Tachobetrug: Wie Käufer von Gebrauchtwagen ihr Risiko begrenzen
"Stimmt der Tacho? Vor dieser Frage steht jeder, der einen Gebrauchtwagen kaufen will. Bei einem von drei Angeboten ist der Kilometerstand zurückgedreht, oft um mehr als 100 000 Kilometer, schätzt die Polizei. Die Manipulation ist strafbar – doch leider auch kinderleicht. Käufer können ihr Risiko aber eingrenzen."
Stiftung Warentest erklärt, worauf man achten sollte.
Neugierige Foristen können es hier lesen https://www.test.de/.../?...
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Zitat:
@v8.lover schrieb am 15. Januar 2018 um 12:27:46 Uhr:
...
Wäre in DE auch schön und machbar, nur komischerweise stellen sich Automobilindustrie und Co. dagegen... 🙄
😁 😁 😁 Tja. Deutsche Kunden gelten als unfassbar dämlich und wenig wehrhaft. Wie man auch so schön am "Diesel-Skandal" sieht.
26 Antworten
Zitat:
@S_C_R_A_M_B_L_E_R schrieb am 15. Januar 2018 um 17:23:10 Uhr:
Das freut mich für dich ...
Das freut mich für dich. 😁
Das nur bei hochpreisigen Wagen gedreht wird, kann ich so nicht bestätigen.
Ein besonders dreister Fall ist mir erst im letzten Jahr untergekommen, als ich einem Kumpel half einen gebrauchten und möglichst günstigen Kombi zu finden.
Skoda Octavia mit angeblich 150.000 km, aber im Innenraum abgeratzt, das kann man sich nicht vorstellen. Abgegriffenes Lenkrad, auf den Pedalen quasi kein Profil mehr im Gummi etc.
Die hatten sich nicht mal besondere Mühe gegeben, und das war ein Händler.
Gut - der fuhr als eigenes Auto auch einen Daimler in Goldmetallic mit überbreiten Alufelgen in Krummsäbeloptik 😁
Gerade in der untersten Preisklasse wird nach meiner Einschätzung viel gedreht, weil trotz relativ niedriger Preise viele Käufer vor Autos mit deutlich über 200.000 km zurückschrecken und alte Autos oft nicht mehr scheckheftgepflegt sind, was Betrug einfacher macht.
BTW hat Mazda schon seit Jahren ein elektronisches "Kundendienstheft" mit zentraler Datenbank.
Keine Ahnung, warum ausgerechnet die sogen. Premiummarken das nicht anbieten.
Zitat:
@kennex schrieb am 15. Januar 2018 um 20:44:12 Uhr:
Scheckheft ist bei Audi teils auch elektronisch. 😉
Bei Mercedes doch auch schon seit längerem. Aber da kommt der "normale" Kunde natürlich nicht dran 🙄
Als ich VW und Audi gefahren bin, kam ich auch nur über einen Bekannten - der bei VW arbeitet - an die Historien der Autos (du weißt dass ich dir das nicht geben darf usw...) 😉
Was das konkret mit Datenschutz zu tun hat? Keine Ahnung, denn es stehen keinerlei Personendaten in der Historie. Lediglich KM-Stände, Datum und was alles gemacht wurde. Noch nichtmal bei welchem Händler was gemacht wurde steht da drin.
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Zitat:
@faleX schrieb am 15. Januar 2018 um 13:56:51 Uhr:
Nun ja, in den USA legte VW neuerlich viel mehr zu als in Deutschland. Dort scheint man den Skandal schon längst vergessen zu haben.
Vergessen?
Nö, sicher nicht.
Aber sie haben VW verziehen.
Haben sie sich doch entschuldigt, und jeden betroffenen Käufer großzügig entschädigt.
DIe Käufer wissen, dass VW in den USA die Suppe auslöffelt, die sie den Kunden einbrocken.
Meinst Du, das würde es auch in Deutschland geben?
Sicher nicht. Dazu sind die Bürger hier zu dämlich und zu bescheiden, die Regierung ist zu unterwürfig gegenüber der Industrie, und der Clou:
Die Hersteller WISSEN DAS!
Zitat:
@S_C_R_A_M_B_L_E_R schrieb am 15. Januar 2018 um 15:43:39 Uhr:
Da hält sich Audi nur an Recht und Gesetz.
Ein ganz hervorragendes Beispiel dafür, wie Rechte und Gesetze in Deutschland zum Schutz der Verursacher gemacht werden.
Was das angeht, ticken die Gesetzgeber anderer Länder GANZ anders.
Zitat:
@newt3 schrieb am 15. Januar 2018 um 16:39:11 Uhr:
ich denke die "lüge" mit dem jeder dritte ist gedreht wird bewußt von den fahrzeugherstellern gestreut um potentielle gebrauchtwagenkäufer zu neuwagen zu locken.
Ich glaube nicht, dass das eine Lüge ist.
Vielmehr glaube ich, dass die Hersteller die massenhafte Manipulation freudig in Kauf nehmen (ich will nicht behaupten dass sie es fördern, aber sie tun wenig bis nichts dagegen).
Beschert es den Gebrauchtwagen ihrer Marke doch besonders hohe Restwerte.
Geht in die Richtung des fast werkzeuglos möglichen "Plug&Play" Naviklaus.
Warum etwas besser absichern, wenn man doch wirtschaftlich von jedem geklauten Gerät profitiert, weil man in 99% der Fälle dann ein Neugerät verkauft.
So liegts halt auch im Interesse des Herstellers, wenn sein Fahrzeug auf dem Gebrauchtmarkt regelmäßig einige Tausender mehr erzielt.
Ein sicher nicht ganz unwillkommenes Argument, um hohe Neupreise zu verargumentieren.
Zitat:
@Autobahnbewohner schrieb am 15. Januar 2018 um 20:24:46 Uhr:
BTW hat Mazda schon seit Jahren ein elektronisches "Kundendienstheft" mit zentraler Datenbank.
Keine Ahnung, warum ausgerechnet die sogen. Premiummarken das nicht anbieten.
Die machen das aber aus einem
ganzanderen Grund:
Ein Service in der freien Werkstatt taucht dort nämlich selbstveständlich nicht auf.
Der Hersteller braucht nun im Kulanzfall keine Scheckhefte mehr zu wälzen, ein Klick auf dem PC reicht aus.
Ein hervorragendes und einfaches Mittel also, um die Kunden zum Kundendienst beim Vertragshändler zu bewegen.
Zitat:
@MickyX schrieb am 16. Januar 2018 um 07:28:08 Uhr:
Bei Mercedes doch auch schon seit längerem. Aber da kommt der "normale" Kunde natürlich nicht dran 🙄
Klar kommt man da dran. Allerdings natürlich nur für das eigene Fahrzeug und natürlich auch nicht an die personengebundenen Daten.
Bei Mercedes kann sich übrigens auch jede freie Werkstatt für dieses System freischalten lassen und die Kundendienste anschließend dort eintragen.
Im Kulanzfall zählen natürlich trotzdem nur die bei Mercedes gemachten Services. Ist halt eine Belohnung für die Kunden, die dort viel Geld lassen.
Zitat:
@Matsches schrieb am 16. Januar 2018 um 13:18:48 Uhr:
[...
Warum etwas besser absichern, wenn man doch wirtschaftlich von jedem geklauten Gerät profitiert, weil man in 99% der Fälle dann ein Neugerät verkauft....
Eben. So funktioniert Marktwirtschaft, wenn der Kunde es mit sich machen lässt. Denn: "Er kann sich ja versichern". Klar. 🙄
Das drehen von Tachos gab es schon vor 30 Jahren.
Keine Ahnung, warum darüber so ein Hype gemacht wird.
Man kann sehr wohl gut aufpassen, man kann in einem Auto lesen, an einem Auto, und bei allem was dabei ist. Das fängt bei Rechnungen an, und hört bei TÜV-Berichten noch lange nicht auf. Das ja so viel gelobte Scheckheft tut letzteres noch dazu, ist aber def. nicht das wichtigste.
Sicher kann man trotzdem beschissen werden. Sind die Pedalgummis bis aufs Blech runter oder zumindest stark gebraucht, sondern neuwertig, hat ein Lenkrad, Schaltknauf oder Schalter Gebrauchsspuren bei einem Auto mit "nur" 100t Km, ist da was faul.
Besonderen Wert lege ich auf Rechnungen aller Art, bei den meisten werden Km-Stände notiert, TÜV-Berichte, Wartungen und RG dazu. Oder zB dem Scheibenwischerknopf, Lüftungs/Klimaknöpfe. Ist keine Farbe mehr auf dem Heizungssymbol, kann der nicht nur 100t runter haben, sondern eher 200t.
Fahrwerkskomponenten, Steinschläge, etc pp... ...es gibt so viel woran man sich etwas orientieren kann, und erkennen kann, ob ein Wagen 100 oder 200t runter hat.
Gruß Jörg.
Zitat:
@63er-joerg schrieb am 16. Januar 2018 um 14:12:31 Uhr:
Besonderen Wert lege ich auf Rechnungen aller Art, bei den meisten werden Km-Stände notiert, TÜV-Berichte, Wartungen und RG dazu.
Das sehe ich genauso, denn das alles plausibel zu fälschen, das ist alles andere als einfach.
Beim Verschleiß hingegen wäre ich vorsichtig. Meine letzten Autos hatten alle zum Schluss mehr als 200tkm auf der Uhr, aber du hättest das an keinem Detail wirklich erkannt.
Für den erfahrenen Käufer ist das auch alles eher kein Problem. Rechnungen usw. gibt es (vor allem bei Kommissionsfahrzeugen) beim Händler praktisch gar nie, sondern nur von privat.
Das Fahrzeug muss ein stimmiges Bild ergeben, doch auch da kann gemogelt werden. Der clevere Bescheisser ersetzt eben die üblichen "Indikatoren", sofern es keinen unverhältnismäßigen Aufwand macht.
Zitat:
@Blubber-AWD schrieb am 16. Januar 2018 um 14:01:28 Uhr:
Eben. So funktioniert Marktwirtschaft, wenn der Kunde es mit sich machen lässt. Denn: "Er kann sich ja versichern". Klar. 🙄
Ich glaube sogar der Kunde lässt das mit sich machen, WEIL er in der Regel versichert ist.
Eine WIN-WIN-Situation. In der Hand hätten es die Versicherung, durch entsprechende Prämien.
Aber auch das klappt nur, wenn die Konkurrenz mitzieht. Und das tut sie offenbar nicht.
Zitat:
@Blubber-AWD schrieb am 16. Januar 2018 um 14:23:50 Uhr:
Das Fahrzeug muss ein stimmiges Bild ergeben, doch auch da kann gemogelt werden. Der clevere Bescheisser ersetzt eben die üblichen "Indikatoren", sofern es keinen unverhältnismäßigen Aufwand macht.
Zumal z.B. neue Pedalgummis beim freundlichen Chinesen halt keine 5€ kosten.
Ich glaube aber nicht, dass Tachobetrug ein vorrangiges Problem von Onkel Hugo oder Tante Helga beim Verkauf ihres Jetta ist. Das läuft vielleicht eher gewerbsmäßig, und die Herren mit der schwarzen Weste verfügen dann auch über das entsprechende Know How und das Equipment.
Die bekommen dann auch das stimmige Bild hin.
Gebe ich heute mein Leasingfahrzeug zurück, dann geht das mit Sicherheit durch 3-5 Händlerhände, bis es dem nächsten Kunden angeboten wird.
Da ist für den Käufer kaum nachzuvollziehen wer nun wann was gemacht hat, falls er nach einem halben Jahr misstrauisch wird.
Ist jetzt zwar ein alter Hut, aber vor recht langer Zeit (ich denke es war in den 90ern) gab es mal einen Report in der AutoBILD über einen weißen 911er.
Zwischen dem damals aktuellem Angebot und dem letzten eingetragenen Halter lief das Fahrzeug über 6 Händler, und "verlor" dabei peu a peu 250.000 km.
Sicher extrem, und sicher gerade beim 911er der 90er Jahre ganz besonders einfach, aber es zeigt was läuft.