Versicherungssuche, praktische Frage
Hallo, bin auf der Suche nach einer vernüftigen Versicherung für einen neuen GLK (Lieferung vermutlich Anfang September). Fahrzeug: GLK 220 4Matic BlueEfficiency. Jetzt stolpere ich bei den Tarifrechnern über die TSN. Meist kann man 2 x das gleiche Fahrzeug auswählen und erhält TSN: BFI oder TSN: BLC. Was ist richtig bzw. der Unterschied.
In einem alten Beitrag ist die TSN: BFI genannt aber was ist dann TSN: BLC?
Danke für eure Antwort.
Gruss
DonanD D
Beste Antwort im Thema
Lieber Johannes,
nicht falsch verstehen, ich zweifle nicht generell die Kompetenz der kleinen und mittelständischen Makler an. Viele davon sind aber doch bei näherem Hinsehen Mehrfachagenten mit entsprechend beschränkten Möglichkeiten.
Zitat:
Original geschrieben von irreraudifreak
Ich habe ein Vergleichsprogramm, welches von fast allen Versicherern zur Marktübersicht genutzt wird.
Klar bekomme ich eine laufende Courtage von den Versicherern, jedoch habe ich ca. 40 Versicherer, mit denen ich zusammenarbeite.
Die bekannteste Vergleichssoftware am Markt, NAFI, berücksichtigt derzeit 494 Tarife von 86 Versicherern. Ich denke, das bestätigt meine These zum Thema vollständiger (!) Marktüberblick.
Zitat:
Original geschrieben von irreraudifreak
Solche Dinge wie z. B. Werkstattbindung verkaufe ich grundsätzlich nicht.
In dieser Absolutheit würde ich das nicht unterschreiben. Wenn ein preissensibler Kunde es will und sich klar darüber ist, was er da tut, warum nicht? Außerdem: In den Werkstattnetzen sind immer mehr Markenwerkstätten. Und wenn meine Stamm-Werkstatt drin ist und ich ohnehin dort reparieren lassen würde, warum soll ich dann nicht einen günstigeren Tarif nehmen? Viele Werkstattbindungstarife bieten im Kasko-Schadenfall auch einen kostenfreien Ersatzwagen, den ich nur in der Partnerwerkstatt bekomme. (Hinweis für diejenigen, die sich damit nicht so auskennen: Werkstattbindungstarife gibt es nur in der Kaskoversicherung. Im Haftpflicht-Schadenfall kann ich dem Unfallgegner in der Regel nicht vorschreiben, in welche Werkstatt er zu gehen hat.)
Zitat:
Original geschrieben von irreraudifreak
Im Schadenfall bei einem komplizierten Schadenfall möchte ich mal die "Versicherungsxperten" sehen, die mit einer Onlineversicherung eine 75%-Schuldfrage zu einem vernünftigen Abschluss bringen.
Im Kasko-Schadenfall ist mir die Verschuldensfrage (abgesehen von der Quotelung bei grober Fahrlässigkeit) egal, und hinsichtlich der Haftpflichtversicherung hat in erster Linie mein Unfallgegner ein Problem, wenn meine Versicherung nicht anständig arbeitet. Der hat dann hoffentlich einen fähigen Anwalt. Ich weiß, das ist provozierend formuliert, und ich will damit auch nicht der Direktversicherung das Wort reden. Was einem bei einem Versicherer passieren kann, der in finanzielle Schwierigkeiten gerät, haben die Fälle INEAS und Admiral ja nun deutlich gezeigt.
Der Deckungsumfang in der Haftpflichtversicherung ist mehr oder weniger durch gesetzliche Vorgaben bestimmt. Das spannendere Kapitel ist die Kaskoversicherung, und da ist ein Preis-Leistungsvergleich per Bedingungsanalyse in der Tat hilfreich. Kundenorienierung und Regulierungspraxis des Versicherers lernt man dann in der täglichen Schadenpraxis kennen und kann dieses Wissen in die Beratung einfließen lassen.
Liebe Grüße
"railpixel" Werner
20 Antworten
Moin Moin,
ich bin hier im Forum, da mit 90% mein nächstes Fahrzeug ein GLK 350 CDI werden soll.
Nach 23 Jahren Audi und VW werde ich nun von VW zu dem Herstellerwechsel gezwungen, über einen Konzernwechsel nachzudenken.
Mein Phaeton stand in den letzen 15 Monaten 17 Mal in der Werkstatt.
Ich bin Versicherungsmakler und bin über die Diskussion gefallen, dass kleine und mittleren Versicherungsmaklern der Überblick in der KFZ - Versicherung fehlen soll.
Ich habe ein Vergleichsprogramm, welches von fast allen Versicherern zur Marktübersicht genutzt wird.
Klar bekomme ich eine laufende Courtage von den Versicherern, jedoch habe ich ca. 40 Versicherer, mit denen ich zusammenarbeite.
Ich habe bereits einigen Kunden geholfen, die Falschangaben in ihren Versicherungsunterlagen beim Onlineabschluss aus Unwissenheit eingeschlossen haben.
Ich mache Bedingungsanalysen, um herauszufinden, wo ich ein annehmbares Preis- / Leistungsverhältnisses für meinen Beitrag erhalte.
Solche Dinge wie z. B. Werkstattbindung verkaufe ich grundsätzlich nicht.
Mir geht es ausschließlich um die Deckungsinhalte, damit im Schadenfall dem Kunden möglichst viele Zusatzleistungen zur Verfügung stehen.
Ich musste 3 Jahre den Beruf des Versicherungskaufmanns erlernen und bin seit 1987 im Geschäft.
Im Schadenfall bei einem komplizierten Schadenfall möchte ich mal die "Versicherungsxperten" sehen, die mit einer Onlineversicherung eine 75%-Schuldfrage zu einem vernünftigen Abschluss bringen.
Ich kann sehr wohl die kleinen und mittleren Versicherungsmakler empfehlen, insofern diese ein vernünftiges KFZ - Vergleichsprogramm zur Marktübersicht benutzen.
Viele Grüße
Johannes
Lieber Johannes,
nicht falsch verstehen, ich zweifle nicht generell die Kompetenz der kleinen und mittelständischen Makler an. Viele davon sind aber doch bei näherem Hinsehen Mehrfachagenten mit entsprechend beschränkten Möglichkeiten.
Zitat:
Original geschrieben von irreraudifreak
Ich habe ein Vergleichsprogramm, welches von fast allen Versicherern zur Marktübersicht genutzt wird.
Klar bekomme ich eine laufende Courtage von den Versicherern, jedoch habe ich ca. 40 Versicherer, mit denen ich zusammenarbeite.
Die bekannteste Vergleichssoftware am Markt, NAFI, berücksichtigt derzeit 494 Tarife von 86 Versicherern. Ich denke, das bestätigt meine These zum Thema vollständiger (!) Marktüberblick.
Zitat:
Original geschrieben von irreraudifreak
Solche Dinge wie z. B. Werkstattbindung verkaufe ich grundsätzlich nicht.
In dieser Absolutheit würde ich das nicht unterschreiben. Wenn ein preissensibler Kunde es will und sich klar darüber ist, was er da tut, warum nicht? Außerdem: In den Werkstattnetzen sind immer mehr Markenwerkstätten. Und wenn meine Stamm-Werkstatt drin ist und ich ohnehin dort reparieren lassen würde, warum soll ich dann nicht einen günstigeren Tarif nehmen? Viele Werkstattbindungstarife bieten im Kasko-Schadenfall auch einen kostenfreien Ersatzwagen, den ich nur in der Partnerwerkstatt bekomme. (Hinweis für diejenigen, die sich damit nicht so auskennen: Werkstattbindungstarife gibt es nur in der Kaskoversicherung. Im Haftpflicht-Schadenfall kann ich dem Unfallgegner in der Regel nicht vorschreiben, in welche Werkstatt er zu gehen hat.)
Zitat:
Original geschrieben von irreraudifreak
Im Schadenfall bei einem komplizierten Schadenfall möchte ich mal die "Versicherungsxperten" sehen, die mit einer Onlineversicherung eine 75%-Schuldfrage zu einem vernünftigen Abschluss bringen.
Im Kasko-Schadenfall ist mir die Verschuldensfrage (abgesehen von der Quotelung bei grober Fahrlässigkeit) egal, und hinsichtlich der Haftpflichtversicherung hat in erster Linie mein Unfallgegner ein Problem, wenn meine Versicherung nicht anständig arbeitet. Der hat dann hoffentlich einen fähigen Anwalt. Ich weiß, das ist provozierend formuliert, und ich will damit auch nicht der Direktversicherung das Wort reden. Was einem bei einem Versicherer passieren kann, der in finanzielle Schwierigkeiten gerät, haben die Fälle INEAS und Admiral ja nun deutlich gezeigt.
Der Deckungsumfang in der Haftpflichtversicherung ist mehr oder weniger durch gesetzliche Vorgaben bestimmt. Das spannendere Kapitel ist die Kaskoversicherung, und da ist ein Preis-Leistungsvergleich per Bedingungsanalyse in der Tat hilfreich. Kundenorienierung und Regulierungspraxis des Versicherers lernt man dann in der täglichen Schadenpraxis kennen und kann dieses Wissen in die Beratung einfließen lassen.
Liebe Grüße
"railpixel" Werner
Moin Werner,
so ganz gehe ich mit Deinen Aussagen noch nicht konform.
Die Werkstattbindung halte ich immer noch für den falschen Weg, da die meisten Reparaturbetriebe freie Werkstätten mit wenig Durchblick bei manchen Fahrzeugen sind.
Ich hatte bisher zwei Kunden, die den freiwilligen Werkstattservice genutzt haben und beide sind hereingefallen.
Fall 1 Honda Accord Sportstourer mit eingedrückter Flanke ( Türen, Holm). Die Werkstatt holt das Fahrzeug ab, stellt einen verdreckten Leihwagen vor die Tür und benötigt für den ersten Teil der Reparatur 10 Tage. Zwischendurch hat der Kudne mehrfach mit der Werkstatt telefoniert. Ihm wurde mitgeteilt, adss zweimal die falsche Tür geliefert wurde. Der Kunde erhält sein Fahrzeug wieder und stellt fest, dass sämtliche Zierleisten fehlen. Auf den Mangel angesprochen, erhält der Kunde die Mitteilung, dass die Zierleisten mehrfach bestellt wurden, jedoch dass erst kurz vor der Ausleiferung festgestellt wurde, dass die Zierleisten für das falsche Fahrzeug bestellt wurden.
Der Kunde hat nach 8 weiteren Wochen endlich die richtigen Zierleisten erhalten.
Fall 2 Hagelschaden an einem Fahrzeug gemeldet. Eine Werkstatt erhält den Zuschlag. Die Werkstatt repariert die Frontscheibe mit dem Vermerk, dass diese nicht durch den Hagelschlag zerstört wurde. Der eigentliche Hagelschaden wurde nicht weiter begutachtet, da man Smartrepair nicht berwerkstelligen könnte.
Warum lehnt die Werkstatt einen als Hagelschaden deklarierten Schaden nicht ab, wenn diese Leute keine Ahnung haben.
Achja, die Frontscheibe wurde schnellstens entsorgt, damit kein Sachverständiger mehr den Kausalzusammenhang zum Hagelschaden herstellen kann.
Ich arbeite auch seit neuestem mit dem Nafi. Hatte bisher das Trixi, jedoch waren mit hier die Abweichungen teilweise zu groß und die Traife zu spät eingestellt.
In manchen Haftpflichtschadenfällen kommt es wirklich nur auf die Formulierung an, die über eine Mitschuld oder auch nicht entscheidet.
Dem Versicherer kann es doch egal sein, wenn der Schaden mal eben mikt 50 - 50 abgewickelt werden kann.
Deshalb halte ich es nach wie vor für wichtig, eine unabhängige Person zu haben, mit der man einen Schadenfall in Ruhe besprechen kann.
Bei den Versicherern sind die Sachbearbeiter sehr stark belastet, aus diesem Grund ist man hier mittlerweile auch sehr schnell mit irgendwelchen Quoten zugange. Besonderes Augenmerk muss man walten lassen, wenn der Unfallgegner bei derselben Versicherung versichert ist.
Wie gesagt, ich achte auf die Deckungsinhalte und nicht nur auf den Preis eines Anbieters.
Dies ist meien ganz persönliche Meinung und Arbeitsweise.
Viele Grüße
Johannes
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Moin Johannes,
danke für die ausführliche Antwort. Aus der Beschwerdebearbeitung kann ich dir ähnliche Fälle aus dem WSM nennen - da sträuben sich alle Nackenhaare. Dennoch haben wir Zufriedenheitsraten von rund 90 %. Allerdings sind das weit überwiegend Kunden oder Anspruchsteller, die ohne Verpflichtung freiwillig in eine Partnerwerkstatt gegangen sind. Insgesamt sind die WSM-Fälle aber eher gering, fiktive Abrechnung wird bei weitem häufiger gemacht (und ist für den Versicherer auch billiger).
Ich denke, wir sollten es aber jetzt dabei belassen - sonst langweilen wir hier noch die Forumskollegen mit Fachsimpelei 😉. Wenn jemand hier spezielle Versicherungsfragen hat, weiß er ja jetzt, wen er fragen kann.
Ich wünsch' dir viel Vorfreude auf deinen GLK, in der Hoffnung, dass aus den 90 % bald 100 % werden.
Liebe Grüße
"railpixel" Werner
Moin Werner,
langweilen wollen wir hier jawirklich keinen, aber wir leben alle von Informationen. Aus diesem Grund sind wir ja alle hier.
Ich wünsche Dir auch noch viel Spass und defektfreie Fahrt mit Deinem GLK.
Freuen tue ich mich bereits auf September 2012, wenn mein Phaeton endlich wieder dahin gegen kann, wo er herkommt.
Bis denne
Johannes