ZR-7: Kraftstoffmangel bei Vollgas Vollast – Absterben nach Hochtourigen fahren 10-20 km

Kawasaki ZR 7

Hallo zusammen,

ich habe folgendes Problem mit meiner Kawasaki ZR-7 (Baujahr 2000, ca. 20.000 km):

**Problembeschreibung:**

- Sie springt im Chokebetrieb super an und läuft auch super auch im Stand problemlos.

- Ich lasse sie optional auch warm laufen, fahre dann zwischen 10 und 20 km.

- Beim Hochdrehen in den oberen Drehzahlbereichen zeigt sie folgendes Verhalten:

- Bei plötzlichem Gasgeben (z.B. zwischen 80 und 120 km/h) fängt sie kurz an abzubremsen, kommt in ein "Loch" und beschleunigt dann wieder.

- Dieses Verhalten tritt erst nach einigen Kilometern auf, je nachdem, wie hoch und oft ich sie trete, je schneller Tritt es auf

- Es verschlimmert sich schnell, sodass sie nach einigen Kilometern kaum noch vorankommt, egal bei welcher Gasstellung

- Teilweise spricht sie noch im oberen Drehzahlbereich an

- Wenn ich sie 20 Minuten stehen lasse, kann ich mich noch bis zur Halle "retten". Teilweise auf Choke fahren

- Wenn sie dieses Problem hat, springt sie teilweise auch gar nicht mehr an oder nur auf choke

- Anfangs läuft alles normal, auch nach 15 Minuten Warmlaufen. Die Gasannahme ist perfekt, kein "Loch" oder ähnliches.

- Erst nach mehreren Hochdrehfahrten fängt das Problem an, was mich vermuten lässt, dass möglicherweise nicht genügend Sprit nachkommt.

- Das Problem ist für mich schwer zu fassen, weil sie auch bei wenig Gas abstirbt (wenn das Problem angefangen hat)

- Es ist auch nicht damit getan sie aus und wieder an zu machen

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**Bereits durchgeführte Maßnahmen:**

- Neuer Luftfilter (vor ca. 1000 km)

- Reinigung der Vergaserdüsen, Vergaser, Filter

- Membranen kontrolliert und einen beschädigten Membran (am Rand) trotzdem erneuert

- Tank komplett entleert und frisch befüllt

- Benzinhahn Siebe waren bereits sauber

- Unterdruckschlauch zum Benzinhahn erneuert

- Tankentlüftung geprüft ist frei (auch schon mit offenem Tank gefahren)

- Vergaser synchronisiert (mit alter Gemischeinstellung) – lief danach besser

- Gemischschrauben geprüft und auf 2,25 Umdrehungen eingestellt – lief danach noch besser, zuvor weniger als 2,25 und unterschiedlich eingestellt

- Nochmal synchronisiert (nochmal genauer und besser)

- Kompression gemessen: alle Zylinder zwischen 9 und 10 Bar

- Kerzen Sichtprüfung: alle soweit in Ordnung nichts stark auffälliges

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Ich denke sie hat eine unzureichende Kraftstoffzufuhr

Evtl. hat der Benzinhahn oder dessen Membran Probleme? Kann ich das irgendwie überbrücken?

So wie ich im Buch gelesen habe, hat die Unterdruckdose KGE nur etwas mit dem Abgassystem zu tun?

Ich würde mich über eure Tipps und Erfahrungen freuen, um das Problem zu beheben!

Vielen Dank im Voraus!

ZR-7 vergaser synchronisierung
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Danke für eure Rückmeldung.

Vielen Dank für Deine Zeichnung, diese habe ich tatsächlich im Buch auch.

Inwiefern meinst du schädlich (Warmlaufen lassen)?

Bzgl. Schlauch abknicken:

Das ein schlauch beim Beschleunigen abknickt kann ich mir allgemein nicht vorstellen, da alle Teile fest sind. Dafür müssten Bauteile schon eher unbefestigt sein und sich verschieben können damit eine Bewegung stattfinden kann, oder verstehe ich das anders?

Ich hatte die Vermutung das der kleine Unterdruckschlauch (vor allem wenn es drumherum heiß ist) recht einfach etwas abgeknickt sein könnte oder ggf. sich zusammen ziehen, wenn er eh schon recht schmal geworden ist. Diesen hatte ich aber erneuert.
Der Benzinschlauch sieht mir gar nicht nach abknicken aus.

Ich habe mit dem Schlauch die Stände von rechts nach links geprüft, die sehen alle ziemlich gut aus Vergaser 4,3,2, Vergaser 1 kam ich nicht passend dran und muss den Stand noch prüfen, oder die schraube ich vernuddelt.

An Schwimmern bieg man ohne Grund nicht sinnlos herum...

  1. gehe ich stark davon aus, dass ein Depp dran war, und zwar am ganzen Motorrad
  2. Grundlos war es nicht, da er verstellt war, Stände nicht passten und Sprit übergelaufen ist
  3. demnach war es aus meiner Sicht auch nicht Sinnlos, denn dadurch wurden so ziemlich alle Probleme behoben damit die Maschine überhaupt gefahren werden konnte.

Bei den ganzen Überlegungen muss ich auch immer wieder daran denken, dass ich sie auch schon knappe 1000km gefahren habe! Zu der Zeit lief sie zwar nicht so gut wie aktuell, aber sie lief durchgehend. Hatte zu der Zeit aber auch bei alles über 90Km/h immer ein loch wenn ich wieder beschleunigt hatte - aber sie lief.

Falls der Schwimmerstand vom 1. Vergaser ebenfalls passt wären noch folgende offene Punkte zu prüfen:

Testfahrt auf Pri
Ventilspiel Prüfen
Nochmal Vergaser aus, erneut alles Prüfen, Schwimmereinstellungen messen vergleichen, nadelventile Prüfen

Wenn ein Vergaser überläuft ist die erste Aktion Nadelventile ersetzen, nicht Schwimmer verbiegen.Verschlissene Nadeln erkennt man optisch an eingelaufen Rillen auf der kegligen Dichtfläche.Nur mit neuen Ventilen ist eine Justage an den Schwimmern überhaupt sinnvoll.

Zitat:@micha23mori schrieb am 7. Juli 2025 um 11:44:41 Uhr:
Wenn ein Vergaser überläuft...

...schaue man sich den Zustand des Tanks und das Vorhandensein der SERIENMÄßIG montierten Filter an.

Mfg

Ohne jetzt alles im Detail gelesen zu haben:

Was ist denn mit der Belüftung ( Membrane im Tankdeckel ) des Tanks?

Die Symptome passen zu einer verstopften Membrane

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Diese eingelaufenen Rillen werden auch im Buch beschrieben, welche so nicht zu erkennen waren.

Ich bin bereits mit offenem Tank gefahren, als ich das 1. Mal quasi liegen geblieben bin. Das hat leider nichts verändert.

Zitat:@micha23mori schrieb am 7. Juli 2025 um 11:44:41 Uhr:
Wenn ein Vergaser überläuft...

...schaue man sich den Zustand des Tanks und das Vorhandensein der SERIENMÄßIG montierten Filter an.

Mfg

Da bin ich anderer Meinung.

Überlaufender Vergaser heißt doch das die Spritzufuhr hervorragend funktioniert.

Weil bei Filter zu - kein Benzin, oder ?

Anderer Meinung sein - das darfst du. Ich weiß aber, dass oft genug die Filter am Benzinhahn nicht mehr da sind und dann Partikel in den Vergaser gespült werden. Ich bin zwar nicht vom Fach, aber genau so war das wiederholt an meiner Zephyr, bis ich mir meinen eigenen Benzinhahn gebaut habe. Und ich kann dir sagen, da war noch nicht mal Rost im Tank. Vielleicht ein paar "Additive" aus mehreren Europäischen Nachbarländern.

Aber macht mal schön weiter, ihr wisst es sicher besser.

Mfg

Guten Morgen,

Ich kann dir in dem Punkt schon mal recht geben, dass die filter sich verabschieden und das war auch als erstes meine Vermutung.
Darum habe ich den Tank geleert, Vergaser raus und Benzinhahn raus.

Der Res-Filter war damals schon mal ab, diesen habe ich nun wirklich fest eingesetzt.
Vergaser auseinander, Düsen frei gemacht , obwohl sie nicht verstopft aussahen.

Leider hatte das keinen Erfolg gebracht.

Ich habe die bitte, dass wir hier gemeinsam ohne Stichelein weiter kommunizieren.
Jeder hat andere Erfahrungen gemacht und ich bin über alles wirklich sehr dankbar.

Gestern habe ich mir den 1. Vergaser (Ablassschraube) angesehen und feststellen mü+ssen warum ich sie nicht bewegt bekomme, sie ist rund! das ist Ärgerlich, aber kein Hindernis 😉 😛

Ich werde mir evtl. heute noch die Schraube ansehen, ob ich so eine evtl noch habe.

Ansonsten war das Wetter nicht so gut das ich hätte fahren können.

Es bleibt also spannend.

Bei meiner hatte sich die dichtung im Hahn verabschiedet. Da ist dann egal ob Filter noch da sind oder nicht. Vielleicht diesen mal komplett zerlegen?

@Forster007 bisher hatte ich ihn noch nicht komplett auseinander, steht aber auch noch auf meiner Todo-Liste. Allerdings passt das Verhalten einerseits auch nicht dazu, denn warum sollte sie so gut laufen und durchziehen unter Vollgas wenn er nicht in Ordnung wäre?

Kurzes Update:
Ablassschraube Vergaser 1 doch nicht rund, Inbus war nur nicht ganz drin.
Schwimmerstand Vergaser 1 ebenfalls bis zur Kante. So sahen auch alle anderen aus.
Da es einen Moment trocken war, konnte ich auch die 10km bis zur Problematik fahren.

Bei dieser Fahrt habe ich folgendes getestet:

  • locker flockig gefahren ohne sie richtig zu ziehen (um zu sehen, ob es dann überhaupt noch auftritt)
  • erst auf "on" dann auf "Pri"
  • Außentemperatur des Motors gemessen ~100°C

Leider hat sie die gleiche Symptomatik.

Werde heute das Ventilspiel prüfen und mir die KGE, Unterdruckschläuche, Dose usw. ansehen und reinigen.

Kawasaki-zr-7-schwimmerstand-vergaser

Weil zu wenig sprit nachfließt. Vollgas heißt nicht zwingend hoher spritverbrauch. Da sind Membranen drin, die den Fluss durch Unterdruck einstellen. Also sehr shallop gesagt, du gibst nur ein Wunsch vor, der Motor nimmt sich dann das was er braucht.

Muss natürlich nicht dran liegen, aber den Hahn mal auf zu machen geht schnell und ist einfach.

Vielen Dank ;)
Ja, da gebe ich dir in jedem Fall recht.
Das Kuriose ist ja, ich bin ja vor dem ersten Synchronisieren ca. 1000km gefahren.
Nach den 2 Synchronisierungen und den Einstellungen usw. lief sie wirklich toll und es war auch ein wirklich großer Unterschied - aber halt immer nur um die 10 km :D

Ich kann mir auch vorstellen, dass die Einstellungen nun gut sind, nur das etwas anderes nicht mehr dazu passt, oder in dieser Zwischenzeit etwas passiert ist.

Vielleicht starte ich heute erst mal mit dem Benzinhahn.

Möchte mich zwischendrin auch nochmal bedanken für eure Infos.

Beste Grüße

So leid es mir tut, aber das stimmt so nicht. Ein Unterdruckhahn hat eine Membrane, die durch Unterdruck einen Kolben betätigt.

Motor an = Unterdruck = Benzinhahn offen.

Motor aus = kein Unterdruck, Benzinhahn zu.

Benzinhahn auf PRI = Dauerhaft Durchfluss, sonst kein Unterschied zu Motor an und Benzinhahn offen.

Kannst dir auch ne Spritflasche um den Hals hängen und fahren, geht genau so.

Let the show begin.

Mfg

Danke für Deine Info.

Es könnte sein, das von Forster die Vergaser und nicht der Benzinhahn gemeint war.

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