Motorraum konservieren: was ist damit gemeint?
Im Wartungshandbuch meines Mercedes steht "Nach jeder Motor- und Motorraumreinigung: Motorrraum konservieren". Was ist damit gemeint und mit welchem Mittelchen macht man das wie?
Vielen Dank!
Beste Antwort im Thema
Zitat:
@M.Cubitus schrieb am 5. November 2019 um 20:07:48 Uhr:
Dampfstrahler sind Gift für einen Motor.
Da drückt man den Dreck und Wasser überall rein...
Man muss es können.
Mache es schon seit Jahren und keine Probleme.
24 Antworten
Kannst du nicht so verallgemeinern, es gibt einige SB-Waschplätze (Diese Dampfstrahlerparks), wo die Motorwäschen erlaubt sind, z.T. gibt es sogar "spezielle Programme" dafür. Bei einem ist tatsächlich ein aggressiverer Reinigerzusatz dann beigemischt (Riecht iwie leicht nach Diesel), bei dem anderen laut Aussage des Pächters "Nichts besonderes, gleicher Reiniger wie beim normalen Programm".
Bei den Autowäschen zu Hause ist mein (Womöglich veralteter) Kenntnisstand, dass dies von den Kommunen geregelt wird. Es soll noch manche geben, die dazu nichts regelt.
LKW-Waschanlagen und -Werkstätten sind meistens entsprechend ausgerüstet, um Motorwäschen durchführen zu können und auch zu dürfen.
Zitat:
Bei den Autowäschen zu Hause ist mein (Womöglich veralteter) Kenntnisstand, dass dies von den Kommunen geregelt wird. Es soll noch manche geben, die dazu nichts regelt.
Der Meinung bin ich auch.
Die Strafen werden in Wasserhaushaltsgesetz geregelt. Diese unterscheiden sich nach den Bundesländern.
https://www.bussgeldkatalog.net/umweltschutzordnungswidrigkeiten/whg
Ich denke aber mal, wenn bei einer Motorwäsche Öl oder Schaum in den Boden dringt, ist in jedem Bundesland Schluss mit Lustig und der Staatsanwalt wird auf der Matte stehen. Ehrlich gesagt sollte das aber auch jedem selber klar sein, was das für die Umwelt bedeutet.
Wenn mal der Ventildeckel oder die Kopfdichtung so richtig satt das Öl "ablaufen" ließen oder ein defekter Schlauch der Hydraulikpumpe den Motorraum rot-glänzend veredelt hat, wird wohl eine Wäsche des Motorraums unumgänglich sein. Früher, also noch vor vierzig, fünfzig Jahren, als man Schmutz und Kriechströme im Winter mit Startschwierigkeiten in einem Satz zum Ausdruck brachte, war die Motorwäsche eines der ersten Mittel, um Abhilfe zu schaffen.
Natürlich geht jeder, der mit dem Hochdruckreiniger in den Motorraum geht, so vor, dass er Steuergeräte, Sicherungskästen und diverse Steckverbindungen abdeckt. Im Plastikmüllzeitalter dürfte es kein Problem sein, ausreichend Müllbeutel und Plastiktragetaschen im Haushalt zu finden. Und dann nimmt man Kaltreiniger, habe gerade welchen für eines unserer Lenkgetriebe von Nigrin für 4,95 gekauft, und sprüht damit die verölten Stellen ein - natürlich nicht die Bremsen. Dann kommt der Dampfreiniger zum Einsatz: An Gummi(-schläuchen), Bremsen und die mit Mülltüten geschützten Bereiche hält man einen Abstand von 40 cm ein, dann passiert nichts. Sollte eigentlich jeder wissen, der seinen Wagen mit dem Hochdruckreiniger in der Waschanalge reinigt, denn ABS-Sensoren in den Radhäusern, Bremsleitungen und die Reifen mitsamt der Ventile können durch Hochdruckreiniger beschädigt werden, was jeder weiß, weil darauf jeder Fahrzeughersteller im Bedienungshandbuch deutlich hinweist.
Die Konservierungsmittelchen, die Motor und Motorraum glänzen lassen, habe ich mir schon immer gespart, denn nach meiner Feststellung tragen sie lediglich dazu bei, dass der neue Schmutz um so schneller festbackt. Ich überlasse sie dem Gebrauchtwagenhandel, genau so wie Apfelessig für den Lack und die Gummipflege für die Räder :-)
Bei Motorreiniger beachten, wo man wäscht: In unserer Gemeinde kann ich das Fahrzeug vor dem Haus waschen, aber da ich Motor- bzw. Kaltreiniger verwende, die nur über Ölabscheider ablaufen dürfen, muß ich zur Wäsche entweder in die Waschanlage oder in die Werkstatt. Es gibt zwar auch "Bio"-Reiniger, aber einmal getestet und gleich weggeworfen.
PS: Auch bei einer ausgelaufenen Batterie oder einem geplatzten Kühlerschlauch geht nichts über einen Hochdruckreiniger.
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Einfach nur mal so würde ich keine Motorwäschen machen. Manchmal kommt man aber einfach nicht umhin. Lass mal beim LKW einen Turbolader hochgehen. 😉
Wer ne alte Karre fährt (so wie der TE), dann noch selber schraubt... der kann schon mal das Bedürfnis nach einer Motorwäsche verspüren. Einfach weil immer irgendwas irgendwo schwitzt und ölt. Das hat doch mit Kosmetik überhaupt nichts zu tun!
Gibt auch noch einen Grund für die Motorwäsche: Korrosion der Blechteile unter der Haube. (Wo wir den Twist zum eigentlichen Thema nochmal haben)
Schmutz und Salzwasser finden nämlich den Weg bis überall. Insbesondere bei so einer offenen Bauweise wie dem G, der auch noch gerne mal in Matsch und Schnee spielt.
Selbstverständlich sollte man nicht den Hochdruckreiniger wie ein Honk überall drauf halten, ein bisschen Sinn, Verstand und Fachwissen kann schon nicht schaden. Ein Getriebe kann das ganz gut ab, das ABS-Steuergerät nicht. Es gibt aber halt genug Leute, die die Düse auf ALLES aus nächster Nähe drauf halten. Denen ist natürlich von einer Wäsche abzuraten. Wer genau weiss, welches Teil was ist und wo es sitzt, für diejenigen besteht da kein Problem.
Auch ganz klar: sowas wird nur über einem Ölabscheider gemacht.
Vielen Dank für die Infos. Also ich mache keine Motorwäsche, weil der Motor schüttelt sich beim Abstellen so, daß der Dreck von selber abfällt ;-)
Und die Motorseitenwände und die Spritzwand sind ohnehin dünn eingewaxt.
Ab und zu mit dem Lappen drüber oder mit der Druckluft in die Ecken reinpusten, das reicht.
Ich wollte nur mal wissen, was das für Mittelchen sind, die da im Wartungsheft "vorgeschrieben" werden.
Zitat:
@Handschweiß schrieb am 6. November 2019 um 13:45:24 Uhr:
Ich wollte nur mal wissen, was das für Mittelchen sind, die da im Wartungsheft "vorgeschrieben" werden.
In der Regel Wachse, oft sind die leicht gelblich/goldfarben. Die kriegt man mit warmen Wasser und Hochdruckreiniger gut weg.
Es gibt auch so "Lackartige" Beschichtungen, die sind dann deutlich schwieriger zu entfernen.
Beiden gemein ist aber, dass sie vor Korrosion schützen. Wirklich "wichtig" ist das nur bei den Karosserieteilen im Motorraum, der Block selbst kann wohl nur in der Theorie durchrosten... aber natürlich auch eine Frage der Optik.
Habe schon paar Motoren/Motorräume gewaschen, aber dann auch nur weil es einen Grund gab, wie z.B. total verölt dank defektem Wellendichtring oder weil die Antriebswellenmanschette alles vollsaute. Gerade bei Motoren mit Wartungsstau ist es sonst heiteres Rätselraten was da nun leckt, wenn man jahrelang alles "suppen lies".
Wenn mir was am Motor zu ölig vorkommt, leg ich in meiner Garage eine Pappe drunter und halte eine Dose Bremsenreiniger drauf. Jedoch habe ich festgestellt, dass eine "öliger" Motorraum weniger stark wegoxidiert als ein sauber geputzter. 😁
Hallo@bschicht86 , Du hast vollkommen Recht, aber darum gibt es ja
die Motorkonservierung, das Dies nicht geschieht.