Streit um EU-Klimaziele für Autoindustrie

EU-Umweltkommissar Stavros Dimas will die Mitgliedsstaaten verpflichten, bei allen ab 2012 zugelassenen Autos den CO2-Ausstoß auf höchstens 120 Gramm pro Kilometer zu begrenzen.

(Das betrifft nicht jedes einzelne Auto sondern die Flotte eines Herstellers).

Die Autos deutscher Hersteller produzieren durchschnittlich 170 Gramm CO2 pro Kilometer

Im Jahr 1995wollten die EU-Umweltminister für 2005 einen Grenzwert von 120 Gramm CO2 verabschieden.
Die Autoindustrie ist damals Sturm dagegen gelaufen. Um den Beschluss zu verhindern, hat sie sich freiwillig verpflichtet, bis 2008 einen Grenzwert von 140 Gramm einzuhalten - und darauf hat die europäische Politik sich eingelassen. Da die Industrie ihr Versprechen aber voraussichtlich nicht halten wird, will die EU den Wert von 120 Gramm für 2012 nun verbindlich festschreiben.

116 Antworten

Hallo zusammen,

vielleicht sollten wir uns ein Beispiel an Ländern wie Brasilien nehmen. Dort wird zum Beispiel Ethanol schon seit den 80ern dem Benzin beigemischt. Das Benzin muss dort einen Mindestanteil von 25% Ethanol haben. Zwar reicht die Produktion nicht, um den gesamten bedarf zu decken, aber das ist doch wenigstens schon mal ein Anfang. Außerdem bieten dort auch Hersteller wie VW Ethanolmodelle mit sehr ökonomischen Motoren an (z.B. 1.0 City Totalflex). Warum gibt es so etwas nicht auch hier (es ist ja eindeutig Möglich)?
Und sonst kann man ja auf Kurzstrecken die öffentlichen Verkehrsmittel nutzen oder Fahrrad fahren ;-) ...

Hm... Dafür holzt man in Brasilien riesige Regenwälder ab.

Sollen angeblich auch für's Klima verantwortlich sein. 😉

Stimmt schon (nur hat Brasilien durch die Abholzung der Regenwälder in der Vergangenheit auch schon viel Anbaufläche die genutzt werden könnte). Außerdem sind die Arbeitsbedingungen beim Zuckerrohranbau schlecht. In Deutschland kann man ja z.B. Zuckerrüben zur Gewinnung nutzen (was ja auch schon gemacht wird). Das reicht zwar nicht für die Deckung des Bedarfs, aber es ist, wie gesagt, ein Anfang...

Na, da will ich doch noch einen Witz erzählen:

Ein schottischer Sohn kommt von der Schule nach Hause und sagt seinem Vater:

"Pappa, ich habe heute 3 Pfund gespart!"

Daraufhin lobt ihn der Vater und frägt: "Wie hast du denn das gemacht?"

"Statt mit dem Bus zu fahren bin ich hinter dem Bus hinterhergelaufen!" erwidert der Sohn!

Sofort kriegt er vom Vater eine Ohrfeige und der Vater schreit:

"Du Depp, wärst du einem Taxi hinterhergelaufen, hättest du das zehnfache gespart!"

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Was meine ich damit?
Nun, wenn jeder mit Tempomat 120 fahren würde und nicht ständig Vollgas, Bremsen, Vollgas wie Alltag auf unseren Autobahnen, dann würden wir viel weniger CO2- Ausstoss haben- ohne Gesetze, ohne Änderung der Fahrzeuge- nur anderer Fahrstil!
Bei Vollgas ist die Mehrzahl der Motoren nicht mehr lambdageregelt, sondern der Motor agiert nur noch unter Volllastanreicherung und säuft !

Dazu kommt noch die Verkehrsplanung in den Städten und Landkreisen!
Da werden 30 Zonen im Industriegebiet eingerichtet, aber 50 km/h an Kindergärten, Grüne-Welle gibts nicht bei Grüner Regierung, es werden Sackgassen angelegt, die früher Einbahnstrassen waren, bauliche Verengungen erstellt, die zu Bremsen, Gas geben, Bremsen führen, auf Landstrassen Tempo 70 an jeder dämlichen Kreuzung, wieder Bremsen-Beschleunigen usw....

Was das festhalten an Bewährtem angeht, im Gegensatz zu den meisten hier fahre ich Autogas, das auch aus Biomasse gewonnen wird (derzeit noch der Grossteil bei der Erdölförderung, wurde früher abgefackelt!)

Warum soll ich z.B. einen 3l-Lupo kaufen, mit dem langsamfahren keinen Spass mach und der dann bei 160 km/h dann doch 5 Liter säuft, eine defekte Magnesiumfelge 1000 Euro kostet, nach 35000 km das Getriebe defekt ist und der Fahrersitz durchgebrochen ist?
(Erfahrungen eines Freundes, der das Auto gewonnen hat, also eigentlich kein Grund zu Klage🙂)

Ethanol führt derzeit in den USA zu einem Boom, der in Mexiko zu Hungersnöten führt, da kein Mais zu vernünftigen Preisen mehr zu haben ist, also auch keine Lösung des Problems.

Wer allerdings einmal in den Staaten war und mit einem dicken Mietwagen mehrere tausend Meilen abspulte, der weiss einen Tempomat mit Automatik und sattem Hubraum zu schätzen, wenngleich dieser im Schnitt mit 8.7 Liter/100 km Normalbenzin supersparsam war!

Aber einem genialen Erfinder, der aus Müll sehr günstig Diesel erzeugen kann (23 Cent/Liter) versperrt man mit Deutscher Gründlichkeit den Weg, man hätte ja noch keine passende Steuer parat...! Somit wandert der natürlich ins Ausland ab...

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@DonC: Da muss ich voll und ganz zustimmen.

Zitat:

Hm... Dafür holzt man in Brasilien riesige Regenwälder ab.

Jain, so ist das nicht ganz richtig. Bei der weltweiten Abholzung (das trifft ja nicht nur Brasilien) geht es beileibe nicht nur um landwirtschaftliche Nutzflächen - immense Teile werden brandgerodet für die Viehwirtschaft, als Bauholz verwendet usw. usf. In Ländern wie China (incl. Hongkong), Thailand usw. usf. in denen gigantische Bauvorhaben umgesetzt werden, wird (man glaubt es kaum) z.B. der Gerüstbau auch heute noch aus HOLZ hochgezogen, der Bauholzbedarf ist riesig und das Zeug fliegt danach auf den Müll (sieht komisch aus... Stahl/Glas Palast mit Holzgerüst...!). Auch überraschend (hab ich gelesen): Selbst die Essstäbchen (Einweg) machen gigantische Mengen aus (kein Witz!).

Witzig finde ich an jeder solchen Diskussion immer, dass im Endeffekt jeder immer wieder auf die gleiche Kernaussage kommt (indirekt halt...): Das Problem sind nicht die Möglichkeiten, das Problem ist die Kapital- Gewinn- und Marktmachtorientierung der tatsächlichen Entscheiderebene. Mal drüber nachdenken.... 😉
Will sagen, die Diskussionen sind idR sehr interessant, aber am Problemkern vorbei.... Möglichkeiten gibt es genügend, es gibt nur leider genügend Leute, die das blockieren... denen muss Feuer unter dem Arsch gemacht werden, das und das wie wären ein zielführendes Thema 😉

Zitat:

Original geschrieben von tec-doc


 

Jain, so ist das nicht ganz richtig. Bei der weltweiten Abholzung (das trifft ja nicht nur Brasilien) geht es beileibe nicht nur um landwirtschaftliche Nutzflächen - immense Teile werden brandgerodet für die Viehwirtschaft, als Bauholz verwendet usw. usf. In Ländern wie China (incl. Hongkong), Thailand usw. usf. in denen gigantische Bauvorhaben umgesetzt werden, wird (man glaubt es kaum) z.B. der Gerüstbau auch heute noch aus HOLZ hochgezogen, der Bauholzbedarf ist riesig und das Zeug fliegt danach auf den Müll (sieht komisch aus... Stahl/Glas Palast mit Holzgerüst...!).

Du meinst, Bambus.

Bambus ist aber ein schnell nachwachsender Rohstoff, er wächst bis zu 1m pro Tag.

In den USA werden zur Zeit Versuche gemacht aus Citrusschalen, die bei der Saftherstellung als Abfall anfallen, Ethanol zu machen. Letztlich kann man ja aus jeder Art von Cellulose (Holz usw.) Zucker und damit auch Ethanol herstellen.
Man ist also nicht unbedingt auf Nahrungsmittel angewiesen.

Mach mal aus Bambus Schalholz... 😉
Aber richtig, Bambus wird natürlich auch verwendet.
War aber nur als "Randbemerkung" gedacht, geht mir nur darum, dass die klimarelevante Rodung nur teilweise in unser Thema reinreicht... ich denke schon, dass sich für den Rohstoffhandel in Sachen Sprit eine für alle nützliche und auch verträgliche Lösung finden liese ... wenn man denn will...

Ok, mal paar Vorschläge von mir.

- Die Autos die einen höheren CO2 Ausstoß haben als üblich, sollen teurer besteuert werden (gerecht)

- Den Stadtverkehr entlasten

- Den Leuten zeigen, wie man Auto fährt (ey, jo voll cool mit den dritten Gang durch den Ort zu fahren)

- Ampelschaltungen (da geht einiges)

Bei den Autos....

Sehen wie man Gewicht einspaaren kann, dafür weniger Leistung.

Und weil die meisten Autoahrer eben nicht fahren können...

Automatik wie die Multitronic/DSG von VW/Audi. So fährt man immer am besten, da sie sich anpassen kann.

fürs sparsame Autofahren ist zB diese Verbrauchs und Kraftflußanzeige im Prius echt gut.

Ampelschaltungen?

Es gäbe da den viel effektiveren Kreisverkehr.
Leider setzt er sich in D gegen Ampeln sehr schwer durch.

Zitat:

Original geschrieben von Cleandevil


Ampelschaltungen?

Es gäbe da den viel effektiveren Kreisverkehr.
Leider setzt er sich in D gegen Ampeln sehr schwer durch.

Da hast du Recht. Aber viele Leute checken nicht, dass man blinken muss, wenn man den Kreisverkehr verlässt.

Das hat zu Folge, dass man länger steht, weil man ja nicht weiß wohin der will.

Die Autofahrer sind einfach Ignoranten!

Und Chiptuning etc, alles verbieten. Die ALTEN Autos machen vor allem die Umwelt kaputt, nicht die neuen.

Und warum sollen wir immer mehr blechen, wenn die Bundeswehr mehrere tausend Liter Dieselkrafstoff für ihre Mecklenburg V. verbraucht?

So geht das nicht.

Vielleicht sollte man auch mal darüber nachdenken die Kreisel zu verbessern. In GB z.B. sind die so gebaut das man ohne zu bremsen und wieder zu beschleunigen durchkommt, in Deutschland ist es leider das Gegenteil. Und dann gibt es da noch die Kreisel in denen Busse und LKWs hängen bleiben weil sie so eng sind...

...und warum muss so ein dämlicher Kreisel rund sein? Ganz einfach: Es heisst Kreisverkehr und da ein Kreis in Deutschland exakt rund sein muss, ist der Kreisverkehr rund...auch wenn er elliptisch in Richtung des Hauptverkehrs wesentlich besser wäre

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