Risiken beim Kauf eines Diesel-Neuwagens

Hallo,
da bei mir die Neubeschaffung eines Fahrzeugs ansteht und ich durch die aktuelle Diskussion doch sehr stark verunsichert bin, stellt sich für mich die Frage, welche "Risiken" ich eingehe, wenn ich jetzt wieder einen Diesel mit der aktuellen Euro 6d-Temp-Norm kaufe.
Risiken:
- Fahrverbote: Ist bis in ein paar Jahren auch mit Fahrverboten für Euro 6d-Temp zu rechnen und das auch
noch in evtl. viel kleineren Städten als die bisher bekannten.
- Wertverlust: Die Herstellen locken derzeit mit erheblichen Nachlässen (beim Touran z.B. an die 4.000 Euro)
wenn ein Diesel gekauft wird. Die Frage ist aber, ob und mit welchen zusätzlichen Verlusten (im Vergleich
zu einem Benziner) kann ich in ein paar Jahren überhaupt noch einen Diesel-PKW verkaufen.
- Weitere gesetzliche Auflagen und Beschränkungen und sonstige Risiken, an die ich jetzt noch gar nicht denke.

Bisher war ich eigentlich der Auffassung, dass ein Auto das heute ganz regulär nach der aktuellen Norm gekauft und zugelassen wird auch während seiner normalen Lebensdauer genutzt werden kann. Die Dieselfahrer (Euro 1 bis 4) können dies nun leider nicht mehr tun. Da ich auf dem Land lebe und selten nach Stuttgart muss, würde mich dies nur am Rande treffen, wäre aber trotzdem sehr ärgerlich, wenn man mit einem neuen Auto nicht mehr nach Stuttgart fahren könnte.

Wie bewertet ihr diese Problematik? Kann man auf dem Lande noch das Risiko eines Diesel-Neuwagenkaufs eingehen oder nicht?

Beste Antwort im Thema

Warum immer alle nach Stuttgart fahren wollen? Ich war schon einmal dort, lohnt sich nicht!
OpenAirFan

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Zitat:

@Volvoluder schrieb am 21. Januar 2019 um 00:38:03 Uhr:


Ist aber ohnehin hier ot, da der TE ja ein Fahrzeug mit Euro6-TEMP kaufen möchte. Weiß gar nicht, ob es überhaupt Saugrohrbenznieinspritzer mit Euro 6-TEMP zu kaufen gibt?

So wie ich es verstanden habe, ist die Um-Etikettierung auf 6d-temp bei den Saugern nicht so dringend, da es bei ihnen schon bei 6c keine Betrügereien zu beanstanden gibt. Mein Wägelchen, Baujahr 2018, hat 6c, wäre aber wohl so manchem Nutzer "zu wenig Auto" (ist eins der Aygo-Geschwisterchen). Mir reicht es jedenfalls und ich finde es ökonomisch optimal und je mehr ich mich mit dem Thema beschäftige desto mehr auch ökologisch auf Jahre hinaus eine gute Wahl.

Zitat:

@mg18 schrieb am 21. Januar 2019 um 00:48:53 Uhr:



So wie ich es verstanden habe, ist die Um-Etikettierung auf 6d-temp bei den Saugern nicht so dringend, da es bei ihnen schon bei 6c keine Betrügereien zu beanstanden gibt. Mein Wägelchen, Baujahr 2018, hat 6c, wäre aber wohl so manchem Nutzer "zu wenig Auto" (ist eins der Aygo-Geschwisterchen). Mir reicht es jedenfalls und ich finde es ökonomisch optimal und je mehr ich mich mit dem Thema beschäftige desto mehr auch ökologisch auf Jahre hinaus eine gute Wahl.

Wenn Du da mal nicht auf dem Holzweg bist.
Natürlich gab es keine Berichte über Betrügereien bei Euro 6c Benzinern.
Das lag aber nicht daran dass diese besonders sauber sind, sondern daran dass manche Dinge bei diesen Fahrzeugen einfach keine Rolle gespielt haben.

Mein alter (dem Vernehmen nach hochgiftiger Euro 5 Diesel (sogar noch ein Betrugsdiesel von VW)) hatte nach 4 Jahren und 80.000km ein Auspuffrohr, bei dem man beim innen durchwischen ein Taschentuch außer durch den haftenden Straßenstaub nicht schmutzig machte.
Bei meinem neuer Benziner (Ez. 2018, Euronorm 6c) tropft bei feuchtem Wetter schon im Stand links und rechts die pechschwarze Rußbrühe aus den Endrohren. Innen ist alles schwarz wie die Nacht, wie bei einem Diesel der 90er Jahre.

Bereits heute ist die Gesundheitsgefährdung durch diese Autos in aller Munde, entsprechende Klagevorhaben wurden ja bereits angekündigt.
Wenn solche Autos nicht die nächsten sind die am Pranger stehen, fresse ich einen Besen mitsamt Stiel.

Und nein, mit einer "Umetikettierung" (c-->d) ist es leider nicht getan. Der eine muss nämlich auf dem Prüfstand seine Werte einhalten, der andere dummerweise auch während des Realbetriebs.

Zitat:

@Matsches schrieb am 21. Januar 2019 um 08:52:11 Uhr:


Mein alter (dem Vernehmen nach hochgiftiger Euro 5 Diesel (sogar noch ein Betrugsdiesel von VW)) hatte nach 4 Jahren und 80.000km ein Auspuffrohr, bei dem man beim innen durchwischen ein Taschentuch außer durch den haftenden Straßenstaub nicht schmutzig machte.
Bei meinem neuer Benziner (Ez. 2018, Euronorm 6c) tropft bei feuchtem Wetter schon im Stand links und rechts die pechschwarze Rußbrühe aus den Endrohren. Innen ist alles schwarz wie die Nacht, wie bei einem Diesel der 90er Jahre.

Das ist zwar ein plakatives Beispiel, aber leider an der Sache vorbei. Beim Diesel geht's um NOx. Die sieht man nicht und sie verursachen im Auspuffrohr auch keinen abwischbaren Belag.

Und klar, die Benzin-DI sind rußtechnisch eine Nummer für sich. OPF's werden helfen, aber letztendlich haben die Dinger dann potentiell die gleichen Probleme wie die Diesel, also imho auch keine gute Lösung.

Schadstofftechnisch führt nichts an einem ordendlich dimensionierten Saugrohreinspritzer vorbei. Meinetwegen auch mit kombinierter Einspritzung, wobei ich da auch schon wieder skeptisch bin.

BTW: Die Auspuffrohre meines Subaru (135.000km, 2.5er-Saugrohreinspritzer) sind ebenfalls noch sehr sauber. Nicht so sauber wie ein DPF-Diesel, aber das Metall schimmert noch durch.

Grüße,
Zeph

Zitat:

@Zephyroth schrieb am 21. Januar 2019 um 09:20:16 Uhr:



Das ist zwar ein plakatives Beispiel, aber leider an der Sache vorbei. Beim Diesel geht's um NOx. Die sieht man nicht und sie verursachen im Auspuffrohr auch keinen abwischbaren Belag.

Und klar, die Benzin-DI sind rußtechnisch eine Nummer für sich. OPF's werden helfen, aber letztendlich haben die Dinger dann potentiell die gleichen Probleme wie die Diesel, also imho auch keine gute Lösung.

Nö, nicht nur.
Hier schrieb jemand, er sei mit seinem Euro 6c Benziner über Jahre hinaus auf der sicheren Seite.
Mein Beispiel sollte zeigen (dazu die vielleicht tatsächlich plakativ-anschauliche Schiulderung des Rußdrecks der beidseitig aus den Endrohren trieft) dass dies nicht zutreffend ist, da diese Benziner (aus gutem Grund) die nächsten sein werden die an die Reihe kommen.
Zwar aus anderem Grund (Feinstaub anstatt NOx), aber unterm Strich ebenfalls aus Gründen der Luftreinhaltung in den Städten.
WARUM ein Auto nicht mehr in die Stadt darf, wird für den Fahrer möglicherweise eher zweitrangig sein. Draußen muss er so oder so bleiben.
Es wird keine Ruhe geben, solange noch verbrennergetriebene Fahrzeuge in den Städten unterwegs sind. Aus welchen Gründen diese dann ausgesperrt werden, da lassen wir uns gerne überraschen.

Ist schon richtig. Bei den AKTUELLEN Fahrverboten gings um NOx. Bei der letzten Welle (vor Jahren) ging es um den Feinstaub der Diesel und bei der nächsten wirds eben um den Feinstaub bei Benzinern gehen.

Beim übernächsten?
Vielleicht um den Bremsenabrieb der Elektroautos, keine Ahnung.

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Ich geb' dir schon recht, bei dem derzeitigem Herumgeeiere kann man sich nicht sicher sein, welche Autos es erwischt. Ich bin ja auch auf Autosuche, derzeit sieht's nach einem Prius+ aus.

Kriterien:

+ kein Diesel
+ kein Benzin-DI
+ Automatik
+ wenn geht mit Allrad

CO2 sehe ich als nachrangig, deswegen wird man Autos nicht aus Städten aussperren, weil's nicht gesundheitsschädlich ist. Maximal kostet's mehr.

Deswegen ist auch noch eine Chevy Blazer mit 4.3er-V6 im Rennen. Säuft 14l/100km, als Saugrohreinspritzer aber Feinstaub und NOx frei. Der wäre für den anberaumten Zeitraum mit den TCO's unter einem Prius+. Und ausgesperrt wird er auch nicht.

Grüße,
Zeph

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