Verantwortung vs. gefährliches Spiel - Rex RS 125 auf der Autobahn
Ich möchte hier keine X-te Diskussion der Form "guter / böser Chinaböller" lostreten - davon hatten wir schon zu viele. Daher möchte ich bitten, hier keinen neuen Flamewar loszutreten.
Aber das Erlebnis, welches ich vor 1,5 Stunden auf der A17 hatte, stimmt mich schon nachdenklich, so dass ich es hier mal zur Diskussion stellen will.
Die meisten Autofahrer unter Euch werden die Situation kennen - man überholt auf der linken Spur die LKW-Schlange auf der rechten Spur - eingereiht in eine lange Schlange PKW's, die sich mit ca. 120 - 130 km/h und zu kurzen Sicherheitsabständen 'dahinquält'. Soweit so gut...
Mehr oder weniger unvermittelt zieht der erste LKW auf die linke Spur, dann der zweite, der dritte ... - während man nun wie ein Held in die Eisen steigt und betet, dass der Hintermann das auch noch packt, entlädt sich der Frust im lauten Fluch " ... scheiß Elefantenrennen ... " - doch halt, welcher 'Elefant' wird da gerade überholt? Kein überlandener tschechischer Kleintransporter mit PKW-Trailer, kein anderer LKW, nein ... was hier überholt wird ist ein Rex RS 125, der sich mit gediegenen 75 km/h (auf gerader Strecke) über die Autobahn quält - tolle Show! 🙄
Mir ist schon bewusst, dass dieses Gefährt nach geltendem Recht auf die Autobahn darf. Mir ist auch bewusst, dass man von einem 7 PS - Motörchen keine Wunder erwarten kann.
Sollte aber hier nicht wenigstens das persönliche Verantwortungsgefühl des einzelnen Fahrers greifen. Mit so einem Gerät auf die Autobahn zu gehen ist schlicht weg gefährlich - für einen selbst wie auch für andere.
Ich selbst habe noch eine über 30 Jahre alte 250er MZ, die mit ihren ca. 20 PS stabile 120 km/h läuft - selbst mit der Maschine vermeide ich die Autobahn wenn möglich, da die Reserven führ das Überholen begrenzt sind und man am Berg mit 100 bis 110 km/h schnell selber zum gefährlichen Hindernis für andere wird.
Ich kann die Leute nicht verstehen, die sich mit einer solchen 7 PS Senfte wie dem Rex Rs 125 auf die Autobahn begeben und somit für andere gefährliche Situationen hervorrufen. 😕
Ich bin mal auf eure Sichtweise gespannt.
Gruß
lz.gera
Beste Antwort im Thema
Also so ganz kann ich dem Thread da nicht zustimmen, denn ich denke der Threadtitel ist einfach total falsch.
Dass Schleicher, die langsamer fahren als LKWs auf der Autobahn nix zu suchen haben, da geb ich dir Recht. Aber dieses Verhalten auf einen bestimmten Rollertyp zu beziehen, dass finde ich falsch.
Ne Nachbarin von mir fährt auch nur maximal 70 auf der AB, schneller traut sie sich nicht. Und ich hab auch schon genug Cabriofahrer oder "Big Bike" Fahrer erlebt, die auf der AB langsamer als die LKWs waren.
Aber ich gebe meinem Vorredner recht, dass man auf sowas eben einfach gefasst sein muss, also "Notbremsungen" sollten deshalb nicht nötig werden. Wobei man zugeben muss, dass es manchen Leuten leider reichlich spät einfällt zu blinken, wenn sie die Fahrspur wechseln wollen und das kann dann natürlich schon mal zu ner kritischen Situation führen.
17 Antworten
Kurz zu den erlaubten Geschwindigkeiten für KFZ (z.B. LKW).
Außerhalb von Ortschaften wenn über 7,5 Tonnen 60 km/H (§ 3 StVO)
Auf Autobahnen wenn über 3,5 Tonnen 80 km/h (§ 18 StVO)
und nicht mehr. Der Rest sind Toleranzen.
JürgenH
PS: Ich würde nicht wirklich mit einem so langsamen Roller auf die Bahn. Aber auch mit einer großen Maschine nur wenn´s nicht anders geht.
Ja klar sind es Toleranzen, aber wie immer im Deutschen Gesetz werden diese ausgenutzt bis aufs letzte und das ist bei den Geschwindigkeiten für LKW`s leider auch so. Ich finde es auch nicht gut, aber es ist nunmal traurige realität.........
Mit so einem Roller würde ich mich auch nicht auf die Autobahn trauen. Allerdings ist denkbar, dass es für den Betreffenden ausnahmsweise nicht anders ging oder er die Bahn einfach mal ausprobieren wollte. Ich bezweifle, dass er das wiederholen wird. Gefährlicher ist es mit so einem Roller gleichwohl auf der Landstraße, weil er auch da pausenlos überholt wird und die Überholmanöver eng sein werden.
Mein alter Roller fuhr so zwischen 110 und 120 kmh und das war auch auf der Autobahn immer ausreichend. Mich hat nie ein LKW oder Bus überholt. Im Gegenteil: Ich habe sie überholt, auf der Landstraße und der Autobahn.
Autobahnen sind auch für einen Rollerfahrer eher ein ungefährliches Terrain. Kein Querverkehr, keine Abbieger, dazu noch die Standspur als Ausweichstrecke. Und wenn der Verkehr zu dicht wird, dann hängt man sich einfach mit Sicherheitsabstand hinter einen LKW.
Autobahnen sind fahrerisch langweilig und laut. Aber vergleichsweise ungefährlich, wenn der Roller 100 kmh oder mehr läuft.