Winterreifen sind keine Pflicht mehr

Eben in den Nachrichten. Gericht kippt die bisherige Verordnung.

Jetzt sind die Verkehrsminister der Länder dafür verantwortlich Werte für Schneehöhengrenzen, Temperaturgrenzen und Ähnliches fest zu legen.

Strafen dürfen erst mal nicht mehr verteilt werden, wenn man mit Sommerrefen unterwegs ist.

Gab zwar die Pflicht nie als solche definiert, sondern nur die Verpflichtung zur geeigneten Ausrüstung aber was solls.

Eigenverantwortung (und Verantwortung für Andere) sollte aber nach wie vor für jeden an erster Stelle liegen

Beste Antwort im Thema

Dadurch ändert sich zumindest für mich nichts. Ob Pflicht oder nicht, ich halte eine angepasste Winterausrüstung (insbesondere Winterreifen) für absolut notwendig. Dies auch deswegen, weil Winterreifen ab einem bestimmten Temperaturniveau (auch ohne Schnee und Eis) einfach besser sind. Meine Sicherheit ist mir einfach wichtig.

Wer nicht dafür das Geld erübrigen kann/will, sollte in dieser Zeit besser zu Hause bleiben und nicht dadurch sich selbst und andere gefährden.

P.S.: Richtig yo-chi, die Versicherungen werden sich sicher nicht durch diese geänderte Regelung beeindrucken lassen und ggf. von einfacher bis schwerer Fahrlässigkeit ausgehen, wenn es durch ungeeignete Bereifung zum Unfall kommt.

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Dein Plädoyer in Ehren, aber das sehe ich anders: Mit GJR bist Du nie optimal unterwegs, da der Kompromiss-Spagat einfach zu groß ist.

Ich sehe nichts verwerfliches daran, im Oktober oder im April bei 15°C-20°C schon bzw. noch mit WR unterwegs zu sein. Erstens sind solche milden Tage selten, zweitens kann man seine Fahrweise auf die etwas längeren Bremswege anpassen (Geschwindigkeit/Abstand). Ich wechsele (da ich oft im Mittelgebirge unterwegs bin) meist relativ früh auf WR und auch erst relativ spät wieder zurück, und habe mich dadurch in den letzten 20 Jahren noch nie "unsicher" gefühlt, im Gegenteil: Schon im Herbst fährt es sich bei Nässe mit WR aufgrund der guten Wasserverdrängung wesentlich entspannter als mit Sommerreifen, und im Frühjahr kann einem auch ein erneuter Wintereinbruch an Ostern nicht schocken 😉

Zitat:

Mit GJR bist Du nie optimal unterwegs, da der Kompromiss-Spagat einfach zu groß ist.

Wer ständig den optimalen Reifen fahren will, muss je nach Wetterlage ständig wechseln und stets einigermaßen gute Reifen durch neue, noch bessere Testsieger ersetzen. Macht niemand, also ist Kompromiss angesagt.

Es ist nicht wirklich fahrlässig, zeitig auf Winterreifen und spät wieder zurückzuwechseln. Die schlechtere Alternative wäre, zu lange auf Sommerreifen zu setzen und dann von einem Wintereinbruch überrascht zu werden. So weit, so gut.

Es kann aber beim SR-WR-Wechseln zu Fahrsituationen kommen, bei denen man die jeweils ungünstigsten Reifen drauf hat. Winterreifen haben nun mal grundsätzlich unterlegene Eigenschaften bei Nässe oder bei trockener Fahrbahn im Vergleich zu Sommerreifen, siehe Beitrag von gestern. Von optimaler Bereifung bist Du mit Winterreifen dann weit entfernt, meist weiter weg als mit guten Ganzjahresreifen.

Dass Ganzjahresreifen ein zu großer Kompromiss wären, passt weder mit den Testergebnissen noch mit meinen Erfahrungen zusammen, und auch nicht mit den Erfahrungen vieler anderer Ganzjahresreifen-Fahrer. Wenn Du im Winter mit Goodyear-Ganzjahresreifen besser dran bist als mit etlichen Winter-Spezis renommierter Marken, und sie auch im Sommer was taugen, wie können sie dann ein schlechter Kompromiss sein?

Dazu kommt, dass man sich das Umrüsten spart und einen jede Winterreifenverordnung kalt lässt. Mit guten Ganzjahresreifen sowie einem Klappspaten und einem Behälter Sand im Kofferraum ist mein Wagen noch nie zur Immobilie geworden. Fahre solche Reifen seit sieben Jahren. Mein Vater fährt Vredestein Quatrac, ebenfalls problemlos, auch wenn die Goodyears in Tests besser wegkommen. Für Härtefälle gibt es immer noch Schneeketten.

MfG, Tazio1935

Zitat:

Original geschrieben von tazio1935


Macht niemand, also ist Kompromiss angesagt.

Korrekt. Aber auch Kompromisse unterscheiden sich in der Größe des "Spagats", den man damit überbrücken will.

Zitat:

Es ist nicht wirklich fahrlässig, zeitig auf Winterreifen und spät wieder zurückzuwechseln.

Schön, hier sind wir uns absolut einig.

Zitat:

Die schlechtere Alternative wäre, zu lange auf Sommerreifen zu setzen und dann von einem Wintereinbruch überrascht zu werden.

Auch hier sind wir uns einig.

Zitat:

Es kann aber beim SR-WR-Wechseln zu Fahrsituationen kommen, bei denen man die jeweils ungünstigsten Reifen drauf hat.

Auch das ist richtig, aber absolut alltäglich. Wenn sich zum Beispiel deine Reifen sich der Verschleißgrenze nähern, bist Du auch mit den (gegenüber neuwertigen) "ungünstigeren" Reifen unterwegs. Du musst dann bei Nässe langsamer fahren (erhöhte Aquaplaniggefahr) und generell mit längeren Bremswegen rechnen. Und das "nur", weil deine Reifen beinahe verschlissen sind.

Zitat:

Winterreifen haben nun mal grundsätzlich unterlegene Eigenschaften bei Nässe

Diese Falschbehauptung wird durch Wiederholung nicht richtiger, siehe Nässe-Noten bei Sommer/Winterreifentests des ADAC 🙄

Zitat:

oder bei trockener Fahrbahn

Das ist korrekt.

Zitat:

Von optimaler Bereifung bist Du mit Winterreifen dann weit entfernt

...was aber nur kritisch wäre, wenn ich mir dessen nicht bewusst wäre. Da ich mir dessen aber durchaus bewusst bin, fahre ich mit Winterbereifung generell langsamer, wodurch ich den Bremswegnachteil effizient kompensieren kann (Geschwindigkeit geht in den Bremsweg quadratisch ein) 😉

Zitat:

Wenn Du im Winter mit Goodyear-Ganzjahresreifen besser dran bist als mit etlichen Winter-Spezis renommierter Marken, und sie auch im Sommer was taugen, wie können sie dann ein schlechter Kompromiss sein?

Sie taugen aber im Sommer nur bedingt. Mein Patenonkel fährt aufgrund geringer Fahrleistung GJR, und wenn ich mit seinem Fahrzeug unterwegs bin, habe ich im Sommer das Gefühl, auf rohen Eiern zu fahren.

Zitat:

Mit guten Ganzjahresreifen sowie einem Klappspaten und einem Behälter Sand im Kofferraum ist mein Wagen noch nie zur Immobilie geworden.

Meiner mit Winterreifen auch nicht. Ohne Sand und Klappspaten 😉

Zitat:

Original geschrieben von touranfaq


Diese Falschbehauptung wird durch Wiederholung nicht richtiger,

Es gab in diesem Thread reichlich Belege dafür, dass Winterreifen bei Nässe grundsätzlich schlechter sind. Vielleicht hast Du die Infos einfach nur überlesen. Wenn Du als Folge solcher Wissenslücken anderen Leuten Falschbehauptungen unterstellst, ist das nicht gut.

Nässe-Eigenschaften von Winterreifen gg. Sommerreifen:
"Auf trockener und nasser Fahrbahn sind Sommerreifen einem Winterreifen fast immer überlegen, auch bei Kälte." "Noch deutlicher werden die Abstände bei nasser Fahrbahn. Wieder bremst der Sommerreifen am besten." (Autobild 15.10.2010) - "Bei den Nässetests liegt der als Maßstab dienende Sommerreifen stets in Führung." (Autobild 17.09.2010) - "Auch bei Nieselregen ist der Sommerreifen unschlagbar. Nur wirklich gute Allseasons halten halbwegs mit." (Autobild 18.09.2009) -"Bei Nässe bremsen die Winterspezialisten schlechter als Sommerreifen. Grund: Viele weiche Lamellen im Profil nehmen Winterreifen die nötige Stabilität." "Aquaplaning: Wie erwartet kann der Sommerreifen das Wasser unter der Lauffläche am besten verdrängen" (Autobild, 25.09.2009)

In diesem Winterreifentest vom September 2009 war auch ein Ganzjahresreifen von Hankook vertreten. Der war bei Aquaplaning vielen Winterreifen unterlegen, hatte aber bei Regen den kürzesten Bremsweg. Mit Ausnahme des Sommerreifens, der in in allen Nässekategorien am besten war. Dazu eine aussagekräftige Grafik für Bremsweg und Kreisbahn.

In dieser Grafik, Autobild von 2005, geht es mehrfach um die Eigenschaften bei Nässe. Alle getesteten Winterreifen waren bei Nässe schlechter als der Sommerreifen.

Zitat:

siehe Nässe-Noten bei Sommer/Winterreifentests des ADAC

In welchem Winterreifentest hat der ADAC einen Sommerreifen mitgetestet? Ist mir in der Motorwelt nie aufgefallen. Solchen direkten Vergleich liefern überwiegend die Autobild-Tests. Der ADAC testet mal Ganzjahresreifen mit und kommt dann in diesem Herbst u.a. zu diesem Ergebnis: "Die beiden in der 185er-Größe getesteten Ganzjahresreifen empfehlen sich je nach Einsatzbedingungen durchaus als Alternativen zum reinen Winterreifen. Insbesondere der Goodyear Vector 4Seasons schwimmt bei hervorragenden Verschleißwerten im Mittelfeld der Spezialisten mit."

Zitat:

Sie taugen aber im Sommer nur bedingt. Mein Patenonkel fährt aufgrund geringer Fahrleistung GJR, und wenn ich mit seinem Fahrzeug unterwegs bin, habe ich im Sommer das Gefühl, auf rohen Eiern zu fahren.

Habe andere Erfahrungen. Bin von Conti Sommerreifen auf Goodyear Ganzjahresreifen umgestiegen. Jenseits der 200 km/h hat mir Abrollkomfort des Conti besser gefallen. Von diesem Detail abgesehen, fährt sich der Goodyear das ganze Jahr unauffällig und sicher.

Will aber nicht nur meine Meinung zum besten geben. Aus einem anderen Forum:

Zitat:

Fahre den Ganzjahresreifen Goodyear Eagle-Vector EV-2. Mein Fahrzeug ist der C5 V6, Jg. 2001, Automat.
Wohne in den Alpen (60 km nördlich von St. Moritz) im tiefsten Gebirge. Hatte diesen strengen Winter überhaupt keine Probleme wegen schlechter Traktion, etc. Musste nie Ketten montieren. Kann den Reifen nur empfehlen. Laufeigenschaften: total ruhig (folgt keinen Spurrillen, wie das der Vorreifen Michelin machte).

(

nachzulesen im Citroenclub

)

Aus dem Ganzjahresreifentest der Autobild von September 2008, Traktion auf Schnee: "Die guten Traktionswerte des Winterreifens erreichen die Ganzahresreifen erwartungsgemäß nicht, aber selbst mit den Tabellenletzten von Pirelli und Vredestein lässt sich noch jede Steigung bei festgefahrener Schneedecke problemlos erklimmen."

Aus diesem Test stammt eine aufschlussreiche Grafik zu den Kurvenaquaplaning-Qualitäten von Sommerreifen, Ganzjahresreifen und Winterreifen. Vorletzter Platz für den Winterreifen, Sommerreifen und fast alle Ganzjahresreifen bieten bei Nässe in Kurven mehr Sicherheit. Sogar der China-Ganzjahresreifen von Maxxis ist besser. Es ändert nichts: In vielen Situationen abseits von Schnee und Eis sind Winterreifen die vergleichsweise schlechteste Bereifung.

Zitat:

Ohne Sand und Klappspaten

Sand und Klappspaten habe ich in den vergangenen sieben Jahren einmal gebraucht. In der konkreten Situation war jeder Reifen chancenlos. Dabei ging es nur um das Anfahren und eine vereiste Strecke von weniger als einer Wagenlänge auf einem nicht geräumten Parkplatz. Ist kein Fehler, Sand und Klappspaten im Winter vorsichtshalber dabei zu haben, auch bei wintertauglichen Reifen.

Also, fahr Du mal weiter Deine reinen Winterreifen und hoffe darauf, dass deren Nachteile bei Nässe und trockener Fahrbahn für Dich nie Realität werden. Dass gute Ganzjahresreifen ein untauglicher Kompromiss und ein zu großer Spagat sind, ist unzutreffend. Ausnahmen wären etwa Breitreifen bei viel PS oder der Einsatz im Hochgebirge, vielleicht noch mit Anhänger. Ansonsten, also in den meisten Fällen, sind die o.k., und zwar bei jedem Wetter.

MfG, Tazio1935

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Zitat:

Original geschrieben von tazio1935


Es gab in diesem Thread reichlich Belege dafür, dass Winterreifen bei Nässe grundsätzlich schlechter sind.

Es gibt auch Belege für das genaue Gegenteil. Zum Beispiel hier:

http://www.tcs.ch/.../3952_SommerWinterJahresReifenVergleich_de.pdf

Testfazit:

1. Bremsweg trocken ca. 10°C: bei diesen Temperaturen ist die heutige Sommerreifenmischung mit
Silicabestandteilen und der Profilgestaltung im Vorteil und hat einen rund 12 Meter kürzeren Bremsweg als
ein Winter- oder Ganzjahresreifen.

2. Bremsweg trocken ca. 20 – 25°C: bei warmen Temperaturen ist die Sommerreifenmischung und die
Profilgestaltung gegenüber dem Winter- und Ganzjahresreifen klar im Vorteil. Der Bremswegunterschied ist
18 Meter kürzer gegenüber dem Winterreifen und 14 Meter kürzer gegenüber dem Ganzjahresreifen.

3. Bremsweg nass ca. 10°C: bei kalten Temperaturen ist der Winterreifen mit der Profil- und Lamellen
gestaltung ganz klar im Vorteil. Das Wasser kann effizienter verdrängt werden und die Gummimischung
ist auf kalte Temperaturen ausgelegt.

4. Bremsweg nass ca. 20 – 25°C: bei warmen Temperaturen zeigt die Winterreifenmischung bereits
wieder, dass sie weicher ist. Der Sommerreifen erzielt die etwas besseren Ergebnisse.

5. Bremsweg Schnee: Auf Schnee ist der Sommerreifen ein sehr hohes Sicherheitsrisiko. Der Bremsweg ist
um 50% länger und die Restgeschwindigkeit beträgt 29 km/h bei einer Ausgangsgeschwindigkeit von
40 km/h.

6. Verbrauch: beim Treibstoffverbrauch beträgt der Unterschied zwischen dem Sommer- und Winterreifen
rund 0,1 l/100 km. Der Ganzjahresreifen hat gegenüber dem Sommer Reifen ein Mehrverbrauch von
rund 0,4 l/100 km und gegenüber dem Winterreifen 0,3 l/100 km.

7. Verschleiss ca. 10°C: Der Winterreifen hat bei kalten Temperaturen einen etwas geringeren Abrieb
als der Sommerreifen. Beim Ganzjahresreifen ist er um 10% höher als beim Winterreifen.

8. Verschleiss ca. 20 – 25°C: Bei warmen Temperaturen
ist der Verschleiss beim Ganzjahresreifen ca. 10% und beim Winterreifen ca. 15% höher als beim
Sommerreifen.

(...)

Der TCS empfiehlt aus Sicherheits- und Wirtschaftlichkeitsgründen im Sommer auf Sommerreifen(mind. 3 mm Profiltiefe) und im Winter auf Winterreifen (mind. 4 mm Profiltiefe) umzurüsten.

Oder eben die Reifentests des ADAC, wo sich die Nässenoten von Sommer- und Winterreifen kaum unterscheiden.

Und außerdem wird ein extrem wichtiger Aspekt außer acht gelassen: Der Profilzustand. Vergleiche wie der in der Autobild gehen von neuen Reifen aus. In der Praxis wird ein Sommerreifen aber weitaus mehr runtergefahren als ein WR, der bereits mit 4mm als verschlissen gilt (ein SR wird dann noch locker 20tkm gefahren). In der Praxis bedeutet dass, dass Du mit Winterreifen meist mit der besseren Profiltiefe unterwegs bist, was vor allem bei Regen/Aquaplaning ein Vorteil ist.

Zitat:

Also, fahr Du mal weiter Deine reinen Winterreifen und hoffe darauf, dass deren Nachteile bei Nässe und trockener Fahrbahn für Dich nie Realität werden.

Das tue ich schon die letzten 20 Jahre, und dabei hatte ich auch in Notsituationen (bei uns gibt es im Spätherbst regen Wildwechsel) mit Winterreifen weder auf trockener noch auf nasser Straße noch nie Probleme, rechtzeitig und sicher zum Stehen zu kommen.

Bezgl. der "Nachteile" von Winterreifen übertreibst Du maßlos, oder willst Du mir erzählen, dass es in der Praxis irgendeine Relevanz hat, ob ich eine Kreisbahn mit 15.5 Sekunden (Sommerreifen) oder 15.7 Sekunden durchfahre? 🙄 Meinst Du, mehr als 80% aller Autofahrer würden auf Winterreifen wechseln wenn sie davon überzeugt wären, dass diese eine "Gefährdung" oder ein "Sicherheitsrisiko" darstellen? Sprich mal mit Leuten, die konsequent wechseln...

Die Bremswegvergleiche, die Du aufführst, sind nebenbei auch null aussagekräftig, solange nicht die Temperatur angegeben ist. Bei 20°C ist es völlig klar, dass ein Winterreifen abloost (siehe auch TCS-Vergleich), aber bei 10°C sieht es gleich wieder anders aus, siehe mein Link von ganz oben, da ist nämlich die Temperatur angegeben.

Zitat:

Original geschrieben von touranfaq


Und außerdem wird ein extrem wichtiger Aspekt außer acht gelassen: Der Profilzustand. Vergleiche wie der in der Autobild gehen von neuen Reifen aus. In der Praxis wird ein Sommerreifen aber weitaus mehr runtergefahren als ein WR, der bereits mit 4mm als verschlissen gilt (ein SR wird dann noch locker 20tkm gefahren). In der Praxis bedeutet dass, dass Du mit Winterreifen meist mit der besseren Profiltiefe unterwegs bist, was vor allem bei Regen/Aquaplaning ein Vorteil ist.

Wer einen Sommerreifen bis auf 1,6 mm abfährt, macht das auch bei einem Winterreifen. Wer einen Winterreifen bei 4 mm gegen einen neuen austauscht, macht das auch bei einem Sommerreifen.

Ausnahmen bestätigen die Regel.

Zitat:

Original geschrieben von meehster


Ausnahmen bestätigen die Regel.

Stimmt. Ich tausche SR bei < 3mm aus, WR bei < 5mm 😉

Zitat:

Original geschrieben von touranfaq



Zitat:

Original geschrieben von meehster


Ausnahmen bestätigen die Regel.
Stimmt. Ich tausche SR bei < 3mm aus, WR bei < 5mm 😉

Solche Ausnahmen sind aber eher selten.

Zitat:

Original geschrieben von touranfaq


Oder eben die Reifentests des ADAC, wo sich die Nässenoten von Sommer- und Winterreifen kaum unterscheiden.

Welche ADAC-Winterreifentests waren es eigentlich, bei denen Sommerreifen mitgetestet wurden? Man braucht ja den direkten Vergleich. Außerdem finde ich konkrete Werte wie Bremswege in Metern doch stichhaltiger als Noten. Und warum unterscheiden sich die ADAC-Noten kaum? Der ADAC testet getrennt und könnte seine Noten nur innerhalb des jeweiligen Reifentyps vergeben, nicht absolut. Eine 2,3 für Nässe bei einem Winterreifen würde dann nicht heißen, dass sie mit einer 2,3-Note bei einem Sommerreifen gleichzusetzen wäre.

Zitat:

Bezgl. der "Nachteile" von Winterreifen übertreibst Du maßlos, oder willst Du mir erzählen, dass es in der Praxis irgendeine Relevanz hat, ob ich eine Kreisbahn mit 15.5 Sekunden (Sommerreifen) oder 15.7 Sekunden durchfahre?

Die Unterschiede auf nasser Kreisbahn bedeuten, dass Du beim Ausweichen im Grenzbereich mit Winterreifen den Wagen verlieren kannst, mit Sommerreifen dagegen nicht. Es kann auch einen Unterschied machen, ob Du einen Wagen nach 45,7 Metern mit Sommerreifen zum Stehen bringst, nach 48,8 Metern mit Hankook-Ganzjahresreifen, nach 51,5 Metern mit Michelin-Winterreifen oder nach 51,9 Metern mit Continental-Winterreifen. (

Autobild, 25.09.2009

)

Zitat:

Die Bremswegvergleiche, die Du aufführst, sind nebenbei auch null aussagekräftig, solange nicht die Temperatur angegeben ist.

Frag doch mal bei der Autobild nach. Eigentlich genügt die Aussagekraft der Tests, so wie sie sind. Winterreifentests finden nicht im Sommer unter südlicher Sonne statt. Die Testtemperatur liegt also dort, wo sie an frostfreien Tagen in einem deutschen Winter auch liegen kann.

In dem von Dir verlinkten Test gibt es nur drei Reifen. Den Sommer-, Ganzjahres- und Winterreifen. So lange man bei nur drei Testreifen nicht mal erfährt, um welche es sich genau handelt, ist dieser eine Test für mich ohne Aussagekraft. Reifentests gibt es viele. Dieser eine Test erklärt auf dünner Basis einen Winterreifen bei Nässe für besser als einen Sommerreifen. Wie viele Ergebnisse aus verschiedenen Tests und Jahren hatten wir hier inzwischen schon, die zeigen, dass Winterreifen nur bei Schnee und Eis im Vorteil sind? Die sollen alle falsch sein und dieser eine Test mit drei namenlosen Reifen als einziger richtig?

Noch was aus dem 2010-Ganzjahresreifentest von ACE und GTÜ. Weil der Test auf dem Nokian-Gelände stattfand, waren auch ein Nokian-Winter- und ein Nokian-Sommerreifen dabei.

Sicherheit nass:
Winterreifen: 66 Punkte
Hankook Optimo 4S: 66 Punkte
Sommerreifen: 68 Punkte

Sicherheit trocken:
Winterreifen: 37 Punkte
Hankook Optimo 4S: 40 Punkte
Sommerreifen 50 Punkte.

Sicherheit Winter:
Winterreifen: 69 Punkte
Hankook Optimo 4S: 65 Punkte
Sommerreifen 5 Punkte.

Das Ergebnis spricht nicht unbedingt gegen gute Ganzjahresreifen.

MfG, Tazio1935

Zitat:

Original geschrieben von touranfaq



Zitat:

Original geschrieben von meehster


Ausnahmen bestätigen die Regel.
Stimmt. Ich tausche SR bei < 3mm aus, WR bei < 5mm 😉

SR bei ca 2mm,kommt drauf an wie lange es noch bis zur WR-Saison dauert,mit 3mm mach ich mir sicher nicht mehr die Mühe sie im Frühjahr zu montieren.

WR werden zwar bei 5mm nicht getauscht,sie werden im Frühjahr nur nicht gegen die SR getauscht sondern runtergefahren.

Wann ein Reifen entsorgt wird hängt schwer von seinen Aquaplaningeigenschaften ab,wenn ein Reifen im Regen zu sehr nervt,sprich er zu früh schwimmt, fliegt er auch mal früher runter.

Wer hätte es gedacht...

Zitat:

Gewerkschaft: Polizei kann Winterreifenpflicht nicht durchsetzen

http://www.tagesspiegel.de/.../3305798.html

Hat das irgendjemand von der Polizei verlangt? Es würde ja schon reichen wenn sie diejenigen die sie bei Unfällen erwischen oder die sie hängenderweise ertappen konsequent anzeigen. 

Heute Nacht fiel innerhalb kürzester Zeit eine Menge Neuschnee (min. 15 cm innerhalb 2-3 Std)
In der Nacht wurde ich dann von meinem Meldeempfänger der Feuerwehr aus dem Schlaf gerissen.... Meldung: VU.
Aufgrund von Sommerreifen kam ein Autofahrer von der Fahrbahn ab und stürzte ca 20mtr. die Böschung hinunter.... Fahrer blieb unverletzt.
Wegen solcher Idi**** werden andere aus dem Schlaf gerissen, nur weil man zu faul ist sich der Jahreszeit anzupassen.
Aus meiner Sicht hätte man das Auto da unten liegen lassen sollen.
Aber nun hörte ich zu meiner Freude heute morgen im Radio, dass die Regierung nun doch dran sei, die Winterreifenpflicht durchzusetzen.
Ich würde es jedenfalls mit Kusshand begrüssen endlich dies zur Pflicht zu machen.

Zitat:

Original geschrieben von Roter-Baron


Heute Nacht fiel innerhalb kürzester Zeit eine Menge Neuschnee (min. 15 cm innerhalb 2-3 Std)
In der Nacht wurde ich dann von meinem Meldeempfänger der Feuerwehr aus dem Schlaf gerissen.... Meldung: VU.
Aufgrund von Sommerreifen kam ein Autofahrer von der Fahrbahn ab und stürzte ca 20mtr. die Böschung hinunter.... Fahrer blieb unverletzt.
Wegen solcher Idi**** werden andere aus dem Schlaf gerissen, nur weil man zu faul ist sich der Jahreszeit anzupassen.
Aus meiner Sicht hätte man das Auto da unten liegen lassen sollen.

Tja, das ist immer das Problem:

Da faseln die SR-Verfechter ständig von angeblichen "Sicherheitsvorteilen", die sie bei Nässe und trockener Straße haben, vergessen aber immer wieder, dass es noch nichtmal großartigem Frost bedarf, um eine Straße mit SR unbefahrbar zu machen. Wann kapieren die das endlich, dass "Winter" nicht nur aus nassen und trockenen Straßen besteht?

Und hinzu kommt: Vor den Schneefällen wird bereits seit Montag gewarnt, mit "überrascht worden sein" kann man sich an dieser Stelle auch nicht mehr rausreden 🙄

Juckt mich nicht. Jetzt fahre ich zwar mit meinen schmucken Stahlfelgen incl. den modischen Radkappen rum, aber was soll es. Bei uns war heute auch der erste Schneehauch.

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