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Wird bei einem Wertgutachten die Halteranzahl nicht berücksichtigt ?

Themenstarteram 10. Juli 2020 um 6:16

Hallo. Es wird ein Golf GTI (Baujahr `83, Sondermodell Pirelli) zum Verkauf angeboten. An die

Annonce ist ein Wertgutachten angehängt, dass 27.900 ,- ausweist. Der Pirelli ist in einem sehr guten Zustand, also ist der Wert realistisch, allerdings ist das Fahrzeug 7. (!!!) Hand …

Real ist dieser Preis für ein solches Auto, was sieben Besitzer hatte absolut unrealistisch und nicht erzielbar (der Golf wird auch schon ein Dreivierteljahr angeboten, also wird das allgemein von Interessenten auch so gesehen).

Meine Frage an euch also. Ist das allgemein so üblich, dass bei Wertgutachten die Anzahl der Fahrzeughalter völlig unberücksichtigt ist, es also rein auf den Zustand ankommt ?

Ich beobachte den Markt seit Jahren. Realistisch erzielbar wäre für den Golf höchstens 9.500 ,-, wenn überhaupt. Jetzt kann man sagen : "Ist doch egal, man sieht doch dass ein solches Auto nicht verkauft wird".

Das ist leider nicht egal, weil auf die "27.900,-" ein komplett argloser Käufer hereinfallen könnte und erst beim Wiederverkauf sein "blaues Wunder" erlebt.

Mir ist zum Beispiel der Fall bekannt, dass jemand in einen 1er GTI aus 10. (!!!) Hand viele Tausend Euro reingesteckt hat und jetzt meint einen sehr guten Preis dafür erzielen zu können.

Bei einem Hebmüller-Käfer oder einem Horch spielt die Anzahl der Vorbesitzer bestimmt keine große Rolle aber bei den allgemein bei Gutachtern vorgeführten Oldtimern sehr wohl !!

Also Frage an euch. Ist diese Art bei Oldtimer-Gutachten normal ?

Beste Antwort im Thema

Wertgutachten sollte man nicht überbewerten. Wert und erzielbarer Verkaufspreis sind zwei Paar Schuhe. Wenn ein Gutachten einen Marktwert nennt, der objektiv zum Zeitpunkt der Erstellung völlig unrealistisch ist, taugt das Gutachten nichts. Die Zahl der Vorbesitzer ist nur ein Parameter von vielen und bei gefragten Oldtimern sicher nicht der wichtigste.

 

Grüße vom Ostelch

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Themenstarteram 14. Juli 2020 um 6:11

Zitat:

@63er-joerg schrieb am 13. Juli 2020 um 13:49:15 Uhr:

Viele schließen aus den Vorbesitzern gern den "Verbrauch" des FZ.

Hat ihn der eine oder andere nur für kurze Zeit gehabt, könnte er ein potenzieller "Endverbraucher" gewesen sein. Heißt soviel: Gekauft, verheizt bis der TÜV uns scheidet und weg..

Muss nicht sein, kann aber sein.

Kann dir auch beim 2. oder 3. Vorbesitzer einer dieser unterkommen.

Bei einem fast 40 Jahre alten Auto spielt das aber nicht mehr soooo die große Rolle, besonders wenn er eben wieder aufgebaut, bzw. Restauriert wird/wurde.

Gruß Jörg.

Für mich spielt schon eine Rolle ob es sich um ein "unberührtes Original" handelt oder um einen den jemand umfangreich "in der Zange" hatte und an nahezu jeder Schraube rumgedreht hat. Erstens hat "das Unberührte" einen ganz speziellen Charme und zweitens ist der Begriff "Restaurierung" ja nicht geschützt. Jeder kann in seiner Garage oder meinetwegen in einer kleinen Halle "herumwüten" und am Ende einen tollen "Poser" präsentieren, der aber in Wahrheit nur ein "Blender" ist. Ich weiß, man kann immer auf einen "Blender" hereinfallen aber trotzdem.

Ich persönlich habe mit diesem restaurierten Kram grottenschlechte Erfahrungen gemacht. Mein erstes Auto war ein Golf 1 GTI von`78 der umfangreich "revidiert" war inkl. belegtem Austauschmotor mit 48 tkm. Ich kaufte ihn 1989 und trotzdem war er nach 11 Jahren ursprünglich "fertig" gewesen. Massive Korrosion hatte den Austausch von Schwellern, Front- und Heckblech und Schloßträger erforderlich gemacht. Es folgte eine Ganzlackierung des komplett demontierten Fahrzeugs in einer Lackiererei (inkl. Vorarbeiten), ein Wechsel der kompletten Innenausstattung und er bekam neue Aluräder mit Reifen (damals RH, schwarz / poliert ) spendiert). Alles mögliche war neu, jede Zierleiste.

Der stand da wie ein Neuwagen. Jeder, der ihn sah, war baff. Ich fuhr ihn dann im Alltag und es ging ständig was kaputt. Nach einigen Monaten hatte ich ihn entnervt verkauft. Er hatte sich im alltäglichen Gebrauch als "übel verbastelt" herausgestellt. - Ich weiß schon, man hat es eben "nicht richtig gemacht".

Aber sehe ich das einem Auto wirklich an ob er in den Tiefen seiner Technik wirklich verantwortungsvoll aufgebaut worden war oder nicht ? - Nein, sieht man erstmal nicht. Die Wahrscheinlichkeit, dass man mit einem "unberührtem Original" real an eine "Gurke" gerät ist meiner Erfahrung nach gleich null. Ich hatte schon genug Autos und auch genug von anderen mitbekommen um das einschätzen zu können. Aber das Risiko dass man mit einem "umfangreich revidierten Auto" auf die Nase fällt, ist absolut da. - Das weiß man auf dem Markt sehr genau und genau das schlägt sich nicht nur auf die Preise sondern auch massiv auf die Wiederverkaufschancen aus …

Ich weiß schon, "ich denke beim Kauf doch noch nicht an den Wiederverkauf" und "den gebe ich sowieso nicht mehr her" und Bla. Aber die Umstände bestimmen ob man ein Auto ewig behält oder vielleicht doch mal unerwartet verkaufen muß oder nicht. Und da ist es eine Katastrophe wenn das Auto aufgrund eigentlich vorhersehbarer Parameter keinen Käufer findet und sich die "Reifen eckig" steht.

Das gilt besonders (aber absolut nicht nur ! ) für den Porsche 928. Die Internetbörsen sind voll von guten, von Porsche Spezialisten nachweisbar "betreuten" und überarbeiteten 928. Keiner interessiert sich für sie wenn sie Minimum dritte Hand sind. Sie stehen unverkauft ein bis zwei Jahre … Irgendwann lässt der Verkäufer dann immer mehr vom Preis nach und trotzdem … Standuhr. - Erst- und Zweithand Autos in schönem und unberührtem Zustand verkaufen sich gut.

Winkler, die ganze Sache ist ein reines Glückspiel.

Bei Jauch würde man sagen: 50 : 50 :D

Wie viele kaufen ältere FZ, werkeln daran herum, um sie dann teuer und als "Restauriert" zu verkaufen. Blender, Bauernblind, und außen hui, innen pfui - egal wie du es titulierst.

Warum ?

Ganz einfach: Die Oldie Szene hat sich als dermaßen Geld bringender Markt erwiesen. Leute, die nicht mal wissen was ein Vergaser ist, geben Unsummen für alte Autos aus, weil der Nachbar auch einen hat. Das lockt natürlich. Wer möchte den Jungs nicht dabei helfen, ihre Kohle los zu werden ?

Der Fall kann sehr tief sein.

Auch ich habe schon ein vermeintlich gutes altes FZ (Unimog) aufgeben müssen. Hinter jeder Schraube verbarg sich Schrott, Rost und Müll. Das war mir eine Lehre ?? Ne Ne, kann morgen wieder passieren...

Ein Wertgutachten ist keine Sicherheit.

Nur 2 Vorbesitzer aber auch nicht...

Gruß Jörg

denke der begriff "wertgutachten" sagt es doch

das fhrz ist in dem zustand .....wert

da spielen die vorbesitzer keine rolle

es könnte ja sein,das der letzte ect besitzer das fhrz

kpl neu aufgebaut/restauriert hat

das ist dann der augenblickliche zustand der bewertet wird

sonst könnte ein fhrz mit 15 vorbestzern+top zustand viel weniger wert sein

als ne gurke aus 2ter hand+mäßigen zustand

Wichtiger als die Zahl der Vorbesitzer ist wohl, wie jeder von ihnen mit dem Fahrzeug umgegangen ist. Hat der letzte die Karre verbastelt, weil er sich handwerklich überschätzt hat, können seine Vorgänger gewesen sein wie sie wollen. Mit der Zahl der Vorbesitzer ist es wie mit der Laufleistung des Fahrzeugs. Es sind grobe Indizien für den technischen Zustand, mehr nicht. Je älter ein Auto ist, umso weniger sagen sie aus. Das Wertgutachten soll diese Vermutungen gerade durch Fakten ersetzen, indem der Zustand möglichst gründlich festgestellt wird. Die (Wartungs)Historie ist da, soweit bekannt, sicher zu berücksichtigen.

 

Grüße vom Ostelch

 

Grüße vom Ostelch

Bitte immer auch die verschiedenen Arten von Gutachten beachten. Ein Classic Data-Kurzgutachten mit ein paar hübschen Fotos hat genau NULL Aussagekraft. Und ein Vollgutachten will kaum einer bezahlen.

es wurde hier von einem "wertgutachten" gesprochen

Zitat:

@winkler12345 schrieb am 14. Juli 2020 um 05:34:02 Uhr:

Weißt du wirklich nicht, dass zum Beispiel ein Ersthand-Auto im sehr guten Zustand immer mehr Geld bringt als ein umfangreich revidiertes / restauriertes in vergleichbarem Zustand ?

Zwischen Ersthandauto und Zweit/Dritt.... ist ein Unterschied der je nach Einstellung des Käufers etwas Wert ist oder nicht.

Autokauf ist oft von sehr persönlichen Dingen abhängig die man sehr individuell betrachten müsste.

Mein erstes Auto war ein Golf GTI 1981 (Neuwagen), sollte ich so einen im 'Neuzustand' angeboten bekommen hat das einen anderen 'Wert' für mich als ein Ford XYZ zu dem ich keine Bindung hätte.

Ich habe mehrere ältere Fahrzeuge gekauft (zB. MB aus 1999, 1987) die auch zumindest 5 Besitzer hatten und vom Zustand auch eher Neuwagen sind, es kommt halt auf die Geschichte dahinter an die kaum einer gleich kennt oder nur mühsam recherchieren kann.

Beispiel: Ich habe mir vor Kurzem einen 1987er 500SEC gekauft, 61.000km Gesamtkilometer (belegbar durch die Papiere die ich mitbekommen habe) 5 Besitzer (1. MB selbst, 3 in der Zeit danach bis 2007 dann ein MB-Sammler der schließlich diese Sammlung auflöste) Der Zustand technisch und optisch 1- (Originalzustand ohne Änderungen/Basteleien) zu einem sehr sportlichen Preis der es mir nach langen Besichtigungen und Probefahrt wert war. MB 500SEC

Für mich ist der Kauf von alten Autos im unteren Preissegment (unter 100k €) meist begleitet von der Frage was ist mir das Ding wert, Marktwert ist flüchtig und von vielen Dingen abhängig sodaß ein Wertgutachten nur eine punktuelle Feststellung darstellt und eine Richtlinie für eine mögliche Versicherung. Von Wertsteigerungen und langfristigen 'Investitionen' die sich rechnen halte ich wenig, ich will die Dinger fahren und genießen.

GreetS Rob

 

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