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BMW 3er G21 330d xDrive Touring M Sport nach 600km

01.04.2022 14:43    |   Bericht erstellt von b8variant

Testfahrzeug BMW 3er G21 330d xDrive
Leistung 286 PS / 210 Kw
Hubraum 2993
HSN 0005
TSN CZI
Aufbauart Kombi
Kilometerstand 2900 km
Getriebeart Automatikschaltung
Erstzulassung 3/2021
Nutzungssituation Privatwagen
Testdauer wenige Wochen
Gesamtnote von b8variant 4.0 von 5
weitere Tests zu BMW 3er G21 anzeigen Gesamtwertung BMW 3er G21 (seit 2019) 4.0 von 5
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Einleitung

Hi!

 

Als Jahreswagen mit knapp 3000km erworben, möchte ich hier gerne die ersten Eindrücke nach bislang etwa 600 gefahrenen Kilometern schildern.

 

Da der Wagen trotz des Alters von 12 Monaten erst so wenig Laufleistung hinter sich hat, behandele ich ihn auf den ersten sagen wir 1000km wie einen Neuwagen, also keine Volllast, keine unnötigen Vollbremsungen und eher zurückhaltendes Fahrverhalten.

 

Bisher konnte ich schon alle Assistenz-Systeme ausprobieren und mich mit allen Einzelheiten vertraut machen. Es fanden sowohl Autobahn- als auch Überlandfahrten statt, ebenso tägliche Fahrten für Besorgungen und Termine in der Stadt.

Auch ein Ausflug mit Familie und gefülltem Kofferraum durfte nicht fehlen, sodass der Wagen seine Alltagstauglichkeit beweisen musste.

 

Die Wetterbedingungen hierbei waren stets unterschiedlich, wir hatten im März ja schon beinahe alles, was der Himmel so hergibt... Sonne und knapp 20°C, Regen, starken Wind, ganz leichten Schneefall bzw. Schneeregen mit etwas rutschigeren Strassen.

Galerie

Karosserie

4.0 von 5

Da ich unmittelbar von einem Passat Variant komme, ist ein direkter Vergleich, zumindest was Platzangebot betrifft, kein fairer.

Der Passat bietet im Kofferaum rund 1780 Liter bei vollständig umgeklappten Rücksitzen, der 3er "nur" 1510. Das merkt man sofort beim Beladen von mehreren Taschen, Koffern usw.

 

Aber das haben wir gewusst und auch genauso akzeptiert, weil zum Einen die Zeiten von MaxiCosi, Kinderwagen/-buggy und einer Million Baby-Utensilien vorbei sind und zum Anderen wir einen etwas sportlicher ausschauenden Wagen wollten.

 

Bein- und Kniefreiheit ist im BMW vollkommen in Ordnung, auch große Leute (1,85m) haben genug Platz auch auf längeren Strecken.

Zweifelsohne bietet der Passat hier mehr, allein schon die Tatsache, dass dort 3 Personen bequem im Fond nebeneinander sitzen können, was ich im BMW höchstens im Notfall machen würde.

 

Die Übersichtlichkeit ist gut, zu keiner Zeit habe ich das gefühl, dass ich nicht abschätzen kann, ob ich gleich in der Mauer hänge oder die Größe der Parklücke nicht ausreicht.

 

Der Qualitätseindruck beim 3er G21 ist um Längen besser als das, was wir vom Passat gewohnt waren. Nicht falsch verstehen, der Passat ist ein toller Wagen und VW hat an der Materialanmutung und der Verarbeitung viel gut gemacht. Aber eben nicht alles.

BMW versteht es, dem Fahrer und Beifahrer ein optisch ansprechendes, homogenes und linientreues Interieur vor die Nase zu setzen, welches top verarbeitet ist.

 

Die Materialwahl ist toll, ein gelungener Mix aus ich nenne es mal klassischen und modernen Elementen (Alu-Mesh-Optik sieht genial aus!), vor allem knarzt und scheppert und vibriert nichts.

Testkriterien
Platzangebot vorn: eng geräumig
Platzangebot hinten: eng geräumig
Kofferraum: klein groß
Übersichtlichkeit: schlecht gut
Qualitätseindruck: minderwertig hochwertig
Fazit - Karosserie
  • + perfekte Spaltmasse
  • + sattes Schliessen der Türen, kein Geklapper
  • + zeitgemäßes und sportliches Design
  • - hintere Türdichtungen lassen Schlagregen durch

Antrieb

4.5 von 5

Dies ist unser und auch mein erster BMW, ich kannte die Reihen-6-Zylinder Aggregate bloß aus dem näheren Umfeld und hatte ein oder zweimal die Gelegenheit, einen solchen Wagen kurz mal zu fahren.

 

Leise, sanft und ruhig ist es, wenn man den Wagen startet. Durch die Akustikverglasung an den Seiten und der Front könnte man fast vergessen, dass man in einem Diesel sitzt. Während der Fahrt ist das dann natürlich auch mal anders, bei höheren Drehzahlen macht sich das schon bemerkbar, aber niemals störend. Selbst bei höheren Geschwindigkeiten auf der Autobahn hört man die Mitfahrer sogar flüstern.

 

Die Leistung ist mehr als ausreichend, Drehmoment ist sofort da, wenn man´s braucht, das Auto hängt für einen Selbstzünder erfreulich freudig am Gas und die ZF-Automatik mit 8 Stufen ist ein Traum. Verglichen mit dem 6-Gang DSG des Passat sind Gangwechsel zwar spürbar, aber das geschieht so schnell und geschmeidig, das ist wirklich bemerkenswert.

 

Der Verbrauch liegt zurzeit bei etwa 6,9 Liter pro 100km, da sind aber bestimmt künftig noch Peaks nach oben drin ;-)

Entsprechend ist die Reichweite nicht so hoch wie beim Passat, mit dem ich auch mal knapp 1100km fahren konnte, ohne nachtanken zu müssen.

 

Dass man die momentan gewählte Stufe nur dann sieht, wenn man den Gangwahlhebel nach links in den manuellen Modus legt, ist zwar einerseits sehr schade, andererseits könnte ich mir auch Schlimmeres vorstellen. Es ist nunmal so. Vielleicht kann und wird dies in Zukunft per Update nachgereicht.

Testkriterien
Motorleistung: schwach stark
Durchzug: unelastisch elastisch
Drehfreude: zäh agil
Getriebe/Schaltverhalten: schlecht gut
Verbrauch: durstig effizient
Reichweite: gering hoch
Fazit - Antrieb
  • + Motor-Getriebe-Kombination hervorragend
  • - Gangwahl-Anzeige nur in manueller Gasse

Fahrdynamik

5.0 von 5

In Abhängigkeit der Ausstattung mögen diese Punkte variieren und dem Ein oder Anderen Fahrer subjektiv anders ins Gewicht fallen.

 

In unserem Fall bietet der Wagen die M Sportausstattung, die M Sportbremsen, das adaptive M Fahrwerk und die adaptive Lenkung.

 

In dieser Kombination habe ich selbst noch keinen Wagen dieser Gewichtsklasse und Größe erlebt, der ein ähnliches Fahrverhalten gezeigt hat.

 

Allem voran die präzise Lenkung - wer schonmal Kart gefahren ist, weiss, wie sich eine ultradirekte Lenkung anfühlen kann.

 

Die Bremsen sind ebenfalls sehr kräftig, man muss nicht viel Druck zum Verzögern ausüben. Zu jeder Zeit bleibt der Wagen beherrschbar und man hat nie den Eindruck, es geriete irgendwas ausser Kontrolle.

 

Die Fahrmodi Comfort, Sport (Individual) und Sport Plus lassen ziemlich genaues Anpassen der einzelnen Komponenten und Parameter zu, man spürt die straffe Abstimmung bei Sport und das förmliche Schlaglochfressen im Comfort-Modus. Je nach Situation und (geplanter) Strecke kommt so der Schumi in uns auf seine Kosten und auf längeren Strecken bleibt der Rücken Comfort-abel geschont! Sehr geil!

Testkriterien
Wendekreis: groß klein
Beschleunigung: langsam schnell
Lenkung: schwammig direkt
Bremsen: schwach standfest
Fahrverhalten: unausgeglichen ausgeglichen
Kurvenverhalten: unsicher sicher
Wendigkeit: träge agil
Fazit - Fahrdynamik
  • + sehr direkte Lenkung, starke Bremsen, tolles Fahrwerk

Komfort

4.5 von 5

Das Thema Federung/Fahrwerk habe ich im vorherigen Abschnitt leider schon vorweggenommen, sorry.

 

Die Sitze sind sehr gut, den Vergleich mit den AGR-Sitzen (AGR = Aktion Gesunder Rücken) des Passat brauchen sie absolut nicht zu scheuen. Zwar hatten diese sowohl eine Massagefunktion und waren auch belüftet, aber bislang habe ich dies noch nicht vermisst. Seitenhalt ist phantastisch, die verlängerbare Beinauflage ebenfalls.

 

Die hinteren Sitze sind typischerweise nicht verstellbar, haben allerdings eine Beheizung. Auf dem mittleren Platz möchte ich nicht sitzen, zumindest nicht länger als das Lesen dieses Textes dauert. Das ist zum Einen der Tatsache geschuldet, dass der BMW etwas schmaler gebaut ist als der Passat, zum Anderen aber auch dem xDrive-Antrieb, dessen Verbindung zur Hinterachse durch einen recht dicken Kardantunnel im Innenraum aufträgt.

 

Innengeräusche sind wie schon erwähnt durch die seitliche und frontale Akustikverglasung sehr gut gedämmt, jedoch führt das Panoramadach unweigerlich zu etwas höheren Fahrgeräuschen. Den tollen Ausblick für die Kids im Gegenzug lässt uns darüber hinwegsehen.

 

Heizung und Klimatisierung sind top, da gibt es nichts zu meckern, aber auch nichts übermässig zu loben. Warm und kalt eben in mehreren Zonen.

 

Die (fernbedien- und programmierbare) Standheizung des Winterfreude-Pakets jedoch ist ein geniales Feature. 20 Minuten vor geplanter Abfahrt eingestellt, steigt man in ein vorgewärmtes Auto ein, bei niedrigen Temperaturen ein nice-to-have.

Kleiner Hinweis: die Standheizung wärmt NICHT den Kühl- und schon gar nicht den Ölkreislauf vor!

 

Die allgemeine Bedienung möchte ich hier mal besonders hervorheben:

beinah ausnahmslos alle Hersteller kloppen ihre ach so tollen Touch-Bedienfelder in den Markt, mir völlig unverständlich. Erstens sieht es aus, als hätte man in der Küche auf dem Ceranfeld 200kg Speck angebraten, zweitens, und das ist mir persönlich viel wichtiger, fehlt jegliches Feedback einer ausgelösten Aktion. Im Hellen vielleicht gerade noch so vertretbar, obwohl man den Blick zwangsläufig abwenden muss von dem Sichtfeld, auf das es ankommt, im Dunkeln hört es dann aber bei mir auf. Eine rein touch-basierte Bedienung werde ich so lange boykottieren, wie es mir möglich ist.

 

Und hier kommt das Bedienkonzept von diesem BMW ins Spiel: fast alles, was das Auto bietet, lässt sich entweder direkt mit Knöpfen/Tasten, mit dem iDrive genannten Dreh-/Drück-Schalter oder mit der Stimme bedienen.

 

Egal wie, man bekommt immer unumgänglich ein Feedback, entweder durch die gedrückte Taste, den gedrehten und gedrückten Puck oder eben per Sprachausgabe von der freundlichen Tante, die irgendwo in der Armaturentafel sitzt.

So, genauso und nicht anders muss das sein. Punkt. Touchgedöns gehört ins Handy, aber nicht in ein Verkehrsmittel.

Testkriterien
Federung (einstellbar): schlecht abgestimmt gut abgestimmt
Sitze vorn: unbequem bequem
Sitze hinten: unbequem bequem
Innengeräusche: laut leise
Bedienung: kompliziert intuitiv
Heizung/Klimatisierung: schwach wirkungsvoll
Fazit - Komfort
  • + Bedienkonzept

Emotion

3.5 von 5

Dieser 3er strahlt, zumindest für uns und für mich persönlich, ein äusserst attraktives, sportliches und trotzdem elegantes Auftreten aus.

 

Natürlich liegt Design und Emotion bei einem Auto immer im Auge des Betrachters und im Herzen des Käufers. Über Geschmack kann man nunmal nicht streiten. Aber mal ganz ehrlich: es fahren genug weniger schöne Autos auf den Strassen und Vieles, was uns noch viel, viel besser gefällt, liegt meist jenseits von Gut und Böse oder oft auch einfach ausserhalb dessen, was der Lohnzettel so hergeben mag. Autos wie ein 911 sind geniale Konstruktionen ohne Alltagstauglichkeit, Autos wie ein Fiat Multipla können 30 Kisten Bier von A nach B bringen, sind aber schön wie eine Backsteinwand.

 

Wir reden ja nicht von "brauchen". Braucht man so ein Auto? Nein. Kauft mans trotzdem? Natürlich. Warum? Ja.

 

6 Zylinder, tolle Ausstattung, sportliches und/oder komfortables Fahrverhalten, genialer Sound (Musik innen, nicht Diesel aussen!), Platz für Familie, Souveränität und Understatement. Dieser Wagen hat mich emotional dort getroffen, wo ich am verwundbarsten bin.

 

Schade demgegenüber, dass die Marke BMW und deren Fahrer/innen/Fahrende oftmals mit einem leicht negativ angehauchten Blick beäugt werden. Rücksichtslos, rasend, egoistisch, proletenhaft sind da so die Begriffe, die dann durch die Luft wirbeln. Warum weiss ich nicht, ich habe keine Ahnung, ob 99% aller Unfälle weltweit durch BMW-Fahrer verursacht werden. Oder ob ausschliesslich BMW-Fahrer zu schnell durch die 30er-Zone fliegen.

 

Ich glaube vielmehr, dass die Marke BMW besser ist als das Image, welches ihr voraus eilt.

Testkriterien
Design: langweilig attraktiv
Temperament (sportlich): ausbaufähig realisiert
Image: negativ positiv
Fazit - Emotion
  • + schönes Design, klare Linien, nicht zerklüftet

Gesamtfazit zum Test

Aus diesen Gründen kann ich den empfehlen:

Was hier als pure Lobhudelei und strategisch platzierte Werbung rüberkommen könnte, ist in Wahrheit das Ergebnis unserer bisherigen Erfahrungen, denn es sucht und kauft wohl niemand völlig erfahrungs- und emotionslos ein Auto.

 

Logischerweise haben auch Dinge wie Preis-/Leistung, Unterhaltskosten, Haben-wollen-Faktor, Nie-wieder-haben-wollen-Faktor, Aussehen, Praktikabilität, Verbrauch, Urlaubstauglichkeit usw. eine Rolle gespielt.

 

Dieser Wagen erfüllt letztenendes aus allen Alternativen am ehesten das, was wir uns vorgestellt haben. Erfahrungen haben wir mit ihm keine, klar. Darüber reden wir dann in einigen Jahren nochmal.

Aus diesen Gründen kann ich den nicht empfehlen:

Wenn es auf einer Liste mit den 20 für uns wichtigsten Kriterien nur 3 gäbe, die nicht passen würden, wäre es dieser Wagen nicht geworden. Bislang gibt es nichts, was uns dazu bewegen würde, dieses Auto nicht zu empfehlen.

Gesamtwertung: 4.0 von 5
Das Testfahrzeug erhielt im Test durchschnittlich 4.0 von 5 möglichen Sternen
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Kommentare: 0

30.12.2022 13:10    |    marti245

Ein wirklich zu 200 % zutreffender Testbericht.

Die Statements kann man nicht besser formulieren!

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