W-/S-Schalter - Automatik - Alle Nutzen-Faktoren?

Mercedes E-Klasse W210

Mahlzeit,

bin ja noch relativ frisch im W210, daher arbeite ich mich erst langsam in die Tiefen der Funktionen des Fahrzeuges vor. Und da ich nun in den ersten W210-Winter gehe, habe ich ne kurze Frage zum W- / S-Schalter bei meiner Automatik:

Wie ich das verstanden habe, fährt der Wagen auf W-Stellung im 2. Gang an, um so den Schlupf im Winter bei rutschigen Verhältnissen beim Anfahren zu verringern. So weit so gut, ist ja auch ganz sinnvoll und logisch.

An die erfahrenen W210-Fahrer: Hat diese Stellung sonst noch Vorteile? (Oder auch Nachteile?) Ist es auf lange Sicht gesehen sinnvoll, auch im Trockenen / im Sommer auf "W" zu fahren? Kann man z.B. dadurch die Haltbarkeit des Getriebes verlängern (meine Laienlogik sagt: Wenn er im 2. anfährt, dann schaltet er einmal weniger, also wird das Getriebe beim Anfahren einmal weniger beansprucht)? Kann man dadurch benzinsparender fahren? (auch das sagt mir meine Laienlogik, ich bin allerdings motortechnisch ein vollkommener Trottel)

Wollte euch da mal nach euren Erfahrungen fragen, ich brauche keinen Ampelsprinter (ist der 240 sowieso nicht), sollen die Golfs und Astras und Polos doch durchstarten und am Ende vor mir sein... Ich will meinen Wagen entspannt fahren und möglichst schonend, dass ich lang was davon hab... Und wenn mir da so ne "Kleinigkeit" was bringt, umso besser!

VG
Alex

Beste Antwort im Thema

... vielleicht versöhnt ein Blick in die nachfolgenden Abhandlungen:

Automatische Getriebe 722.6, Reparatur: Beanstandung, Ursache, Abhilfe:
http://www.motor-talk.de/faq/mercedes-e-klasse-w210-q89.html#Q3813521

Automatische Getriebe 722.6, Funktionsbeschreibung:
http://www.motor-talk.de/faq/mercedes-e-klasse-w210-q89.html#Q3222105

Oftmals sind verschliessene Freiläufe und Kupplungen die Ursache für harte Schaltungen ...

Leseprobe für gemütliche Stunden bei "Schmuddelwetter":

Angesteuert werden die Gänge elektronisch/hydraulisch. Geschaltet werden die Gänge durch entsprechende Kombination von drei Lamellenbremsen, drei Lamellenkupplungen und zwei Freiläufen.

Lamellenkupplung
• Aufgabe:
Planetensatz verblocken, indem zwei Teile durch die Lamellenkupplungmiteinander verbunden werden.
• Funktion:
Wird der Kolben mit Öldruck beaufschlagt, drückt dieser das Lamellenpaket zusammen. Über den Außenlamellenträger und den Innenlamellenträger wird das Sonnenrad mit dem Planetenträger verbunden. Damit ist der Planetensatz verblockt und dreht als geschlossene Einheit.

Lamellenbremse
• Aufgabe:
Ein Teil vom Planetensatz zum Getriebegehäuse abstützen, dadurch eine Übersetzung im Planetensatz ermöglichen.
• Funktion:
Der Außenlamellenträger ist mit dem Getriebegehäuse und der Innenlamellenträger mit dem Sonnenrad verbunden. Wird der Kolben mit Öldruck beaufschlagt, drückt dieser das Lamellenpaket zusammen und hält das Sonnenrad fest. Die Planetenräder wälzen sich auf dem Sonnenrad ab und der Planetenträger dreht sich mit der Übersetzung ins Langsame.

Freilauf
• Aufgabe:
Optimierung einzelner Schaltungen. Verblocken eines Planetensatzes oder Abstützen gegen das Getriebegehäuse in einer Drehrichtung.
• Aufbau:
Der Freilauf besteht aus einem Außenring, einem Innenring, einer Anzahl Klemmkörper und einem Klemmkörperkäfig.
• Funktion:
Durch die besondere Kontur der Klemmkörper nehmen diese in Freilauffunktion eine Schrägstellung ein, wenn der Innenring feststeht und der Außenring sich in Drehrichtung bewegt. Der Außenring gleitet dann mit geringem Widerstand über die Klemmkörper. Ändert sich die Drehrichtung vom Außenring, stellen sich die Klemmkörper in Sperrfunktion auf und verbinden so Außen- und Innenring miteinander.

LG, Walter

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Zitat:

Original geschrieben von WalterE200-97


Im frühen Produktionsverlauf der Baureihe 211 wurde die Wandlerüberbrückungskupplung im AG NAG2 722.9 optimiert ...

... wem ist es aufgefallen? Es hat sich ein Fehler eingeschlichen, es muss heissen:

Im frühen Produktionsverlauf der Baureihe 211 wurde die Wandlerüberbrückungskupplung im AG NAG1 722.6 optimiert ...

und ergänzend:

Zitat:

Original geschrieben von WalterE200-97


Dieses heute nicht mehr vorgeschriebene ATF befindet sich in euren 722.6-Automatik-Getrieben, sofern noch kein Getriebeölwechsel bzw. Getriebeölspülung durchgeführt wurde ...

... und der letzte Austausch des Getriebeöls etwa vor Juni 2010 erfolgte bzw. auch nach diesem Datum Getriebeöl nach MB-Blatt 236.10 wieder eingefüllt wurde, obwohl ATF 4134 nach MB-Blatt 236.14 vorgeschrieben wird.

LG, Walter

Hallo Walter, ich finde es einfach klasse, wie Du uns "Laien" Dein Fachwissen zur Verfügung stellst!!!!!!!
Auch Dein Beitrag vom19. März 2011 um 08:21:00 Uhr ist mehr als nur hilfreich... dankeschön..🙂🙂.
Gruß 3,2 l....

Ich wollte jetzt für die Frage nicht extra ein neues Thema aufmachen... Ist Dauerbetrieb in "W" jetzt "schädlich", oder nicht?

Liegt an der Fahrweise,ansonsten-Nein! Du fährst immer im 2ten gang an. Bei ruhiger art des fahrens ist alles ok

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Ich habe in W einen leicht höheren Spritverbrauch (320er Benziner).

Außer dem geringeren Drehmoment beim Anfahren (z.B. wenn es glatt ist) habe ich keine Vorteile feststellen können.

Darum fahre ich 99% mit S.

Auf W schalte ich nur im Stau oder super dichtem Stadtverkehr.

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