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Welches Öl bei meiner Kawasaki Ninja ZX6R

Themenstarteram 30. März 2008 um 19:38

Hallo ,

da ich demnächst meine erste größere Motorradtour nach Südtirol vor habe habe ich eine frage dir mir etwas sorgen bereitet!

Ich habe vor ein paar Tagen einen Ölwechsel gemacht und das Castrol RS 4T SAE 10W - 50 API SJ JASO MA Vollsynthetisch verwendet jetzt zu meiner frage verträgt mein Motorrad (Kawasaki Ninja Bj 99 Modell G1 ) das Öl überhaupt.

und was bedeuten die Kürzel

Vielen Dank

Gruß Robert

Beste Antwort im Thema

Schade... ich dachte, ich lern jetzt was zur JASO :D

 

Die JASO spezifiziert letztendlich in der T903 (die nennt sich nämlich nicht MA oder MB *fg*) auch nur "übliche" Ölnormen (API/ACEA) weitergehend bzgl. der Anforderungen von Bikemotoren, da diese z.B. durch den gemeinsamen Ölhaushalt Motor/Getriebe, typische Öltemperatur usw. andere Anforderungen als ein Auto an das Öl stellen.

Für 4 Takt Motoren wird verlangt:

- API SE, SF, SG, SH oder SJ bzw. ACEA A1, A2 oder A3

- ergänzend: hohe Viskositätsstabilität bei hohen Temperaturen und Schergefälle (HTHS Viskosität), hohe Verdampfungsstabilität, hohe Scherstabilität

- MA (hoch) bzw. MB (niedrig) definiert den Reibwert, das betrifft in erster Linie die Kupplung.

- es gibt noch weitere Punkte, wie z.B. den Sulfatascheanteil, Ölschäumung usw, aber das spar ich mir jetzt mal...

 

Eine Jaso T903 sagt uns also nur grundsätzlich, dass dieses Öl für Bikes geeignet ist - mitnichten aber jedes T903 spezifizierte Öl für jedes Bike ;)

Wären also die Fragen... welche Viskosität... welche Ölbasis.

 

Die zulässigen Viskositätsklassen gibt idR der Hersteller an - wobei die sinnige Wahl vom Einsatz abhängt, der  Hersteller  meint nämlich mit  mehreren Angaben nicht "is wurscht"!

Grundlegend sollte die Spreizung möglichst eng sein... der erste Wert (kalt) ist das Grundöl, der zweite (heiss) additiviert... mit zunehmendem Verschleiß nähert sich der Heisswert immer mehr dem Grundöl... womit wir bei Powerplay zu dünnes Öl haben. Ist die Spreizung sehr weit... verschleisst das Öl im Prinzip schneller.... man sollte also früher wechseln.

Oder einfach gesagt: Man überlege, welche Betriebsbedingungen, welche Aussentemperaturen vorherrschen werden und welchen Motor hab ich... arschkalt und Kurzstrecken: Kaltwert niedrig, hoher Heisswert unnötig... so als Beispiel.

Tour in Südtirol die nächste Zeit...

- könnt kalt werden... 10Wx kann günstig sein, wär im Hochsommer Quark, viele Kaltstarts unwahrscheinlich dazu... muss also nicht, weniger auf keinen Fall.

- Höhenmeter... Motor läuft magerer (Gaser auf jeden Fall)... heisser... xW50 also ideal.

- lange Strecken, hohe Anforderung... xW50 wieder gut.

etc.

Unter 10W ist bei Bikes idR eh Unsinn... superdünne Suppen würde ich meiden, idHS nicht mal wegen der Kupplung...

Das mal als grober Ansatz zur Viskosität ;)

 

Mineralisch, teil oder vollsynthetisch?

Genau dazu sagt uns die MA/MB rein gar nix - die kann das eine wie das andere Öl erfüllen. Nebenbei gesagt, wurde zwischenzeitlich die MA2 spezifiziert.. weil eben nicht jede Kupplung/Bike mit der MA glücklich ist (die MB kann man eh vergessen, das passt evtl. für trockene Kupplungen).

Leider schade lassen sich dazu die Hersteller kaum aus (zumindest nicht offensichtlich), bleibt nur Erfahrung und Logik. Bleiben wir bei der Kupplung... da ist die Krux oft nicht die "Schmierfähigkeit", sondern die verwendeten Bindemittel der Reibbeläge - ich sags mal trivial... manche Syntheseprodukte halten diese für Schmutz... lösen sie an... und dann rutschts, bildhaft gesagt. Pappt auf den Belägen schon der Schmodder von Jahren... machen die Synthies gerne ihren Job... lösen diesen an.. und es rutscht wieder. Meister Propper ich bin ein Poliermittel blitzsauberwasch Öle können also ein zweischneidiges Schwert sein.

Nebenbei raten sogar Ölhersteller bei einigen Modellen z.B. von Esther ab... z.B. wegen der Nockenwellen, aber das spar ich mir jetzt auch... ging ja um MA/MB, mithin um die Kupplung.

Kurzum... gerade ältere Kawas sind keine (Voll)Synthesefans, zumindest nicht von jeder Brühe. Ich würde auch davon abraten, die gewohnte Basis zu wechseln... hat sich was bewährt... lasst es dabei... und denkt dran: Öl muss nicht nur schmieren, jeder Motor wurde in vielen Punkten auf ein Öl hin mitkonstruiert und dünner ist nicht immer besser.

 

So... habe ich jetzt alle verwirrt? :D *spass*

War natürlich nur ein kurzer Anriss - Fragen? Fragen!

 

Ich pers. komme bei Kawas mit Fuchs, Bel Ray und Castrol gut klar. Castrol ist so ne Sache... weil die ident. Bezeichnungen oft völlig verschiedene Öle unterschiedlicher Epochen gemein haben... so auch das RS4T... dessen teilsynth. Vorgänger war sehr "kawakompatibel".

Muss alles auch nicht teuer sein... Racing Dynamic von Polo ist z.B. von Fuchs - alle denkbaren Formulierungen im Angebot, füll ich rel. oft ein und bin bisher absolut zufrieden.

Eine spezielle Empfehlung hängt immer von den spezifischen Fahrgewohnheiten und dem Motor ab - wer pauschal eine Ansage macht... ist imho (!) kein so prickelnder Ratgeber.

 

Klingt zwar OT... möcht ich aber nicht auslassen:

Baut euch ein Ölthermometer ans Bike - beste Investition wo gibt :D ;)

 

 

EDIT

Ach Du Sch*** ... is ja mal wieder ein Roman geworden.. sorry :)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Moin,

da es ein Motorradöl ist (JASO MA), sollte es keine Probleme geben. Wenn die Viskosität/Fließfähigkeit (10W-50) im Rahmen der Herstellervorgabe ist, gibts da auch kein Problem. Was steht denn in Deinem HAndbuch, was schreibt Kawa vor? Meist nur die Viskosität und eine API Klasse. Bei 99er Baujahr denke ich mal API SG.

Summasummarum dürfte es mit dem Öl keine Probleme geben. Und wenn jetzt wieder einige "NEIN!! Bloss kein vollsynthetisches Öl in den Motor" schreien, sollte die sich mal schlau machen über die JASO MA.

Uiii :) .. dann erzähl mir mal was von der Jaso MA... da bin ich echt gespannt *g*

 

@robert

Es gibt rel. wenig vollsynth Öle, die ich pers. verwenden würde... das RS4T sollte keine Probleme in deinem Bike machen, die Viskosität ist für deinen "Tourenplan" ideal und die Spezifikation ok. Ich möcht mir jetzt erst die Erläuterungen zur Jaso anhören.. dann sag ich da noch was dazu ;)

 

Die Kürzel:

10W50 > Viskositätsbereich kalt/warm des Öls. Man könnte vulgo sagen, das Öl verhält sich kalt wie ein 10er Öl und heiss wie ein 50er.

API SJ > Spezifikation des American Petroleum Institut. SJ basiert auf SG (Schutz gegen Schwarzschlamm und Oxidation sowie Verbesserung des Verschleißverhaltens) und hat eine erhöhte Anforderung an Verdampfungsverlust, Filtrierbarkeit, Schaumverhalten und Schlammbildung. Da die API Klassen quasi abwärtskompatibel sind, kann problemlos ein "höherwertigeres" Öl als gefordert verwendet werden - Hersteller geben idR eine Mindestanforderung an (die hier übertroffen wird).

Jaso MA > Japan Automobile Standards Organisation - diese hat 1999 Normen speziell für Motorräder festgelegt. Für 4 Takter die MA und MB (zwischenzeitlich noch die MA2), diese enthalten einige generelle Anforderungen, MA hat einen hohen Reibwert, MB einen niedrigeren.

Dazu dann gleich noch mehr...

 

 

Themenstarteram 31. März 2008 um 17:58

Hallo vielen Dank jetzt bin ich wieder um einiges schlauer jetzt schaue ich noch schnell in mein Handbuch könnt ihr mir vielleicht noch ein Öl besonders empfehlen für den nächsten Ölwechsel

Gruß Robert

Schade... ich dachte, ich lern jetzt was zur JASO :D

 

Die JASO spezifiziert letztendlich in der T903 (die nennt sich nämlich nicht MA oder MB *fg*) auch nur "übliche" Ölnormen (API/ACEA) weitergehend bzgl. der Anforderungen von Bikemotoren, da diese z.B. durch den gemeinsamen Ölhaushalt Motor/Getriebe, typische Öltemperatur usw. andere Anforderungen als ein Auto an das Öl stellen.

Für 4 Takt Motoren wird verlangt:

- API SE, SF, SG, SH oder SJ bzw. ACEA A1, A2 oder A3

- ergänzend: hohe Viskositätsstabilität bei hohen Temperaturen und Schergefälle (HTHS Viskosität), hohe Verdampfungsstabilität, hohe Scherstabilität

- MA (hoch) bzw. MB (niedrig) definiert den Reibwert, das betrifft in erster Linie die Kupplung.

- es gibt noch weitere Punkte, wie z.B. den Sulfatascheanteil, Ölschäumung usw, aber das spar ich mir jetzt mal...

 

Eine Jaso T903 sagt uns also nur grundsätzlich, dass dieses Öl für Bikes geeignet ist - mitnichten aber jedes T903 spezifizierte Öl für jedes Bike ;)

Wären also die Fragen... welche Viskosität... welche Ölbasis.

 

Die zulässigen Viskositätsklassen gibt idR der Hersteller an - wobei die sinnige Wahl vom Einsatz abhängt, der  Hersteller  meint nämlich mit  mehreren Angaben nicht "is wurscht"!

Grundlegend sollte die Spreizung möglichst eng sein... der erste Wert (kalt) ist das Grundöl, der zweite (heiss) additiviert... mit zunehmendem Verschleiß nähert sich der Heisswert immer mehr dem Grundöl... womit wir bei Powerplay zu dünnes Öl haben. Ist die Spreizung sehr weit... verschleisst das Öl im Prinzip schneller.... man sollte also früher wechseln.

Oder einfach gesagt: Man überlege, welche Betriebsbedingungen, welche Aussentemperaturen vorherrschen werden und welchen Motor hab ich... arschkalt und Kurzstrecken: Kaltwert niedrig, hoher Heisswert unnötig... so als Beispiel.

Tour in Südtirol die nächste Zeit...

- könnt kalt werden... 10Wx kann günstig sein, wär im Hochsommer Quark, viele Kaltstarts unwahrscheinlich dazu... muss also nicht, weniger auf keinen Fall.

- Höhenmeter... Motor läuft magerer (Gaser auf jeden Fall)... heisser... xW50 also ideal.

- lange Strecken, hohe Anforderung... xW50 wieder gut.

etc.

Unter 10W ist bei Bikes idR eh Unsinn... superdünne Suppen würde ich meiden, idHS nicht mal wegen der Kupplung...

Das mal als grober Ansatz zur Viskosität ;)

 

Mineralisch, teil oder vollsynthetisch?

Genau dazu sagt uns die MA/MB rein gar nix - die kann das eine wie das andere Öl erfüllen. Nebenbei gesagt, wurde zwischenzeitlich die MA2 spezifiziert.. weil eben nicht jede Kupplung/Bike mit der MA glücklich ist (die MB kann man eh vergessen, das passt evtl. für trockene Kupplungen).

Leider schade lassen sich dazu die Hersteller kaum aus (zumindest nicht offensichtlich), bleibt nur Erfahrung und Logik. Bleiben wir bei der Kupplung... da ist die Krux oft nicht die "Schmierfähigkeit", sondern die verwendeten Bindemittel der Reibbeläge - ich sags mal trivial... manche Syntheseprodukte halten diese für Schmutz... lösen sie an... und dann rutschts, bildhaft gesagt. Pappt auf den Belägen schon der Schmodder von Jahren... machen die Synthies gerne ihren Job... lösen diesen an.. und es rutscht wieder. Meister Propper ich bin ein Poliermittel blitzsauberwasch Öle können also ein zweischneidiges Schwert sein.

Nebenbei raten sogar Ölhersteller bei einigen Modellen z.B. von Esther ab... z.B. wegen der Nockenwellen, aber das spar ich mir jetzt auch... ging ja um MA/MB, mithin um die Kupplung.

Kurzum... gerade ältere Kawas sind keine (Voll)Synthesefans, zumindest nicht von jeder Brühe. Ich würde auch davon abraten, die gewohnte Basis zu wechseln... hat sich was bewährt... lasst es dabei... und denkt dran: Öl muss nicht nur schmieren, jeder Motor wurde in vielen Punkten auf ein Öl hin mitkonstruiert und dünner ist nicht immer besser.

 

So... habe ich jetzt alle verwirrt? :D *spass*

War natürlich nur ein kurzer Anriss - Fragen? Fragen!

 

Ich pers. komme bei Kawas mit Fuchs, Bel Ray und Castrol gut klar. Castrol ist so ne Sache... weil die ident. Bezeichnungen oft völlig verschiedene Öle unterschiedlicher Epochen gemein haben... so auch das RS4T... dessen teilsynth. Vorgänger war sehr "kawakompatibel".

Muss alles auch nicht teuer sein... Racing Dynamic von Polo ist z.B. von Fuchs - alle denkbaren Formulierungen im Angebot, füll ich rel. oft ein und bin bisher absolut zufrieden.

Eine spezielle Empfehlung hängt immer von den spezifischen Fahrgewohnheiten und dem Motor ab - wer pauschal eine Ansage macht... ist imho (!) kein so prickelnder Ratgeber.

 

Klingt zwar OT... möcht ich aber nicht auslassen:

Baut euch ein Ölthermometer ans Bike - beste Investition wo gibt :D ;)

 

 

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Ach Du Sch*** ... is ja mal wieder ein Roman geworden.. sorry :)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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