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Die Pure Unvernunft

Aus dem Alltag eines PS-Junkies

02.03.2020 10:22    |    knolfi    |    Kommentare (43)    |   Stichworte: 3 (9YA), Cayenne, Porsche

Fertig für den Skiurlaub
Fertig für den Skiurlaub

Liebe Bloggemeinde,

 

am 26.02. ist mein Cayenne genau sechs Monate zugelassen und hat in dieser Zeit rd. 10.730 km abgespult. Der Verbrauch hat sich dabei auf 15,0 l/100 km eingependelt...nicht gerade wenig für ein Fahrzeug, das über eine Segelfunktion und Zylinderabschaltung verfügt, aber er läuft eben auch sehr viel im Kurzstreckenverkehr.

 

Eigentlich könnte ich es kurz machen: der Wagen macht mich wirklich glücklich und nach dem nervigen Range Rover ist mein Blutdruck wieder im Bereich der Tiefenentspannung, was meinen Fuhrpark angeht. :D

 

Alles am Cayenne funktioniert, nichts zickt, knarzt oder klappert und dabei macht der Wagen auch noch fahrdynamisch einen heiden Spaß...mehr als alle anderen SUV's zuvor. Dank Hinterachslenkung, Wankstabilisierung und Torque-Vectoring fährt er sich wie eine Sportlimousine oder eben ein Carrera der etwas älteren Generation (997 oder älter). Gerade die Regelelektronik ist immer wieder faszinierend: ich bin eine sehr schlechte Straße mit sehr vielen Unebenheiten und geflickten Schlaglöchern zum einem mit den Range Rovern und zum anderen einmal mit dem Cayenne gefahren. Aufgrund die vielen Nick- und Wankbewegnungen der Range Rover (trotz Wankstabilisierung) traute ich mich nicht schneller als 80 km/h zu fahren (100 sind erlaubt). Die gleiche Strecke mit dem Cayenne läßt sich locker mit 100 km/h fahren. Die Fahrwerkselektronik regelt die meisten Wellen weg, so das nur noch gedämpft kleine Stöße durchkommen. Habe so was bei einem SUV noch nie erlebt, Wahnsinn!

 

Gleiches konnte ich mit der gefüllten Dachbox feststellen: wurde der Range Rover mit gefüllter Dachbox sehr schaukelig und man musste sehr langsam durch die Karven fahren, fährt sich der Cayenne mit Dachbox kaum anders als ohne.

 

Dabei wirkt der Cayenne optisch nicht so präsent und prägnant wie der riesenhafte Range Rover, sondern wirkt aufgrund seiner rundlichen Form eher kleiner und zierlicher, als er in Wahrheit ist. Oft wird er auch mit dem kleineren Macan verwechselt (zumindest von Passanten, die wenig Ahnung von Porsche haben).

 

Die Bedienung lässt keine Rätzel aufkommen und man findet sich sehr schnell zurecht...auch in dien ganzen Untermenüs, die nicht so verschachtelt sind wie beim InControl-System des Range Rover. Lediglich beim ACC ertappe ich mich hin und wieder dabei, den Hebel noch nach Audi-Manier statt nach Porsche-Manier (beim Audi ist's genau andersrum :D) zu bedienen.

 

Wenn es etwas am Cayenne auszusetzen gibt, dann ist es nicht originär das Fahrzeug an sich, sondern viel mehr das Porsche Connect-System, welches gerne mal durch Abwesenheit bzw. Verbindungsprobleme glänzt. So kommt es immer mal wieder vor, dass die App keine Verbindung zum Fahrzeug aufbauen kann....ärgerlich, wenn man via App z. B. die Standheizung programmieren und starten will. Auch die Online-Daten für die dyn. Verkehrsführung bleiben manchmal aus. Aber Gott sei Dank hat man noch Carplay (leider nur kabelgebunden) an Bord, womit man dieses Manko überbrücken kann. Weiterre Vorteil: das PCM kennt kein Roaming, d. h. man muss nicht erst irgendwo in den Tiefen des Systems das Roaming freigeben, sondern das Roamning ist europaweit dabei (in der EU ist Roaming eh mittlerweile gebührenfrei).

 

Nervig ist, dass das PCM keinen "Energiesparmodus" hat; d. h. es schaltet sich nicht nach wenigen Minuten von alleine aus, sobald die Zündung aus ist, sondern man muss dies manuell tun (entweder durch kurzes Öffnen der Fahrertür oder über den Lautstärkeregler).

 

Ebenfalls nicht ganz ausgereift sind die beiden Porsche-Tablets, die ich als Rear-Seat-Entertainment für meine beiden Jungs besorgt habe: diese setzen bei fehlnder Internetverbindung gerne mal aus, bieten wenig internen Speicher (nur 32 GB) und sind relativ langsam. Die fehlende Internetverbindung versuche ich zukünftig via HotSpot zu kompensieren, was gut funktioniert.

 

Was gibt es sonst noch? Einen rel. hohen Ölverbrauch, den ich eigentlich nur vom Audi 4,2l-V8-Motor (BAT) her kenne. Das der EA825 ebenfalls so viel Öl schluckt, wundert mich etwas. Aktuell liegt der Verbrauch bei geschätzt 1l/10.000 km was dem Verbrauch meines 2007'er 4F-Avant 4,2l (BAT-Motor) entspricht. Porsche gibt übrigens in seiner BA an, dass ein Verbrauch von bis zu 0,8l/1000 km völlig normal ist. Vermutlich brauchen die Turbos mehr Schmierung. Kannte ich von den Kompressormotoren im Range Rover und vom 4,2l-TDI im Touareg nicht.

Gott sei Dank erfolgt die Ölmessung immer elektronisch (es gibt keinen Ölmessstab mehr), so dass ich während der Fahrt den Ölstand abrufen kann und ich führe aufgrund der Tatsache immer einen Liter Öl im Kofferraum mit...ggf. gibt sich der Verbrauch noch, wenn der Motor mal komplett freigefahren ist (erfahrungsgemäß nach 15 - 20.000 km).

 

Probleme mit dem oder am Cayenne? Fehlanzeige! Außer einer verbeulten Edelstahl-Lautsprecherabdeckung der Buremesteranlage musste ich nicht außerplanmäßig in die Werkstatt. Den Tausch der Abdeckung habe ich mit zwei SW-Updates für das KI verbunden, die im Rahmen der "Produktverbesserung" auf Garantie durchgeführt wurden. Sonst war der Wagen nur wegen des saisonalen Rädertauschs in der Werkstatt.

 

 

 

Fazit: der Cayenne ist im Vergleich zu seiner Konkurrenz von ABM sehr teuer, aber ich finde den Preis gerechtsfertigt. Denn gerade das sensationelle Fahrwerk habe ich in noch keinem anderen Mitbewerber gefunden. Große Motoren in eine SUV zu pflanzen und dieses dann noch mit üppigen Luxus auszustatten, können viele. Aber ein Fahrwerk zu bauen, dass onroad genau so eine gute Figur macht, wie offroad, können nur wenige...Porsche ist einer davon!

 

Bis bald

 

euer knolfi

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09.03.2020 14:12    |    knolfi

Bei Porsche bekommt man dafür auch ein nettes Täschchen, wo genau eine 1l-Ölflasche reinpast. :D


09.03.2020 16:19    |    DaimlerDriver

Aber das gestickte Logo darauf kostet € 200,- Aufpreis, € 500,- wenn man eine eigene Farbe möchte. ;)


13.03.2020 19:07    |    Sepp92

Die Angaben zum Ölverbrauch in der BA dienen insbesondere dazu, Kunden bei der Geltendmachung von Gewährleistungsansprüchen zu verunsichern. Entscheidend ist die übliche Beschaffenheit vergleichbarer Fahrzeuge. Da der Wagen recht ordentlich motorisiert ist, dürften 0,1 l auf 1000 km in Ordnung sein. Weiter viel Spaß mit dem Auto!


13.03.2020 19:24    |    twj

Zitat:

@DaimlerDriver schrieb am 9. März 2020 um 16:19:10 Uhr:

Aber das gestickte Logo darauf kostet € 200,- Aufpreis, € 500,- wenn man eine eigene Farbe möchte. ;)

Blödsinn, das gab es in meinem PZ sogar umsonst, obwohl das Öl angeliefert wurde, weil ich den Wucherpreis nicht bezahlen wollte.


Deine Antwort auf "Sechs Monate Cayenne Turbo - ein Zwischenfazit"

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