Winterreifen sind keine Pflicht mehr

Eben in den Nachrichten. Gericht kippt die bisherige Verordnung.

Jetzt sind die Verkehrsminister der Länder dafür verantwortlich Werte für Schneehöhengrenzen, Temperaturgrenzen und Ähnliches fest zu legen.

Strafen dürfen erst mal nicht mehr verteilt werden, wenn man mit Sommerrefen unterwegs ist.

Gab zwar die Pflicht nie als solche definiert, sondern nur die Verpflichtung zur geeigneten Ausrüstung aber was solls.

Eigenverantwortung (und Verantwortung für Andere) sollte aber nach wie vor für jeden an erster Stelle liegen

Beste Antwort im Thema

Dadurch ändert sich zumindest für mich nichts. Ob Pflicht oder nicht, ich halte eine angepasste Winterausrüstung (insbesondere Winterreifen) für absolut notwendig. Dies auch deswegen, weil Winterreifen ab einem bestimmten Temperaturniveau (auch ohne Schnee und Eis) einfach besser sind. Meine Sicherheit ist mir einfach wichtig.

Wer nicht dafür das Geld erübrigen kann/will, sollte in dieser Zeit besser zu Hause bleiben und nicht dadurch sich selbst und andere gefährden.

P.S.: Richtig yo-chi, die Versicherungen werden sich sicher nicht durch diese geänderte Regelung beeindrucken lassen und ggf. von einfacher bis schwerer Fahrlässigkeit ausgehen, wenn es durch ungeeignete Bereifung zum Unfall kommt.

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Wenn es Vergölst ist - jep. Wär doch was - User Treffen beim Reifenhändler...😁

Zitat:

Original geschrieben von R 129 Fan


Wenn es Vergölst ist - jep. Wär doch was - User Treffen beim Reifenhändler...😁

Ne, ist Schulte-Barenberg in Rellinghausen. Naja, ggf. beim nächsten Mal 🙂

Zitat:

Original geschrieben von HerrLehmann1973



Zitat:

Original geschrieben von R 129 Fan


Wenn es Vergölst ist - jep. Wär doch was - User Treffen beim Reifenhändler...😁
Ne, ist Schulte-Barenberg in Rellinghausen. Naja, ggf. beim nächsten Mal 🙂

Der olle Benz Restaurierer ? Kenn ich auch ( da wurden schon einige Reifen geflickt 🙄 ) , bloß kriege ich da keine Prozente. Deswegen der Wechsel. Geiz ist geil 😁

Zitat:

Original geschrieben von matzhinrichs


Was hier nicht gesehen wird: unter 6-8°C machen WR auch bei Nässe schon Sinn, SR sind dann schon zu hart, um guten Griüp zu gewährleisten.

Das Sieben-Grad-Märchen ist nicht totzukriegen. In die Welt gesetzt wurde es von der Reifenindustrie. Die Realität sieht anders aus. Winterreifen sind im Vorteil bei Schnee und Eis und strengem Frost, sonst nicht. Das kam auch in diesem Thread schon ausführlich vor.

Nochmals eine Aussage des ADAC, von 2005, aber weiterhin gültig:

"Der Sommerreifen hat entscheidende Vorteile auf trockener und nasser Straße, auch bei niedrigen Temperaturen", sagt Ruprecht Müller, Reifenexperte des ADAC. Die sieben Grad seien "völlig willkürlich" gewählt und durch keinen Testwert belegt.

In dem Spiegel-Artikel, aus dem diese Aussage stammt, findet sich auch dies:
"Bei Vollbremsungen auf nasser und trockener Fahrbahn dagegen bremst es (das Sommerreifenprofil) deutlich besser als die besten Winterreifen - auch bei Fahrbahntemperaturen von sieben Grad und weniger." - "Die Sieben-Grad-Lüge erweist sich indes als immun gegen Aufklärung."

Immerhin hat diese Sieben-Grad-Lüge nicht auch noch den Weg in die neue Verordnung gefunden. Dort sind Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- oder Reifglätte als Bedingungen für Winterreifen defininert. Dagegen ist im Grunde nichts einzuwenden. Das bedeutet allerdings auch, dass man bei Tauwetter, Regen oder bei trockener Fahrbahn schnell auf SR zurückwechseln müsste, falls man dann mit den geeigneteren, sichereren Reifen unterwegs sein will.

Zitat:

Und das alles nur, weil ein paar unbelehrbare Sparfüchse sich nicht darum scheren, ob sie einen 35 Km langen Stau vor dem irschenberg verursachen. Man konnte es ja mal mit SR versuchen...

Weiß nicht, ob Privatleute wirklich das Hauptproblem sind. Die situative Winterreifenpflicht ist damals eher im Hinblick auf Nutzfahrzeuge eingeführt worden. Für deren Halter ist jede vermeidbare zusätzliche Ausgabe, die den Gewinn schmälert, ein Graus. Auch Flottenbetreiber, etwa Mietwagenfirmen, haben sich bisher gerne um Winterreifen herumgedrückt: "Winterreifen bei SIXT gibt es nur gegen Aufpreis, wenn man als Kunde darauf besteht und diese bereits im Voraus bestellt hat. Hat man dies nicht getan, erhält man in den meisten Fällen ein Fahrzeug mit Sommerreifen

=>123recht.net

"

Auch einige Taxifirmen werden dankbar für billige Reifen sein, die zwar allein wegen ihres M+S-Aufdrucks der neuen Verordnung genügen, aber bei Schnee und Eis wenig taugen.

MfG, Tazio1935

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Zitat:

Original geschrieben von tazio1935


In dem Spiegel-Artikel, aus dem diese Aussage stammt, findet sich auch dies:
"Bei Vollbremsungen auf nasser und trockener Fahrbahn dagegen bremst es (das Sommerreifenprofil) deutlich besser als die besten Winterreifen - auch bei Fahrbahntemperaturen von sieben Grad und weniger." - "Die Sieben-Grad-Lüge erweist sich indes als immun gegen Aufklärung."

Dumm nur, dass dies mittlerweile überholt ist. Wie Du

diesem Vergleich

unserer Eidgenossen entnehmen kannst, bremst ein Sommerreifen bei Temperaturen um die 10°C

NUR AUF TROCKENER STRAßE

besser! Bereits bei 10°C und Nässe stehst Du mit dem Winterreifen 3 Meter eher.

Das spiegelt sich auch in den Testergebnissen des ADAC wieder, denn moderne Winterreifen sind hauptsächlich auf Nässe gut und erreichen dort die gleichen Noten wie gute Sommerreifen. Hinzu kommt, dass sich die Winterreifen seit 2005 generell massiv verbessert haben, weshalb der ADAC die Notengrenzen für "sehr empfehlenswert" und "empfehlenswert" verschärft hat. Im Klartext: Der Testsieger 2005 wäre heute mit Müh und Not noch "empfehlenswert".

Deshalb tue uns einen Gefallen: Vergiss diesen hoffnungslos veralteten Spiegel-Artikel. Die Ergebnisse von damals sind auf moderne WR nicht übertragbar!

Zitat:

Original geschrieben von touranfaq


Deshalb tue uns einen Gefallen: Vergiss diesen hoffnungslos veralteten Spiegel-Artikel. Die Ergebnisse von damals sind auf moderne WR nicht übertragbar!

Hoffentlich sind Dir diese Testergebnisse aktuell genug. Autobild, 15.10.2010:

"Generell gilt: Auf trockener und nasser Fahrbahn sind Sommerreifen einem Winterreifen fast immer überlegen, auch bei Kälte.

Selbst die in diesem Test besten Winterreifen verschenken beim Bremsen auf trockenem Asphalt aus harmlosem Tempo 100 bereits mehr als vier Meter Bremsweg gegenüber einem Sommerreifen. Der schlechteste Winterreifen, hier im Test der Kumho, brauchte gar über neun Meter mehr Bremsweg als der Sommerreifen.

Noch deutlicher werden die Abstände bei nasser Fahrbahn. Wieder bremst der Sommerreifen am besten. Der in dieser Disziplin beste Winterreifen, der Dunlop, benötigt hier nur zweieinhalb Meter mehr. Aber der schlechteste, erneut der Kumho, fordert über zehn Meter mehr Bremsweg."

Dazu noch zwei Grafiken aus dem Test:

Nässehaftung bzw. Handling bei Nässe, angegeben ist die erzielte Durchschnittsgeschwindigkeit auf dem Testkurs => zur Grafik

Bremsweg bei Nässe => zur Grafik

Dann noch aus dem Ganzjahresreifentest der Autobild vom 18.09.2009:
"Regen kennt keine Jahreszeit. Deshalb ist der Nässetest so wichtig. Stichwort Aquaplaning: Winter- und Ganzjahresreifen schwimmen meist schneller auf als Sommerreifen. Ihr geschlossenes Profil, das einem Winterreifen ähnelt, kann nicht genug Wasser beiseiteschaufeln. Auch bei Nieselregen ist der Sommerreifen unschlagbar. Nur wirklich gute Allseasons halten halbwegs mit."

Wie man sieht, hat sich seit 2005 nichts grundlegend verändert. Deshalb tue uns einen Gefallen und verabschiede Dich von der Vorstellung, dass Winterreifen bei anderen Wetterlagen als Schnee, Eis und strengem Frost empfehlenswert sind. Sie sind es nicht.

MfG, Tazio1935

Zitat:

Original geschrieben von tazio1935


verabschiede Dich von der Vorstellung, dass Winterreifen bei anderen Wetterlagen als Schnee, Eis und strengem Frost empfehlenswert sind. Sie sind es nicht.

Stimmt, wobei zu sagen ist das sie die dir bei Eis auch nicht viel nutzen ( habe ich im letzten Winter selber unfreiwillig getestet ). Da halfen nur die selligen Spikes. Aber mit denen umzugehen war der durchschnittliche bananendeutsche Fahrkünstler ja zu dämlich.

Zitat:

Original geschrieben von tazio1935


(...) verabschiede Dich von der Vorstellung, dass Winterreifen bei anderen Wetterlagen als Schnee, Eis und strengem Frost empfehlenswert sind. Sie sind es nicht.

Und was machst Du dann bei Schnee, Eis und strengem Frost? Immer einen Satz Winterreifen im Kofferraum, den Du bei Bedarf schnell draufschraubst? 🙄

Falls Du es nicht verstanden hast: Winterreifen stellen (wie Sommerreifen auch) einen Kompromiss dar. Die Unterschiede bei trockener und nasser Fahrbahn sind, wie deine eigenen Ergebnisse zeigen, bei guten Winterreifen kaum schlechter als bei Sommerreifen. Dafür hast Du bei Schnee und Eis eine wesentlich bessere Traktion. Also gibt es eigentlich nur zwei praktikable Möglichkeiten:

a) Im Winter auf Winterreifen wechseln und bei trockener Straße Geschwindigkeit und Abstand anpassen
b) Im Winter auf Sommerreifen bleiben und Fahrzeug bei Frost, Schnee und Eis stehen lassen (müssen)

Zitat:

Original geschrieben von touranfaq


Winterreifen stellen (wie Sommerreifen auch) einen Kompromiss dar.

Danke, den Satz wollte ich hören. Heute wird übrigens gewechselt, jetzt ist es an der Zeit 😎 .

Zitat:

Original geschrieben von R 129 Fan


Danke, den Satz wollte ich hören.

Hmmm, das sollte eigentlich hinlänglich bekannt sein. Schließlich reden wir hier ja nicht von Winterreifen als "Sommerreifenersatz", sowas würde ich auch nicht gutheißen. Ich plädiere lediglich für ein rechtzeitiges Wechseln auf Winterreifen, damit beim ersten Schnee keiner mehr auf Sommerpellen unterwegs ist 😉

Zitat:

Heute wird übrigens gewechselt, jetzt ist es an der Zeit 😎 .

Löblich 😉

Zitat:

Original geschrieben von R 129 Fan


Da halfen nur die selligen Spikes. Aber mit denen umzugehen war der durchschnittliche bananendeutsche Fahrkünstler ja zu dämlich.

Das war nicht der Grund. Da aber niemand die Reifen wechselte, wenn gerade mal kein Eis war, haben die Dinger am Asphalt gekratzt. Und das wurde mit der Zeit zu teuer.

Sicherheit ist ne feine Sache, aber nicht, wenn sie den Staat Geld kostet. Da ist TL billiger, bzw Spikes verbieten.

Ausserdem hatten die Metalldinger die unangenehme Eigenschaft sich auch mal aus dem Reifenprofil geschossartig zu verabschieden.

Hauptgrund war auch, daß alle meinten mit denen durch die Gegend heizen zu müssen- mit den beschriebenen Folgen. Dafür lassen wir dann heute Frostaufbrüche wie sie sind und stellen lieber 100er Schilder auf. Geiz ist geil 🙄.

ich bin übrigens in meiner Anfangszeit noch mit Spikereifen gefahren, auf nem Opel Rekord 6.
Die Dinger brachten bei Eis ne ganze Menge, allerdings auch nur dort. 

Nächste Woche soll es übrigens den ersten Schnee bis in die Niederungen geben.

Zitat:

Original geschrieben von touranfaq


Also gibt es eigentlich nur zwei praktikable Möglichkeiten:
a) Im Winter auf Winterreifen wechseln und bei trockener Straße Geschwindigkeit und Abstand anpassen
b) Im Winter auf Sommerreifen bleiben und Fahrzeug bei Frost, Schnee und Eis stehen lassen (müssen)

Gute Ganzjahresreifen sind eine weitere Möglichkeit. Die werden von manchen als Kompromiss abgelehnt. Eigentlich sind wir uns aber inzwischen einig, dass jeder Reifen ein Kompromiss ist. Sommer- und Winterreifen sind leider ein schlechter Kompromiss, sobald die Wetterlage nicht mehr zum Reifentyp passt.

Mit guten Ganzjahresreifen erreicht man im Sommer nicht das Leistungsniveau der Sommerreifen-Testsieger, und im Winter nicht die Performance der Winterreifen-Testsieger. Die besseren Ganzjahresreifen finden sich meistens im Mittelfeld der jeweiligen Tests. Das ist aber nach m.E. akzeptabel.

Die Top-Ganzjahresreifen sind immer noch so gut wie die speziellen Sommer- oder Winterreifen namhafter Hersteller, auch wenn es für das Siegertreppchen nicht reicht. Autobild 09/2010: "Goodyears Ganzjahresreifen ist mit seiner überzeugenden Leistung im Schnee so gut wie viele Winterreifen." Getestet wurden 195/65 R15. Im Winterreifentest des ADAC von 2008, auch mit 195/65 R15, belegte der Goodyear Vector 4 Seasons den Platz 7, bei insgesamt 19 Testkandidaten. Die reinen Winterreifen u.a. von Michelin, Nokian, Semperit, Uniroyal und Vredestein landeten erst dahinter. Wie passt so ein Ergebnis mit der häufigen Behauptung zusammen, Ganzjahresreifen könnten mit reinen Winterreifen nicht mithalten?

Um nicht nur Autobild und Goodyear zu nennen, hier die "Autotest" aus diesem Jahr über den Hankook Optimo 4S, ebenfalls in 195/65 R15: "Ausgewogen dynamisches Allroundtalent mit kurzen Bremswegen unter allen Witterungsbedingungen, überzeugende Seitenführung auf Schnee, geringes Vorbeifahrgeräusch, niedriger Rollwiderstand." In einem weiteren Test haben ACE und GTÜ den Hankook Optimo 4S mit "sehr empfehlenswert" eingestuft.

Gute Ganzjahresreifen kommen mit fast allen Wetterlagen zurecht, und das ist ihr Vorteil gegenüber reinen SR oder WR. Was nützen einem die überlegenen, aber eingelagerten Sommerreifen im März, wenn man ungünstigerweise mit Winterreifen auf Aquaplaning oder sonniges Frühlingswetter trifft? Schnell auf Sommerreifen wechseln? Was nützen einem dann im April bei Schneefall die tollen Winterreifen in der Garage, wenn man irrtümlich schon zu früh auf Sommerreifen gewechselt hat? Eine so deutliche Falschbereifung gibt es mit Ganzjahresreifen nicht. Rennsportmäßig gesagt, kann man sich mit guten Ganzjahresreifen bei der Reifenwahl nie völlig verzocken. Nicht für jeden, aber für viele Fahrer sind sie eine gute Alternative zum SR-WR-Wechseln.

MfG, Tazio1935

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