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Wozu und wie misst man einen DSP mit Messmikrofon im Auto ein

Themenstarteram 29. Oktober 2022 um 21:27

Ein DSP verfügt ja meistens mindestens über die Funktionen EQ, Crossover/Frequenzweiche, Delay/Laufzeitkorrektur. Nun spielt man im Auto oft nur Stereo-Quellen ab, Stereo heisst 2 Seiten, Links und Rechts. Im Auto befinden sich HT/MT/TT rechts weiter entfernt als links, damit Stereo funktioniert, müsste man die rechten Lautsprecher zum Exakt selben Abstand verbauen, wie die linken.

Also verwendet man die Laufzeitkorrektur, um den Ton der linken Seite so lange zu verzögern, bis der Ton der rechten Seite das rechte Ohr erreicht. Beide LS befinden sich nun virtuell im selben Abstand. Bei einem DSP kann ich die Millisekunden selber angeben oder es mit dem Zollstock ausmessen, die DSP-Software stellt dann die Millisekunden selbst ein, je nach Entfernung.

Mit dem EQ kann man bestimmte Frequenzen anheben oder absenken. Die Frequenzweiche limitiert den Frequenzgang eines Lautsprechers.

Doch wozu dient das Messmikrofon? Was kann man damit verbessert einstellen? Ich kann mit einem Messmikrofon eine Messung machen, dazu brauche ich einen Testton, der konstant ist, denke ich. Nun habe ich eine Messung eines konstanten Tones und sehe, welche Frequenzen in welcher Stärke am Messmikrofon ankommen. 50hz - 8db, 250hz - 6db und so weiter. Doch was macht man mit diesen Informationen? Was stellt man damit ein?

Könnte ein Messmikrofon nicht auch die Laufzeit messen? Der DSP weiß doch selbst am besten, wann er ein Signal zB. auf Kanal 4 raus schickt. Das Mikorofon kann diesen Ton dann messen und der DSP könnte die Differenz ermitteln. Selbe Laufzeit jedes Kanals wäre doch auch der selbe Abstand? Wäre das nicht effektiver, als es mit dem Zollstock einzumessen? Es quasi elektronisch ein-zu-hören.

Vielleicht bietet aber nicht jeder DSP diese Funktion. Mit der Information, dass 250hz 6db Laut ist und im Vergleich 50hz nur 8db Laut ist, kann ich irgendwie nichts anfangen. Was stellt man mit diesen Infos ein und warum?

Liebe Grüße

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9 Antworten
Themenstarteram 31. Oktober 2022 um 21:53

Die Antwort: weil's echt gut klingt! Tatsächlich ist es absolut sinnvoll die Lautstärke jeder einzelnen Frequenz exakt auf die eigene Hörposition abzustimmen.

Ich habe mich in 100hz Schritten bis 2000hz durchgearbeitet und jeweils zB. 500hz mit einer Tongenerator App abgespielt, dann habe ich zB. nur den linken Front-Woofer eingeschaltet und Nah von meinen Kopf gemessen, man misst dann zB. -30db, danach wechselte ich zum rechten Front-Woofer und habe ebenfalls gemessen, am Ende habe ich links und rechts auf die selbe Lautstärke angepasst. Und es ist auch logisch, dass das für Stereo sinnvoll ist.

Aber keine Ahnung wie man die Laufzeiten einmessen könnte, ich denke der DSP muss das dann auch können, wenn es überhaupt geht.

Das erste Einmessen war nur ein Test, ich mache das mindestens noch 1x alles neu... Als nächste Versuche ich mal meine Wunsch EQ-Kurve auf einer Seite einzustellen und die andere Seite dann genau auf diese Kurve abzustimmen, bin gespannt, ob das funktioniert. Das Ergebniss ist aber jetzt schon viel besser als vorher, langsam kommt in meinen Focus 3 mit schrecklichen Sync3-Radio, sogar so etwas wie "Musikgenuss" auf, auch wenn alles noch sehr weit davon entfernt ist. Schade das sich so wenig Leute für Car-Hifi interessieren, wer kein Haus besitzt und in einer Mietwohnung lebt, wird sonst, bis auf Kopfhörer, keine Musik in dieser Form genießen können. Und jeder von ihnen verpasst etwas. Für schlecht klingende Musik, ist das Leben einfach viel zu kurz.

Liebe Grüße

Hier mal ein Bericht aus der damaligen 'autohifi' über die Einstellung der LZK.

Hier hab ich auch noch was interessantes gefunden:

https://www.db-junkies-suhl.com/Projekt%20Frequenzgangmessung.htm

Ich abonniere diesen Thread, da ich vor kurzem erst ein Gladen/Mosconi-Setup habe verbauen und einmessen lassen. Da ich selber aber auch mehr in die Materie einsteigen möchte, würde ich mich über Empfehlungen zu einem Einmessmikrofon freuen. Als Anfänger reicht denke ich etwas in Richtung 50€-70€.

 

Themenstarteram 4. November 2022 um 22:02

Ein gutes Einmessmikrofon würde mich auch interessieren, wobei ich mich etwas mehr für die Software interessiere. Ich möchte mir nur für Car-Hifi keinen Windows PC/Notebook zulegen. Darum bin ich auch auf die Neuentwicklung "Stealth 7.1" der Eton GmbH rein gefallen, das Produkt wurde für die Konfiguration per iPhone entwickelt (es wurde zwar auch eine iPad-App angefangen, aber das war dann offensichtlich schon zu fortschrittlich, die App ist im Beta-Stadium und wird auch nicht mehr weiterentwickelt werden). Der Stealth 7.1 DSP besitzt bzw. besitzte (auf der Webseite wird er nicht mehr aufgelistet, kaufen kann man ihn wahrscheinlich auch nicht mehr, zumindest nicht von Eton) einen Mikorofoneingang. Somit muss man lediglich das Mikrofon in den DSP stecken und kann per App über WLAN messen. Es funktioniert sogar über mehere Geräte, die RTA-Funktion habe ich auf meinen Tablet gestartet und per Handy die Lautsprecher einzeln ab und zu geschaltet, somit kann man die Lautstärke der aktuell abgespielten Fequenzen direkt am Tablet messen, dass auf dem Schoß liegt - praktisch.

Aber leider ungenau, das 1200hz Band funktioniert zB. nicht. Die hälfte der RTA-Funktionen ebenfalls nicht, man kann nichts aufnehmen und auch keine Messungen mit anderen Messungen vergleichen. Darum suche ich etwas neues für iOS, iPadOS, MacOS oder gerne auch Linux für ARM (falls ein Raspberry PI mit passender Soundkarte das schaffen sollte, CPU-technisch).

Es gibt schon Software für Windows, aber die haben allesamt sehr generische Namen. Eine der Software heisst "Praxis", danach zu googln, ist aber...schwierig. Eine andere die ich gefunden habe, heisst "Arta", durch Google habe ich herausgefunden, dass das auch ein sehr beliebter Urlaubsort in Griechenland ist, aber man findet auch einen Downloadlinkt. Eine andere Software die Windows-Nutzer ausprobieren können, wäre "ATB PC".

Mehr habe ich noch nicht gefunden. Eine Software für Linux wäre interessant, Soundkarten gibt es für Raspberrys und ein kleiner Raspberry mit einem Mikrofon an einer Powerbank wäre mir immer noch lieber als eine Windows-Kiste nur zum Einmessen zu kaufen, zumahl man es nicht mehr oft brauchen sollte, wenn man einmal alles gemessen hat (es sei denn man wechselt sein Auto häufig).

Erstmal tat es aber auch der DSP selbst mit Eton Mikrofon und Handy/Tablet-App.

Vielen Dank für den Link zu den Laufzeiten. Besonders der Abschnitt über die Phase ist auch sehr interessant. Es bewirkt wirklich erstaunlich viel, ich kann bei meinen DSP für jeden Lautsprecher die Phase um 180 Grad drehen und mein rechter Tieftöner spielte tatsächlich falsch, nach drehen der Phase ist das Klangbild deutlich hamonischer. Sollte man unbedingt alles durchprobieren. Bei Spotify gibt es auch gute Stereo und Mono- Soundtests, die man dazu ausprobieren kann.

Ich habe es nun so gemacht und bin damit eigentlich ziemlich zufrieden:

Zuerst habe ich mir Ohrstöpsel gekauft, da man monotone Frequenzen über die ganze Zeit in der man einmisst, kaum aushalten kann bzw. es Gesundheitsschädlich ist (besonders die hohen Frequenzen ab 2khz).

Danach alle EQ-Einstellungen auf Reset und Regler im Autoradio auf Mittelstellung. Den Motor habe ich auch aus gemacht und man sollte erst messen, wenn man mit der Dämmung der Türen, Heckklappe, Dachhimmel fertig ist, wegen den Störgeräuschen von Außen.

Dann habe ich per Tongenerator-App alle Frequenzen eingestellt und abgespielt, die mein Mikrofon bzw. die Handyapp messen kann, 100hz, 200hz, 300hz, 500hz, 800hz, 1khz, 1,6khz, 2khz, 3khz, 4khz, 6khz, 8khz, 12khz und 16khz, jede Frequenz einzeln. Auf einen anderen Handy habe ich mir eine Tabelle gemacht, wo ich zu jeder Frequenz die Lautsprecher dazu geschrieben habe. Und dann habe ich Ton abgespielt und für jeden Lautsprecher gemessen, zB. 100hz Hinten-Rechts: -30db, Hinten-Links: -27db, Vorne-Rechts: -20db, Vorne-Links: -19db, usw.

Beim Messen habe ich das Mikrofon immer an das Ohr bzw. vom Ohr weg (so als wäre das Mirofon das eigene Ohr) für die Linken LS links gehalten und bei den rechten LS an das rechte Ohr gehalten, ich denke das sollte dann Akkurat sein (beim Subwoofer zwischen den Augen, der spielt bei mir bis ca. 200hz mit).

Nachdem ich alles für jeden einzelnen Lautsprecher durchgemessen und in der Liste erfasst habe, habe ich mir Gedanken über die EQ-Einstellungen gemacht. Ich habe einen Input und einen Output-EQ, den Output-EQ habe ich für die Anpassung verwendet und für jeden Lautsprecher einzeln einen EQ gesetzt. Wenn ich zB. beim rechten Tieftöner bei 200hz -30db gemessen habe, und beim linken -28db, dann habe ich den linken um 2db bei 200hz abgesenkt (meistens mit sehr hohen Q-Faktor, aber ich glaube das ist keinesfalls optimal, den Q-Faktor müsste man eigentlich passend ausrechnen, so wie ich das verstehe, man möchte ja eine möglichst gleichmäßige und hamonische EQ-Kurve und der Q-Faktor bestimmt die Bandbreite der Frequenzanpassung, wäre der Q-Faktor bei der 200hz Anpassung zu klein, könnte das auch Einfluss auf den Gain von 300hz haben, je nachdem groß die Sprünge zwischen den Frequenzen sind, müsste man einen anderen Q-Faktor ausrechnen).

Wenn ich etwas angepasst habe, dann möglichst immer nach unten, weil man sonst schnell übersteuert.

Somit habe ich nun über den Output-EQ-Filter (vielleicht verwendet man dafür aber auch den Input-EQ) alle Frequenzen jedes einzelnen Lautsprechers soweit aufeinander abgestimmt, so dass jede Frequenz jedes LS mit der selben db-Zahl an meinen linken oder rechten Ohr ankommen.

Ich habe ein 2 Wege System vorn und noch 2 hintere Lautsprecher + Sub, die hinteren laufen gerade bei 100-2000hz mit, aber die kann man bestimmt auch noch sinnvoller abtrennen (sind bei mir aber werksseitig, 100-800hz funktionierte zB. auch gut). Außerdem spielen die hinteren noch etwas leiser als mein Frontsystem, ich bin mir nicht sicher ob man die hinteren ebenfalls am Frontsystem 1:1 anpassen sollte, probiere das aber auch noch aus). Etwas mehr Räumlichkeit verleihen sie in dieser Konfiguration aber schon und das genügt mir eigentlich. Richtig eingestellt können die hinteren Lautsprecher aber auch das Stereo-Bild im Frontsystem für hinten sitzende Passagiere verbessern, interessant für vollbesetzte 5-Türer. Wie das genau funktioniert bzw. wie man dazu vorgeht, habe ich aber noch nicht herausgefunden und ist für mich auch noch nicht so wichtig. Bisher versuche ich mit diesen Lautsprechern das Klangbild ganz leicht etwas vom Frontsystem in "Räumlichkeit zu entlösen", hätte aber tatsächlich auch lieber ein 3-Wege System im Frontbereich.

Liebe Grüße

Zu 'Praxis' findet man hier etwas mehr, ist aber schon etwas älter.

http://libinst.com/PRAXIS.htm

Die Referenzkurve für 'Praxis' kann ich bei Bedarf als private Nachricht senden. Hier geht es nicht, da sie als PX2 Datei vorliegt.

Auch ganz interessant, von Kirchner Elektronik:

https://kirchner-elektronik.de/atb-pc/

Themenstarteram 6. November 2022 um 17:43

Zitat:

@thomasik schrieb am 5. November 2022 um 10:14:04 Uhr:

Die Referenzkurve für 'Praxis' kann ich bei Bedarf als private Nachricht senden. Hier geht es nicht, da sie als PX2 Datei vorliegt.

Auch ganz interessant, von Kirchner Elektronik:

https://kirchner-elektronik.de/atb-pc/

Lieben Dank, komme bestimmt noch darauf zurück, weil es zwar schon funktioniert, die Frequenzen in kurzen Abständen zu messen und anzupassen, aber nicht optimal ist. Man hat dann keine saubere EQ-Kurve, sondern quasi Frequenzeinbrüche über die Frequenzbänder. Trotzdem bewirkt es schon viel, wenn zB. 300hz, 500hz, 800hz und 1khz in der selben Lautstärke von allen Lautsprechern an der Hörposition ankommen. Trotzdem schafft man es mit der Methode nicht zB. die Lücke zwischen 800hz und 1khz perfekt abzustimmen. Ich denke das gelingt nur mit passender Software, die den EQ automatisch einstellt und vor allem den passenden Q-Faktor errechnet. Außerdem habe ich zB. nur 10 EQ-Bänder pro Channel und wäre auch damit schon limitiert, ich denke je mehr Bänder der EQ bietet, je detailierter kann man alles aufeinander feinabstimmen.

Beim Hecksystem habe ich es nun so gemacht (FF3, BJ 17 mit Sync3, das Auto bietet zwar viel für wenig Geld, ist für Car-Hifi aber absolut ungeeignet):

100hz Frequenzen sägen an den Türen und der Innenverkleidung des Focus, darum habe ich einen LPF bei 130hz, ich glaubt mit 36db Flanke, oder 48db, den HPF habe ich bei 1100hz gesetzt, mit 30db Flanke. Alles darüber klingt bei werksseitigen FF3 Hecklautsprechern einfach nicht. Eingemessen habe ich dann entsprechend bis 1khz zu den Front-Woofern und das hört sich schon ganz gut an. Dadurch das die Hecklautsprecher nur bis ca. 1100hz mitspielen, wirken sie nicht so aufdringlich und verleihen trotzdem etwas fülle. Bin so ganz zufrieden. Die Front-Woofer spielen bis 2500hz (ich glaube 36db Flanke) mit, ab 3000hz übernehmen dann bei mir die Hochtöner.

Die DSP-Einstellung des Sync3 habe ich übrigens auf "Fahrer" gestellt. Im Ford-Handbuch steht aber leider nichts dazu, was diese Einstellungen bewirken. Es gibt "Alle Sitze" und "Fahrer", alle Sitze "verbessert das Hörerlebnis für alle Passagiere", die Digital-Sound-Prozessor Einstellung "Fahrer", verbessert das Erlebnis für den Fahrer. Ich bin mir nicht sicher, ob das Sync3 auch Laufzeitkorrektor macht, aber es scheint nicht so. Vermutlich sind das nur Anpassungen des EQ, der bei "alle Sitze" eine deutliche Reduktion der hohen Frequenzen bewirkt. Vielleicht damit man sich besser unterhalten kann. Ich empfehle in jedem Fall alles mit der Einstellung "Fahrer" zu messen und einzustellen, dort fehlt zwar etwas Tief- und Mittel-Bass, das kann man aber per EQ besser ausgleichen, als die fehlenden Höhen und Dynamik bei "alle Sitze".

Liebe Grüße

Probier es mal mit REW (Room EQ Wizard). https://www.roomeqwizard.com/ Gibts auch für macOS.

Ich habe erst angefangen damit zu messen, aber bin noch erst am Anfang.

Hier gibt es ein super Video dazu auf Englisch

https://www.youtube.com/watch?v=sCEXh0Sv5TA

Schau dir am besten auch die Links in der Beschreibung durch.

Was genau für ein DSP hast du? Gibt ja noch und nöcher am Markt.

Wegen des Ford Synch2: Ich hatte den Ford als Mietwagen für 10 Tage. Auf Fahrer klingt nach Einstellung mit Laufzeitkorrektur, weil du den Klang von vorne und aus der Mitte des Armaturenbretts hörst. Für alle Sitze dürfte einfach ohne LZK sein.

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