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Opel Vectra C 2.2 Direct Test

16.05.2018 19:15    |   Bericht erstellt von tobse1005

Testfahrzeug Opel Vectra C 2.2 Direct
Leistung 155 PS / 114 Kw
Hubraum 2198
HSN 0035
TSN 094
Aufbauart Limousine
Kilometerstand 135000 km
Getriebeart Automatikschaltung
Erstzulassung 10/2005
Nutzungssituation Privatwagen
Testdauer mehr als ein Jahr
Gesamtnote von tobse1005 3.5 von 5
weitere Tests zu Opel Vectra C anzeigen Gesamtwertung Opel Vectra C (2002 - 2008) 4.0 von 5
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Einleitung

Ich habe den Vectra vor über 2 Jahren mit 91000km auf der Uhr gekauft. Vorrangig wird das Fahrzeug auf der Autobahn bewegt (täglich 60km, 5 Tage die Woche).

Galerie

Karosserie

4.0 von 5

Wenn man von einem Astra J in einen Vectra C umsteigt (wie es bei mir der Fall war), bemerkt man sofort, dass es eine andere Fahrzeugklasse ist. Man sitzt in einem Mittelklassewagen mit hohem Sitz-und Fahrkomfort. Ich habe keine PDC, weder vorn noch hinten. Vorne hilft die lange, gut sichtbare Haube und hinten kann man ungefähr das Ende der Heckklappe erahnen. Bisher hat das ganz gut funktioniert und ich bin ein notorischer Rückwartseinparker.

Der Kofferraum ist für eine Limousine ausreichend groß und muss sich nicht hinter heutigen Autos verstecken.

Ich bin 1,77 groß und habe auch im Fond noch ausreichend Beinfreiheit.

Testkriterien
Platzangebot vorn: eng geräumig
Platzangebot hinten: eng geräumig
Kofferraum: klein groß
Übersichtlichkeit: schlecht gut
Qualitätseindruck: minderwertig hochwertig
Fazit - Karosserie
  • + Übersichtliche Karosserie, auch nach hinten

Antrieb

3.0 von 5

Wer einen 2.2l Saugmotor mit einem Automatikgetriebe koppelt, kann keine sportlichen Fahrleistungen erwarten. Der Wagen zieht in den unteren 3 Gängen gut durch, beim Auffahren auf den Beschleunigungsstreifen sollte man die Gänge ausfahren. Wer den Turboschub der modernen Autos gewohnt ist, wird hier keine Freude haben. Ich finde den 2.2er eine gute Wahl zwischen dem 1.8er und dem 2,8er. Steuerkettenprobleme haben auch andere Hersteller, ich sag nur 1.4 TSI. Es ist eher ein Cruiserauto. Ich fahre auf der Autobahn meist nicht schneller als 160. In dem Bereich scheint sich der Motor sehr wohl zu fühlen und honoriert das ganze mit einem moderaten Verbrauch. Mein Verbrauch bewegt sich zwischen 7,5 und 10l. Die Reichweite beträgt ca. 600km mit einer Tankfüllung. In der Stadt ist der Verbrauch natürlich viel höher.

Das Automatikgetriebe hat die schlechte Angewohnheit, bei ca. 70 km/h in den 5. Gang zu schalten. Auf der geraden geht das ja noch, aber das macht es auch an einer Steigung. Hierbei drückt es den Motor schön in den Drehzahlkeller (ca. 1800 Umdrehungen) und man muß mit dem Gasfuß das Getriebe zum herunterschalten überreden. Ansonsten ist die Automatik sehr gut und schaltet sanft, erst recht wenn man eine Getriebespülung hat machen lassen. Kann ich jedem nur empfehlen.

Mein altes 2.2er Astra G Coupe hat mit der Handschaltung auch um die 8,5l gebraucht und war ca. 100kg leichter.

Testkriterien
Motorleistung: schwach stark
Durchzug: unelastisch elastisch
Drehfreude: zäh agil
Getriebe/Schaltverhalten: schlecht gut
Verbrauch: durstig effizient
Reichweite: gering hoch
Fazit - Antrieb
  • + Durchzugsstark in den unteren Gängen
  • + Sanfte Schaltvorgänge
  • - Nur 600km Reichweite trotz 61l Tank
  • - Manchmal unlogisches Schaltverhalten

Fahrdynamik

3.5 von 5

Bei schnellen Kurvenfahrten bemerkt man, dass es sich um eine komfortorientierte Fahrwerksauslegung handelt. Dafür sorgt es aber für einen sehr guten Langstreckenkomfort. Muss jeder selbst wissen, was wichtiger ist.

Testkriterien
Wendekreis: groß klein
Beschleunigung: langsam schnell
Lenkung: schwammig direkt
Bremsen: schwach standfest
Fahrverhalten: unausgeglichen ausgeglichen
Kurvenverhalten: unsicher sicher
Wendigkeit: träge agil
Fazit - Fahrdynamik
  • + Sehr guter Langstreckenkomfort
  • - Kein Auto zum Kurvenheizen

Komfort

4.5 von 5

Für mich ist der Vectra ein sehr gutes Auto zum Kilometerschruppen. Dazu tragen die niedrigen Innengeräusche und der Federungskomfort bei. Wenn man die Musik leiser stellt, kann man ein bißchen das Brummen des Motors hören. Windgeräusche sind so gut wie nicht vorhanden.

Die Klimaatomatik ist nicht so wirkungsvoll wie beim Astra J. Beim Astra hatte ich die Regler immer auf 22 Grad stehen. Um beim Vectra Wohlfühlklima zu haben, muss ich auf 20 Grad stellen. Die Heizung ist sehr wirkungsvoll und auch die Sitzheizung verrichtet sehr gut ihren Dienst.

Gelegentlich fahre ich mit offenem Schiebedach, was mir aber nach kurzer Zeit zu laut wird.

Die Xenonscheinwerfer mit dem AFL Lichtsystem kann ich nur empfehlen.

Testkriterien
Federung (komfortabel): schlecht abgestimmt gut abgestimmt
Sitze vorn: unbequem bequem
Sitze hinten: unbequem bequem
Innengeräusche: laut leise
Bedienung: kompliziert intuitiv
Heizung/Klimatisierung: schwach wirkungsvoll
Fazit - Komfort
  • + Sehr niedrige Innenraumgeräusche
  • + Nachklimatisiertung
  • + Sehr gute Sitzheizung
  • - Kalte Lötstellen im Klimabedienteil (wurden behoben)

Emotion

3.5 von 5

Opel hat immernoch mit dem schlechten Ruf der Rostlauben und Fuchsschwänze zu kämpfen. Wer aber abseits der anderen deutschen Marken ein zuverlässiges Auto sucht und nicht so markenbesessen ist, findet hier genau das richtige. Das ist mittlerweile mein dritter Opel in 12 Jahren. Zuvor hatte ich auch andere Marken ausprobiert.

Testkriterien
Design: langweilig attraktiv
Temperament (komfortabel): ausbaufähig realisiert
Image: negativ positiv
Fazit - Emotion
  • + Schnittiges Design, besonders seit dem Facelift
  • - Schlechtes Image, warum auch immer

Unterhaltskosten

Verbrauch auf 100 km 8,5-9,0 Liter
Inspektionskosten pro Jahr 500-700 Euro
Außerplanmäßige Reparaturkosten Motor/Kraftstoffversorgung/Abgasanlage - Kraftstoffpumpe (700 €)

Gesamtfazit zum Test

Aus diesen Gründen kann ich den empfehlen:

Für das Alter kann sich der Vectra C auch mit heutigen Fahrzeugen messen. Denn wer hatte schon 2005 mitlenkende Xenonscheinwerfer und ein gekühltes Handschuhfach in einem Mittelklassewagen?

Platz und Fahrkomfort stehen im Vordergrund.

Aus diesen Gründen kann ich den nicht empfehlen:

Man sollte für anfallende Reparaturen schon um die 1000€ auf der Kante haben. Man weiß nie, was kommt. Selberschrauben ist ein Muss, denn es gibt immer was zu tun. Steuerkette, HD-Pumpe, Drallklappen oder Fahrwerksteile. Selbst wenn schon vieles getauscht wurde, ist das keine Garantie, dass es nicht wieder kaputt geht.

Gesamtwertung: 3.5 von 5
Das Testfahrzeug erhielt im Test durchschnittlich 3.5 von 5 möglichen Sternen
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