auf die hippe, junge, weibliche Käuferschicht zugeschnitten zu sein.

 

Nun geht er mit gut 75.000 km auf der Uhr zurück an den Händler.

 

Ich wünsche dem Pummel alles Gute für seine Zukunft als Gebrauchtwagen.

 

Bis demnächst

 

euer knolfi

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03.04.2017 15:37    |    knolfi    |    Kommentare (24)    |   Stichworte: L538, Land Rover, Range Rover Evoque

Liebe Bloggemeinde,

 

KaCaO = Kann Cabrio Offroad?

 

Diese Frage wollte ich heute nicht klären, aber ich hätte es durchaus machen können...das passende Gefährt dazu habe ich aktuell als Ersatzwagen. Dabei handelt es sich um das Range Rover Evoque Cabrio in der HSE Dynamic -Version.

 

Das Evoque-Cabrio ist ja zur Zeit der einzige Vertreter, der beides sein will...Cabrio und SUV. Wobei man von Sports Utility eigentlich nicht sprechen kann, da der Nutzwert dies eigentlich nicht hergibt.

 

Aber von vorne.

 

Die Optik ist sicherlich nicht jedermanns Sache, aber sicher einzigartig. Eine sehr bullige und aggressive Frontpartie, die nach 300 PS aussieht und auf der linken Spur einem sicherlich Respekt verschafft, wird aber ausschliesslich mit Vierzylindern garniert, die alle so um die 200 km/h ihre Endgeschwindigkeit erreichen. Ampelrennen sollte man mit dem Cabrio ebenfalls nicht versuchen, denn die Beschleungigungwerte pendeln sich auf Kompaktwagen-Niveau (und dabei meine ich nicht die Hot-Hatches) ein.

Das Heck mit marzialischen Heckfänger und riesigen Endrohrblenden der zweiflutigen Anlage sieht ebenfalls schneller aus, als das Fahrzeug ist; beides (Front und Heck) wirkt aber noch sehr stimmig.

M. E. trifft das für die Seitenlinie nicht ganz zu. Man sitzt SUV-typisch hoch, hat aber auch Cabriotypisch eine hohe Gürtellinie, so dass man sich irgendwie wie in einer hochgebockten Badewanne vorkommt. Hinzu kommen riesige Felgen im 20- oder 21"-Format, die das Fahrzeug optisch nicht strecken, sondern eher noch in Verbindung mit dem Stummelheck kürzer erscheinen lassen.

 

Was den "Sport" angeht, so wird wie schon beschreiben, trotz der aggresiven und dynamischen Optik aus dem RRE-Cabrio kein Sportwagen, da ihm dazu die passenden Motoren fehlen. Es gibt zwei Diesel (150 und 180 PS) und einen Benziner (240 PS). Der Diesel zeichnet sich dabei noch durch eine Anfahrschwäche aus. Anfänglich kommt nichts und dann setzt der Turbodruck ein und die Fuhre schießt nach vorne. Ich merke immer wieder, dass ich kein Freund von Dieselmaschinen bin und werde.

 

Was das Thema "Utility" angeht, so mag dies noch für den Fahrgastraum gelten. Der Materialmix ist etwas eigenartig: so gibt es hochwertiges Leder auch komplett an den Türspiegeln und auf dem Armaturenbrett, aber die Mittelkonsole nebst Klimabedienreglern besteht aus billigen Plastik mit ein paar Blenden in Klavierlackoptik. Wenn man bedenkt, dass die HSE-Version schon im Grundpreis über 50.000€ kostet, sollte man da etwas mehr durchgehende Wertigkeit erwarten. Beim größeren Bruder (RRS) geht's doch auch.

Der Fahrgastraum ist üppig und vier Erwachsene finden dort problemlos Platz, ohne dass die Passagiere im Fond eine froschähnliche Körperhaltung einnehmen müssen.

Der Kofferraum ist hingegen ein Witz: in die Luke passen maximal zwei Reisetaschen. Ich hatte heute das Vergnügen, vier Grundschüler nebst Schulranzen von der Grundschule abholen zu dürfen. Drei der Schulranzen passten in den Kofferraum, der Vierte reiste im Fahrgastraum mit. Also da noch "Ütiliti" mit sich rumfahren zu wollen, geht nicht.

 

Etwas enttäuscht war ich vom Federungs- und Abrollkomfort des RRE-Cabrios. Die Kiste ist in Verbindung mit den riesigen Reifen bockelhart. Ich kam mir vor wie in unserem blattgefederten Ford Ranger Pickup. Eigentlich merkwürdig, wo doch die geschlossenen Brüder einen ganz manierlichen Federungskomfort an den Tag legten.

 

Ansonsten gleicht das Cabrio ja seinen Brüdern. Man kann damit sicherlich durch wilde Furten fahren, über die Kuhwiese auf dem Heimweg abkürzen und in der Kiesgrube bei geöffneten Verdeck (das übrigens im geschlossenen Zustand ordentliche Klappergeräusche verursachte) weiter kommen als manch konventioneller Vertreter. Die ganze dafür notwendige Elektronik ist dafür vorhanden. Aber braucht man das?

 

Ich jedenfalls nicht. Ich war ja auch mal schwer begeistert vom RRE-Cabrio und es hat das gewisse Extra, ein Alleinstellungsmerkmal und etwas Effekthascherisches, aber mir pers. ist und bleibt ein klassisches Cabrio lieber. Denn dieses bietet mehr Fahrwerkskomfort und einen höheren Nutzwert.

 

Etwas Positives muss ich aber zum Schluss noch festhalten. Die Rückfahrkamera hat wirklich in den letzten drei Jahren einen Entwicklungsprung gemacht. Während bei meinem RRS das Bild immer unscharf wirkt, liefert die Kamera des RRE-Cabrios gestochen scharfe HD-Qualität und scheint auch nicht zu verschmutzen. Jedenfalls hat der Regenschauer und die Gischt von der nassen Straße ihr nichts ausgemacht. Die Linse blieb trocken.

 

Mein Fazit: ich bin etwas ernüchtert und erleichtert. Trotz des anfänglichen Haben-Wollen-Effekts bin ich nun doch erleichtert, dass wir im Sommer unser S5-Cabrio wieder durch ein klassisches Cabrio ersetzten. Mit Platz, Stauraum, Fahrwerkskomfort und Leistung. Alles richtig gemacht.

 

Bis bald

 

euer knolfi

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