Probefahrt mit dem S213-Nachfolger

Mercedes

Lange habe ich gewartet, aber letztlich hat es geklappt! Meine Niederlassung (Mainz) hat mir für 2 Tage einen S214 300de zur Verfügung gestellt um ihn ausgiebig fahren und ausprobieren zu können! Ich hatte ursprünglich noch im alten Jahr auf eine Werbemail von Mercedes reagiert, um den 214er mal Probefahren zu können. Gebrauchtwagen sind ja noch nicht vorhanden, und ein T-Model mit Diesel im alten Jahr noch nicht verfügbar, offenbar hatte Mercedes mit dem W214 zu Anfang der Serie extreme Lieferschwierigkeiten! Am 14.Februar war es dann so weit: Ich konnte den Wagen um die Mittagszeit abholen und zu meiner Überraschung 2 Tage behalten. Nach leider einer viel zu kurzen Einweisung haben ich und meine Frau den neuen Kombi (1400 Km standen auf der Uhr) übernommen und konnten ihn erstmal heim nach Offenbach fahren. Der erste Eindruck war eindeutig: Der S214 ist wieder ein echter Mercedes Benz. Optisch ähnelt er seinem Vorgänger doch sehr, auf die großen Unterschiede will ich später noch eingehen.

Das Aussehen: Rein äußerlich liegen die größten Unterschiede wohl in den Scheinwerfern vorne wie hinten. Das veränderte Scheinwerferdesign und das ansonsten ähnliche Aussehen lässt den 214er meiner Ansicht nach wirken wie eine Mopf-2 zum 213er. Der Unterschied zum Vorgänger ist kleiner, etwa wie zuletzt beim Übergang vom w210 zum w211, der m.M. nach bis dahin der kleinste Sprung war.

Das Fahrzeug war übrigens ein AMG-Line, leider ohne das bekannte MBUX-Superscreen, aber das hätte meine Aufnahmefähigkeit wohl eh überlastet. Die Unterschiede zum Vorgänger waren dagegen eher technischer Natur. Das erste, was mir auffiel, war die Lenkradheizung, die in meinem eigenen Auto natürlich nicht vorhanden ist. Die empfand ich als nicht unangenehm warm, eigentlich ganz im Gegenteil! Eigentlich war vieles so wie im 213er, halt alles in Neu! Bislang hatte ich ja in meinem 213er trotz Erstzulassung 6/2017 immer noch ein Neuwagengefühl, was sich nun leider doch änderte! Es ist etwas anderes, einen neuen W214 zu fahren als z.b. einen Mercedes-Benz-Rent-Wagen, das waren zumeist A-, B-, CLA-, oder GLC-Klassen, die ich fahren durfte, wenn mein Auto zum Service war. Ein neuer 214er ist definitiv vom Gefühl her ein anderes, besseres Auto. Halt eine neue E-Klasse! Auch ungewohnt für mich war, dass das Auto mit elektrischem Antrieb losfuhr, es handelte dich ja um einen Plug-in-Hybrid, einen 300de. Das elektrische Fahren in der Stadt war sehr angenehm, jedoch hatte ich keine Möglichkeit den Wagen nachzuladen und so war die Batterie auf der Rückfahrt nach Mainz leer und elektrisches Fahren nicht mehr möglich. Die Reichweite betrug ca. 60 Km, der Wagen rekuperierte zwar aber wohl nur beim starken Abbremsen auf der Autobahn, bei Schneller Fahrt oder in der Stadt ist mir ein Nachladen nicht aufgefallen! Für meine persönliche Nutzung wäre ein solcher Hybrid sinnlos, mir würde ein 220d ausreichen!

Der Verbrauch lag über die zwei Tage bei etwa 3-4 Litern Diesel, wobei viel flotte Autobahnfahrt dabei war und der Rest war Stadtverkehr. Also ein Unterschied von gut zwei Litern auf 100 Km zu meinem aktuellen 200d. Ein toller Fortschritt! Allerdings schwöre ich auf meine Reichweite, die auf Urlaubsfahrten nach Kroatien über 1200 Km beträgt, einen ähnlichen Wert hat mir das Display hier nicht angezeigt. Das Lenkrad war intuitiv ähnlich, aber nicht ganz so einfach bedienbar wie im 213-Vormopf, allerdings bin ich nach meinem Herzstilstand mit anschließendem 3-monatigem Koma 2020 gesundheitlich sagen wir mal etwas beeinträchtigt. Ich konnte das Auto durchaus bedienen und fahren, allerdings würde ich noch einige Zeit brauchen, um das perfekt zu können wie mit meinem derzeitigen Auto.

Kommen wir zum Highlight, das war für mich persönlich das MBUX-System mit dem Navi! Einfach nur Hey Mercedes zu sagen und dem Auto anschließend Sprachbefehle zu erteilen finde ich perfekt! Ob man die Sitzheizung auf der Beifahrerseite einschalten will oder dem Navi eine neue Route vorgeben will, einfach perfekt gemacht. Dazu ist das Navi viel angenehmer und unnerviger als bei meinem Comand, es meldet sich wirklich nur wenn nötig, während beim Comand manche Ansage doch machmal wirklich etwas überflüssig wirkt und nervt.

Vieles konnte ich leider auch in den zwei Tagen aus Zeit- und Wissensgründen nicht ausprobieren, wie zum Beispiel die Memory-Funktion der Sitze oder das Panoramadach (aus Wettergründen). Schön finde ich das Design der Rückscheinwerfer mit den leuchtenden Sternen. Fast so schön wie der Sternenstaub bei meinem aktuellen S213!

Ich will zu meinem persönlichen Fazit kommen, der Beitrag wird eh schon vielen Lesern zu lang sein! Man kann ja vielleicht später noch vortrefflich über 213 vs 214 diskutieren. Ich und meine Frau sind trotz aller Vorzüge des S214 zu der Erkenntnis gekommen, daß für uns zur jetzigen Zeit ein Umstieg auf das neue Modell nicht in Frage kommt. Das liegt zu einem großen Teil am Preis des 214ers! Der Probewagen hatte laut Mercedes-Mitarbeiter einen Neupreis von über 90000 Euro. Meinen S213er habe ich 2018 als Jahreswagen mit 20Tkm für 32000 Euro gekauft. Der 214er wird für einen ähnlichen Preis nicht zu bekommen sein. Ich habe diverse Male versucht ein Fahrzeug speziell für meine Bedürfnisse zu konfigurieren und bin leider nicht unter einen Preis von 75000 Euro gekommen, um etwa auch die Ausstattung zu bekommen, die mein jetziger hat, plus einige Extras... Alleine schon das Exclusiv-Paket mit dem Stern auf der Haube geht mir preislich zu weit und ist für mich eigentlich unabdingbar! Wir haben uns entschieden, den 213er noch länger zu fahren, schließlich ist es von der Qualität her das beste Auto, das wie dem W124 bisher gefahren haben. Der 124 war 11 Jahre und 100.000 Km in unserer Hand, der 213 hat jetzt das 6. Jahr und 65.000 Km bei uns hinter uns! Vielleicht erreichen wir auch die 100000!

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15 Antworten

Zitat:

@Comfort_Paket schrieb am 16. März 2024 um 20:51:56 Uhr:


Stefan, ich denke, dass, den 200d weiter zu fahren, eine sehr gute Entscheidung ist; noch dazu bei einer Laufleistung von erst 65.000 km.

65.000 km in meiner Hand, insgesamt 85000 km! Aber top-gepflegt...

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