Verbleites benzin
Hallo,
habe seit kurzem einen Willys M38 A1 erworben und wollte wissen, ob ich ihn auch mit normalbenzin fahren könnte ohne folgeschäden. ICH GLAUBE SUPER IST ZU AGGRESIV:
danke im vorraus
24 Antworten
Zitat:
Da die Zylinderköpfe bei mir aus Aluguß sind, müssen da Ventilsitze aus anderem Material sein,
Alle Aluköpfe haben Ventilsitze aus Stahl. Dein Motor verträgt also zu 99,99% problemlos bleifrei. Frag am besten mal direkt bei VW.
Den Bleiersatz gibt es normalerweise für viel Kohle an jeder grösseren Tanke. In der Schweiz sogar öfters im Supermarkt beim Kfz-Zubehör.
Zitat:
Original geschrieben von chaoschemiker
Aus dem armen Bleiatom entsteht genauso wie aus Eisen Rost entsteht sog. Bleioxid, und das wird einfach aus dem Auspuff geblasen. Vielleicht erinnern sich die Älteren noch: Früher waren die Auspuffe innen hellbraun bis hellgrau. Das waren die Bleisalze.
Hi,
um diese Bleioxide aus dem Brennraum zu entfernen, hat man sog. Scavanger (Bleiausträger) dem TEL-Fluid beigemischt (zuletzt hat man sie weggelassen, beim Bleigehalt <0,15 g/l). Das sich dadurch auch im Brennraum Ablagerungen bilden, sieht man am deutlichsten bei Flugmotoren, die mit stark verbleitem Avgas betrieben werden. Ohne Blei läuft der Motor sauberer.
Ich würde nicht solche Bleiersatz-Additive in den Motor kippen, zumal sie auch Probleme verursachen können.
Gruß
Stefan
Zitat:
Original geschrieben von Projekt X 1/4
Okay, dann erstmal besten Dank für die umfangreichen Infos, speziell an Rotherbach und Chaoschemiker. Jetzt nur noch die Frage: Welchen Bleizusatz nehme ich am besten, gibt´s da qualitative Unterschiede? Woher bekomme ich diesen Zusatz, gibt´s den an jeder Tanke oder nur by selected Dealers?
Gruß, Erik.
Das bekommst du nur an manchen Tanken, nicht an jeder. Wenn du es nicht findest, mußt du danach Fragen.
Aber Vorsicht, diese Fläschchen sehen genau so aus, wie das Scheibenwaschkonzentrat 😁 - nicht das du sowas kaufst 😉
Ich hab "Castrol TBE" - kostete das letzte mal 5,99 an einer Jet-Tankstelle.
Mein Motor (VW Luftboxer CJ) hätte es zwar nicht nötig, läuft aber damit ruhiger und etwas leiser.
Oldtimer-Markt hat das in den 80ern an einem Graugusskopf getestet.
Fazit war das man durchaus Bleifrei fahren kann wenn man die Ventileinstellintervalle verkürzt.
Aus persönlicher Erfahrung denke ich das es unbedenklich ist auch ohne Bleiersatz zu fahren.
Mein 72er Ascona 1,6 lief von 1984 bis 1989 problemlos mit Bleifreiem Sprit, das ganze mit erleichterten Ventilen und Mantzel-Nocke.
Angenehmer Nebeneffekt, die Brennräume waren sauberer.
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@Chaoschemiker: VW wird mir mit Sicherheit keine Auskunft über meinen FIAT-Motor geben können 😁. Bei FIAT brauche ich nicht nachzufragen, die haben keinerlei Unterlagen mehr, selbst die Zentrale in Frankfurt (früher Heilbronn) nicht. Wenn aber die Ventilsitze aus Stahl sind, wie Du sagst, dann dürfte es mit SuperPlus wohl keine Probleme geben und ich kann mir die Rennerei nach Blei-Ersatz schenken. Besten Dank.
Gruß, Erik.
Zitat:
Original geschrieben von Projekt X 1/4
@Chaoschemiker: VW wird mir mit Sicherheit keine Auskunft über meinen FIAT-Motor geben können 😁. Bei FIAT brauche ich nicht nachzufragen, die haben keinerlei Unterlagen mehr, selbst die Zentrale in Frankfurt (früher Heilbronn) nicht. Wenn aber die Ventilsitze aus Stahl sind, wie Du sagst, dann dürfte es mit SuperPlus wohl keine Probleme geben und ich kann mir die Rennerei nach Blei-Ersatz schenken. Besten Dank.
Gruß, Erik.
Hallo!
Warum Rennerei? Ich habe einen ganzen Karton mit Castrol-Zusatz bei ebay ersteigert. Ich meine keine 20 Euro bezahlt zu haben. Und jetzt habe ich immer ein gutes Gefühl beim Fahren, selbst wenn es ein Placeboeffekt sein sollte.
Gruß
Hans-Jürgen
BMW X5 und 3.0 CSI (72`):
http://mein.auto-treff.com/19675-1.bmw
Zitat:
Original geschrieben von h.j.fueller
Hallo!
Warum Rennerei? Ich habe einen ganzen Karton mit Castrol-Zusatz bei ebay ersteigert. Ich meine keine 20 Euro bezahlt zu haben. Und jetzt habe ich immer ein gutes Gefühl beim Fahren, selbst wenn es ein Placeboeffekt sein sollte.
Das Glück habe ich bei Ebay wohl kaum. Die nächste Tanke ist etwa 20km entfernt und ich weiß noch nicht, ob die sowas haben, müßte ich erst ermitteln. Wenn ich da drumrum komme, bin ich auch nicht böse.
Gruß, Erik.
Um die Verwirrung komplett zu machen :
Es gibt keine gesicherten Erkenntnisse über die Schutzwirkung des Bleis auf den Sitzringen.
Wurde ja von Chaoschemiker und Rotherbach erwähnt.
Das Bleitetraethyl kam als billiger,in geringen Mengen nur zusetzbarer Stoff für eine höhere Octanzahl auf dem Markt,etwa um 1923 rum.
Folge: Ventile blieben auf Grund der Ablagerungen stecken,und verbrannten.
Nächste Folge: Bromide und Chloride zugesetzt brachten das Blei in Lösung zum Auspuff raus,aber nun Korrosion an den Ventilschäften bis zum Abriss und bis in die 1980er Korrosion an den Auspuffanlagen durch die nun entstandenen Säuren eben dieser Chloride +Bromide.
Den,in den 1940ern auftauchenden korrosionsfesten CrSi-Stählen traute man nicht so recht,andere nahmen das Blei wieder raus,weil es mehr Probleme wie Vorteile brachte.
ARAL z.B. gab erst 1960 dem Sprit Blei dazu. "...aus technischen Problemen..."ESSO,SHELL seit je her.
Da wusste keiner mehr was richtig war.Da hatten die gleichen Motoren ähnliche Ausfälle,die man auf bleifrei zurückführte und dann kamen gleiche Motoren mit Schäden die nachweislich nur mit verbleitem Benzin gefahren wurden.
Man war ratlos,eigentlich hilflos.
SHELL-resarce fand gar heraus,dass ein Ventilsitzwinkel von 30 Grad alle Probleme beseitigt,andere fanden wieder was anderes.
Was ich hier für alle Bleifreizweifler sagen möchte ist:
Was machte ein FORD-fahrer in den 1950ern mit der damals durchaus üblichen Verhaltensweise nur bei einer Kraftstoffmarke von Anfang an zu bleiben und die war ARAL????
Motorschaden??? Ventile verbrannt???
Das sind doch die heutigen Oldies.Es kann nicht alle Motoren wg.bleifrei erwischt haben.
Das Thema - Blei oder bleifrei - ist erst dann tot,wenn es keinen Sprit mehr gibt!
Hi,
nein, es reicht ein Störfall in der einzigen Fabrik für TEL, die es noch gibt (in England, wahrscheinlich sogar weltweit die einzige) und die sich einer jährlich sinkenden Nachfrage gegenübersieht. Dann gibt es kein Bleibenzin mehr, was die Luftfahrt sicher mehr trifft als den Straßenverkehr.
Gruß
Stefan
@kat2 : ja,wirst recht haben,denn das Zeugs ist sehr giftig.
Man munkelt das die früheren Benzinräuber mit einer schleichenden Bleivergiftung gekämpft haben,durch das laufende Ansaugen mit dem Mund.
Weiter gibt es nicht bewiesene Gründe für die Degeneration des Römischen Reiches bis zu deren Untergang,weil die dauernd aus Zinn/Bleigefässen den Wein gesoffen haben,und auch schleichend mit Blei vergiftet wurden.
Weiter sind Edelstahlanlagen für Bleifahrer nutzlos-halten nur wenig länger.Chlor+Brom als Halogene verusachen Spannungsrisskorrosion an NIROSTA-stählen.
Genau so gut erinnere ich mich an die Diskussionen anfangs der 1970er Jahre als es hiess,das Blei wird reduziert ,und später in den 80ern,das Blei kommt ganz raus.
Wo sind bitteschön die prognostizierten kaputten Motoren gewesen???Nichts davon gehört .
Zumindest bei Alu-köpfen ist verbleites Benzin Quatsch.
Es gab nur eine Firma für Motorräder die mal kurz die Aluköpfe ohne Sitzringe fuhr - für Rennen.Vor dem 2.WK!
Alles im Allem meine ich: es lohnt nicht verbleit zu fahren.Es muss ein jeder selber wissen.