Variable Nockenwelle?
Hallo, ich habe eine Frage.
Hat der 116i (BJ 2009) mit 122 PS und 1995cm Hubraum eine variable Nockenwelle?
Vielen Dank
Beste Antwort im Thema
Hallo Leute 🙂
Der 116i mit N43-Motor und 122 PS hat den N43-Motor. Dieser Motor hat die bei BMW seit langem (1992) bekannte VANOS. Hier, bei dem Motor und auch schon etliche Jahr her, sogar die Doppel-VANOS. Dies heißt, dass die Nockenwelle sich dem Drehzahlbereich anpassen kann. Zum Beispiel ist im unteren Drehzahlbereich eine späte Öffnung der Einlassventile von Vorteil - es bringt einen besseren Leerlauf bzw. den Lauf des Motors. Im oberen Drehzahlbereich wird die Nockenwelle dann so angesteuert, dass die Einlassventile früher öffnen, somit mehr Luft in den Zylinder gelangt und auch die Ventilüberschneidung höher ist (Abgase strömen bei geöffnetem Einlass- und Auslassventil in den Zylinder) - somit verbessert sich das Drehmoment (durch das frühe Öffnen) und auch die Leistung, aber auf der anderen Seite hat man eine (!) interne (nicht zu verwechseln mit dem externen AGR, die der N43-Motor aufgrund des Magerbetriebs auch hat) Abgasrückführung. Bringt Vorteile bei den Emissionen.
So - wie funktioniert das ganze System nun. Es besteht aus einem hydraulischen, einem elektronischen und einem mechanischen Teil. Der hydraulische Teil ist das Motoröl. Der elektronische Teil ist ein Magnetventil und der mechanische Teil sind die Komponenten - die VANOS-Versteller und Steuerkette etc.! Nun wird, durch Nockenwellensensoren z.b. und auch andere Signale (Motorlast, Drehzahl) die Nockenwelle verstellt. Hier werden die Magnetventile mit den Signalen beaufschlagt und diese (Magnetventile) lassen dann z.b. Öldruck (welcher von der Motorölpumpe aufgebracht wird) durch und somit wird die Verstellung durch den Kolben, welcher einwirkt, verstellt. Somit bewegt sich durch eine Schrägverzahnung (diese ist axial angeordnet) die Nockenwelle, je nach Ansteuerung in Richtung "früher oder später" Verstellung.
Bei den Standard-Motoren ist dies mittels des von der Ölpumpe des Motors ohne Probleme zu realisieren - der Druck ist hier nicht so hoch und somit kann man dies regeln. Bei /// M - Motoren benötigt man aufgrund des Hochdruckes eine externe Pumpe, sprich, eine zusätzlicht Pumpe, die den Druck von unterhalb 100 Bar aufbringt.
Nun gibt es aber auch die Valvetronic, die der N46-Motor hat. Das ist keine Nockenwellenverstellung, sondern eine Verstellung des Ventilhubes. Undzwar wird dies (beim N46-Motor) durch die Valvetronic der Generation 2 realisiert. Hier gibt es eine Exzenterwelle, die von einem Stellmotor (elektrisch) verstellt wird. Dieser Stellmotor wirkt auf ein Schneckengetriebe, welches mit der Exzenterwelle verbunden ist und somit wird diese verstellt. Je nach Verstellung in einem Hub von 0,3 mm (im Leerlauf) bis 9,8 mm (bei Volllast) wirkt die Exzenterwelle auf einen Zwischenhebel, welcher mittels der Nockenwelle die Ventile öffnet und schließt. Durch eine Rückstellfeder wird der Zwischenhebel wieder in seine Eingangslage zurückgebracht bzw. entspannt.
Es gibt noch einen Exzenterwellensensor (neben den Nockenwellensensoren für Einlaß- und Auslaßnockenwelle), welcher die Position der Exzenterwelle prüft und somit sagen kann, ob die Exz.welle z.b. schwergängig ist, oder ob sie mechanisch blockiert ist, bzw. nicht mehr die Ansteuerung vom Stellmotor passt!
Beim N42-Motor (2001 - Einführung der VVT) war noch die erste Generation verbaut, die Probleme machte. Die zweite Generation ist besser und die dritte Generation ist im N55-Motor verbaut (TwinScroll Lader, HPI Einspritzung und Valvetronic der dritten Generation). Hier ist der Unterschied, dass ein Servomotor eingesetzt wurde und der Exzenterwellensensor nicht mehr außerhalb angebracht ist, sondern direkt im Servomotor (Gehäuse) integriert - somit eine noch bessere Ansteuerung/Überwachung/Prüfung auf Plausiblität vorhanden ist!
Grüße,
BMW_Verrückter
6 Antworten
Zitat:
Original geschrieben von LS21
Hallo, ich habe eine Frage.
Hat der 116i (BJ 2009) mit 122 PS und 1995cm Hubraum eine variable Nockenwelle?Vielen Dank
wie funktioniert eigentlich eine variable nockenwelle?
Doppel Vanos sind 2 Nockenwellen und 2 Steuerketten,da werden Ein und Auslassventile nach Bedarf gesteuert - das ist aber eher ein Thema für unseren Doktor 😁😁
Gruß
odi
Hallo Leute 🙂
Der 116i mit N43-Motor und 122 PS hat den N43-Motor. Dieser Motor hat die bei BMW seit langem (1992) bekannte VANOS. Hier, bei dem Motor und auch schon etliche Jahr her, sogar die Doppel-VANOS. Dies heißt, dass die Nockenwelle sich dem Drehzahlbereich anpassen kann. Zum Beispiel ist im unteren Drehzahlbereich eine späte Öffnung der Einlassventile von Vorteil - es bringt einen besseren Leerlauf bzw. den Lauf des Motors. Im oberen Drehzahlbereich wird die Nockenwelle dann so angesteuert, dass die Einlassventile früher öffnen, somit mehr Luft in den Zylinder gelangt und auch die Ventilüberschneidung höher ist (Abgase strömen bei geöffnetem Einlass- und Auslassventil in den Zylinder) - somit verbessert sich das Drehmoment (durch das frühe Öffnen) und auch die Leistung, aber auf der anderen Seite hat man eine (!) interne (nicht zu verwechseln mit dem externen AGR, die der N43-Motor aufgrund des Magerbetriebs auch hat) Abgasrückführung. Bringt Vorteile bei den Emissionen.
So - wie funktioniert das ganze System nun. Es besteht aus einem hydraulischen, einem elektronischen und einem mechanischen Teil. Der hydraulische Teil ist das Motoröl. Der elektronische Teil ist ein Magnetventil und der mechanische Teil sind die Komponenten - die VANOS-Versteller und Steuerkette etc.! Nun wird, durch Nockenwellensensoren z.b. und auch andere Signale (Motorlast, Drehzahl) die Nockenwelle verstellt. Hier werden die Magnetventile mit den Signalen beaufschlagt und diese (Magnetventile) lassen dann z.b. Öldruck (welcher von der Motorölpumpe aufgebracht wird) durch und somit wird die Verstellung durch den Kolben, welcher einwirkt, verstellt. Somit bewegt sich durch eine Schrägverzahnung (diese ist axial angeordnet) die Nockenwelle, je nach Ansteuerung in Richtung "früher oder später" Verstellung.
Bei den Standard-Motoren ist dies mittels des von der Ölpumpe des Motors ohne Probleme zu realisieren - der Druck ist hier nicht so hoch und somit kann man dies regeln. Bei /// M - Motoren benötigt man aufgrund des Hochdruckes eine externe Pumpe, sprich, eine zusätzlicht Pumpe, die den Druck von unterhalb 100 Bar aufbringt.
Nun gibt es aber auch die Valvetronic, die der N46-Motor hat. Das ist keine Nockenwellenverstellung, sondern eine Verstellung des Ventilhubes. Undzwar wird dies (beim N46-Motor) durch die Valvetronic der Generation 2 realisiert. Hier gibt es eine Exzenterwelle, die von einem Stellmotor (elektrisch) verstellt wird. Dieser Stellmotor wirkt auf ein Schneckengetriebe, welches mit der Exzenterwelle verbunden ist und somit wird diese verstellt. Je nach Verstellung in einem Hub von 0,3 mm (im Leerlauf) bis 9,8 mm (bei Volllast) wirkt die Exzenterwelle auf einen Zwischenhebel, welcher mittels der Nockenwelle die Ventile öffnet und schließt. Durch eine Rückstellfeder wird der Zwischenhebel wieder in seine Eingangslage zurückgebracht bzw. entspannt.
Es gibt noch einen Exzenterwellensensor (neben den Nockenwellensensoren für Einlaß- und Auslaßnockenwelle), welcher die Position der Exzenterwelle prüft und somit sagen kann, ob die Exz.welle z.b. schwergängig ist, oder ob sie mechanisch blockiert ist, bzw. nicht mehr die Ansteuerung vom Stellmotor passt!
Beim N42-Motor (2001 - Einführung der VVT) war noch die erste Generation verbaut, die Probleme machte. Die zweite Generation ist besser und die dritte Generation ist im N55-Motor verbaut (TwinScroll Lader, HPI Einspritzung und Valvetronic der dritten Generation). Hier ist der Unterschied, dass ein Servomotor eingesetzt wurde und der Exzenterwellensensor nicht mehr außerhalb angebracht ist, sondern direkt im Servomotor (Gehäuse) integriert - somit eine noch bessere Ansteuerung/Überwachung/Prüfung auf Plausiblität vorhanden ist!
Grüße,
BMW_Verrückter
Zitat:
Original geschrieben von Bmw_verrückter
Hallo Leute 🙂Der 116i mit N43-Motor und 122 PS hat den N43-Motor. Dieser Motor hat die bei BMW seit langem (1992) bekannte VANOS. Hier, bei dem Motor und auch schon etliche Jahr her, sogar die Doppel-VANOS. Dies heißt, dass die Nockenwelle sich dem Drehzahlbereich anpassen kann. Zum Beispiel ist im unteren Drehzahlbereich eine späte Öffnung der Einlassventile von Vorteil - es bringt einen besseren Leerlauf bzw. den Lauf des Motors. Im oberen Drehzahlbereich wird die Nockenwelle dann so angesteuert, dass die Einlassventile früher öffnen, somit mehr Luft in den Zylinder gelangt und auch die Ventilüberschneidung höher ist (Abgase strömen bei geöffnetem Einlass- und Auslassventil in den Zylinder) - somit verbessert sich das Drehmoment (durch das frühe Öffnen) und auch die Leistung, aber auf der anderen Seite hat man eine (!) interne (nicht zu verwechseln mit dem externen AGR, die der N43-Motor aufgrund des Magerbetriebs auch hat) Abgasrückführung. Bringt Vorteile bei den Emissionen.
So - wie funktioniert das ganze System nun. Es besteht aus einem hydraulischen, einem elektronischen und einem mechanischen Teil. Der hydraulische Teil ist das Motoröl. Der elektronische Teil ist ein Magnetventil und der mechanische Teil sind die Komponenten - die VANOS-Versteller und Steuerkette etc.! Nun wird, durch Nockenwellensensoren z.b. und auch andere Signale (Motorlast, Drehzahl) die Nockenwelle verstellt. Hier werden die Magnetventile mit den Signalen beaufschlagt und diese (Magnetventile) lassen dann z.b. Öldruck (welcher von der Motorölpumpe aufgebracht wird) durch und somit wird die Verstellung durch den Kolben, welcher einwirkt, verstellt. Somit bewegt sich durch eine Schrägverzahnung (diese ist axial angeordnet) die Nockenwelle, je nach Ansteuerung in Richtung "früher oder später" Verstellung.
Bei den Standard-Motoren ist dies mittels des von der Ölpumpe des Motors ohne Probleme zu realisieren - der Druck ist hier nicht so hoch und somit kann man dies regeln. Bei /// M - Motoren benötigt man aufgrund des Hochdruckes eine externe Pumpe, sprich, eine zusätzlicht Pumpe, die den Druck von unterhalb 100 Bar aufbringt.
Nun gibt es aber auch die Valvetronic, die der N46-Motor hat. Das ist keine Nockenwellenverstellung, sondern eine Verstellung des Ventilhubes. Undzwar wird dies (beim N46-Motor) durch die Valvetronic der Generation 2 realisiert. Hier gibt es eine Exzenterwelle, die von einem Stellmotor (elektrisch) verstellt wird. Dieser Stellmotor wirkt auf ein Schneckengetriebe, welches mit der Exzenterwelle verbunden ist und somit wird diese verstellt. Je nach Verstellung in einem Hub von 0,3 mm (im Leerlauf) bis 9,8 mm (bei Volllast) wirkt die Exzenterwelle auf einen Zwischenhebel, welcher mittels der Nockenwelle die Ventile öffnet und schließt. Durch eine Rückstellfeder wird der Zwischenhebel wieder in seine Eingangslage zurückgebracht bzw. entspannt.
Es gibt noch einen Exzenterwellensensor (neben den Nockenwellensensoren für Einlaß- und Auslaßnockenwelle), welcher die Position der Exzenterwelle prüft und somit sagen kann, ob die Exz.welle z.b. schwergängig ist, oder ob sie mechanisch blockiert ist, bzw. nicht mehr die Ansteuerung vom Stellmotor passt!
Beim N42-Motor (2001 - Einführung der VVT) war noch die erste Generation verbaut, die Probleme machte. Die zweite Generation ist besser und die dritte Generation ist im N55-Motor verbaut (TwinScroll Lader, HPI Einspritzung und Valvetronic der dritten Generation). Hier ist der Unterschied, dass ein Servomotor eingesetzt wurde und der Exzenterwellensensor nicht mehr außerhalb angebracht ist, sondern direkt im Servomotor (Gehäuse) integriert - somit eine noch bessere Ansteuerung/Überwachung/Prüfung auf Plausiblität vorhanden ist!
Grüße,
BMW_Verrückter
sag ich doch 😉😁
Gruß
odi
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Zitat:
Original geschrieben von Bmw_verrückter
Servus odi222,danke - mein Freund 🙂 So "sieht" man sich wieder 🙂
Grüße,
BMW_Verrückter
hallo,mein Freund 🙂
bin froh das du es dir noch mal überlegt hast 🙂
brauche auch sicher wie jeder hier ab und an nen kompetenten Ansprechpartner 😁
Gruß
odi