Test im Großstadtbetrieb - ich bin geschockt!
Hallo liebe Community,
aufgrund einer beruflichen Veränderung benötigen meine Frau und ich nun ein zweites "großes" Auto. Bislang haben wir einen E250CDI4matic/T-Modell und einen A180. Die A-Klasse soll nun kurzfristig gegen ein größeres Fahrzeug getauscht werden, mit dem sich Mittel-/Langstrecken komfortabel zurücklegen lassen. Das Fahrprofil sieht so aus, dass viel Autobahnanteil dabei ist, die Fahrtziele aber meist in größeren Städten liegen, wo man auf enge Innenstadtparkplätze oder auf Parkhäuser angewiesen ist.
Wir interessieren uns wegen der angenehm hohen Sitzposition sehr für einen ML, auch die Größe des Laderaums kommt uns sehr entgegen und liegt gar nicht so weit hinter unserem E250-Kombi zurück. Bislang hatten aber weder meine Fau noch ich jemals so einen SUV bewegt. Deshalb haben wir in der vergangenen Woche anlässlich eines Werkstattaufenthalts des E250 die Möglichkeit genutzt, uns einen praktischen Eindruck von dem ML zu verschaffen. Mit dem ML sollte es zu einem Termin in Dresden gehen.
Unser von der Niederlassung gestelltes Testmodell war ein 350er (Diesel) mit ansprechender Ausstattung (Leder, Navi, Glasdach, Distronic+ weitere Assistenten, Rückfahrkamera). Beim Einsteigen dann der erste Schock: Die Übersicht nach vorne ist erschreckend schlecht, was sich unmittelbar vor dem Fahrzeug abspielt, kann man nicht sehen. Ich bewege häufig LKW, aber selbst dort habe ich, weil ich keine große "Schnauze" vor mir habe, einen besseren Überblick darüber, was sich in kurzer Distanz vor dem Fahrzeug abspielt.
Nach dem Start ging es dann zügig überland zur Autobahn. Ein Traum - so macht Autofahren Freude! Der Wagen gleitet angenehm leise vor sich hin. Der Sitzkomfort liegt nach meiner Empfindung nochmal eine Stufe über der E-Klasse. Im Grunde waren sich meine Frau und ich darüber einig, einen ML sofort als zweites Fahrzeug zu beschaffen.
Die Gewissheit, mit dem ML gut bedient zu sein, hielt aber leider nur bis Dresden, unserem Zielort. Im Stadtverkehr war noch alles ok, der Ärger begann dann in der Hotelgarage (Hilton/Frauenkirche). Als wir ankamen, waren nahezu alle Plätze belegt. Es waren nur noch Parkplätze frei, bei denen der rechte und der linke Nachbar die Markierungen nicht wirklich beachtet hatten und teilweise über dem Strich standen. Mit der E-Klasse kenne ich solche Verhältnisse zur Genüge, also den ML in eine Lücke bugsiert, was eigentlich recht problemlos von statten ging, wenn auch die E-Klasse mir bedeutend handlicher erscheint und ich etwas Schwierigkeiten hatte, nach vorne die Breite des eigenen Fahrzeugs und Abstände exakt einzuschätzen. So, jetzt stand ich drin in der Lücke, aber ich kam nicht raus aus der Tür. Da ich nicht durch die Heckklappe aussteigen wollte (geht das überhaupt?), die nächsten zwei Parklücken ausprobiert und bei der dritten hat es dann gerade so gepasst, aber auch nur, weil ich an den rechten - auf dem Markierungsstrich stehenden - Nachbarn so dicht rangefahren bin, dass der kaum mehr seinen Spiegel hätte ausklappen können ohne den ML zu berühren. Puuuhhh, eine Freude war das nicht.
Am nächsten Tag vor der Rückfahrt noch ein Parkhaus in Dresden ausprobiert und festgestellt, dass der ML bei sehr engen Auffahrten nichts für schwache Nerven ist. Die Rückfahrt war dann aber wieder traumhaft.
Jetzt sind wir etwas ernüchtert und ratlos, ob der ML wirklich das passende Gefährt für uns ist. Müssten wir nicht regelmäßig in enge Stadtparkhäuser oder Hotelgaragen, würden wir keine Sekunde zögern, einen ML zu kaufen. Aber aufgrund unserer nun gewonnen Erfahrung bestehen einige Zweifel, ob der ML für unser Anforderungsprofil das passende Fahrzeug ist.
Es wäre deshalb nett, wenn erfahrene ML-Nutzer hier mal ihre Einschätzung zur "Parkhaustauglichkeit" oder ihre Praxiserfahrung mitteilen könnten.
Beste Antwort im Thema
Jetzt mal ein kleines Update, damit sich niemand von meinem Ursprungsposting schockieren lässt:
Es war alles nur eine Frage der Eingewöhnung und hinzu kam sicher der Effekt, dass man mit fremden Fahrzeugen noch einen Tick vorsichtiger umgeht als mit dem eigenen.
Wir fahren jetzt seit einigen Wochen einen ML350BT, den wir als "6-Monats-Wagen" gekauft haben. Selbst im Stadtbetrieb gibt es überhaupt keine Probleme. Der Wagen ist für seine Größe erstaunlich gut zu handhaben. Einzige kleine Minuspunkte bleiben die schlechte Übersicht über den Bereich unmittelbar vor dem Fahrzeug und der (gegenüber der E-Klasse) größere Wendekreis und Bedarf an Parkplatzbreite, wobei man den Wendekreis relativ zu der Fahrzeugklasse sehen muss und da ist der ML um Längen besser als etwa der X5.
Das Fahrzeug ist ansonsten so gut zu übersehen, dass die 360-Grad-Kamera, mit der unser Fahrzeug ausgestattet ist, aus meiner Sicht eher als Spielerei denn als notwendige Austatttung anzusehen ist. Im Grunde bräuchte man noch nicht einmal die Rückfahrkamera, die allerdings Vorteile bringt, wenn man beim Rangieren den Platz nach hinten bis auf den allerletzten Zentimeter ausreizen möchte.
Fazit: Wer sich für einen ML interessiert und erstmals auf ein SUV dieser Größe umsteigt, sollte sich von den Abmessungen des Fahrzeugs nicht einschüchtern oder gar schockieren lassen. Das geht alles sehr schnell vorüber, wenn das Ding erstmal auf dem heimischen Parkplatz steht.
16 Antworten
Naja... nach 1.000-2.000 km sollte man dann schon das Gefühl für sein Auto bekommen. Dass man das bei 2 Probefahrten (auch noch mit nem fremden Auto) nicht hat, ist auch klar. Ich hatte mal einen GL zur Probefahrt und war auch seeehr vorsichtig wegen den Abmessungen. Sicher würde ich den aber nach 3-4- Wochen entspannt um die Ecken hieven..
Jetzt mal ein kleines Update, damit sich niemand von meinem Ursprungsposting schockieren lässt:
Es war alles nur eine Frage der Eingewöhnung und hinzu kam sicher der Effekt, dass man mit fremden Fahrzeugen noch einen Tick vorsichtiger umgeht als mit dem eigenen.
Wir fahren jetzt seit einigen Wochen einen ML350BT, den wir als "6-Monats-Wagen" gekauft haben. Selbst im Stadtbetrieb gibt es überhaupt keine Probleme. Der Wagen ist für seine Größe erstaunlich gut zu handhaben. Einzige kleine Minuspunkte bleiben die schlechte Übersicht über den Bereich unmittelbar vor dem Fahrzeug und der (gegenüber der E-Klasse) größere Wendekreis und Bedarf an Parkplatzbreite, wobei man den Wendekreis relativ zu der Fahrzeugklasse sehen muss und da ist der ML um Längen besser als etwa der X5.
Das Fahrzeug ist ansonsten so gut zu übersehen, dass die 360-Grad-Kamera, mit der unser Fahrzeug ausgestattet ist, aus meiner Sicht eher als Spielerei denn als notwendige Austatttung anzusehen ist. Im Grunde bräuchte man noch nicht einmal die Rückfahrkamera, die allerdings Vorteile bringt, wenn man beim Rangieren den Platz nach hinten bis auf den allerletzten Zentimeter ausreizen möchte.
Fazit: Wer sich für einen ML interessiert und erstmals auf ein SUV dieser Größe umsteigt, sollte sich von den Abmessungen des Fahrzeugs nicht einschüchtern oder gar schockieren lassen. Das geht alles sehr schnell vorüber, wenn das Ding erstmal auf dem heimischen Parkplatz steht.