Nötigung im Straßenverkehr? Dashcam als "Beweismittel"?
Guten Abend zusammen,
Zur Vorgeschichte:
ich war heute mal wieder auf der Autobahn unterwegs, soweit so gut. Wie es auch kommen musste, bin ich in einen relativ großen Stau gekommen, bin soweit ganz rechts gefahren. Wie üblich beim Stau, wurde ich dann zwischen zwei LKWs "gefangen" ohne jegliche Chance auf einen erfolgreichen Spurwechsel. Nach etwa zehn Minuten habe ich dann mal meinen Blinker gesetzt, und gehofft, dass mich jemand reinlässt. Leider nicht der Fall, alle brav weiter.
Ich habe schon davor gemerkt, dass der LKW hinter mir sehr auf Zack war. Ich habe ordentlich Abstand zum LKW vor mir gehalten. Reaktion von dem LKW hinter mir, noch dichter auffahren.
Ja, ich weiß es waren nur 20 Kmh aber trotzdem wurde wirklich nach jedem Stopp and Go mir fast in den Kofferraum gefahren.
Nach etwa 2-3 Minuten mit dem linken Blinker an und immernoch auf der rechten Spur, wurde es den LKW zu bunt, erste Hupe über die Fanfare. Ich habe mir nichts gedacht und bin weiter. War weder gestresst noch sonstiges.
Zu gleicher Zeit kommt ein weiterer LKW auf dem Einfädelungsstreifen, da ich gesehen habe, dass er null Chance hat einzufädeln, habe ich ihm Platz gemacht. Die zweite Fanfare von hinten kam. Eine weitere Minute später habe ich aus Reflex "Gebremst" keine Fanfare nichts. Ich weiß nicht ob es als "Brake-Check" bei Ihm ankam, sollte auf keinen Fall einer gewesen sein. Ich habe jedoch deutlich gebremst.
Als ich dann nach etwa fünf Minuten mit blinker Links endlich die Spur wechseln konnte, und der hintere LKW auf gleicher Höhe war, konnte ich nur einen geschrienen Satz hören. Habe darauf nicht reagiert.
Jetzt zu meiner eigentlichen Frage:
Falls der LKW-Fahrer eine Dashcam hat und dieses "Bremsen" als Brake-Check verstanden hat und zur Anzeige bringt, zählt dies schon als Nötigung? Inwieweit sind Dashcams mittlerweile im Verkehrsrecht angekommen? Wenn ja, was für Konsequenzen können auf mich zu kommen?
Vielen Dank für euere Antworten
Grüße Alterneuer
36 Antworten
Icewall, du sprichst mir aus der Seele.
Bei solchen Bagatellen dürfte das wohl vor Gericht keine Bewandtnis bekommen, glaub aber nicht das es soweit kommt.
Der hat sich aufgeregt und später bestimmt wieder abgeregt.
Oft wird nicht so heiß gegessen wie gekocht wird.
Lehn dich zurück und warte einfach ab was da kommt oder auch nicht.
Falls wir mal weiterspinnen und es zu einer Anzeige kommt, mit was und wie viel ist mit zu rechnen? Schon ein Fahrverbot? Wie viele Punkte? Wird sowas im Führungsregister aufgeführt?
So wie ich die Sache verstanden habe würde der LKW Fahrer sich selbst mit einer Anzeige und einer Dashcam Aufnahme belasten.
Leider ist solche ein Verhalten von Brummifahrern sehr oft zu beobachten, was natürlich ihren Ruf nachhaltig in die Tiefe zieht. Aber PKW Fahrer sind auch nicht besser. Dichtes Auffahren scheint das erste Mittel der geistig unbewaffneten zu sein.
Zitat:
@Speedophot schrieb am 6. Dezember 2023 um 19:46:41 Uhr:
Nun kann man ja in die Köpfe der anderen nicht reinschauen, aber ich würde entspannt bleiben. Mein Bauchgefühl sagt mir, dass drängelnde (Nötigung?), hupende und brüllende Kraftfahrer nicht die Klientel sind, die sich mit Anzeigen befassen und überzeugende Aussagen zur Sache machen.Damit ein Staatsanwalt dein Bremsen als Straftat auffasst braucht es sicher auch einiges und vor allem die Aussicht dir eine erhebliche Gefährdung nachweisen zu können. Sonst ist es vmtl. schlimmstenfalls eine Ordnungswidrigkeit.
Ich denke, dass würde ihm die Dashcam abnehmen, das kurze Bremsen wird aufjedenfall zu sehen sein. Aber ja, wenn ich weiter überlege, müsste er erstmal die Audio rausschneiden, da hört man schon vorher, dass ohne Grund gehupt wird und dementsprechend aufgefahren wurde.
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Zitat:
@Diedicke1300 schrieb am 6. Dezember 2023 um 20:20:59 Uhr:
So wie ich die Sache verstanden habe würde der LKW Fahrer sich selbst mit einer Anzeige und einer Dashcam Aufnahme belasten.Leider ist solche ein Verhalten von Brummifahrern sehr oft zu beobachten, was natürlich ihren Ruf nachhaltig in die Tiefe zieht. Aber PKW Fahrer sind auch nicht besser. Dichtes Auffahren scheint das erste Mittel der geistig unbewaffneten zu sein.
Ja eigentlich schon. Ich spinne gerade alles nur durch, Audio entfernen etc...
Erst mal müsste die Sache durchkommen. Solange du da nichts zugibst und es sogar negierst müssten die erst mal ermitteln und meist wird das dann eingestellt.
Ich hatte mal vor Jahren so einen der meinte mich Anzeigen zu müssen wegen Nötigung, Gefährdung des Straßenverkehrs und sogar Androhung von Gewalt oder so ähnlich.
Fragebogen kam, ich sagte nein war nicht so und irgendwann kam das nicht weiter ermittelt wird.
Der Typ ist damals sogar direkt von der AB runter und zu den Blauen extra gefahren.
Ich hab mich nur schlapp gelacht.
War nur ein Beispiel.
Ich würde mich einfach zurück lehnen. Über Strafen mache ich mir grundsätzlich erst Gedanken wenn es unabwendbar wird.
Zitat:
@KapitaenLueck schrieb am 6. Dezember 2023 um 20:25:37 Uhr:
Erst mal müsste die Sache durchkommen. Solange du da nichts zugibst und es sogar negierst müssten die erst mal ermitteln und meist wird das dann eingestellt.Ich hatte mal vor Jahren so einen der meinte mich Anzeigen zu müssen wegen Nötigung, Gefährdung des Straßenverkehrs und sogar Androhung von Gewalt oder so ähnlich.
Fragebogen kam, ich sagte nein war nicht so und irgendwann kam das nicht weiter ermittelt wird.
Der Typ ist damals sogar direkt von der AB runter und zu den Blauen extra gefahren.
Ich hab mich nur schlapp gelacht.
War nur ein Beispiel.
Ich würde mich einfach zurück lehnen. Über Strafen mache ich mir grundsätzlich erst Gedanken wenn es unabwendbar wird.
Ja, das ist wie gesagt alles super theoretisch. Spiele das Szenario halt mit einer Dashcam durch, obwohl nicht natürlich nicht weiß, ob er überhaupt eine hat.
Ach, notfalls machst du den Scholz und kannst dich an nichts erinnern. Nicht daran wer gefahren ist, nicht daran wo du an den Tag warst, einfach an gar nix. Sprich: Aussage verweigern.
Ich würde tief durchatmen, weil nichts passiert ist.
Da kommt sehr sicher nichts.
Fürs nächste Mal:
Warnblinker an und nicht bremsen.
Mir hilft das, wen einer zu dicht auffährt, sowohl wenn ich mit einem 500C als auch mit einem 530xD unterwegs bin.
Zitat:
@Adalbert_Dorsten schrieb am 6. Dezember 2023 um 20:57:28 Uhr:
Ich würde tief durchatmen, weil nichts passiert ist.
Da kommt sehr sicher nichts.Fürs nächste Mal:
Warnblinker an und nicht bremsen.
Mir hilft das, wen einer zu dicht auffährt, sowohl wenn ich mit einem 500C als auch mit einem 530xD unterwegs bin.
Meinst also selbst mit Dashcam ist die Wahrscheinlichkeit sehr gering, dass er ne Anzeige macht?
Alter Schwede!🙄
Also wenn einem das nun schlaflose Nächte bereitet, dann sollte man in Erwägung ziehen ob man nicht zukünftig Bus oder Bahn nutzt. Das ist leider Alltag auf den Straßen und man braucht ein dickeres Fell!
Sorry.
Mach dir keine Sorgen. Da kommt gar nichts.
Ich hatte mal so einen Idioten in einem ausgewachsenen Bus auf einer mehrspurigen Strasse in einer Stadt hinter mir. Hupte jedes Mal beim Anfahren, wenn Gelb kam und stand extrem nah hinter mir. Es gab keine grüne Welle und nach 7 oder 8 Ampeln war ich's leid. Ich habe mich gaaaanz gemütlich aus meinem Auto geschält und bin zu ihm gegangen und habe ihn gefragt, ob mit meinem Auto was nicht stimme. Die nachfolgende Grünphase haben wir dann natürlich beide verpasst, denn da er so nah hinter meinem Auto stand, konnte er nicht auf die Überholspur. Danach war Ruhe.
Inzwischen habe ich mir angewöhnt, wenn mich jemand provozieren will, äußerst sichtbar ein Kreuzzeichen zu machen und dazu ein breites Grinsen. Immerhin eine Reaktion, die nicht sanktioniert wird, denn da muss man ja ganz schön aufpassen. Es ist dann herrlich mit anzusehen mit welcher Wut der Gegenüber sich an Lenkrad und Polster seines eigenen Autos zu schaffen macht und rumschreit.
Wenn ich der Lkw-Fahrer gewesen wäre vor dem jemand 7-8 Minuten mit eingeschaltetem Blinker fährt und es nicht schafft die Spur zu wechseln hätte ich wahrscheinlich auch gebrüllt ...
r