Sind die deutschen Autobahnen noch zu retten?

Auf der Fahrt in den Sommerurlaub hab ich meinen Kindern mal eine sinnvolle Aufgabe gegeben. Sie sollten alle Baustellen zählen die wir aufm Weg nach Italien passieren : das taten sie/wir auch fleißig und kamen zu folgendem Ergebnis

Deutschland: 27 Baustellen auf 685km= Also im Schnitt alle 25km eine

Österreich: 5 Baustellen auf gut 200km= alle 40km eine

Italien: nur 1 Bausteine m auf 200km!!!

Können wir keine Autobahnen mehr bauen oder was? Man meint man fährt in nem Drittwelt Land rum!

Und dafür noch Maut kassieren wollen?!

Weiß nicht ob's nur mir so geht aber ich meine nur noch von einer Baustelle zur nächsten zu fahren. Und kaum ist eine fertig wird die nächste ein paar Meter weiter aufgeschlagen...

Schlimm...

Beste Antwort im Thema

Bevor man sich aufregt sollte man als gebildeter Mensch wissen, das diese Situation jedes Jahr die gleiche ist. Immerhin berichten die Medien jedes Jahr im Sommerloch davon. Die Sommerferien sind die längsten ferien des Jahres. Aufgrund des nicht so starken Berufsverkehrs in den Stoßzeiten lohnt es sich Baustellen einzurichten um die Fahrbahnen zu sanieren. Kleine Autobahnen werden in dieser Zeit sogar komplett gesperrt um innerhalb dieser paar Wochen fertig zu sein. Das gute Wetter sorgt außerdem für das zügige vorankommen der Arbeiten.
Sowas weiß man doch als selbsternannter Verkehrsminister... 😛

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Bei der A8 nicht verwunderlich. Obwohl sie mit die wichtigste West/Ost Verbindung darstellt, wurde sie über jahrzehnte vernachlässigt und ihr Ausbauzustand als auch die Erhaltung auf die lange Bank geschoben. Auf manchen Teilen entspricht sie noch weitestgehend der RAB 26 (Fehlende Standstreifen, Breite, Auslegung der Ab-/Zufahrten). Nun ist die Kacke am Dampfen... denn das ganze muss jetzt nachgeholt werden. Derzeit ist die Strecke wirklich eine Katastrophe.

Zitat:

Original geschrieben von Beethoven


Die Baustellen sind doch gerade der Beweis dafür, dass wir Geld für den Erhalt unserer Infrastruktur ausgeben. Wenn es keine Baustellen gäbe, würde mir das Sorgen machen.

Was ist denn das für ein Quatsch?

Wir investieren nicht die Bohne in Infrastruktur- wir tun nur so. Aufträge werden immer an den billigsten Anbieter vergeben. Aktuell liegen die Angebote unter 10% von dem dem was die Sache wert wäre. Benötigt der Auftragnehmer letztendlich 20% wird von einer Kostenexplosion gesprochen. Und niemand will begreifen wo das eigentliche Problem liegt! Hauptsache: billig!

Ich weiß von Bekannten die Einblick haben, dass es durchaus Optimierungspotential geben würde. Nicht selten kommen Bauarbeiten nicht voran weil die Haushaltsmittel dafür nach einem Zeitplan freigegeben werden, der nicht dem Fortschritt der Bauarbeiten entspricht. Auch könnten manche Bauarbeiten zuzsammengefasst werden. Beispielsweise eine Erneuerung des Standstreifens und die Errichtung von Lärmschutzwänden (nur als Beispiel). Leider ist die Fahrbahnerneuerung für 2014 projektiert, die Lärmschutzwände aber erst 2015. Also werden die Arbeiten nacheinander ausgeführt und die Bauarbeiten ziehen sich doppelt so lange hin. Oder man findet den lustigen Fall dass eine Baustelle abgeräumt wird und noch bevor die letzten Reste weg sind kommt eine andere Kolonne und richtet eine neue ein.

Hätten wir in D ein anderes Klima, nicht so wechselhaft, hätten wir auch bessere Autobahnen. Hitze, Feuchtigkeit, Frost, Tauwetter...Salz in Massen..., dazu ätzenden Transitverkehr, das macht den Autobahnen zu schaffen.

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Ich glaube, daß die Ausschreibungen die Sache an sich zerstören...

Immer billiger, billiger... Koste es was es wolle!!!

Von einem bekannten Bauunternehmer weiß ich, daß die großen Straßenbauunternehmen eigene Rechtsabteilungen haben um den Kampf mit den niedrigen Preisen mit irgendwelchen Verfahrensfehlern halbwegs wieder auszubügeln.

Kann ein Termin z.B. nicht eingehalten werden, sollen sogar grüne Aktivisten eingeschaltet (bezahlt) werden um irgendwelche Störche, Wühl- oder Fledermäuse dort zu finden...

Es steht in den Gesetzen klipp und klar drin: Der Auftraggeber hat für den notwendigen Kostenrahmen zu sorgen. Mit anderen Worten: Der Auftraggeber freut sich das viele weit unter Herstellungskosten anbieten und nimmt dann den billigsten. Und das obwohl der Auftraggeber genau weis, das dies zu den Preisen nicht machbar ist. Er macht es aber trotzdem. Und so lange er das tut braucht sich niemand über Kostenexplosionen zu beschweren. Denn die Vergabeart hat System. Und niemand - seitens der öffentlichen Hand- ist bereit dies zu ändern. Lieber werden gar keine Aufträge vergeben, als auskömmliche Preise zu akzeptieren.

Hier werden Äpfel mit Melonen und Schlangengurken verglichen. Oder hat schon jemand gecheckt, das es im Össiland und Italien Geschwindigkeitsbeschränkungen gibt?
Mir wurde zwar mal von MT-Usern gesagt, dass man mit "freier Fahrt" keine Straße kaputt fahren kann ... Die Baustellen in Deutschland sprechen eine andere Sprache.
Ne, ist schon schizophren sich über Geschwindigkeitsbeschränkungen aufregen aber die logischen Folgen (Hier Baustellen) will auch niemand akzeptieren ...

Lustig, wir leben "Geiz ist Geil" vor, aber die öffentliche Hand soll aus dem vollen schöpfen.

DUSCH MICH ........... aber, mach mich nicht nass ...
Oder: Freie Fahrt für Alle und ohne Baustellen. Zahlen sollen aber andere ...
Klingelt es da immer noch nicht???

Wer einmal bei Regen die Strecke Bologna-Napoli gefahren ist, wird zu dem Schluss kommen, dass Italien definitiv bessere Autobahnen baut als wir (500 km Drainageasfalt!)

Allerdings lassen sie sich das auch gut bezahlen, mit ca. 30€ für die einfache Strecke...

Habe ein Spiel auch für 2-Jährige, zählt mal die arbeitenden Bauarbeiter auf 600 km Bundesautobahnbaustelle.

Ich denke es wird eine kleine einstellige Zahl werden.😁😁😁

Zitat:

Original geschrieben von tartra


Habe ein Spiel auch für 2-Jährige, zählt mal die arbeitenden Bauarbeiter auf 600 km Bundesautobahnbaustelle.

Ich denke es wird eine kleine einstellige Zahl werden.😁😁😁

So ist es😁

Und die Baumaschinen kosten wohl auch nix mehr...

Bei uns standen zwei Bagger von Okt bis März unbenutzt auf einer Baustelle...

Zitat:

Original geschrieben von F-X5


So ist es😁

Und die Baumaschinen kosten wohl auch nix mehr...

Bei uns standen zwei Bagger von Okt bis März unbenutzt auf einer Baustelle...

Gebaut wird ausschließlich dann, wenn die Abschlagsrechnungen beglichen wurden.

Kein Billig- Anbieter kann es sich leisten auch nur mit einem Cent in Vorkasse zu gehen.

Passt dem Bauhernn was nicht bezahlt er die Zwischenrechnungen nicht, oder oft will er nicht zahlen, so legt er zwangsläufig die Baustelle lahm. Mit dem Bauunternehmen hat das nicht zwingend etwas zu tun.

Noch Fragen, Hauser?

Zitat:

Original geschrieben von F-X5


Ich glaube, dass die Qualität der Arbeiten nicht stimmt!

Wenn ich mir die A3 Köln/Frankfurt so ansehe, das Geflicke dort ist ja zum heulen.

Viele neu gemachte Abschnitte sind nach nur wenigen Jahren wieder nur Bruch!

Was wird da nur getrieben?

Als jemand der seit ca. 15 Jahren diese Strecke rauf und runter fährt, mehrmals im Monat, möchte ich hier ergänzen, dass es eine ganze Reihe an Jahren gab wo es kaum oder keine Baustellen auf der Strecke gab. Vor etwa 2 Jahren hat man angefangen hier intensiv Reparaturen nachzuholen. Dadurch gibt es meist so zwischen 6-7 Baustellen auf der Strecke und nur wenige Wochen im Jahr wo man mal normal durchfahren kann. Es sind allerdings nicht immer die gleichen Stellen, sondern versetzt jeweils andere Stellen die repariert werden. Manchmal sind es lange Teilstücke (5-6km am Stück) manchmal auch nur kurze.

Wenn man mal im Schnitt von 2- 2,5 km pro Baustelle ausgeht, und zu einem Zeitpunkt von 6-8 aktiven Baustellen die ca 12 Wochen je Baustelle brauchen und dann jeweils 4 Wochen "pause", dann werden sie wohl etwa auf 40-50km pro Jahr die Deckschicht erneuern von den 190km. Die Brücken gehen natürlich extra (dauert länger...). Ich denke mal in 1-2 Jahren ist man irgendwann mal durch und hat dann wieder für 8-10 Jahre Ruhe.

Warum Deutschland mehr Reparaturen hat als Italien oder Deutschland ist auch ganz einfach erklärt: Der Transit-Lastverkehr ist in Deutschland um ein vielfaches höher, was die Straßen erheblich stärker belastet. Vergleich mal den Anteil an gefahrenen LKW-Kilometern mit existierenden Autobahn-km in Deutschland und dann einmal in Italien.

Desweiteren ist das Wetter in D viel kritischer als in Italien. Gerade die Temperaturen um den Nullpunkt wo es immer wieder taut und erneut friert setzen der Straße zu. Das ist in Schweden oder in Italien viel weniger kritisch. Österreich wird hier sicherlich ähnlich belastet sein wie Deutschland - aber ich denke der Unterschied ist einfach, dass die Österreicher versuchen alle Reparaturen aus der Hauptferienzeit herauszuhalten, und die meisten Deutschen die österreischichen Strecken nur aus der Urlaubszeit kennen (also einfach nicht sehen wenn dort repariert wird). Das ist der gleiche Trugschluss wie zu glauben im europäischen Ausland ist der Autoverkehr soviel entspannter, weil man dort als Deutscher nur die Landstrassen und nur außerhalb der Berufsverkehrszeiten sieht und sie mit Deutschland vergleicht mit Ballungsgebieten zur zur Berufsverkehrzeit. Wer mal in oder um Paris, Rom, Barcelona, Madrid, etc.pp im Verufsverkehr unterwegs war, der weiß es besser. ; )

Original geschrieben von Sencer

Zitat:

Original geschrieben von F-X5


Ich denke mal in 1-2 Jahren ist man irgendwann mal durch und hat dann wieder für 8-10 Jahre Ruhe.

Woher nimmst du dieses Halbwissen?

Besonders in NRW ist in den letzten 30 Jahren kein Cent in die Bauwerkserhaltung von Brücken geflossen. Bei der DB, auf Bundesebene, sieht es noch schlimmer aus. Dahinter steckt ein System:

Neu Bauen und mit immer weniger Mitteln unterhalten. Nach 15 Jahren sind die Anlagen abgewirtschaftet. Halten sie dann noch mal 20 Jahre und braucht man dann abermals 10-15 Jahre für den Neubau, so ist es für den Bund doch ein lohnendes Geschäft. Und wer jetzt noch behauptet "Das gibt´s nicht" sollte sich mal genau umsehen- sehr genau bitte. Noch Fragen Hauser?

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