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Christoph2605

Blog vonChristoph2605

26.10.2013 23:22    |    Christoph2605    |    Kommentare (4)

Hallo Freunde :D

 

Wir hatten zum Glück noch ein paar schönen Tage am letzten Wochenende,

als unsere Herbstausfahrt ins Weserbergland anstand.

 

Das war ein toller Event und wir danken dem TBAT für die Ausfahrt :p

 

Die drei Tage waren der Hammer und das war DAS Wochenende, an dem

die Herbstfarben PERFEKT waren.

 

Entgegen den Vorhersagen war das Wetter toll und es hat nicht geregnet.

 

Leider waren die Straßen am Sonntag nass und unser Auto hinterher völlig eingesaut. :(

 

Obwohl Ulrike leicht Krank war, hat sie 597 Fotos gemacht und ich weiß garnicht,

was ich weglöschen soll, die sind ALLE TOLL.

 

 

Wir haben auch mal kurz gefilmt....

Wenn man die falschen Strassen benutzt, rollt man "im Verkehr" mit, was wir

eigentlich grundsätzlich vermeiden wollen. OKOK Mercedes mit dickem AMG-

Aufdruck sind schneller, aber genaugenommen ist es schön, dass wir den

Speed von LKW locker "mitgehen" können.

http://www.youtube.com/watch?v=K4KLelVekUg

Mir ist grad so, als ob ich nur ungerne so RASE.

 

Jedenfalls gefällt mir Bad Karlshafen fast so gut wie Bodenwerder.

 

Wir hattem viel Spaß, haben viele nette Menschen getroffen und ...

Wir sind gut wieder nach Hause gekommen.

 

Jetzt kommt die Jahres-Zeit, in der ich basteln sollte.

Was denn nur :confused::confused:

 

Bis die Tage

LG Christoph

 

 

Was sagt Ihr zu unserer neuesten Erwerbung; der Armaturenbrett-Vase ?


17.10.2013 22:44    |    Christoph2605    |    Kommentare (6)

Kabel-Krams im FordKabel-Krams im Ford

Hallo Freunde des höchstmodernen Kraftfahrzeuges.

 

Nun habe ich Euch bereits

- mit technischen Daten eines speziellen Fahrzeuges, sowie

- mit einem Fahrbericht eines speziellen Fahrzeuges

gelangweilt.

 

 

Jetzt wollen wir allgemeiner werden und uns

der Fahrzeug- äh Motor-Elektrik widmen.

 

 

Wie bei mir üblich, geht es nicht um Atom-Physik und wer von mir grundlegend

neue Erkenntnisse erwartet, is hier irgendwie falsch .

Tatsächlich isses "ein Stück weit" Therapie, weil ich möglicherweise von meinem

Geschreibe selbst die Technik irgendwie verinnerliche.

 

Praktischerweise (und weil ich den eh grad vorliegen hatte) gehen wir hier mal

von einem Elektroplan für nen hochmodernen 1929er Ford Model-A aus.

 

Das ist für Fortgeschrittene, weil da schon mehr Anschlüsse dran sind, als der Motor

zum Laufen braucht (Wer Euch erzählt, dass ein Motor 100 Steuergeräte braucht – DER LÜGT)

 

Was brauchen wir wirklich , um einen Motor lauffähig zu machen:

- eine Batterie,

- eine Zündspule,

- einen Zündverteiler mit Unterbrecherkontakten und Kondensator

- ausreichend Hochspannungsverbinder (Kabel)

- ausreichend Zündkerzen

- ca 3 Meter Kabel .

 

Grundsätzlich isses egal, welche Spannung wir verwenden;

Weil Henry Ford 6 Volt verwendet hat, bleiben wir dabei; Das funktionierte

die letzten 84 Jahre gut und sollte auch für die nächsten 84 Jahre ok sein.

 

Eigentlich isses egal, wierum wir ne Batterie anschließen. Henry Ford

hat den Plus-Anschluß der Batterie per Kabel an den Rahmen geschraubt,

(Die Batterie ist Symbolisiert im Plan links oben der schwarze Kasten

mit + und – drin). Weil der Plusanschluß (symbolisiert mit dem komischen Pfeil)

auf den Rahmen geht, wird der nicht mehr näher betrachte und wir gehen davon

aus dass JEDES der gezeigten Bauteile mit diesem Rahmen verbunden ist.

 

Wir laufen also mit nem Kabel vom Minus-Pol der Batterie zu den

Verbrauchern los.

 

An der Stelle, wo ich ne „0“ hingemalt hab, hab ich nen Trenn-Schalter

(Nato-Knochen) angebracht und es ist ein EXTREM beruhigendes Gefühl,

den Saft vom Fahrersitz aus abschalten zu können.

 

Grundsätzlich ist das ein dickes Kabel was da so (schwarz gezeichnet) von

der Batterie zum Starter verläuft, weil im Falle eines Kaltstartes da mehrere

hundert Amp Strom fließen können !

 

Der komplette Rest vom StromKreis ist mit nem dünnen (gelben) Kabel auf

dem Anlasser angeschraubt und ich hab da an der Stelle „1“ eine

20 Amp-Haupt-Sicherung die für dieses Auto ausreichend ist !

Original hatte das Auto überhaupt keine Sicherung aber auch wenn ich in

Henry`s Genialität vertraue, verwende ich lieber ein paar (nicht originale)

Sicherungen, als nem alten Auto beim Brennen zuzusehen.

 

Das gelbe Kabel geht zur rechten Seite der Verteiler-Box an der Schottwand,

und von da weiter zum Amp-Meter im „Armaturenbrett“. Gelbschwarz läuft

das Kabel weiter zur linken Seite der Verteiler-Box und von da sind alle Verbraucher

angeschlossen. Das bedeutet dass alle Verbraucher auch vom Amp-Meter

angezeigt werden.

Weil wir hier mal hauptsächlich den Motor betrachten, gehen wir über das dünne

schwarze Kabel zu einem Niederspannungsanschluß der Zündspule (ZS = ignitioncoil).

auf der anderen Seite der Spule geht unsere Verkabelung durch das rote Kabel

zum Zündschloß. Ohne Zündschlüssel ist da also Schluß mit der Strom-Verbindung.

Wenn wir den Schlüssel im Schloß nach rechts drehen, kann der Strom durch

das dicke Panzerkabel ( = Wegfahrsperre) zu den Unterbrecherkontakten und

dem Kondensator im Zündverteiler.

Wenn sich der Motor dreht, wird sich auch der Zündverteiler (ZV) drehen und immer

wenn einer der 4 Nocken in der Mitte die Kontakte trennen, wird in der ZS über die

verschiedenen Wicklungen aus den 6 Volt eine Spannung von etwa 25000Volt .

Nur eine solche Hochspannung ist geeignet in der Zündkerze einen Funken über-

springen zu lassen und damit den Sprit zu entzünden.

 

Der Strom geht durch die Mitte der Zündspule und ein gut isoliertes schwarzes Kabel

zu der Mitte der Verteilerkappe ( die wegen Übersichtlichkeit hier unter den

Zündverteiler gemalt ist). Der rotierende Zündverteiler-Finger liefert die Zündspannung

an die jeweils passende Zündkerze…

 

Damit sollte der Motor laufen.

 

Zurück auf Anfang: Der Plan ist für Fortgeschrittene, weil der Motor genauso auch ohne

Starter, Junction-Box, Amp-Meter und Zündschloß funktionieren muß. Entsprechend habe ich

bei „Ausfahrten“ immer Kabel dabei um diese Nice-to-have-Bauteile kurzschließen zu können.

 

Wenn man dann noch ne Zündkerze, nen Zündverteiler und ne Zündspule (alles winzig)

dabeihat, dann kann man ganz sicher NICHT wegen Elektrik-Problemen liegenbleiben !

 

Liebe Grüße Christoph

 

PS

Tschuldigung, dass ich das Video nochmal beigefügt hab - Ich finde das einfach oberhart....


13.10.2013 22:17    |    Christoph2605    |    Kommentare (14)

Highspeed bringt uns nicht weiter....Highspeed bringt uns nicht weiter....

Hallo Freunde des frühen Fahrgerätes.

 

Im meinem letzten Beitrag habe ich die technischen

Realistäten meines Fast- Neuwagens erläutert, den

ich damals (Schande über mich) ohne Gebraucht-

wagengarantie erworben hatte.

 

Zum Glück läuft das Auto wirklich gut und ich will

Euch schildern wie man fährt und wie man sich

fühlt wenn man damit fährt :o

 

 

 

Hier der Link zu dem oben erwähnten eher technischen Beitrag.

http://www.motor-talk.de/.../...-1929er-ford-tudor-sedan-t4713747.html

 

 

Also - wir wollen Ford fahren.

 

Papiere suchen und nachsehen ob die Kennzeichen "dran" sind.

 

Kühler-Verschluß bajonettmäßig aufdrehen und nachsehen ob noch Kühlwasser da ist.

Dabei ist es übrigens so, dass sich in dem drucklosen Kühler jeder "A" seinen eigenen

Wohl-Fühl-Wasser-Stands-Level einstellt.

Bei Unserem isses so dass auf der obersten Kühlerlammelle geradenoch ein bischen

Wasser zu sehen ist, also insofern alles ok. Übrigens ist das Kühlwasser ein Mix aus

destiliertem Wasser und Frostschutz.

 

Wir öffnen die linke Motor-haubenseite und prüfen den Öl-Stand.

Ja - der Peilstab sieht wie ein Peilstab aus.

Knapp unter "F" isses nett, also Haube zu und die 2 Riegel Federmäßig einfummeln.

 

Einsteigen.... Die Türen sind relativ kurz - Henry Ford war wohl fuzzelig klein.

Der Christoph ist 1,97 groß, weshalb er den Fahrersitz mal um 20cm nach hinten verlegte.

Das ist mit ein Grund, warum mit diesem speziellen Auto ausser mir (fast) niemand fahren kann.

 

Jedenfalls steigen wir also ein und ICH sitze prima auf dem Stühlchen.

 

Ich öffne den Benzinhahn. Der ist bei den 1928 und 1929 im Innenraum und

beim 1930er und 1931ern im Motorraum (rechte Seite).

Ich freue mich, dass der Benzinhahn im Innenraum ist, auch wenn der

natürlich so tröpflelig ist wie ne 84-jährige Prostata eben so tröpfelig ist ...

 

Wir wursteln den Nato-Knochen in seine Fassung und schalten den Strom ein.

 

Dann kommt der Zündschlüssel ins Schloss und wird nach rechts gedreht.

Man sollte dem Amp-Meter ansehen, dass da schon Strom unterwegs ist...

Nicht nervös werden, die Optima-Batterie kann 1000A Kaltstartstrom liefern;

Soviel braucht der Ford NIE....

 

Die mechanische Zündverstellung links am Lenker wird ganz nach oben geschoben

= Spät-Zündung.

Das ist extrem wichtig!!! NIE VERGESSEN !!!

Wenn der auf Frühzündung stehenbleibt, gibt es 2 Möglichkeiten.

1. Starten mit der Kurbel ergibt nen netten Schulter-/Arm-/Handgelenk-bruch

2. Starten mit dem E-Starter zerschlägt das Gehäuse vom E-Starter

Beides erscheint wenig lustig, weshalb wir Spätzündung wählen.

 

Den Handgashebel rechts am Lenker ziehen wir 1/3 nach unten;

Ein leicht erhöhter Leerlauf ist fürs Starten sinnvoll.

 

Weil ich ein Weichei bin, benutze ich den E-Starter ...

 

Wir drehen den GAV (Gemisch-Anreicherung) 1/4 Umdrehung nach links

um das Gemisch fetter zu machen.

 

Wir ziehen den Choke und treten auf die Mechanische Starter-Betätigung

(Der Magnetschalter am Anlasser war 1929 noch nicht erfunden und das

"Einrücken" des Starters wird mit einer strammen rechten Wade erledigt)

 

Der Motor dreht sich und der Amp-Meter macht nen links-Salto.

Nach ca 2 Umdrehungen (!) hustet der Motor und ich lasse den Anlasser wieder los.

Das macht Jeder irgendwie Anders- bei meinem Auto funktioniert das so....

Ich warte etwa 10 Sekunden und wenn ich dann wieder Starte, läuft der Motor sofort.

 

Wir ziehen die Zündverstellung halb runter und das ist die Stellung auf der ich

normalerweise fahre.

 

Der erste Gang ist (wie bei jedem Renn-Getriebe :cool: ) links hinten

(weil - links vorne ist der Rückwärtsgang)

 

Wir fahren ganz gemütlich los weil eh die Öle alle noch SEHR zäh sind.

 

Wenn das Auto rollt, läßte sich sogar der Lenker drehen, von dem man

im Stand des KFZ annehmen möchte, dass er irgendwie Festgewachsen ist.

 

Ergänzung: Beim Einsteigen sollte der Fahrer sich NICHT am Lenker in das

Auto reinziehen. In Umfangsrichtung kann man viel Kraft aufwenden, aber

in Lenksäulenrichtung verträgt der Lenker nichts und is labberig. Den kann

man GANZ LEICHT verbiegen.....

Tschuldigung - ich schweife ab....

 

Wir rollen und der Drehzahlmesser (den ich übergangsweise irgendwann

mal montiert hatte), nähert der 2000min-1 Drehzahl-Schalt-Schwelle.

 

Also vom Gas gehen - Kupplung treten - Gang raus - Kupplung loslassen -

Zwischen Gas geben - Kupplung treten und den 2ten Gang reinzimmern -

Kupplung loslassen.

 

Das sollte Geräuschlos möglich sein aber mit kaltem Motor und kaltem Getriebe

ist das schwer zumal Ihr mich nicht erinnert hattet, den Handgashebel etwas

nach oben zu bewegen. Weil der Motor jetzt schon relativ schnell Leerläuft,

knarzt das Getriebe (aber dass schadet nicht wirklich). Meiner Erfahrung nach

ist das A-Getriebe mörder-robust.

 

Neuer Gang - neues Glück.

Im 2ten ist tatsächlich Beschleunigung zu spüren.

Den 2ten drehen wir bis etwa 2200min-1, weil die Gangspreizung zwischen

dem 2ten und dem 3ten leider relativ groß ist.

 

Unser Auto hat eine "lange" 3,54er Hinterachsübersetzung die man schon ab

Anfang der 30er Jahre eingebaut hat (als die Landstrassen besser wurden) um

die Motor-Drehzahlen bei Überlandfahrt zu reduzieren. Durch die "lange Achse"

wird leider auch die Gangspreizung größer.

 

Egal wir müssen schalten ...

Also vom Gas gehen - Kupplung treten - Gang raus - Kupplung loslassen -

Zwischen Gas geben - Kupplung treten und den 3ten Gang reinzimmern -

Kupplung loslassen .- aaahh schon viel besser geschaltet.

:p

 

Et loooft

 

Im 3ten beschleunigen wir bis das Marschtempo erreicht ist.

 

Wir fahren meist zwischen 60km/h und 70km/h

und praktisch nie über 80km/h.

 

Ab 80km/h wird die Lenkung SEHR LEICHT und weil die Richtung "Geradeaus"

dann sowieso nur durch "Lenken" erzielt werden kann ist das schnelle Fahren

sehr anstrengend.

 

Ob man 70 oder 80km/h fährt, ändert am Urlaub und am weiteren Verlauf des

Lebens NICHTS .:p

 

Wers nicht glaubt, muß auf der Autobahn weiterhin mit 180km/h reisen :rolleyes:

(und muß gestreßt sein weil er nicht 190 fahren kann).

 

Wir fahren ausschließlich Landstrasse - je schmaler desto gut :eek:

 

Kurvenfahrt ist gewöhnungbedürftig, weil die alten Blattfedern stark dämpfen (wg Rost)

und dann bei seitlicher Last (in Kurven) plötzlich seitliche Neigung zulassen.....

 

Scheint Alles halb so wild - es gibt Fahrer moderner Autos die freiwillig viele Kilometer

hinter uns herfahren.

 

Apropos - wer unauffällig reisen will, sollte nen Testarossa oder Murciellago wählen.

Mit nem "A" unauffällig reisen geht nicht und irgendwie reagiert JEDER.

 

Mich freut es, wenn kleine Kinder oder sogar Viecher aufm Acker reagieren....

 

Aber ja - ich freue mich ja auch, wenn ich ein altes oder besonderes Auto sehe und

bin dem Fahrer dankbar dass er so viel Mühe und Kosten auf sich nimmt um mir

(schon als Betrachter ) so viel Spaß zu machen. Das hat nie mit Preis oder Alter zu tun...

Da ist ne Frage von Stil und Individualität.

Beispiel gefällig ? : Auch ein Piaggio-Dreirad zeugt von Stil.

 

 

Oh - Da winkt einer am Straßenrand.

Wer winkt, dem senden wir ein nettes Ahoga (Hupenknopf in der Mitte vom Lenker).

 

Heute war es kalt aber schön und wir waren zwischendurch zum Mittagessen in

der Klassikstadt in Frankfurt. Der Sprecher, Herr Hübner wußte schon dass wir

kommen, bevor er uns sehen konnte. Er kennt unser Auto ähh Ahoogahorn

schon lange genug.

 

Nachmittags sind wir noch etwas Main-Aufwärts gefahren und

wir haben uns noch schnell bei Freunden zum Kaffetrinken eingeladen .

 

Apropos - Der "A" hat keine Heizung.

Da isses kalt und als ich vor dem Losfahren Ulrikes Decke ausgeschüttelt hab sagte

der Kollege doch tatsächliich : "Na - schüttelst Du die Heizung aus?".

 

Übrigens... Das Amp-Meter sollte beim Fahren immer knapp über 0 im Plus stehen

(so bei PLUS 2 oder 3 ). Das ist wichtig, weil die Lichtmaschine KEINEN Regler hat

und wenn da zu viel Ladung kommt, dann kocht die Batterie.

Wie schafft man die Einstellung auf plus 3 Amps?

Ganz einfach - Man öffnet die Motorhaube links, schraubt den Deckel von der

Lichtmaschine und verdreht die 3. Kohle solange, bis die Ladung stimt.

 

Früher gab es eine Sommer- und eine Winter-einstellung.

Ich fahr immer mit der Einstellung, die das Fahren mit Licht zuläßt.

Auf Strecke fahr ich mit Licht, bei Kurzstrecke manchmal ohne Licht ...

Ich höre am Klang vom Horn, wie voll die Batterie ist.

Es gibt viele, die ihren A auf Drehstrom-Generator umbauen.

Ich mache dass nicht. Das Originalding tut auch und wenn ich Drehstrom

in nem Vorkriegsauto sehen muß, wird mir immer sooo schlecht.

 

Noch ein Wort zu den Bremsen.

Die sind mechanisch und Gestänge-betätigt.

Da gibt es VIELE die die Bremsen auf Saft-Bremse umbauen (Hydraulik).

Ich mache das nicht und empfehle, das nicht zu tun.

Wenn die Gestänge-Bremse gut ist, bleiben die Räder stehen, wenn man reintritt.

Mehr als blockieren kann eine Saftbremse auch nicht - oder???

 

So - wir sind jetzt viel gefahren, aber irgendwie bin ich nicht sicher ob das Gefühl rüberkam.

 

Dann muss ich klartext sagen : Es ist ein gutes Gefühl mit dem "A" zu reisen.

 

Tatsächlich macht UNS das viel Spaß mit dem Ford auf den Nebenstrassen und für

mein Leben gilt: "Fernweh braucht keine PS"

Das hab ich schon früh gelernt, hatte das aber zwischendurch wohl mal vergessen....

 

Je langsamer das Reisen, desto intensiver das Erlebnis.

Probierts mal aus und berichtet mir davon.

 

LG

Christoph


12.10.2013 22:14    |    Christoph2605    |    Kommentare (11)

mein Tudormein Tudor

1929er Ford Tudor Sedan

 

 

Hersteller: Ford

 

Typ: Model A

(benennt man nicht, weil von 1928 – 1932

sowieso nur Model A gebaut wurden).

 

 

Aufbau: „Tudor Sedan“

Den Aufbau benennt man, weil es 54 versch. Aufbau-Versionen ab Werk gab !

Tudor = Two-Door ( = Zweitürer - nein – hat nix mitm Königshaus zu tun…)

Sedan = 4 Sitze

 

Produktion: Mittwoch 05.06.1929

(Die Weltwirtschaftskrise begann übrigens am "schwarzen" Freitag dem 25.10.1929)

4 Zylinder-Reihen-Motor 3300cc mit 3 Hauptlagern

 

Schleuderschmierung mit Zusatz-Ölpumpe ( Serie = ohne Ölfilter)

 

Die Hauptlager wurden im Original in den Block hineingegossen (sogenannte Babbit-Lager)

 

Seitenventil-Motor ( stehende Ventile mit „herumliegender“ Nockenwelle)

 

Ventile ab Werk nicht einstellbar (!)

 

Kontaktgesteuerte Spulen-Zündung mit 7/8 Zoll Zündkerzen

 

ca 40 PS bei Verdichtung 4,7:1

 

Thermosyphon-Wasserkühlung mit Zusatzwasserpumpe (Druckloses System)

 

Maximal-Drehzahl 2500min-1

 

Steigstromvergaser (Verbrauch ca 13 Liter/100km)

Kraftstoff-Versorgung über Schwerkraft; Eine Spritpumpe die nicht da ist,

wird auch nicht kaputtgehen.

 

Choke und GAV (Gemischanreicherung zur Höhenkompensation)

Was Motorsteuergeräte über einen ach so modernen LuftMASSENmesser

können, konnte man vor 90 Jahren schon mechanisch….

 

mechanisch angesteuerter E-Starter

 

6Volt 5A Lichtmaschine

(einstellbar; sollte so eingestellt sein, dass das Amp-Meter leicht im Plus ist….)

Batterie-Plus-Pol auf dem Rahmen

(aktuell verwende ich eine geniale Optima Batterie)

 

Serienmäßig KEINE Sicherung

(Mein Auto hat eine 20A Hauptsicherung und Einzelsicherungen für Licht, Hupe, Bremse, Zusatzverbraucher)

 

Serienmäßig natürlich keine Blinker (Blinker waren noch nicht erfunden)

Habe einen elektronischen Blinker nachgerüstet, der vorne die Coal-Lights

benutzt (Coal-Lights = Sonderausstattung)

 

ab Werk 2 Frontscheinwerfer, aber nur ein Rücklicht

( ein Rücklicht auf der Seite der Lenkung bzw des Nummernschildes)

 

Ahooga-Horn (heißt Ahooga-Horn, weils Ahooga macht… Das kennt man

aus „Die Waltons“, aber die hatten das nachträglich an ihren Model T an-

geschraubt, der sowas serienmäßig nicht hatte ! ).

Das Horn wird von einem E-Motor angetrieben und verbraucht mehr Strom

als alle anderen Verbraucher gemeinsam.

 

mechanische Zündverstellung am Lenker

 

KEIN Lenkerschloß,

 

Fuß-Gas (erstmals bei Ford …. Pedal ist bei Linkslenkern rechts und bei Rechtslenkern in der Mitte)

 

Handgas ( zusätzlich; = Tempomat ;-))

 

Sichtfenster durch das „Armaturenbrett“ in den Tank

 

Amp-Meter (= einziges Anzeige-Instrument)

 

3 Gang Getriebe nicht synchronisiert

 

2 Deichsel-Achsen (Vorne geschoben, Hinten gezogen)

 

geschweißte Drahtspeichen-Felgen

 

Schubrohr-Antrieb mit nur einem Kardanwellen-Gelenk ( das Gelenk wird U-joint genannt)

 

Leiterrahmen aus U-Profilen

 

Klima-Regelung durch ausstellbare Frontscheibe

(wegen der senkrechten Scheiben bleibt es immer relativ kühl im Auto).

 

über eine Verteilerwelle wirkende, Gestänge-betätigte 4-Rad-Bremse

 

43 Schmier-Nippel (u.a. am Kupplungs-Ausrücklager)

 

Beschleunigung = gut

 

Höchst-Geschwindigkeit = gibt es wohl

(Eventuell elektronisch begrenzt ? Habs noch nicht probiert….)

 

Stoff-Bespanntes Dach

(man konnte noch keine dermaßen großen Blechteile sauber pressen)

 

Tripy2 –Navigation

(Nein – Das gabs nicht serienmäßig - Das verwendet der Kleine Christoph….)

 

1590kg zulässiges Gesamt-Gewicht (wurde von der Frankfurter Zulassung festgelegt,

weil Henry Ford das damals vergessen hat. 70 Jahre hat das Auto gut ohne zulässiges

Gesamtgewicht funktioniert. Aber natürlich - Die Frankfurter Zulassung hat berechtigt

Angst, dass man Vorkriegsautos zum Backstein–Transport verwendet….)

 

Originale Motoren sollte man mit unlegiertem Einbereichsöl fahren

(… alle 1500 km Ölwechsel).

Ich habe damals Rowe 40 verwendet

(Legierte Öle würden den Schmodder von 80 Jahren lösen und in die Lager befördern…)

 

Bei Motoren von denen man weiß dass sie sauber (oder neu) sind,

kann man problemlos Mehrbereichsöle fahren.

Wir fahren pro Jahr knapp 10`000km

Deshalb habe ich auf Filterpatrone und 15W40 umgestellt.

(Meist Castrol, aber eigentlich egal)

Ich mache einen Ölwechsel pro Jahr.

 

Motoröl und Kühlwasser werden täglich geprüft.

 

In das Getriebe und in die Hinterachse gehört ein 600er Öl rein …

Das ist von der Konsistenz her, wie Honig.

Prüfung erfolgt jeweil „gelegentlich“,

Der Öl-Pegel im Getriebe sinkt üblicherweise leicht (keine gedichteten Lager)

Der Öl-Pegel in der Hinterachse steigt üblicherweise leicht (keine gedichteten Lager;

das Getriebeöl läuft vom Getriebe durch das Schubrohr bis in die Hinterachse.)

 

Ins Lenk-Getriebe gehört auch ÖL. Mit Fett macht man das Ding kaputt

 

So sieht es aus, wenn man damit fährt:

http://www.youtube.com/watch?v=nsHBW76Zdp4

 

Ich hab sicher noch viele Details vergessen.

Fragt mich gerne....

 

LG Christoph


11.10.2013 00:25    |    Christoph2605    |    Kommentare (0)

Hallo Freunde des Alteisens :)

 

Als stolze Member des Hessen-ASC

(Allgemeiner-Schnauferl-Club) waren wir natürlich

auch zur ASC-Herbst-Ausfahrt 2013 eingeladen.

 

Die Veranstaltung startete am Donnerstag

(03.10,) und dauerte bis Sonntag.

 

Wir konnten leider erst ab Freitag Nachmittag dabeisein

 

Weil übles Wetter vorhergesagt war, hatte ich die

ehrenvolle Aufgabe, den Datsun ZX 280 fitzumachen.

Für den Ford (ohne Scheibenwischer) wäre der

vorhergesagte Dauer-Regen zu grob geworden.

 

Tatsächlich war die Datsun-Batterie nach 15 Monaten Standzeit bei 5,2 Volt,

ließ sich aber freundlicherweise nocheinmal re-animieren.

 

Als Sportwagen der 70er hat das Auto natürlich ne Melodie-Fanfare

(Dukes of Hazzard) - Wie blöd, wenn die nicht tut.

 

Also habe ich schnell ne 6mm Leitung hinters Relais gefummelt und einen

Sicherungsautomaten installiert. Dann habe ich das Ding auf Dauerbetrieb

gestellt um gleichzeitig reichlich WD40 anzuwenden.

Wellcome back :D - sie tut wieder

 

Weil der Freitag danach schon fortgeschritten war, haben wir uns auf den Weg

zum Hotel in Espenau bei Kassel gemacht.

 

Natürlich sind wir wie überwiegend auf Landstraßen gereist.

 

Dabei ist der Datsun nicht wirklich als Behinderung der anderen Verkehrsteilnehmer

zu verstehen; Genaugenommen liegt er bezüglich Gewicht, Leistung und Drehmoment

durchaus im Bereich der aktuellen Kompressor-Minis....

 

Wie gut, wenn man im 30 Jahre älteren Auto sitzt, das auch noch von

Albrecht Graf Goertz designt wurde. :cool:

 

Wir sind am Edersee entlanggefahren und Ulrike hat sich höchstens alle 10 Minuten

beschwert, warum wir uns in sonen Kleinwagen pressen statt im Ford zu reisen.

 

Bei Ankunft im Hotel war die Freude über das Wiedersehen mit den Club-Kollegen groß

und es war sofort klar, dass viele "Schnauferlbrüder" (so heißt das bei uns) mit ihren

B-Autos (oder gar im Neuwagen) angereist sind.

 

Trotzdem sind sehr schöne Autos unterwegs und am Samstag tut mir der Fahrtleiter leid,

der eine Super-Strecke ausgesucht hat; die jetzt im Dauerregen "abgefahren" wird

und dadurch leider nicht genügend gewürdigt wird.

 

Am Edersee wird eine Bootsrundfahrt gemacht. Eine Stunde ist mehr als genug,

wenn das Wetter schlecht und der Wassrstand niedrig ist.

 

Danach gehts es die kurze Strecke zum Schloß Waldeck und es gibt Mittagessen mit

Sensationellem Blick auf den See

:mad:

okok - der Blick wäre sensationell, wenn das Wetter mehr als 50 m Sicht "hergegeben"

haben würde

:mad::mad::mad:

 

Nachmittags gabs noch volle Kultur-Dröhnung im Residenz-Schloß in Bad Arlosen.

Genaugenommen sassen wir doch hinterher ähnlich lange im Kaffee am Kirchplatz :cool:

 

Noch ein zu kurzer Abend und wir hatten uns am Sonntag Morgen schon wieder auf

den Heimweg zu begeben.

 

Damit dürft die Oldtimersaison 2013 praktisch gelaufen sein.

 

LG Christoph


09.10.2013 21:07    |    Christoph2605    |    Kommentare (8)

Die BMW R 26 BJ56 hab ich seit etwa 35 Jahren.

(damals aus Einzelteilen zusammengebaut)

 

Sie hat natürlich 250cc und 15 PS

(Das erste BMW-Einzylinder-Vollschwingenmodell)

 

9 Fernfahrten hab ich damit durchgezogen.

 

Gerade "Letztens" (ca 1981) war ich damit in Sardinien

 

Das Motorrad hat sich seitdem jedenfalls nicht verändert. :cool:

 

Jetzt hab ich die Fotos wiedergefunden und dachte, ich sollte das mit Euch teilen.

 

Leider nur 3 Fotos :(

 

1.

Abfahrt zu Hause ( ja – das ist mein Stuntman). :p

 

Man mag es sich kaum noch vorstellen, aber das war die Zeit wo man

noch ohne Handy und ohne ADAC-Schutzbrief reisen konnte

:rolleyes:

 

Nach einer Woche am Starnberger See gings weiter …

 

2.

..über den Brenner

 

Nicht auf der Autobahn (weil zu teuer), sondern auf der alten Brenner-Straße…

 

3.

Bis nach Sardinien....

 

Nach 4 Wochen Aufenthalt (Semesterferien sind prima) gings direkt wieder zurück

 

Defekte:

 

1 x Unterbrecherkontakt (dabeigehabt)

 

1 x Zündspule (vom Italienischen Schrottplatz aus nem R4)

 

... und ein abgeschüttelte Auspuffschraube.

Die Schraube hat mir ein Bastler (mit Guzzi Falcone) am Straßenrand geschenkt.

Er konnte kein Deutsch und ich kein Italienisch

Naja - ähnliche Moppeds halt.

Hiermit : Danke schön

 

Bei der Heimfahrt hats in Deutschland geregnet .

 

Bei Rückkehr nach Frankfurt hatte ich noch etwa 40 Pfennig in der Tasche,

ABER ich war GLÜCKLICH

 

SCHÖN WARS !!! :D

 

Bis die Tage

LG Christoph


06.10.2013 22:32    |    Christoph2605    |    Kommentare (1)

Bertha-Benz-Fahrt 2013Bertha-Benz-Fahrt 2013

Hallo Freunde des Zerknalltreiblings

 

Wir sind Heute nachmittag von der Herbstausfahrt des Hessen-ASC zurück.

 

Darüber werde ich in den nächsten Tagen berichten.

 

Hier mal noch schnell ein Nachtrag.

 

Ich hatte ja zur Bertha-Benz-Fahrt 2013 gepostet......

http://www.motor-talk.de/.../...a-benz-hatte-gerufen-t4643529.html?...

 

 

Nun habe ich ein ganz interessanten Film zur Bertha-Benz-Fahrt gefunden

und da sind sowohl Fakten zu Bertha-Benz als auch zum ASC enthalten

 

http://www.youtube.com/watch?v=CkrfTU-8ClI

 

Viel Spaß und bis die Tage Freunde

LG Christoph

 

PS

Da hat doch der MT-Kollege Ascender in meinem letzten Blog nach

unserem Auto in Alltags-Situationen gefragt....

 

Kann ich bieten - Wir waren an dem Tag ja eher zufällig unterwegs :cool:

 

....und da werden wir (nach 11:17 des Films) angehalten und ASC SB Presinger

(der ASC Typ-Referent für die Messingautos) hat uns je ein Eis geschenkt.

Das finde ich wirklich nett ... Danke

DAS EIS WAR PRIMA !


04.10.2013 00:17    |    Christoph2605    |    Kommentare (3)

.

Ja - der Tudor Auto ist ein großer Teil von unserem Leben

Wir fahren sehr oft damit, auch nach Feierabend und auch am Wochenende :D

 

Als Beispiel möchte ich mal unsere Unternehmungen

am 21. und 22. 09. rekapitulieren.

 

Am 21 hatten wir nicht so viel Zeit und so sind wir mal zur Klassikstadt

gerollt. Dort war ein Pontontreffen und wir mögen alle Arten von (alten)

Fahrzeugen und sind immer das was gefragt ist. Manchmal haben wir

nen Traktor und manchmal nen Ponton.... Immer etwas "anders" und

immer äusserlich ein A Tudor Sedan.

;)

 

Toll so ein Ponton, schließlich hat mein Opa sowas gehabt.

Der erste Urlaub vom kleinen Christoph führte in diesem Ponton nach Texel.

2 Großeltern, 2 Eltern und (damals noch) 2 Kinder (der große Bruder und der

kleine Christoph).

 

Heute würden in nem Ponton allenfalls ein kinderloses Paar reisen.

Damals war auch genug Platz für ein Gummiboot.

Man ist auch in den 60ern noch auf kleinen Straßen gereist und die

Menge an Autobahnen Richtung Holland war eher begrenzt.

 

Ich wundere mich immer, dass "man" Heute weiß, dass ein Smart nicht

auf die Autobahn gehört, wo man früher stolz wie Bolle mit ner Isetta

Richtung Gardasee rollte. Kein Mensch hätte damals bezweifelt dass

eine Isetta sone Strecke locker und problemlos hinkriegt. Ich möchte

an dieser Stelle auf den Aufsatz von Fritz B Busch verweisen, wo nach

ner Italien-Reise mit der "Iss se da?" die Bratpfanne besser in der Hand lag :rolleyes:

 

Tja und als dann "der" Deutsche glücklich nen Käfer bewegte, waren

wir mitm Ponton aufm Weg nach Texel .

War mein Opa ein Bonze ????

(Vorsicht - sagt nix falsches - Opa war der BESTE !!)

 

Zum Ausgleich haben sich meine Eltern ihr erstes Auto gekauft, da

hab ich selbst schon 4 oder 5 Autos gehabt....

Eventuell sind meine Eltern ja garnicht meine Eltern ? :confused:

 

Oh - ich schweife ab..

Wir waren also beim Pontontreffen und da haben wir uns schnellnochmal

in der Klassikstadt umgesehen. Da steht eine echte Fairlady als Cabrio

zu nem geilen Preis und eine Isetta mit Wohnanhänger und ein toller

Hannomag.

boah - wenn ich soviel Platz hätte, wie ich wenig Geld hab :rolleyes:

 

Naja irgenwann ist uns eingefallen, dass wir ja fahren wollten, da

war es allerdings spät. Also wurde es eine kleine Runde - siehe Plan.

 

Der 22. brachte die Erkenntnis, dass es in Deutschland leider nicht jeden

Tag irgendwo ein Oldtimertreffen gibt.

Also sind wir ein wenig Richtung Friedberg gerollt.

Das brachte 2 weitere Erkenntnisse:

1) An einem Wahlsonntag gehen mehr Menschen zu Fuß als sonst .

2) Wenn wir ein Restaurant suchen, haben nur Kaffees geöffnet .

(ratet mal was los ist, wenn wir nur nen Kaffee trinken wollen...)

Wir waren schon um 14:00 Uhr (hungrig) wieder zu Hause, haben dann

aber ein voll-gechilltes Saison-Abschluß-Grillen durchgezogen.

 

Hab viel über "das Leben" geschrieben und wenig über unsere

Touren - Das war zu befürchten

 

Bis die Tage Freunde