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Restwertangebot gegnerischer Versicherung obwohl Reparaturkosten niedriger als WBA

Themenstarteram 8. Januar 2018 um 19:44

Hallo,

ich hatte vor ca. zwei Monaten einen kleinen Unfall auf einem Parkplatz. Dabei lag die Schuld auf der gegnerischen Seite. Nach dem Schadensgutachten durch einen unparteiischen Gutachter wurden folgende Werte ermittelt:

Wiederbeschaffungswert: 4.500 €

Restwert: 350 €

Reparaturkosten: ca. 3.357 €

Somit liegen die Reparaturkosten unter dem Wiederbeschaffungswert und auch unter dem Wiederbeschaffungsaufwand. Die gegnerische Versicherung müsste also die Reparaturkosten bezahlen.

Nun erhielt ich jedoch von der gegnerischen Versicherung ein Schreiben mit einem eigenen Restwertangebot in der Höhe von 1.600 €. Hier werde ich auch gleichzeitig auf die Schadenminderungspflicht meinerseits hingewiesen. Der Wiederbeschaffungsaufwand nach Ansicht der Versicherung beläuft sich dadurch auf ca. 2.900 € und liegt damit unter den Reparaturkosten.

Ich würde gerne das Auto reparieren und weiter nutzen. Meine Frage lautet daher: Muss ich das Restwertangebot der Versicherung nun wegen der Schadenminderungspflicht wahrnehmen oder habe ich trotz Angebot Anspruch auf die Reparaturkosten, die aus dem Schadensgutachten hervorgehen?

Vielen Dank im Voraus für eure Antworten!

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48 Antworten

Wer sagt denn, dass die Versicherung die Reparaturkosten einer fachgerechten Reparatur lt. Gutachten kürzen will.

Ich erkenne nur ein Restwertangebot, das über dem des Gutachtens liegt.

Wie das bei fiktiver Abrechnung von einem Gericht gewürdigt wird, möchte ich nicht beurteilen.

Da kommt die Versicherung mit einem Restwertgebot, das sie wahrscheinlich mit Hilfe einer strafbaren Urheberrechtsverletzung besorgt hat. Dann wird die Geschädigte belogen und ihr wird eine Pflicht vorgegaukelt, die es gar nicht gibt, Beides mit dem Ziel, sich auf Kosten der Geschädigten unrechtmäßig zu bereichern.

Trotzdem kommen immer Einige um die Ecke mit der Empfehlung, Anwalt brauchst Du nicht, die Versicherung macht schon Alles richtig. Gleichzeitig kommt dann mehrfach der Ratschlag, doch lieber in der Werkstatt nach Gutachten reparieren zu lassen, obwohl die TE deutlich geschrieben hat, fiktiv abrechnen zu wollen, genau so, wie es das Gesetz eindeutig aussagt.

Geht's eigentlich noch? Was soll das?

Offensichtlich halten Einige das unsägliche Gebaren mancher Versicherung nicht nur für normal, sondern auch für legitim...:mad:

Wenn er fiktiv abrechnet bekommt er 2800,00 von der Versicherung, ist doch weniger als 2900,00

Welche Ansichten hier von wem vertreten werden ist schon klar, leider halten sich Gerichte nicht daran, was mancher hier meint.

Wir wissen nicht, welches Reparaturvariante der Versicherung bisher mitgeteilt wurde, daher ist es auch müßig zu spekulieren.

Ich empfehle jedenfalls etwas vorsichtig zu agieren, sonst könnte der Schuss nach hinten los gehen.

Ich empfehle nur Vorgehensweisen, die ich selbst so angehen würde, auch wenn es leichter ist, anderen nach dem Mund zu reden.

Zitat:

@Oetteken schrieb am 9. Januar 2018 um 22:36:30 Uhr:

Welche Ansichten hier von wem vertreten werden ist schon klar, leider halten sich Gerichte nicht daran, was mancher hier meint.

Es geht weder um Ansichten noch um Meinungen. Es geht darum, was das Gesetz vorschreibt. Und an dieses Gesetz hat sich jedes Gericht zu halten!

Zitat:

Wir wissen nicht, welches Reparaturvariante der Versicherung bisher mitgeteilt wurde, daher ist es auch müßig zu spekulieren.

Die Schadenshöhe wurde der Versicherung per Gutachten mitgeteilt, danach hat sie zu regulieren, ohne wenn und aber. Ob und wie der Geschädigte zu reparieren gedenkt, geht die Versicherung einen feuchten Kehricht an!

Zitat:

Ich empfehle jedenfalls etwas vorsichtig zu agieren, sonst könnte der Schuss nach hinten los gehen.

Ich empfehle nur Vorgehensweisen, die ich selbst so angehen würde, auch wenn es leichter ist, anderen nach dem Mund zu reden.

Du kannst für Dich auch machen was Du für richtig hältst. Es ist aber mit Sicherheit nicht zielführend, jemanden, der unsicher ist, mit unsinnigen Empfehlungen noch weiter zu verunsichern.

Kann hier rrwraith vollstens zustimmen.

Meine Vorgehensweise wäre auf alle Fälle erstmal direkt zum Anwalt und anschliessend die Kohle kassieren (fiktiv abrechnen) und wenn nötig, günstig reparieren.

Wahrscheinlich sind das nur Paar Beulchen und Kratzer, die nicht Sicherheitsrelevant sind.

Die könnte man für ein Paar hunderter instandsetzen.

Zitat:

@munition76 schrieb am 10. Januar 2018 um 02:04:31 Uhr:

Kann hier rrwraith vollstens zustimmen.

Ich - leider - nicht. Es ist nach gängiger Rechtsprechung legitim dass die Versicherung versucht ein höheres Restwertgebot einzuholen. Hat sie eins und benennte es kommt es dann zum Tragen wenn der Geschädigte sein Auto verkauft, also weder repariert noch ein Integritätsinteresse durch Weiternuztung relevant ist. Der Geschädigte muss aber nicht auf ein höheres Angebot warten, hat er vorher verkauft ist der Drops gelutscht.

Nicht zulässig ist es wenn die Versicherung pauschal versuchen nach dem höheren Gebot abzurechnen und so tun als wenn der Geschädigte keine andere Wahl als die Totalschadenabrechnung hat.

Das soll ein Geschädigter der vielleicht mal alle 10 Jahre einen Unfall hat alles ohne Anwalt wissen und durchgesetzt bekommen?

Zitat:

@Moers75 schrieb am 10. Januar 2018 um 09:36:12 Uhr:

Zitat:

@munition76 schrieb am 10. Januar 2018 um 02:04:31 Uhr:

Kann hier rrwraith vollstens zustimmen.

Ich - leider - nicht. Es ist nach gängiger Rechtsprechung legitim dass die Versicherung versucht ein höheres Restwertgebot einzuholen.

M.E. greift das hier nicht. Nach den Daten im Gutachten handelt es sich um einen reinen Reparaturschaden, da die Instandsetzungskosten den Wiederbeschaffungsaufwand nicht übersteigen. Die Versicherung hat hier überhaupt keine Restwertangebote einzuholen und die Geschädigte kann diese getrost ignorieren.

Tante Edit meint: nach nochmaligem Lesen des Eingangsposts finde ich die Zahlen aus dem Gutachten allerdings auch etwas seltsam. Wie kann ein Fahrzeug, das ohne Schaden 4.500 Euro wert ist (WBW) nach einem Schaden für 3.350 Euro nur noch 350 Euro wert sein?

Zitat:

@Moers75 schrieb am 10. Januar 2018 um 09:36:12 Uhr:

Ich - leider - nicht.

Dann kannst Du mir sicher erklären, was an meinen Ausführungen falsch ist, ich lerne immer gerne dazu.

Zitat:

Es ist nach gängiger Rechtsprechung legitim dass die Versicherung versucht ein höheres Restwertgebot einzuholen.

Doch nur dann, wenn sie dabei rechtskonform vorgeht, was häufig leider nicht der Fall ist.

Nebenbei, ich finde es zumindest fragwürdig, wenn jemand fremdes Eigentum ohne Zustimmung des Eigentümers zum Verkauf anbietet. Ist aber nur meine persönliche Meinung und rechtlich wohl nicht angreifbar.

 

Zitat:

@rrwraith schrieb am 10. Januar 2018 um 10:23:25 Uhr:

Nebenbei, ich finde es zumindest fragwürdig, wenn jemand fremdes Eigentum ohne Zustimmung des Eigentümers zum Verkauf anbietet.

Wer tut das denn?

Ich habe keinen Zugang zu Restwertbörsen, aber ich gehe davon aus, dass die Fahrzeuge dort ohne Angaben zum Halter eingestellt werden. Und seit meinem letzten Vollkaskoschaden weiß ich ganz konkret, dass ich selbst den Kaufvertrag mit dem Aufkäufer hätte schließen müssen (wenn ihm nicht ein Nachbar zuvorgekommen wäre). Meine Versicherung hat das Fahrzeug also nicht zum Verkauf angeboten.

"zum Verkauf anbieten" und "verkaufen" sind zwei unterschiedliche Paar Schuhe... :)

Zitat:

@lemonshark schrieb am 10. Januar 2018 um 10:11:13 Uhr:

Wie kann ein Fahrzeug, das ohne Schaden 4.500 Euro wert ist (WBW) nach einem Schaden für 3.350 Euro nur noch 350 Euro wert sein?

Weil es kein "wert sein" ist sondern im Gutachten 3 Angebote des sogenannten allgemeinen regionalen Marktes sein müssen. D.h. keine speziellen Restwertkaufkäufer zu denen der normale Kunde keinen Zugang hat und keine Händler von hunderten Kilometern weit weg. Es müssen verbindliche Kaufangebote sein.

Wenn gerade regional keiner großes Interesse an Modell XY hat kann das durchaus sein dass der Restwert mal relativ niedrig ist.

Wobei das rechtlich dann auch wieder dünnes Eis ist. Auf der einen Seite ist der allgemeine regionale Markt für ein Gutachten zu nutzen. Auf der anderen Seite muss der Gutachter aber auch gucken ob der Wert noch realistisch ist. Was dann problematisch wird wenn sich regional kein höheres Gebot auftreiben lässt.

Zum Verkauf angeboten ist das ja nicht so wirklich. Der Höchstbietende kauft das Fahrzeug ja nicht automatisch, er gibt lediglich ein Gebot ab dass man annehmen kann oder auch nicht. Die Börsen sind zudem ohne persönliche Daten und mit geschwärzten Kennzeichen. Ein Bezug zum Halter darf dort nicht auftauchen.

Letztlich muss der Gutachter ja das gleiche machen, das Fahrzeug regionalen Händlern "zum Verkauf" anbieten.

Zitat:

@Moers75 schrieb am 10. Januar 2018 um 11:05:34 Uhr:

Letztlich muss der Gutachter ja das gleiche machen, das Fahrzeug regionalen Händlern "zum Verkauf" anbieten.

Richtig, der hat dafür aber die Zustimmung des Eigentümers.

Zitat:

@rrwraith schrieb am 10. Januar 2018 um 10:52:26 Uhr:

"zum Verkauf anbieten" und "verkaufen" sind zwei unterschiedliche Paar Schuhe... :)

Das hast du gut erkannt. Hier wird aber weder verkauft, noch zum Kauf angeboten....

Zitat:

@lemonshark schrieb am 10. Januar 2018 um 16:53:12 Uhr:

Das hast du gut erkannt. Hier wird aber weder verkauft, noch zum Kauf angeboten....

Aha, da werden also über Restwertbörsen Kaufgebote für Fahrzeuge abgegeben, die dort gar nicht angeboten werden... Komisch

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