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Unverschuldeter Unfall, Reparaturfreigabe nur 12 Stunden später?

Themenstarteram 20. November 2021 um 0:01

Guten Abend zusammen,

Ich habe hier mit einem unverschuldeten Verkehrsunfall zu tun, der nun über die KFZ Versicherung der Gegenseite reguliert werden soll.

Das Spannende daran ist, dass der Unfall erst gestern passiert ist, die „Reparaturfreigabe“ heute morgen aber schon beim durch die Versicherung benannten Fachbetrieb einging.

Alles was ich bislang getan hatte war, der Versicherung der Gegenseite noch gestern Nacht den Unfall zu melden und darauf hinzuweisen, dass der Unfallgegner aus meiner Sicht vollumfänglich Schuld sei (die Polizei sah das ähnlich und die Zeugen auch) Mir hat man dann den Fachbetrieb genannt und darum gebeten da morgen früh direkt vorstellig zu werden.

Ich habe also heute morgen das Auto abgegeben, die Abtretungserklärung unterschrieben und die Werkstatt ist direkt zur Tat geschritten. Einen Mietersatzwagen habe ich ebenfalls direkt erhalten.

Den Brief, welche die Werkstatt (Vertragshändler BMW) bekommen hat enthält nach meinen Daten den folgenden Text:

„Das Fahrzeug soll bei Ihnen repariert werden.

Wir zahlen die Reparaturkosten direkt an Sie, wenn Sie uns mit der Rechnung eine unterschriebene Abtretungserklärung zusenden.“

Die Werkstatt meint, dass dieses Schriftstück eine Reparaturfreigabe sei. Ich fand es sehr seltsam, dass nach nur 12 Stunden nach Unfall die Versicherung der Gegenseite schon eine Reparaturfreigabe verschickt. Habe entsprechend bei der Versicherung nochmals heute Nachmittag angerufen und um Bestätigung gebeten. Die Mitarbeiterin meinte dann auf einmal es gäbe überhaupt keine Reparaturfreigabe, ich müsse unverzüglich zum BMW Autohaus zurück und das Fahrzeug wieder ohne Reparatur abholen.

Habe dies natürlich verweigert mit dem Hinweis auf die vermeintliche Freigabe. Bei einem erneuten Anruf beim Autohaus hat man mir dann nochmals versichert, dass die Freigabe in diese Form korrekt sei und ich mir keine Sorgen machen müsse. Der Schaden sei auch schon beziffert (5-stellig) und die Reparatur im Gange.

Die große Preisfrage jetzt: was passiert nächste Woche wenn mein Auto fertig ist? Irgendjemand hat hier doch einen Bock geschossen und ich habe nun Sorgen dass da nächste Woche etwas eskaliert oder mein Fahrzeug nur halb repariert wird. Es handelt sich um ein Leasing Fahrzeug, welches ich in wenigen Wochen abgeben muss. Verzögerungen wären also höchst problematisch…

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31 Antworten

Es ist schon erstaunlich, dauert es mit der Regulierung ewig wird hier, zu Recht, im Forum gemeckert. Jetzt geht es mal schnell wird auch "gemeckert". Wenn die Lage klar ist, was soll da gewartet werden? Wobei es auch am Versicherer liegen könnte. Solche Bearbeitungszeiten sind mir nicht unbekannt.

Für alle, die es hier mal wieder besser Wissen (wollen):

BMW Fiancial Services

(2)

Im Schadensfall hat der Leasingnehmer den Leasinggeber unverzüglich zu unterrichten. Der Leasingnehmer hat die notwenidigen Reparaturmaßnahmen in eigenem Namen und auf eigene Rechnung duchführen zu lassen, es sei denn dass wegen der Schwere und Umfang der Schäden ein Totalschaden anzunehmen ist oder die vorraussichtlichen Reparaturkosten 60% des Wiederbeschaffungswertes des Fahrzeuges übersteigen.

(5)

Entschädigungsleistungen für Wertminderung sind in jedem Fall an den Leasingnehmer weiterzuleiten. Bei Verträgen mit Restwertabrechnung rechnet der Leasinggeber enthaltene Wertminderungsbeträge dem aus dem Verkauf des Fahrzeuges erzielten Verkaufserlös (ohne Umsatzsteuer) am Vertragesende zu.

@Widerrufo

Du und nur du, bist hier der Auftraggeber und kein anderer.

- und du stehst als Rechnungsempfänger auch in der Rechnung.

- und du bezahlst im Zweifel auch dieser Rechnung an die BMW Bude, wenn

sich das hier im Nachgang anders verhält, wie du das im Moment glaubst.

Der Werkstatt ist es nämlich im Nachgang völlig egal, ob die Schudfrage geklärt ist,

oder ob die Versicherung die Rechnung in voller Höhe anerkennt.

Dann kann man nur "Hoffen" das dir gegenüber mündlich getätigen Zusagen auch so eintreten.

Und weiterhin kann man nur "Hoffen" das dieses Schreiben der Versicherung juristisch gesehen einer RKÜ (Reparaturkosten-Übernahme-Erklärung) gleichzusetzen ist, welche nämlich vom Versicherer gegenzuzeichnen ist.

Und zu guten Schluß kann man nur hoffen, dass allen Beteiligen das Wort "Abtretungsverbot in der Kaskoversicherung" ein Fremdwort ist.

Ich wünsche gutes Gelingen hier.

Zitat:

@widerrufo schrieb am 20. November 2021 um 08:56:02 Uhr:

Wozu denn bitte? Ich wäre doch auch so ggf. zu diesem Vertragshändler gefahren. Dieser hat ein Dekra Gutachten erstellen lassen und teilt dieses auch der BMW Leasing mit.

Hast du den DEKRA-Sachverständigen schriftlich beauftragt, oder das Autohaus

Diese Vorgehensweise seitens der Versicherung kommt mir bekannt vor.

Es dürfte sich hier um die DEVK-Versicherung handeln?

Themenstarteram 20. November 2021 um 10:42

Das Autohaus hat das Gutachten beauftragt. Und es könnte sein, dass es die DEVK ist…

@widerrufo

Im Regelfall ist nicht der Leasingnehmer sondern der Leasinggeber Eigentümer bzw Besitzer.

Der Leasingnehmer übt nur eine vom Leasinggeber nach Gutdünken begrenzte Sachherrschaft aus.

Deshalb solltest du nachschauen welche Rechte und Pflichten dir der Leasinggeber in dem Leasingvertrag einräumt bzw vorschreibt.

Das hat weder etwas mit dem Fahrzeughalter noch mit der Versicherungspflicht zu tun.

Ich denke, in deinem Leasingvertrag steht unmissverständlich, dass du jeden Schaden, auch einen unverschuldeten dem Leasinggeber melden musst.

Der Leasinggeber muss die Möglichkeit haben bei Nichtverschulden mit der Versicherung die Wertminderung durch den Unfall auszuhandeln, denn bei der Wiederverwertung des KFZ nach Leasingrückgabe muss der Leasinggeber das Fahrzeug als verunfallt kennzeichnen und erhält somit nicht den zum Leasingbeginn kalkulierten Verwertungserlös.

Für diese Wertminderung haftest DU, es sei denn der Leasingnehmer hat sich an der (gegnerischen ) Versicherung für diesen Minderwert schadlos gehalten. Dazu bedarf es der Unfallmeldung beim Leasinggeber.

Auch wenn sich der Leasinggeber aus der Schadensregulierung raushält wird er Dir die Wertminderung wegen des Unfalles beim Verwertungserlöses in Rechnung stellen. Deshalb ist es in einem solchen Falle wichtig eine entsprechende Wertminderung von der gegnerischen Versicherung zu verlangen und bei Erhalt für die Leasingrückgabe aufzusparen.

Wie du wohl bereits bemerkt hast ist Delle vom Fach, also wach bitte auf ;)

Themenstarteram 20. November 2021 um 11:53

Danke für die Infos. Ich bin trotzdem verwirrt, ob ich alles richtig gemacht habe. Der Gutachter hatte gestern mit mir telefoniert und die zu erwartende Wertminderung wurde ebenfalls an die Leasing gemeldet. Das liest sich gerade so, als hätte ich die Leasing nicht informiert, dem ist nicht so.

Die BMW Leasing hat noch in der Unfallnacht von mir alle relevanten Daten aufgenommen. Es wurde gestern ein Gutachten inkl. Wertminderung durch die Dekra erstellt und der BMW Leasing zugestellt. Die Leasing hat der Instandsetzung formell zugestimmt. Meine Pflichten habe ich erfüllt.

Mein Bauchgefühl sagt mir aber, dass da noch was kommt. Anscheinend gab es ja schon ähnlich gelagerte Fälle, das macht mich einfach mißtrauisch. Ich würde gerne wissen, mit welcher Taktik die gegnerische Versicherung um die Ecke biegen wird, um nächste Woche doch keine Zahlung leisten zu müssen. Dem Reparaturauftrag habe ich ja auch nur im Kontext der Regulierung durch die Versicherung erteilt.

Dein Bauchgefühl ist gar nicht mal so falsch.

Die hier genannte Versicherung versucht regelmäßig mit einer Art "Bauernfängerei" den Geschädigten auf`s Glatteis zu führen.

Das wird dann behauptet "wie mit Ihnen telefonisch besprochen" es wird also eine Zustimmung vom Geschädigten suggeriert, welcher eine Vorgehensweise aufzeigt, die natürlich Vorteile für die Versicherung beinhaltet, aber sicher nicht immer eine faire Schadensregulierung nach der aktuellen Rechtsprechung.

"Belohnt" wird das dann mit der Zusage einer schnellen Regulierung wozu der Versicherer eigentlich sowieso verpflichtet ist.

Sei hier wachsam und behalte das ganze im Auge, du bist Herr des Restitutionsgeschehens und nicht der Versicherer.

Abe das haben hier einige, welche auch schon länger mitlesen, hier im Versicherungsform bis heute noch nicht verstanden.

Wenn du noch konkrete Fragen hast, nur zu.

Zitat:

@Harig58 schrieb am 20. November 2021 um 09:14:00 Uhr:

Wahrscheinlich bin ich jetzt etwas blauäugig, aber ich frage mich, wo das Problem ist.

Im Grunde genommen ist das jedoch sehr erfreulich und hoffentlich zukunftsweisend.

Das ist leider überhaupt nicht erfreulich, auch wenn es für den naiven Laien so aussehen mag.

Warum arbeitet die Versicherung so?

Sie reißt damit den gesamten Regulierungsvorgang an sich!

Sie vermeidet die Einschaltung von Rechtsanwalt und neutralem Sachverständigen.

Sie bestimmt die Werkstatt und den Sachverständigen.

Damit gibt sie vor, was wie repariert wird.

Mögliche Nachteile:

Der Versicherungsgutachter erstellt sein GA nach Vorgaben der Versicherung, bedeutet z.B. richten statt erneuern, erheblich zu niedriger merkantiler Minderwert usw.

Die Werkstatt repariert nach diesen Vorgaben und bekommt dafür auch noch deutlich weniger Geld als üblich.

Also muss an der Reparaturqualität eingespart werden.

Dies Alles kann den geschädigten Leasingnehmer bei der Rückgabe teuer zu stehen kommen...

Themenstarteram 20. November 2021 um 13:12

Ich sehe diese Gefahr in meinem Fall aber nicht. Nicht die Versicherung und nicht das BMW Autohaus bewertet den Schaden, sondern ein unabhängiger Dekra Gutachter. Das sind dieselben Leute, die auch Leasingrückgaben machen. Sollte bei der Abgabe des Fahrzeuges also nicht nach Herstellervorgaben begutachtet / instandgesetzt worden sein, obwohl alles bei einem BMW Vertragspartner stattgefunden hat, sehe ich für mich kein Risiko. Um das Thema Wertminderung werde ich mich nächste Woche separat kümmern, mal sehen was der Anwalt sagt. Könnte mir gut Vorstellen dass die Versicherung hier mauert, wäre ja das letzte verbliebene Druckmittel

Zitat:

@widerrufo schrieb am 20. November 2021 um 13:12:53 Uhr:

Nicht die Versicherung und nicht das BMW Autohaus bewertet den Schaden, sondern ein unabhängiger Dekra Gutachter.

Der DEKRA - Onkel ist nicht unabhängig, das ist der Versicherungsgutachter...

zwischen den BMW Autohäusern und dem DEKRA gibt es Rahmenverträge. Die machen dort das Prüfgeschäft (HU), die Arbeitssicherheut (UVV), die Leasingrücknahmen und natürlich auch das Schadengeschäft.

Edit: hinfällig.

Themenstarteram 20. November 2021 um 14:01

Zitat:

@Dellenzaehler schrieb am 20. November 2021 um 13:23:16 Uhr:

zwischen den BMW Autohäusern und dem DEKRA gibt es Rahmenverträge. Die machen dort das Prüfgeschäft (HU), die Arbeitssicherheut (UVV), die Leasingrücknahmen und natürlich auch das Schadengeschäft.

Danke für die Infos, das ist schon einmal top. Du hattest noch von einem Abtretungsverbot im Kaskofall geschrieben. Könntest du hier bitte noch einmal kurz die Implikation genauer beschreiben, kenne mich mit den Abtretungsregularien tatsächlich 0 aus…

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