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Velomobile im Straßenverkehr -> rechtliche Situation?!

Themenstarteram 17. Januar 2020 um 9:13

Mich würde mal interessieren wie Velomobile (diese Seifenkistenartigen Vehikel) im Straßenverkehr rechtlich eigentlich behandelt werden!? Wie Fahrräder? Wo genau müssen bzw. dürfen die eigentlich fahren?

Auf unserem Weg zur Arbeit in die Fahrradhauptstadt Münster treibt schon seit Jahren ein Velomobilfahrer, der aus dem Umland seine 20 Kilometer zur Arbeit zurücklegt sein Unwesen, weil dieser leider eine absolut rücksichtslose, egoistische und unkooperative Fahrweise an den Tag legt :(.

Heute morgen ergab sich wieder die Situation, dass sich vor einer roten Ampel wartende Autos angesammelt hatten. Bei Grünlicht zog der Velomobilfahrer frech und rücksichtslos rechts an den Fahrzeugen vorbei. Keine Ahnung wie die Übersetzung dieser Gefährte ausgelegt ist. Jedenfalls ist der vom Stand weg superschnell in Fahrt, schneller als eine loszuckelnde Autokolonne allemal.

Ebenso hier im Stadtgebiet in Münster. Mal fährt der Experte auf der Straße (45 km/h schafft er schon, von daher bei dichtem Verkehr eigentlich kein Problem). Man trifft ihn aber durchaus auch auf dem Radweg an. Geht so was überhaupt von Rechts wegen? Ich meine sowohl als auch? Darf man als Velomobilfahrer tatsächlich frei wählen wo man fährt?! Kann ich nicht glauben... vor allem nicht bei dem Tempo... :confused:.

Das gleiche gilt für die Versicherungssituation im Schadenfall. Ein Pedelec trägt doch auch ein Versicherungskennzeichen. Der besagte Velomobilfahrer fährt jedenfalls ohne Kennzeichen. Oder ist ein Kennzeichen nicht zwingend erforderlich sondern nur die Versicherungspolice? Bei seiner Harakiri-Fahrweise möchte ich im Schadenfall lieber nicht wissen wie das dann laufen wird, falls das Ding nicht versichert sein sollte... - rechts eine anfahrende PKW-Kolonne überholen ist ganz einfach grob fahrlässig und rücksichtslos. Aus meiner Sicht ist das vollkommen egoistisch und der Situation völlig unangepasst. Man sieht den auch extrem schlecht (vor allem jetzt Morgens früh bei Dunkelheit) weil das Ding ja auch ziemlich flach gebaut ist... gerade die heutigen hoch bauenden Fahrzeuge mit kleinen Heckscheiben erhöhen das Risiko so einen Spezi der sich seine Verkehrsregeln selbst macht, mal zu übersehen enorm...

Wie seht ihr das?

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45 Antworten

Das kann doch nicht sein! Dass so einer in einer billigen Seifenkiste im Verkehr schneller voran kommt als ich mit meiner Tonne Stahl! Fahrrad-Steuern! Helmpflicht! Kennzeichenpflicht! Hauptsache Radfahrer kaputtregulieren!

sehr gute polemik

peso

Zitat:

@boerni666 schrieb am 17. Januar 2020 um 11:10:04 Uhr:

Das kann doch nicht sein! Dass so einer in einer billigen Seifenkiste im Verkehr schneller voran kommt als ich mit meiner Tonne Stahl! Fahrrad-Steuern! Helmpflicht! Kennzeichenpflicht! Hauptsache Radfahrer kaputtregulieren!

Ich kann diesen Kisten zwar auch nichts abgewinnen aber der Rest stimmt. Zumindest aus Sicht vieler Autofahrer. Zum Glück scheint es eine ganz kleine Wende zu geben.

Und wie schon angemerkt, erst ab 45 muss ein Kennzeichen vorhanden sein. Wer also fit ist, schafft es auch ohne Kennzeichen. Allerdings sollten sich auch diese Fahrer an Regeln halten.

in verschiedenen städten fahren co karts mit kennzeichen rum. meines erachtens unverantwortlich. von mindesten einem toten ist mir bekannt.

peso

Zitat:

@boerni666 schrieb am 17. Januar 2020 um 11:10:04 Uhr:

Das kann doch nicht sein! Dass so einer in einer billigen Seifenkiste im Verkehr schneller voran kommt als ich mit meiner Tonne Stahl! Fahrrad-Steuern! Helmpflicht! Kennzeichenpflicht! Hauptsache Radfahrer kaputtregulieren!

Sehe ich auch so.

Das scheint die Quintessenz des Eröffnungsbeitrages zu sein.

:rolleyes:

Von diesen Seifenkisten fährt bei uns auch einer rum.

Das härteste, der hat eine Vollkabine, kein Blinker. Handzeichen ? Abbiegen ? Glücksache ?

Ausserdem fahren hier auch einige Dreiräder rum. Sind so ähnlich, nur halt ohne Kabine.

Die sind eig. so rücksichtslos wie die meisten anderen Radler.

Nur fallen sie halt mehr auf, bzw brauchen natürlich wesentlich mehr Platz.

Besonders einer dieser Dreiradler fällt extrem auf. Das der noch nicht übergemangelt wurde, ist mir absolut schleierhaft. Ich hatte auch schon das Vergnügen. Der sieht einen sogar an, fährt einem aber trotzdem vor die Karre. Der denkt wahrscheinlich einfach nur: Och, der wird schon bremsen.

Aber der Tag wird kommen, dann liegt sein Dreirad-Wrack im Graben und er im Heli oder auf der Bahre. Auf Dauer kann das nicht gutgehen.

Gruß Jörg.

Themenstarteram 17. Januar 2020 um 12:03

Dass man mit so einem Fahrzeug oder auch schon mit einem normalen Fahrrad spätestens ab Stadtgrenze schneller vorankommt ist doch bekannt @reox . Damit habe ich auch absolut kein Problem. In meinem Wohnort erledige ich auch praktisch alle Fahrten mit dem Fahrrad. Nur, und darauf kam es mir im Eröffnungsbeitrag an, ist mir nicht so klar wie diese Seifenkisten einzuordnen sind? Ist das nun ein Fahrrad, ein Pedelec, ein Leichtmofa oder doch nur eine Seifenkiste? Ich meine entweder Radweg oder Straße... - dass offenbar beides geht bzw. toleriert wird finde ich schon merkwürdig :confused:. Dazu kommt dann die rücksichtslose Fahrweise... Nichts dagegen wenn man mit so einem Vehikel zur Arbeit fährt aber man sollte auch aus eigenem Interesse sicherheitshalber eine zivilisierte Fahrweise an den Tag legen... - ein Velomobil scheint, schaut man sich die Fahrweise dieses Mitverkehrsteilnehmers an, aber bei manchen Fahrern wohl eine Steilvorlage für eine gewisse Anarchie bei der Teilnahme am Straßenverkehr zu sein :confused:. Kenne sonst keine Velomobilfahrer. Aber da diese sich im Straßenverkehr, vor allem in der Stadt, moralisch sicher haushoch überlegen fühlen, kann ich mir schon vorstellen, dass sie sich einiges herausnehmen was anderen Verkehrsteilnehmern (Autofahrern z. B.) sofort als unangepasste rücksichtslose Fahrweise ausgelegt würde... und das auch zu Recht.

Wie gesagt: Meine Sorge ist nur, dass man den tatsächlich mal übersieht so wie der fährt... :eek:

Es kommt halt drauf an, ob ein Radweg vorhanden ist oder nicht. Ich fahre auch mal auf der Straße und auf dem Radweg. Der Gehweg ist und bleibt tabu.

Themenstarteram 17. Januar 2020 um 12:20

Klar @CH76 wenn kein Radweg vorhanden ist muss man ja auch als Radfahrer notgedrungen auf die Straße ausweichen. Das geht dann ja nicht anders. Ist aber beides vorhanden darf man als Velomobilfahrer tatsächlich selbst wählen wo man fahren möchte...?!

Diese selbständige Auswahlmöglichkeit gibt es sonst ja bei keinem anderen Fahrzeug... ich kenne jedenfalls keines mit dem man hier wie da fahren kann... ;).

Wenn der Radweg nicht breit genug für ein Mehrspuriges Fahrrad ist, dann muss das Mehrspurige Fahrrad auf die Straße.

Gilt auch für normale Radfahrer. Wenn die Benutzung des ausgewiesenen Radweges eine Gefährdung für sich oder andere darstellt, kann man auf die Straße…z.b. wenn man 45km/h mit Muskelkraft erreichen kann.

Zitat:

@boerni666 schrieb am 17. Januar 2020 um 12:26:59 Uhr:

 

Gilt auch für normale Radfahrer. Wenn die Benutzung des ausgewiesenen Radweges eine Gefährdung für sich oder andere darstellt, kann man auf die Straße…z.b. wenn man 45km/h mit Muskelkraft erreichen kann.

Obwohl das meistens auch als Ausrede zählt, denn fast alle Radwege kann man nutzen. Zumindest zeigt das meine Erfahrung. Man kann natürlich nicht erwarten, dass man jeden Radweg mit 30 km/h befahren kann aber dann macht man eben etwas langsamer, sollte kein Problem darstellen.

Wie jetzt genau die Lage für diese Velomobile aussieht, habe ich ehrlich gesagt keine Ahnung, habe mich mit dem Thema noch nie befasst. Auch bis jetzt nur einmal so ein Teil gesehen.

Velomobil = Fahrrad. Ganz einfach.

"Langsamer machen", tolle Ausrede für schlechte Infrastruktur, da wirst du viel Verständnis ernten. Warum haben wir in Deutschland noch kein Tempolimit auf der AB? Man kann eben etwas langsamer machen auf der AB, sollte kein Problem darstellen.

Freie Fahrt für mich, alle anderen sollen auf ihre beschissenen Wege beschränkt werden?

Ich bin keiner, der gut ausgebaute Fahrrad-Infrastruktur ablehnt. Aber was in Deutschland teilweise als Radweg verkauft wird, ist unter aller Kanone.

Zitat:

@janikz2 schrieb am 17. Jan. 2020 um 09:37:03 Uhr:

@Schubbie schrieb am 17. Januar 2020 um 09:23:56 Uhr:

Mit oder ohne Elektromotor?

Mit max. 25km/h und Versicherungskennzeichen nötig.

Ohne ist es ein Fahrrad.

 

Wieso 25 km/h? Mit Versicherungskennzeichen wären doch auch 45 km/h möglich. Wie ein S-Pedelec? Ohne gingen 25 km/h mit Elektromotor.

Sorry, vertippt. Ab 25km/h mit Unterstützung ist ein Kennzeichen erforderlich. Es ist aber nicht auszuschließen, dass durch Muskelkraft 45km/h erreicht werden.

Zitat:

@boerni666 schrieb am 17. Januar 2020 um 12:39:36 Uhr:

Velomobil = Fahrrad. Ganz einfach.

"Langsamer machen", tolle Ausrede für schlechte Infrastruktur, da wirst du viel Verständnis ernten. Warum haben wir in Deutschland noch kein Tempolimit auf der AB? Man kann eben etwas langsamer machen auf der AB, sollte kein Problem darstellen.

Freie Fahrt für mich, alle anderen sollen auf ihre beschissenen Wege beschränkt werden?

Ich bin keiner, der gut ausgebaute Fahrrad-Infrastruktur ablehnt. Aber was in Deutschland teilweise als Radweg verkauft wird, ist unter aller Kanone.

Natürlich haben wir eine schlechte Infrastruktur für Radfahrer, streite ich nicht ab. Aber mir ist ganz ganz selten mal ein Radweg untergekommen, der wirklich nicht nutzbar war. Nicht selten liegt es auch am Rad. Mein Cyclocrosser und mein Straßen/Alltagshobel ist natürlich empfindlicher als mein MTB aber wie oft sehe ich Radfahrer, die trotz eines perfekten Radweges auf der Straße fahren. Und da hört selbst für mich, als Radfan, das Verständnis auf.

Was aber auch problematisch ist, sind diese Liegendradfahrer. Die sind einfach schlecht zu sehen und halten sich für moralisch überlegen. Die meisten haben ja jetzt so eine Fahnenstange dran. Hat sich wohl rumgesprochen, dass man keine Knautschzone hat.

Aber Fußgängern ist das auch nicht so. Ich habe mal die Diskussion mitbekommen, als ein Polizeibeamter so einen Laufsportler angesprochen hat, warum er bei Rot über die Ampel gelaufen ist. Der Beamte bekam die Antwort er wäre Sportler und dürfe seinen Trainingslauf nicht unterbrechen. Wenn er jetzt Pech hat, muss er seinen Trainingslauf mal länger unterbrechen.

peso

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