Zylinderkopfdichtung

Mercedes W201 190er

Hallo Leute,

ich hab ein GROSSES Problem mit dem 190er (201 - 2.0 Ltr, BJ 92)

Ich hab eine defekte Zylinderkopfdichtung - soweit hab ich das schon festgestellt. Jetzt ist der Motor soweit offen, dass auch die Kette bereits vom Steuerrad.

Jetzt hab ich das Problem, dass ich nicht weiß wie ich den Kopf runterbekomme, weil diese doofe Kettenführung rechts im Kopf nicht "beweglich" ist und somit die Kette immer noch am Kopf "fest" dranhängt. Wie krieg ich das Teil rauß??

Muss ich die Kette dazu irgendwie aufmachen? Wie krieg ich diese Kettenführung rauß, weg oder irgendwie beweglich?

Notfalls würde ich auch jemanden anrufen - kann mir irgendjemand einen schnellen und hilfreichen Tip geben?
Ich wohne im Raum AIC/DAH - müßte auch keiner Umsonst vorbeikommen!! BITTÄÄÄÄÄÄ!!! Hillllfffffffffeeeeeee!!!!

Thanks im voraus!

Torsten

20 Antworten

Mach ja nicht die Kette auf, erstens ist das dazu nicht notwendig, und zweitens hast du dann wirklich Arbeit. Um dieses schwarze Plastikteil rauszubekommen, mußt du dir eine Art Abzieher basteln. Vor Kopf siehst du zwei kleine Bolzen die durch das Gehäuse und durch die Plastikhalterung gehen. Diese Bolzen werden eingeschlagen. Um sie wieder zu lösen, haben diese Bolzen ein Innengewinde, wo du von außen vor Kopf eine Schraube eindrehen kannst. Jetzt mußt du dir eine Art Abzieher basteln. Nimm dazu die Schraube, leg mehrere breite Unterlegscheiben drunter und dreh eine Mutter auf. Jetzt schraubst du die Schraube in das Gewinde, zieh die Schraube fest, und dann dreh vorsichtig die Mutter an. Die Unterlegscheiben liegen dann am Gehäuse an und durch das LANGSAME Drehen der Mutter ziehst du die Bolzen vorsichtig raus. Ist ein bißchen knifflig, zumal das Innengewinde der Bolzen ziemlich klein ist, und die Bolzen schon im Laufe der Zeit festsitzen. Unter Umständen sind mehrere Versuche nötig bis sich der Bolzen bewegt...

Viel Glück,
Schwindel

Muss ich des Teil unbedingt aufmachen? Würde es auch reichen, den Kopf soweit das "Kettenspiel" es zuläßt anzuheben und die Dichtung dann "unten reinschieben"?

Das mit den "zwei Bolzen" hab ich mir fast gedacht. Aber das mit dem Abzieher - das ist nicht so easy wie ich mir gedacht habe.
Ich bin schon kurz davor, die Dinger aufzubohren oder was weiß ich. Das Auto steht seit 2 Tagen schon offen da - und ich komm um's verrecken nicht weiter... *seufz*

Gibt es dafür ein Werkzeug um die Dinger aufzumachen? Mir wäre es echt egal was die Kosten...
Und - nehmen wir mal - rein Theoretisch ;-) - an, ich hätte einen dieser Bolzen bereits - sagen wir mal beschädigt?
Wieviel Probleme hab ich dann zusätzlich??

Torsten

Also einfach unten reinschieben geht nicht. Du siehst doch an deiner neuen Dichtung das an einer Stelle die Kette durchgeführt werden muß, oder ? Wie willst du die Kette durch die Dichtung führen wenn die Kette noch mit dem Kopf verbunden ist ? Der Kopf muß auf alle Fälle runter, zumal du die Dichtflächen erstmal von der alten Dichtung befreien mußt.

Und wie willst du die Bolzen aufbohren ? Ich würds lassen....

Natürlich gibts auch richtiges Werkzeug für sowas. Die Dinger nennen sich Abzieher, drehst du einfach rein, eine Fläche stützt sich am Gehäuse ab und du ziehst die Bolzen einfach raus. Nur wenn du keinen Abzieher hast, dann wende halt den Trick mit der Schraube und den Unterlegscheiben an, hat bei mir auch geklappt.

Aber so wie ich lese hat das eh keinen Zweck mehr, denn der eine Bolzen ist ja schon mit roher Gewalt unschädlich gemacht worden 😁 Wenn du so weiter machst wird wohl bald ein neuer Kopf fällig...

Gruß Schwindel

Ach so, wenn du fertig bist, vergess auch nicht den Kettenspanner auszubauen und neu einzubauen, sonst ist nochmal der Weg zum Schrotti fällig 😉

Frag nicht wie depremiert ich war - aber mein "Chefmechaniker" hat das soweit inzwischen im Griff. Der erste "Bolzen" ist draußen, der zweite ist im moment "lediglich" der Kopf abgerisssen. Beim raußziehen ging das ganze dann schief...

Wieso sagt einem keiner dass die Dinger so einfach einerseits raußgehen aber andererseits auch so "sensibel" sind?

Sei es wie es ist - ich halte euch hier mal auf dem laufendem, wie und ob das Teil rauß ist oder ob doch ein "neuer" Kopf fällig war...

PS: Obwohl ich ja eigentlich sehr optimistisch bin - hat jemand einen 2.0 Kopf irgendwo rumliegen - und wenn ja was darf der kosten??

Schlüsselnummer zu 2: 0708
Schlüsselnummer zu 3: 322

Greets,

Torsten

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Die Bolzen müssen raus. Egal wie. Solltest Du die Bolzen schon beschädigt haben, bleibt Dir das nachschneiden der Gewinde. Dann kannst Du Dir ein kurzes Röherchen suchen und eine dickere scheibe drauf legen. Das ist besser als Untelegscheiben.
Aufbohren ist misst. Die Späne fallen dank der Schwerkraft alle in den Motor und das mag der Garnicht. Außerdem kommst Du in diesem Stadium deiner Bemühungen nicht ran, der Kühler stört.
Sollte der Zerstörungsgrad so groß sein, das nicht mehr geht, bleib nur ein anderer Kopf. Oder Du zerstörst die Kettenführung und versuchst die Bolzen mit einem kleinen Bolzenschneider zu packen und nach außen zu drücken. Wobei blinde Wut völlig fehl am platze ist. Die Bolzen gehen nur nach außen raus, also ein Stück rausschneiden und durchschlagen geht auch nicht. Da ist ein Bund dran.
Ansonsten fällt mir nur noch das auftrennen ein und die Weiterbearbeitung auf der Werkbank.
Aber inzwischen hast Du soviel drech rein geschmissen das Du sowieso vorne alles auf machen musst.
Auf der Bank kannst Du die Bolzen etwas größer aufbohren und neues Gewinde schneiden.
Viel Glück XJPaul

Schau mal da nach.
http://....koenigsnet.rwth-aachen.de/.../index.htm. Unter wokin findest Du nette Bilder.
XJPaul

Hallo torstenj

Also, ich hab meine Kopfdichtung erst vor ein zwei Monaten gewechselt. Ich kann nur sagen: Ohne Etzlod (Buch) würde ich mich nicht an sowas rantrauen. Diese kleinen Stifte die im Block sitzen, an denen die schwarze Kettenführung im Gehäuse und außerhalb der Riemenspanner sitzt sind auch nur dann rauszubekommen, wenn der Kettenspanner vorher rausgedreht wurde! Da sollte nach Möglichkeit das Öl nicht rauslaufen.

Im Buch ist auch erklärt, wie man sich diesen Auszieher selbst baut. Dabei muss man darauf achten, daß die Schraube, mit der man das macht vollständig im Gewinde des Stiftes sitzt! Das ausziehen geschieht nur über eine Mutter, die auf der Schraube sitzt. Sie stüzt sich auf einer Unterlegscheibe ab welche auf dem Röhrchen sitzt. Letzteres liegt wiederum auf einer breiten Scheibe auf dem Zylinderkopf auf, damit dieser nicht beschädigt wird.

Wenn du das Ding allerdings schon abgebrochen hast 😰, dann könntest du versuchen ein neues Gewinde reinzuschneiden.

Egal, was du an dem Wagen machst: Kauf dir das Buch, da ist alles bestens beschrieben und da stehen vor allem die lebenswichtigen DREHMOMENTE drin, mit denen beispielsweise die verschiedenen Kopfschrauben angezogen werden müssen - außerdem das gesamte Ritual mit Setzzeit usw.!!!

Hast du eigentlich einen Diesel oder einen Benziner??

Gruß Torsten

@ Mrs Boogle

Es ist ein Benziner

So, mal zur Info - vielleicht ist's ja ganz Lehrreich... ;-)

Also, Stand ist folgender:

Die beiden Bolzen sind soweit draußen. Da der "obere" Beschädigt war, hab ich mit dem unterem weitergemacht. Abzieher gebaut (...hätte mir ja auch eine vorher sagen können...) und draußen war er.
Das Problem war nun der "ober" Bolzen, der inzwischen beschädigt war und - weil der auch irgendwie einen schlechten Tag hatte - hatte ich dann auch das Glück, dass ich das Gewinde ansetzen und ca. 3 mm vom Bolzen abgebrochen habe.
Also einen dicken fusselfreien Lappen (Frottiehandtuch) in den Motor unter die Kette gestopft und mit einem Schraubenzieher und einem Hammer das Plastik der Kettenführung am Bolzen abgeschlagen. Das ging ohne viel Gewalt - es war relativ schnell kaputt, so dass eigentlich nichts beschädigt werden konnte. Durch das Handtuch im Motor unterhalb der Kette war gewährleistet, dass kein Stück abgeschlagenes Plastik in den Motorraum fällt.

Der Bolzen, der mit 2 Einkerbungen versehen ist, lies sich mit einem Schraubenzieher problemlos von "oben" her ein paar Millimeter "herraußschlagen" - ganz sanft. Als der Bolzen aus der hinteren Zylinderkopfwand herrausstand, konnte der dann "abgebrochen" werden, und mit einem Stück Stahleisen, einer Wasserpumpenzange und einer Schraubzwinge dann herraußgepresst werden.
(Ging nur mit 3 Mann - nicht lachen, aber draußen isser ;-) )
Das Stahleisen wurde vorne am Motor gehalten, eine teuer Wasserrohrzange und eine Schraubzwinge schafften das ganze dann von innen herauszupressen.
Geht nicht - gibts nicht ;-)

So, im moment ist allerdings wieder Feierabend - obwohl es eigentlich zur Dichtung nicht mehr weit ist.
2 der Kopfschrauben sind inzwischen ohne Gewinde. Die Dinger sind so festgefressen, dass GAR NIX MEHR GEHT.
Im moment bin ich am grübeln, wie ich die restlichen 2 Schrauben raußbekomme. Das ganze ist insoweit allerdings ein Problem da heute auch noch Feiertag war.
Alle anderen Schrauben sind inzwischen draußen.

Also, allgemeine Denkpause und keinen Bock weiterzumachen. Falls jemand einen Tip hat, wie ich die Schrauben raußbekommen kann, bin ich für alles dankbar.
...weiß jemand Zufällig woher ich C4-Plastiksprengstoff bekomme?? ;-)

Gruß an alle Interessenten,

Torsten

Hehe, nette Story. Nächstesmal besser vorher informieren, nur so als Tip 😉

Hast du die Schrauben in der richtigen Reihenfolge gelöst? Evtl. steht jetzt der Kopf unter Spannung so dass die Schrauben nicht zu lösen sind. Zum Lösen hilft meist heissmachen (Heissluftpistole, kein Brenner) und Rostlöser, davon aber nicht zuviel in den Motor laufen lassen.

Vorsicht, sind Dehnschrauben, hinerher sicherheitshalber allen NEU nehmen und mit Öl ins Gewinde einsetzen. Dichtfläche richtig schön saubermachen, sonst ist die neue gleich wieder undicht.

Und bei dir hinterher ein paar km Fahren und dann Ölwechsel, da könnte zuviel Dreck im Motor sein, der muss raus.

Gruß Meik

P.S. Feiertag wär schön. 😰

Zylinderkopfdichtungswechsel

Kopf hoch ,es wird alles gut.Habe meine ZKD vor 14 Tagen gewechselt.War auch mit viel Streß verbunden.Wenn Du deine Restteilchen rausgeprengt hast,messe Deinen Zylinderkopf nach oder schaffe ihn gleich zum schleifen.(meins kam 130€) Du ärgerst
Dich schwarz wenn Du ihn krumm wieder drauf machst.Einspritzpumpe einstellen kam bei mir noch dazu.
mfg.llehelitz

Zitat:

Original geschrieben von Meik´s 190er


Hehe, nette Story. Nächstesmal besser vorher informieren, nur so als Tip 😉

Hab am WE auch meinen Motor zerlegt (siehe Thema "Neuer Motor aber Probleme"😉 mit etwas Geduld und Überlegung hat es inklusive Deckel, Nockenwelle und Kopf 3 Stunden gedauert und es gibt noch alle Bolzen und schrauben. Hauruck ist bei einem "Benz-Herz" das schlimmste was der "Doktor" machen kann. Pech gehabt. kannst meinen Motor haben. Muß nur ausgebohrt werden und neue Kolben rein. Schuld war ein gebrochener Kolbenring. Wenn du Interesse hast mail mir unter

info@bauerweb.org

Hallo Torsten

Tut mir leid, aber da muß ich mal kurz die Hände überm Kopf zusammenschlagen.......

Also mit Gewalt und Tricks aus der Kiste vom Installateur tut man sich keinen Gefallen, sondern fällt meistens in ein ganz tiefes Loch, das zum Abgrund der Existenz führt. Das weißt du mittlerweile sicherlich auch. Ich weiß, hinterher ist man immer schlauer. Aber wenn du das nächste Mal schon vorher schlauer sein möchtest, dann investier 19,90 Euro und kauf dir den Etzold. Nicht, daß ich Provision dafür kriege, aber ich weiß selbst wie man sich in solchen Situationen fühlt.

Der Ölwechsel, den Meik´s 190er vorgeschlagen hat ist mit Sicherheit nötig und kostet nicht die Welt. Das Kunststoffteil sollte auch neu rein, wenn du da was abgebrochen hast. Und die Sache mit der Planheit / Ebenheit, die LLEHELITZ geschrieben hat wir dir auch einen Menge Zeit und noch mehr Geld sparen!

Übrigens noch ein Tipp zum Wiedereinbau: Die Zylinderkopfschrauben haben unterschiedliche Längen, sie können wiederverwendet werden, wenn sie einwandfrei sind und eine maximale Länge nicht überschreiten. Da man seine ZKD allerdings nicht so häufig wechselt, sind 20 Euro hier gut investiert, um auf der sicheren Seite zu sein (fest-fester-ab).
Auch die Nockenwelle muß abmontiert werden, wenn neue Schrauben verwendet werden sollen, weil der Kopf der Schraube nicht durch das Loch im Nockenwellenlagerdeckel passt.
Wenn die Nockenwelle ausgebaut wird, dann nur nach Anleitung!!!! Sonst bricht die!!!
Das steht alles genauestens im Buch!

Lange Rede kurzer Sinn: Du brauchst eine Reparaturanleitung!!! Andernfalls wirst du mit Sicherheit für die viele Arbeit, die du bisher investiert hast nicht entlohnt!

Ich hab schon einiges geschraubt und keine Ausbildung als Kfz-Mechaniker - ohne die Anleitung machst du zuviele Fehler.

MfG Torsten

Noch was:

Zitat:

Original geschrieben von Meik´s 190er


Vorsicht, sind Dehnschrauben, hinerher sicherheitshalber allen NEU nehmen und mit Öl ins Gewinde einsetzen.

Vorsicht mit dem Öl!! Wenn da zuviel Öl reinkommt, dann funktioniert das wie eine hydraulische Presse, denn das Öl kann nirgens hin! In dem Fall wird es auf einmal sehr schwer mit Drehen und entweder brichst du die Schraube ab, oder die Schraube trägt nicht zum Halten des ZK bei (undicht). Nur mit Öl

anfeuchten

, damit sie besser gleiten.

Und ein Drehmomentschlüssel ist bei dieser Arbeit unerlässlich!
Beim DIESEL ist das z.B. folgendermaßen:
Die Schrauben werden in einer bestimmten Reihenfolge zuerst mit 25 Nm, dann mit 40 Nm, nach 10 Minuten Setzzeit mit starrem Schlüssel 90° weitergedreht und anschließend nochmal 90°. (Knochenarbeit!)
Wie das beim Benziner ist weiß ich nicht, da mußt du mal in einer kreativen Denkpause nachlesen...

MfG Torsten

Zitat:

Original geschrieben von Mrs Boogle


Übrigens noch ein Tipp zum Wiedereinbau: Die Zylinderkopfschrauben haben unterschiedliche Längen, sie können wiederverwendet werden, wenn sie einwandfrei sind und eine maximale Länge nicht überschreiten. Da man seine ZKD allerdings nicht so häufig wechselt, sind 20 Euro hier gut investiert, um auf der sicheren Seite zu sein (fest-fester-ab).
Auch die Nockenwelle muß abmontiert werden, wenn neue Schrauben verwendet werden sollen, weil der Kopf der Schraube nicht durch das Loch im Nockenwellenlagerdeckel passt.

Mrs. Boogle...darf ich fragen wieso?

Alle 10 Schrauben beim m102 4-Zylinder haben exakt die gleiche Länge und kosten zusammen 30,90 Euro (10 x A 615 990 02 12).
Unterschiedliche Kopfschrauben hab ich das letzte mal an meinem 12V m180 meines w114 gesehen.

Selbstverständlich können diese Schrauben des m102 OHNE Nockenwellendemontage montiert und demontiert werden.
Die Kopfschrauben haben sich in Schrauben mit integrierten Unterlegscheiben ersetzt.

Ein Tausch der Schrauben ist sicherlich bei jedem ZKD-Wechsel zu empfehlen.

Wenn nötig...muss der Kopf geplant werden. Kosten ca. 40 Euro in einer Schleiferei. Zu prüfen mit einem Lichtspaltlineal.

Gruß Alex

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