Qualitätsunterschiede in der 200er-Serie in Abhängigkeit von Produktionsart

Sammel Volvos mit Heckantrieb

Mojn,

eine Frage: IMHO hat Volvo die 200er Baureihe ja auf 2 Arten gebaut: Einmal auf herkömmliche Produktionsweise, einmal durch teilautonome Arbeitsgruppen (Werk Kalmar).

Nun würde mich ja interessieren, ob es in Abhängigkeit der Produktionsweise Qualitätsunterschiede gibt. Kann da jemand etwas zu berichten?

Ach so, hier ein kleiner Film, der die damalige Produktionsweise im Werk Kalmar zeigt, damit das Konzept der teilautonomen Arbeitsgruppen klarer wird.

Beste Antwort im Thema

Zitat:

Original geschrieben von Jack GT


Ok, vielen Dank schon einmal für die Antworten.

Ich hatte bis jetzt auch eher gehört, dass die belgischen Volvos mehr Karies aufweisen sollen als die schwedischen.

Interessieren würde mich jetzt eben auch speziell, ob die Unterschiedlichkeit der Produktion sich auch auf die Fahrzeugqualität ausgewirkt hat.

Stellt sich halt die Frage, ob das überhaupt noch feststellbar ist. Dazu noch, weil die alten Volvo's ja als sehr robust galten, der 240iger, den ich mal kurz gefahren bin, schien mir fast unkaputtbar ("Schwedenstahl"😉. Interessanterweise sieht mal die alten 200er auch noch recht viel, genauso wie die alten Saabs 900/0 aus ähnlichem Produktionszeitraum.

Ich denke mal, dass es nicht feststellbar ist... Grund ist relativ einfach:

Modelle die in Schweden gebaut wurden (vor 1995!) waren nicht für den normalen Europäischen Markt gedacht... Jetzt des Rätselslösung!

Da Schweden davor in Gent das Werk bauen lies, um Fahrzeuge in der EU (damals OHNE Schweden - bis 1995) konnte man die Strafsteuern bzw. Einfuhrzölle für EU-Auslandsprodukte umgehen. Somit landeten die Meisten schwedischen Volvos (Ausnahme bilden hier bestimmte Modelle der 700er und 900er Serie) in Skandinavien bzw. Länder, die sowieso nicht in irgendwelchen Zollunionen drin war. Nur bestimmte/seltene Modelle der US-Diplomaten usw. kamen in Deutschland in den Verkehr (ab und an findet man sowas). Nur wie gesagt, bestimmte Modelle (242GT, 262, 262c, ...) die sowieso einen erhöhten Kaufpreis hatten, wurden nach wie vor importiert. Somit wirst du kaum Möglichkeiten dazu finden...

Wer das nicht glaubt, möchte sich mit der Geschichte des Werkes in Gent beschäftigen 😉 Dort wurden unter anderem auch 100er, 200er, 700er, 800er, 900er, V70/S70 gebaut. Dazu auch für Festlandeuropa die Niederländischen 400er und 300er 🙂 Alles für Kernmarkt EU gedacht...

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Wohl wahr, ditto. 🙂 Ich finde es erstaunlich, wie auch die "Industrial Relations"-Literatur noch Mitte der Neunziger die Mitbestimmung der Arbeiter und die informierte Gesellschaft der BRD feiert, obwohl die Wiedervereinigung und der Zusammenbruch der ostdeutschen Industrie diesem Konzept binnen kürzester Zeit den Teppich unter den Füssen wegriss. Und wenn es konkret um Volvo geht: Die Marke war 1991-1993 ja am Rande des Konkurses, abgesehen vom frischen 850, der das Ruder rumriss, war das Programm veraltet und bestand aus Fahrzeugen, die einen panzersoliden Ruf hatten. Vielleicht nicht die 400er Serie, aber die gehörte ja nie richtig dazu... 😉

Lieb Gruss
Oli

Wenn es Vorteile gehabt hätte, wäre das Werk "Kalmar" nicht 1995 dicht gemacht wurden und die ganze Schwedische Produktion nach Torslanda verschoben wurden 😁

Zitat:

Original geschrieben von kilo1902


Die in Schweden gebauten haben bessere Qualität. Die in Belgien gebauten haben meist Rostprobleme.

Warum sollte das so sein ? Rostvorsorge war in der 200er Baureihe kaum ein Thema. Mein DLS (aus Kalmar) rostet hervorragend wenn man nichts dagegen tut 😉.

Insofern ist bisher nicht schlüssig warum das vom Produktionsstandort abhängig war. 

Kalmar hat die s.g. Gruppen -bzw. Nestfertigung eingeführt. Der Film bietet dazu entsprechende Einblicke. Ich habe dazu auch schon Informationen gesammelt und suche noch weiter.

Zitat:

In Kalmar bedeckte das Gebäude eine Fläche von ca. 40.000 qm verteilt auf zwei Ebenen. Die Gestaltung des Gebäudes wurde sofort klar, dass dies alles andere als ein gewöhnliches Automobil-Montagewerk war. Einer der wichtigsten Faktoren in der Planung war, dass das Gebäude die Teamarbeit erleichtert. Jedes Team wurde in einem separaten Arbeitsbereich innerhalb der Stammwerk Gebäudes. Kalmar war also mit möglichst vielen Wänden und Ecken entwickelt, so dass jedes Team in der Nähe der Außenfenster arbeiten konnte, und einem privaten Ruheraum und Umkleideraum hat. Die Workshops waren ein Ergebnis des einfallenden Lichts und effiziente Beleuchtung sehr hell, gut belüftet, und alles war auf den Lärm so gering wie möglich geschehen. Die besonderen Bedingungen resultierte in vier benachbarten Sechsecken, die unkonventionelle und architektonisches Meisterwerk lieferte.

Gruß Jan

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