Zahlverhalten der Gesellschaft

Wenn ich mir so diesen Thread durchlese frage ich mich wirklich wer heute noch seine Einkäufe ohne Finanzierung zahlt?

Man liest fast nur von dubiosen Milchmädchenrechnungen und die Worte "Kredit, Bürgschaft, Pfandleihe, Finanzierung" sind in der Überzahl.

Zugegeben es ist sehr interessant sich in die Problemstellungen anderer einzulesen und die Naivität einiger Personen nötigt mir auch gelegentlich ein süffisantes Grinsen ab.

Vielen empfehle ich das Überdenken des Konsumverhaltens an erster Stelle. Einfach mal eine Stufe runterschalten und realistisch bleiben. Auch mal etwas gleich bezahlen. Wenn man das Geld nicht hat dann priorisieren und einen Kredit dafür aufnehmen. Das war es dann.

Grundsätzlich nimmt man einen Kredit im Privatbereich nur für Auto oder Eigenheim auf. Wer sich einen TV oder ähnliche Dinge finanziert ist in meinen Augen ein Assi. Da sollte man sich dann schon mal mit dem ALG2 Antrag beschäftigen wenn man nicht bereits ein Bezieher ist.

Leute kauft nur das was ihr euch leisten könnt und zahlt es gleich. Das ist einfacher als 5 Kleinkredite verwalten zu müssen.

Beste Antwort im Thema

TE,

du solltest ganz schnell deine diskriminieren Äußerungen über Menschen unterlassen, die etwas anderes als ein Auto oder eine Immobilie finanzieren. Das sind weder ausschließlich Assis noch zählen sie automatisch zur "Unterschicht".

Deine Wortwahl zieht sich so durch alle Threads, die Du im Finanzierungsforum über das Konsumverhalten gestartet hast.

Wer glaubst Du eigentlich, wer Du bist, um einen solchen Dreck über die große Mehrheit der konsomierenden Menschen auskübeln zu dürfen? Gerade Du, der Typ, der hier schon eine Lügenschichte nach der anderen über seine angeblichen Fahrzeuge erzählt hat.

Für mich bist Du ein verklemmter Spinner, nichts weiter.
Kannst gerne bimmeln, ist mir schxxxegal.

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Zitat:

@Chelseagrins schrieb am 2. Mai 2017 um 11:36:44 Uhr:


Gibt es eine Statistik, die das Alter des Kreditnehmers bei Autofinanzierungen berücksichtigt?

Würd mich interessieren.
Die Leute von denen ich es weiß in meinem Bekanntenkreis, welche ein Auto (auch gebraucht) finanziert haben, sind meist weit unter 30 Jahre alt.
Während Bekannte Richtung 50+ Neuwägen/Jahreswägen bar zahlen.

Vertu Dich nicht. Die Anzahl der ver- oder überschuldeten Seniorenhaushalte steigt rapide an, siehe Creditreform Schuldenatlas.

Und auch weite Teile der Generation Ü40 haben mittlerweile einen Schuldenstand bis Oberkante Unterlippe erreicht. Die kommen da ihr Leben lang nicht mehr von runter.

Trotz Wohnimmobilienkreditrichtlinie, die eine Schuldenblase bei den Privathaushalten eigentlich verhindern soll, vergeben viele Banken Konsumkredite, als gäbe es kein Morgen.

Glaubt's mir: Der Knall kommt noch.

Der Knall kommt spätestens, wenn die Zinsen wieder steigen. Die Zinsen bleiben aber höchstwahrscheinlich noch 5 Jahre sehr niedrig.

Mit Finanzierungen ist es wie mit Drogen (und eigentlich allem anderen auch):

In Maßen ist es okay! Nur zu viel sollte es nicht sein. Wann es zu viel ist, das muss jeder selber wissen. Persönlich habe ich noch nie etwas finanziert, was aber nicht heißt, dass ich es NIE machen würde. Es gibt auch Lebenssituationen, da muss ich sagen, ist es besser einen Kredit aufzunehmen (wenn möglich).

Bei Fahrzeugen gibt es immerhin noch einen Gegenwert. Das kann man verkaufen und damit den Kredit teilweise oder gar ganz zurückführen.

Als Kreditsachbearbeiter erlebe ich die Entwicklungen seit ungefähr 10 Jahren aktiv mit. Das was auf jeden Fall aggressiver geworden ist, das ist die Werbung! Die Banken wollen Umsatz um jeden Preis, denn die Zinsen sind niedrig und irgendwo müssen sie ja ihr Geld parken/anlegen, sonst müssen sie gar Strafzinsen bei der EZB zahlen. Und sie wollen ihre Aktionäre beruhigen. Nach der Krise 2008 haben die auch gehörig Druck aus der Politik bekommen (geht meiner Meinung nach nicht weit genug), und können deshalb (noch nicht) so umfassend am Aktienmarkt spekulieren wie davor, auch wenn manche von ihnen das gerne machen würden.

Eine kritische Entwicklung des Kreditgeschäfts ist meiner Meinung nach, dass die Darlehensnehmer immer häufiger aufstocken/umschulden wollen. Das kann unter bestimmten Voraussetzungen mal passieren, dass man sich verkalkuliert hat und dann doch mehr braucht als ursprünglich geplant (und ist auch erstmal nicht weiter schlimm), aber nicht gleich drei oder vier Mal hintereinander. Ich habe den Eindruck, dass die Leute dank der Vergleichsportale ihre Kreditinstitute wechseln wie ihre Autoversicherungen oder ihre Mobilfunk- und Stromanbieter.
Die freien Vermittler grasen auch immer wieder ihren Kundenstamm ab, da die Leute sonst abwandern und irgendwo anders hingehen. Der Markt ist einfach übersättigt, und es bleiben nur die, die auch am Kunden dran bleiben.

Die Kunden sind immer auf der Jagd nach dem günstigsten Zins, was nichts verkehrtes ist.

Die Problematik (für mich) ist, dass die meisten sich dann auch noch dazu entschließen einen tacken mehr aufzunehmen. Ich habe das Gefühl, dass viele von denen sich an den Kredit gewöhnt haben. Sodass für diese Leute die Aussicht auf schnelles Geld auf dem Girokonto sehr verlockend zu sein scheint. An das Zurückzahlen denken die nicht so sehr.

Irgendwann stocken diese Leute nur noch Kredite auf um ihre Raten zurückzahlen zu können, weil auf dem Girokonto mal wieder Sense ist. Da passt eben der Lebensstil nicht mehr. Nennt sich bei uns auch "Kreditpyramide".

Ich fasse es manchmal auch nicht wie unbedarft die Leute in Sachen Finanzen sind. Hey, klar. Das sind Laien, und da mache ich jetzt keinem einen Vorwurf, wenn derjenige nicht weiß was eine annuitätische Tilgung ist.
Aber das eigene Girokonto, bzw. die eigenen Einnahmen und Ausgaben im Griff haben, das scheint bei vielen auch ein Problem zu sein. Und dafür habe ich kein Verständnis (außer Notsituationen).
Anstatt dann die Flucht in Ausreden zu suchen, sollte man bei sich selbst anfangen.

Zitat:

@Ascender schrieb am 2. Mai 2017 um 19:13:03 Uhr:


Irgendwann stocken diese Leute nur noch Kredite auf um ihre Raten zurückzahlen zu können, weil auf dem Girokonto mal wieder Sense ist. Da passt eben der Lebensstil nicht mehr. Nennt sich bei uns auch "Kreditpyramide".

Oder auch Kettenkredit.

Mitunter wird man ganz blass, wenn man in Schufa-Auskünften sieht, welche Verschuldungsgrade die bekannten Teilzahlungsbanken inzwischen als tolerabel ansehen. Dazu werden den Kunden immer mehr Shopping- und Kreditkarten aufgenötigt, die natürlich genutzt werden sollen, damit sie später wieder umgeschuldet werden können.

Und vom Ideal, mal ein schuldenfreies Haus zu vererben, verabschieden sich die deutschen Häuslebauer ja mittlerweile auch. Da werden dann lieber Konsumschulden mit in die Hypotheken umgeschuldet.

Wo ist eigentlich das Kotz-Smiley?

@Ascender
aber von DENEN lebst Du.... Du lebst NICHT davon, jemandem zu sagen, dass dieses Auto jetzt NICHT sein darf/kann/muss. Wenn Du beginnst, Lebensberatungen beizufügen, wird sich Dein AG schnell um jmd anderen für Deinen Stuhl bemühen. Traurig aber wahr und bestimmt kein Vorwurf an Dich persönlich.

Zitat:

@keksemann schrieb am 2. Mai 2017 um 20:41:56 Uhr:


@Ascender
aber von DENEN lebst Du.... Du lebst NICHT davon, jemandem zu sagen, dass dieses Auto jetzt NICHT sein darf/kann/muss. Wenn Du beginnst, Lebensberatungen beizufügen, wird sich Dein AG schnell um jmd anderen für Deinen Stuhl bemühen. Traurig aber wahr und bestimmt kein Vorwurf an Dich persönlich.

Das habe ich auch nicht vor, sonst wäre ich Schuldner- oder Lebensberater geworden. 😉

Allerdings bezahlt mich mein Arbeitgeber sehr wohl dafür Kreditrisiken abzuschätzen, bzw. Kredite abzulehnen oder zu genehmigen. 😉

Ich wollte hier letztendlich auch nur die Diskussion etwas entschärfen. Kredite sind nicht immer so pöhse. Manche verteufeln das ja regelrecht. Sei ihnen gegönnt. Glücklicherweise MUSS sich ja keiner verschulden.
Wie ich bereits oben schrieb: In Maßen ist das doch alles okay. Deshalb: Leben und Leben lassen. Muss ja jeder selber wissen.

Vielleicht ist der Drogen-Vergleich etwas hart, denn ein Kredit muss einem ja nicht schaden, wohingegen Drogenkonsum je nach Mittel immer sofort schädigend ist.
Ich bin Krediten deshalb so kritisch eingestellt, weil ich einerseits bisher ohne ausgekommen muss und andererseits sehe ich in Zinsen das Grundübel unserer Gesellschaft, egal ob man was anlegt oder leiht. Erst dadurch wurde es möglich, aus dem Nichts Geldwerte zu generieren, die uns alle in eine miesliche Situation gebracht haben.

Zugegeben, es war sehr Spitz formuliert. Wobei nicht jede Droge zwingend schädlich sein muss. Bspw. Alkohol. Das berühmte eine Glas Wein am Tag, das wird sicher nicht dem Körper großen Schaden zufügen. Wenn ich eine Flasche am Tag vernichte, das ist natürlich bedenklich.
Die Menge macht das Gift. Das ist das was ich ausdrücken wollte.

Wie ich an anderer Stelle erwähnte: Banken sind ja in guten Zeiten auch Wirtschaftsmultiplikatoren. Das klassische Bankgeschäft ist ja folgendes:

Personen legen Geld bei der Bank an, und kriegen dafür Zinsen (Sparer). Sie "investieren" in die Bank.
Die Bank wiederum investiert dieses Geld in andere Personen (Kredite), die an die Bank Zinsen zahlen. Davon kann die Bank die Zinsen an die Sparer bezahlen. Das System klappt eigentlich recht gut.

Wenn man das in Frage stellt, dann stellt man auch das gesamte Wirtschaftssystem in Frage. Zweifelsohne hat es seine Tücken und Fehler, keine Frage. Mir ist aber kein anderes Wirtschaftssystem bekannt, welches so gut funktioniert. Im Gegenteil: Eigentlich ist das Wirtschaftssystem völlig natürlich und intuitiv. Es folgt den menschlichen Grundbedürfnissen (Egoismus und Gier - also Steinzeit-Dingen) und ermöglicht hohe individuelle Freiheit.

Zitat:

@Ascender schrieb am 2. Mai 2017 um 22:26:33 Uhr:



Personen legen Geld bei der Bank an, und kriegen dafür Zinsen (Sparer). Sie "investieren" in die Bank.
Die Bank wiederum investiert dieses Geld in andere Personen (Kredite), die an die Bank Zinsen zahlen. Davon kann die Bank die Zinsen an die Sparer bezahlen. Das System klappt eigentlich recht gut.

... das wäre der Idealfall eines Vollgeldsystems und das hättet Ihr Bänker gerne, dass der Bürger glaubt, dass es so ist, dass die Bank die Einlagen 1:1 als Kredite weitergibt 😁. Und eine breite Masse glaubt das auch immer noch.

Aber die Realität ist anders. Denn die Realität ist so, dass eine Geschäftsbank durch Kreditvergabe Geld "erschafft" und nur einen Bruchteil dessen an Einlagen haben muss, als sie an Kredit vergibt. Hier auf die Details der Mindestreservebasis und den Mindestreservesatz einzugehen, würde den Rahmen sprengen, aber das weißt Du ja sowieso ... 🙄

XF-Coupe

Ne, nicht "ihr" Banker. Meine Chefs hätten das gerne, dass man das glaubt. Ich mache mir da nichts vor und will auch keinen in Schutz nehmen. Ganz bestimmt nicht die Banken.

Zitat:

@Ascender schrieb am 3. Mai 2017 um 08:24:02 Uhr:


Ne, nicht "ihr" Banker. Meine Chefs hätten das gerne, dass man das glaubt. Ich mache mir da nichts vor und will auch keinen in Schutz nehmen. Ganz bestimmt nicht die Banken.

Diesen nicht ganz unwichtigen Teil des Giralgeldes hast Du aber schön unterschlagen in Deinem Beitrag 😉
Fakt ist, wenn ich 1000 Euro auf mein Bankkonto packe, kann meine Bank Kredite in Höhe von 100.000 Euro vergeben.
Das da irgendwas nicht ganz richtig ist, sollte jedem einleuchten.
Aber auch hier keine Kritik an Dir persönlich, Du hast das System ja nicht erfunden 😉

Umso besser, dass ihr mich ergänzt habt. 😉

Geil ist in diesem Zusammenhang auch, dass die Bank Zinsen und Rückzahlung von etwas verlangt, dass sie selbst erschaffen hat. 😁
Macht einen ganz wirr im Kopf, wenn man mal versucht sich das vorzustellen.

Unabhängig davon, wie man es nun formulieren möchte, hat der TE @Renegade1000 zumindest vom Grundsatz her gesehen schon Recht. Man sollte es vermeiden, Schulden zu machen, um Gebrauchsgegenstände (hier: das Auto) zu finanzieren (gilt aber auch für andere Dinge, z. B. Möbel, Elektrogeräte oder ähnliches). Mit Barzahlung fährt man hier besser. Der einzige denkbare Fall, wo es nicht ohne Darlehen geht, ist natürlich die Immobilienfinanzierung, das ist ja noch einmal eine ganz andere Baustelle. Aber durch die Zahlungsrückflüsse (Vermögensbildung) ist das hier auch gerechtfertigt, was bei einem Autokredit eben nicht der Fall ist ... .

Gruß

Die Diskussion ist ja langsam müßig, weil schon dutzendfach in diesem Forum abgefrühstückt.

Es wird immer Menschen geben, die - um sich sofort Konsumwünsche erfüllen zu können - bereit sind, ein gewisses - und oft sehr hohes - Risiko einzugehen, sich in die Abhängigkeit der Banken zu begeben und dafür Geld zu bezahlen.

Und es wird immer Menschen geben, die erkannt haben, dass man Konsumschulden vielleicht doch besser vermeidet, um seine finanzielle Freiheit nicht zu aufzugeben oder um mit dem Geld, was andere Menschen für Kreditraten aufwenden, lieber eine finanzielle Absicherung für die Zukunft aufzubauen. Dafür nehmen diese Menschen in Kauf, mit alten Autos durch die Gegend zu fahren und/oder nicht die neuesten technischen Gerätschaften zu besitzen (deren Besitz einem im übrigen meist nur ein kurzfristiges Gefühl der Befriedigung verschafft).

"need money Kunden" und "have money Kunden" nannte das mal jemand...

Und da wir hier alle mündig sind, können wir selbst entscheiden, welcher Gruppe wir angehören möchten.