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Wieviel Schräglage bis man wegrutscht?

Themenstarteram 29. Juli 2015 um 12:27

Hallo,

ich fahre seit relativ kurzer Zeit Motorrad, und es macht auch Spaß und so ganz langsam kommt die Schräglage in Kurven.

Anfangs bremste ich immer vor jeder Kurve extrem ab, mittlerweile traue ich mich ganz leicht in die Schräglage...

In der Kurve fragt sich mein Kopf aber immer wie weit ich noch runter kann bis ich wegrutsche und im Graben/ in der Leitplanke ende...

Jedesmal wenn ich ein Stück Tiefer gehe, ist mein Gedankengang "Soweit sogut, so tief du gehen, aber gehen noch ein paar Grad, oder bist du dann in der Leitplanke"?

Wie habt ihr die Schräglage am Anfang "geübt"?

Und wie kriegt man diese "Angst" am besten weg?

 

In der Fahrschule hatte ich z.B. Angst vor dem Ausweichen eines Hindernisses, da ich immer befürchtete, dass meine Fußrasten am Boden schleifen würden;

Irgendwann meinte mein Fahrlehrer, dass er mir garantiert, dass ich nicht so tief komme...

Mit dieser Sicherheit konnte ich das Bike ohne "Angst" wegdrücken...

Ist also eher eine Kopfsache;

Soll ich bei der Schräglage auch einfach blind meinen Reifen vertrauen und voll in die Kurve, weil ich so oder so nicht wegrutsche (wenn man bedenkt, dass andere Fußrasten schleifen)?

Grüße

Beste Antwort im Thema
am 29. Juli 2015 um 17:40

Zitat:

@KawasakiKing schrieb am 29. Juli 2015 um 12:27:06 Uhr:

Ist also eher eine Kopfsache;

Soll ich bei der Schräglage auch einfach blind meinen Reifen vertrauen und voll in die Kurve, weil ich so oder so nicht wegrutsche (wenn man bedenkt, dass andere Fußrasten schleifen)?

Grüße

Ich rate mal, dass du sonst eher Stadtmensch bist bzw. eher Stadtverkehr und Autobahn kennst und Landstrassen eher neuland für dich sind... stimmt's?

Ich habe eine ähnliche Vergangenheit hinter mir und die Denkweise die deiner Frage zugrunde liegt kommt mir bekannt vor. Der Schlüssel ist, dass man nicht versucht die maximal mögliche Eingangsgeschwindigkeit für eine Kurve zu "treffen" - als Anfänger der nicht so Landstrassenerfahren ist, fehlt einem noch die Fähigkeit die Strassen entsprechend zu lesen - das kommt erst noch über die nächsten xx tausend km. Wenn man versucht es zu erraten kommt man schnell in die Bedruoille und man fühlt sich immer unsicher und wenn man im Kurvenlauf das Gas zumacht (weil der Kopf rebelliert) , dann wird durch die Gewichtsverlagerung auch tatsächlich alles eirig, weil das Vorderrad plötzlich mehr machen muss als es sonst müsste/als eigentlich notwendig.

Wichtig ist, aus meiner Sicht dass man

A) über den Kurvenverlauf immer das Gas leicht aufmacht und zwar ab dem Einlenkpunkt (den allein schon durch die zunehmende Schräglage wird man bei konstantem Gas sonst langsamer, liegt einfach daran, dass der Reifenumfang umso kleiner wird je mehr man von Reifenmitte zur Kante geht). Fährt man auf Zug durch die Kurve, ist mehr Gewicht hinten und das Kurvenfahren fühlt sich an wie auf Schienen. Dadurch gewinnt man Sicherheit! Zuerst muss "Throttle Control" immer stimmen, dann kommen die anderen Punkte (Blickführung, Lenkimpuls, usw, usf.)

B) dass der Kurveninnere Arm nie gestreckt ist und dass man in jeder Schräglage fähig ist durch einen leichten Lenkimpuls die Schräglage noch einen Tick zu erhöhen. Wenn man als Anfänger einfach nur schnell reinballert in die Kurve (und dann ggf. noch mit spätem Bremspunkt eh viele verschiedene Dinge koordinieren muss), dann führt das meist dazu, dass man am Einlenkpunkt das Motorrad "irgendwie" in eine Schräglage schmeißt die man sich so grad noch traut, dann aber stocksteif drauf hockt und keine Feinkontrolle mehr hat. Daher lieber etwas langsamer rein, so dass man sich immer sicher fühlt, dann gas aufmachen und in Schräglage und wenn man möglich gezielt üben wie man im Verlauf einer längeren Kurve die Schräglage nochmal leciht weiter steigert (und bei ggf. konstantem Kurvenverlauf im Gegenzug das Gas weiter öffnet damit man nicht plötzlich zu weit nach innen kommt).

Über dieses langsame rein und schnelle raus, gewinnt man auf Dauer sehr viel Selbstvertrauen und v.a. ist man immer in Kontrolle und kann sich schrittweise hochtasten an höhere Schräglagen. Dadurch kommt mit der Zeit "automatisch" auch das schnellere reinfahren in der Kurve (zusammen mit der Erfahrung beim lesen des Kurvenverlaufs). Es ist auch deutlich weniger riskant bzw. man ist seltener in der Lage sich zu überfordern bzw. in Sekundenbruchteilen auf zu viele Dinge auf einmal zu achten. Später fällt das leichter, weil viele Dinge zum automatismus werden und keine bzw. kaum Aufmerksamkeit aufbrauchen. Als Anfänger aber erfordern viele Dinge einen bewussten Umgang / Aufmerksamkeit und daher kann man einfach nicht immer soviele Dinge in so kurzer Abfolge richtig machen wie ein erfahrener Fahrer.

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Zitat:

@Sentenced7 schrieb am 28. Mai 2018 um 12:33:25 Uhr:

Ich hab ja nicht behauptet, daß man ohne Lenkimpuls überhaupt nicht durch eine Biegung kommt. Mit Motorradfahren hat das aber nichts zu tun.

Grunsätzlich lenkt aber jeder (!) mit Lenkimpuls. Zwangsläufig. Auch wenn das unser schweizer Hobbyrennfahrer von der Race-Academy nicht einsehen will. Und ich halte es auch für ein übles Gerücht, daß er schnelle Richtungswechsel auf der Rennstrecke (also bspw. von extremer Linkskurve, umgelegt auf extreme Rechtskurve) rein mit Gewichtsverlagerung und Spielereien am Gasgriff macht. Kann nicht funktionieren. Egal was er hier noch zu dieser Thematik schreibt!

Ist ok, ich klinke mich dann hier aus, da ich mich nicht gerne mit Theoretikern unterhalte, die Artikel aus Google reinkopieren ohne was zu hinterfragen... ;)

Aber schau dir mal an, wie ein MotoGP-Fahrer eine schnelle Schikane fährt. Klar hält er sich am Lenker, aber der Impuls, das Motorrad umzulegen kommt aus der Hüfte/Hintern, Stichwort pre-positioning. Das heisst ERST: wechselt der Hintern die Seite auf dem Motorrad, DANN erst folgt das Motorrad und wechselt die Richtung.

Hier sehr gut zu sehen:

Valentino Rossi BritishGP

Wie erwähnt: Gemütliches Fahren auf der Strasse ist ein Ding. Da funktioniert der Lenkimpuls, ja - habe ich aber auch nirgends bestritten. Beim sehr zügigen Fahren oder auf der Rennstrecke ist es aber keine gute Idee.

Und in diesem TE geht es ja um Maximal mögliche Schräglage und die entsprechende Fahrtechnik. Das heisst wir reden hier von 50° und mehr. Und das erreichst über lenken am Lenker eben nicht, bzw. wirst du unweigerlich früher oder später stürzen...

Und jetzt bin ich raus...

Hey, das musste ja Zoff geben, weil die Frage nicht zu beantworten ist. Wieviel Schräglage, bis man wegrutscht?

Das hängt immer davon ab...

Zitat:

@Ale Petacchi schrieb am 28. Mai 2018 um 15:26:52 Uhr:

 

Ist ok, ich klinke mich dann hier aus, da ich mich nicht gerne mit Theoretikern unterhalte, die Artikel aus Google reinkopieren ohne was zu hinterfragen... ;)

Aber schau dir mal an, wie ein MotoGP-Fahrer eine schnelle Schikane fährt. Klar hält er sich am Lenker, aber der Impuls, das Motorrad umzulegen kommt aus der Hüfte/Hintern, Stichwort pre-positioning. Das heisst ERST: wechselt der Hintern die Seite auf dem Motorrad, DANN erst folgt das Motorrad und wechselt die Richtung.

Hier sehr gut zu sehen:

Valentino Rossi BritishGP

Wie erwähnt: Gemütliches Fahren auf der Strasse ist ein Ding. Da funktioniert der Lenkimpuls, ja - habe ich aber auch nirgends bestritten. Beim sehr zügigen Fahren oder auf der Rennstrecke ist es aber keine gute Idee.

Und in diesem TE geht es ja um Maximal mögliche Schräglage und die entsprechende Fahrtechnik. Das heisst wir reden hier von 50° und mehr. Und das erreichst über lenken am Lenker eben nicht, bzw. wirst du unweigerlich früher oder später stürzen...

Und jetzt bin ich raus...

Wir müssen auch gar nicht großartig weiterdiskutieren.

Ich fahr lang genug um nicht nur Theoretiker zu sein und wer dies anhand eines von mir eingestellten Links denkt, hat wohl zuviel Höhenluft geschnuppert.

Dein Pre-Positioning kannst du dir für die Rennstrecke aufheben. Alternativ kannst du ja mal googlen, was bei diesem "Stichwort" gefunden wird...ich hab nicht viel darüber gefunden. Der Arsch ist bei dieser Fahrweise zwar schon vor der Kurve an der richtigen Stelle um Zeit zu sparen, trotzdem kommst du ohne Zug/Druck am Lenker bevor die Karre in die nächste Kurve kippt nicht aus. Aber das verstehst du offensichtlich nicht. Du kannst ja mal deine Kameraden in der Race-Academy zu der Thematik befragen.

Ist im Prinzip aber auch scheißegal. Sind ja nicht alles Rennstreckenhelden hier.

Dieser Thread ist übrigens von 2015 und es ging damals um die Schräglage, aber der man wegrutscht. Reaktiviert wurde der Thread aber im Mai 2018 mit folgender Frage "Zusätzlich zu korrektem Blick, korrekter Geschwindigkeit, korrekter Fahrlinie etc. hätte ich noch eine Frage an euch Erfahrene:

Kuppelt ihr aus in der Kurve oder wie macht ihr es?".

Und nur darauf bezogen sich in erster Linie meine Antworten bisher. Hier gehts also um Grundlagen. Die muss man nicht hinterfragen. Informationen über den Lenkimpuls findet man in jeder fachspezifischen Lektüre. Da wird kaum einer beim anderen abschreiben.

Zur Frage Lenkimpuls - es geht nicht ohne.

Die Frage ist nur, ob man den Lenkimpuls allein über den Lenker setzt, diesen Lenkimpuls durch Gewichtsverlagerung unterstützt oder den Lenkimpuls beim freihändigen Fahren über eine Körpergewichtsverlagerung setzt

Man kann die Frage nicht mit Ja/Nein beantworten. Es geht physikalische definitiv ohne Lenkimpuls. Aber nicht sehr dynamisch. Schnelle Wechsel sind damit nicht möglich. Diese sind aber auch nicht nur mit Lenkimpuls möglich.

Warum geht es ohne Lenkimpuls?

Die Kreiselkräfte sorgen erst einmal dazu, dass das Vorderrad seine Ausrichtung beibehält. Der Lenkimpuls sorgt dafür, dass das Rad "wegkippt" und so wird die Kurvenfahrt eingeleitet. Soweit der Punkt, dass ein Lenkimpuls notwendig bzw. förderlich ist.

Ohne geht es zumindest theoretisch auch:

Durch eine leichte Gewichtsverlagerung kippt das Motorrad (langsam) und damit auch das rotierende Vorderrad. Dieses reagiert darauf durch die Corioliskraft mit einer Auslenkung. Ist allerdings schwer zu dosieren und ich würde das nicht ausprobieren und dabei den Lenker loslassen. Ob man nur damit für den Strassenverkehr brauchbare Kurvenlinien hinbekommt lasse ich mal dahingestellt.

Was mir am WE zum ersten mal aufgefallen ist:

ich schau eher selten Motorradrennen im Fernsehen an, aber am WE, so beim rumzappen - wie auch immer. Auf jeden Fall stellen einige Fahrer ihren kurveninneren Fuß so Supermoto mäßig vor der Kurve raus. In der Kurve ist die Haxe dann wieder auf der Raste. Neue Mode oder ein Trend, der bislang völlig an mir vorbei gegangen ist? Bei der Moto GP übrigens nicht, nur bei den Superbikes

:D Mehr dürfte kaum noch gehen

Marquez

Gegen Ende kommt auch noch eine Grafik wo ein Überblck gezeigt wird was so geht.

Wobei es natürlich dabei auf optimale Bedingungen ankommt.

Minimaler Gripverlust aus welchen Grunden auch immer und die Schräglage geht bis 90 Grad.

Moin!

Dann eher das hier: https://www.youtube.com/watch?v=J73XRDGPcpE (Lean Angle)

Und zum Thema "Rausgestrecktes Bein": https://www.youtube.com/watch?v=USujbKNGDJw&t=147s (The Leg Dangle EXPLAINED - Why do Moto GP racers wave their leg when going into corners?)

Geht schon, ulkiger Weise aber nur auf Eis :)

https://www.youtube.com/watch?v=6oPvdOaNRkQ

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