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Motorenbauart MB V8

Themenstarteram 8. Januar 2006 um 0:29

Hallo, ich habe eine kurze Frage zur Bauart des Motor vom W211 E500. Hier ein Paar Daten:

-V-Motor

-8 Zylinder

-90Grad versetzte 4Zylinderbänke

-Hubraum: 4966 ccm

-3 Ventile pro Zylinder

- 24 Ventile

-max. Drehmoment 460NM von 2900-4500 U/min

-225KW/306PS bei 5600 U/min

Hier meine Frage: Es gibt 2 Bauformen eines V8 Motors die sich nur in der Kröpfung der Kurbelwelle unterscheiden.

-Cross-Plane (90Grad versetzte Zapfen)

-Flat-Plane (180 Grad versetzte Zapfen, wie 4Zyl hintereinander)

Die Cross-Plane sind bekannt für das typisch amerikanische "V8-Geballer" und die Flat-Plane V8 für einen ruhigeren Lauf.

Bei meinem Motor ich den Unterschied jedoch Akkustisch nicht klar herausfinden, bis ca. 3000 Touren heult der Motor und darüber wird dieses typische brabbeln.

Weiss jemand welche Bauform die 500er sind?

Beste Antwort im Thema

Bei mir kommt was anderes raus. Cross-Plane hat keine freien Kräfte 1. und 2. Ordnung. Da die Kräfte 1. Ordnung unsymmetrisch sind ergeben sich jedoch Momente 1. Ordnung die mit Gewichten an der Kurbelwelle ausgeglichen werden können. Momente 2. Ordnung entstehen nicht. Damit ist der Motor nahezu vollständig ausgeglichen. Höhere Ordnungen spielen i.d.R. keine Rolle mehr. Ist auch das gleiche was laut diverser Bücher herauskommt (z.B. Bosch-Taschenbuch)

Bei der Flat-Plane heben sich nach meiner Zeichnung Kräfte 1. Ordnung sowie die Momente 1. und 2. Ordnung auf wie bei den 4Zylindern. Übrig bleiben aber Kräfte 2. Ordnung, weshalb die Flat-Plane Kurbelwelle in Strassenfahrzeugen eine untergeordnete Rolle hat. Soll aber strömungstechnische Vorteile im Ansaug- und Abgasbereich bringen weshalb diese im Rennsport öfter verwendet wird.

Muss mal suchen ob es im Netz eine gute Quelle dazu gibt.

Gruß Meik

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Zitat:

Original geschrieben von Meik´s 190er

Beim Cross-Plane stehen immer 2 Kolben gleichzeitig im OT, je einer in der linken und rechten Bank und 90° weiter die nächsten beiden.

Stimmt, so geht´s doch.

Ich war auch bei Cross-Plane davon ausgegangen, daß immer zwei Zylinder einer Bank gleichzeitig im OT stehen.

Das muß aber in der Tat nicht zwangsläufig so sein.

Anfangs dachte ich, ein solcher Motor hätte keinen eigenständigen Massenausglaich, hat er aber doch.

Interessant, ist aber, daß beide Konstruktionsweisen ihre spezifischen Fehler haben.

Bei der Flat-Plane laufen quasi zwei Vierzylinder-Reihenmotoren 90° versetzt.

Ein solcher Motor hat durch die vom Kurbeltrieb bedingte Abweichung der Kolbenbewegung vom Sinusverlauf transversal schwingende Massenkräfte 2. und höherer Ordnung. (längs der Arbeitsrichtung der Kolben innerhalb einer Bank)

Diese können von der anderen Bank nicht kompensiert werden, da sie dort um 90° versetzt zur ersten auftreten, so daß sich insgesamt eine umlaufende Reaktionskraft ergibt.

(Für eine vollständige Kompensation wäre ein 180°-Versatz nötig.)

Bei einer jeweils um 90° weitergekröpften Cross-Plane-Welle dagegen sieht es so aus: (eine Bank betrachtet)

1. Zyl: OT

2. Zyl: Mitte abwärts

3. Zyl: UT

4. Zyl: Mitte aufwärts

Der 1. und 3. Kolben erfahren hier momentan keine Beschleunigung während der 2. und 4. gegenläufig maximale Geschwindigkeit haben und momentan auch unbeschleunigt sind.

In der Weiterdrehung wird jetzt der 1. Kolben abwärts beschleunigt und der 2. Kolben abwärts gebremst.

Es entsteht also ein rechtsdrehendes Reaktionsmoment zwischen dem 1. und 2. Zyl. während es zwischen dem 3. und 4. Zyl genau umgekehrt ist und dort ein gleich großes Reaktionsmoment entgegengesetzter Richtung entsteht.

Durch die nicht exakt sinusförmige Bewegung der Kolben haben die Beschleunigungen und Verzögerungen oberhalb und unterhalb der Mittellage aber nicht exakt den gleichen Verlauf, so daß auch hier wiederum keine vollständige Kompensation erfolgt.

Und so bleiben auch hier Massenkräfte zweiter und höherer Ordnung übrig, aber als Drehmomentschwingung senkrecht zur Kurbelwelle.

Auch diese können von der anderen Bank nicht kompensiert werden, da sie dort wiederum senkrecht zur ersten Bank liegen, so daß insgesamt ein umlaufendes Drehmoment senkrecht zur Kurbelwelle entsteht.

Insgesamt ließe sich damit das Massenverhalten des Flat-Plane-Motors als mit einer statischen Unwucht 2. und höherer Ordnung versehen beschreiben, während beim Cross-Plane-Motor (mit der beschriebenen Kröpfungsfolge) eine dynamische Unwucht entsteht.

Da diese Unwuchten in beiden Fällen höherer Ordnung sind, können sie nicht mit Ausgleichsgewichten an der Kurbelwelle kompensiert werden.

Die Frage ist jetzt, welche Störung praktisch weniger gravierend ist.

Die Auswirkungen solcher Massenkräfte lassen sich natürlich schwer vorhersagen, da hierzu die gesamte Aufhängung des Aggregats berücksichtigt werden müßte.

Darüber und wie es mit anderen Kröpfungsfolgen aussieht, denke ich jetzt nicht nach.

Die Cross-Plane-Welle ist jedenfalls rehabilitiert. :)

 

MfG ZBb5e8

Bei mir kommt was anderes raus. Cross-Plane hat keine freien Kräfte 1. und 2. Ordnung. Da die Kräfte 1. Ordnung unsymmetrisch sind ergeben sich jedoch Momente 1. Ordnung die mit Gewichten an der Kurbelwelle ausgeglichen werden können. Momente 2. Ordnung entstehen nicht. Damit ist der Motor nahezu vollständig ausgeglichen. Höhere Ordnungen spielen i.d.R. keine Rolle mehr. Ist auch das gleiche was laut diverser Bücher herauskommt (z.B. Bosch-Taschenbuch)

Bei der Flat-Plane heben sich nach meiner Zeichnung Kräfte 1. Ordnung sowie die Momente 1. und 2. Ordnung auf wie bei den 4Zylindern. Übrig bleiben aber Kräfte 2. Ordnung, weshalb die Flat-Plane Kurbelwelle in Strassenfahrzeugen eine untergeordnete Rolle hat. Soll aber strömungstechnische Vorteile im Ansaug- und Abgasbereich bringen weshalb diese im Rennsport öfter verwendet wird.

Muss mal suchen ob es im Netz eine gute Quelle dazu gibt.

Gruß Meik

Zitat:

Original geschrieben von Meik´s 190er

Muss mal suchen ob es im Netz eine gute Quelle dazu gibt.

Gruß Meik

Wäre prima, wenn Du das Gefundene hier verlinken könntest.

Danke schonmal

Gruß

Jan

Habe hier was gefunden wo Cross- und Flat-plane dargestellt sind.

http://www.e31.net/engines.html

Zitat:

Original geschrieben von mida

Habe hier was gefunden wo Cross- und Flat-plane dargestellt sind.

http://www.e31.net/engines.html

Bitte nicht diese unsägliche Seite verlinken. Was dort steht ist purer Unfug. Man lese sich z.B. mal deren Ergüsse zum Thema Drehmoment und Leistung durch, da wird einem glatt schlecht!

Auf der verlinkten Seite kommt das Wort "Drehmoment" doch gar nicht vor ?

Die Grafiken sind super, der Text - ja nu.

Meik, ich vermute, du bist von einer anderen Kröpfungsfolge ausgegangen.

Da ich ursprünglich vermutete, eine Cross-Plane-Welle mit 90° Zündfolge habe keinen eigenständigen Massenausgleich, habe ich auf Deinen Hinweis hin überlegt, ob das nicht doch sein könnte, und mir dazu eine beliebige Kröpfungsfolge hergenommen, die man gedanklich leicht verarbeiten kann.

Ich habe in keinem Buch nachgeschlagen und keinen Zettel benutzt, aber das Ergebnis bekommen, daß der Massenausgleich erster Ordnung bei einer Cross-Plane-Welle möglich ist.

Ohne davon auszugehen, daß eine solche modellhafte Kurbelwelle, wie ich sie beschrieben hatte optimal oder auch unter anderen Gesichtspunkten sinnvoll wäre.

Nur im Sinne einer mathematischen Aussage "Es exisitiert tatsächlich mindestens eine Cross-Plane-Welle mit eigenständigem Massenausgleich erster Ordnung." zu verstehen.

Die Cross-Plane-Welle, die auf der von mida verlinkten Seite dargestellt ist, hat z.B. eine andere Kröpfungsfolge.

Ich will jetzt abermals nicht ausschließen, daß auch die in erster Ordnung ausgeglichen ist, habe aber keine Lust, es nachzuvollziehen.

Vielleicht handelt es sich dabei um die übliche Bauweise, zu der auch die von Dir zitierten Ergebnisse passen ?

Oder habe ich in meinen Überlegungen einen Fehler und auch die von mir beschriebene Kröpfungsfolge ist in sogar in 2. Ordnung ausgeglichen ?

Vielleicht.

Hauptsache, wir sind uns in erster Ordnung einig. :)

Aber noch zwei Fragen hierzu:

Zitat:

Original geschrieben von Meik´s 190er

[...] Cross-Plane hat keine freien Kräfte 1. und 2. Ordnung. Da die Kräfte 1. Ordnung unsymmetrisch sind ergeben sich jedoch Momente 1. Ordnung [...]

Sind jetzt die Kräfte erster Ordnung, die es nicht hat, unsymmetrisch ? :P

Ich nehme an mit "unsymmetrisch" meinst Du die (nicht vorhandene) Symmetrie zwischen oberem und unterem Beschleunigungsverlauf. Also das, was ich mit "Abweichung vom Sinus" beschrieben hatte ?

 

MfG ZBb5e8

Zitat:

Original geschrieben von ZBb5e8

Auf der verlinkten Seite kommt das Wort "Drehmoment" doch gar nicht vor ?

Die Grafiken sind super, der Text - ja nu.

Dorthin gelangt man zum Glück nur über die Startseite. Gut, dass keine direkten Links existieren. Zum Topic würde ich auch gern noch etwas schreiben, aber mir fehlt gerade die Zeit. Vielleicht kann ich es ja noch nachschieben.

Bin von folgender Kröpfung ausgegangen: 1,5 dann alle 90° gegen den Uhrzeigersinn 2,6 4,8 und 3,7 bei normierter Zählung, eine Bank 1,2,3,4 und die andere 5,6,7,8 jeweils von vorne gezählt.

Massenkräfte 1. Ordnung müssen sich bei jeder Cross- und auch Flat-Plane aufheben, das ist bei jeder symmetrischen Kurbelwelle der Fall. Also eine bei der sich die Kurbelsterne alle im gleichen Winkel voneinander befinden und gleich viele Kolben dranhängen.

Mit unsymmetrisch meinte ich nicht die 2. Ordnung, die ergibt sich ja aus dem Kurbeltrieb selber als Ursache der Massenkräfte. Die stellen nichts weiter als die Beschleunigungskräfte der Kolben/Pleuel dar und da das halt kein "richtiger" Sinus ist gibt es die höheren Ordnungen.

Nein, ich meinte den Hebelarm um die Motormitte. Die linke Bank ist ja etwas versetzt zur rechten Bank. Das heisst ja beispielsweise dass der 1. Zylinder einen längeren Hebel hat als der 4. Bei gleichgrossen Massenkräften ergeben sich so die Momente 1. Ordnung aus den Massenkräften mal den Hebelarmen.

Gruß Meik

P.S. Klick dich auf der Seite mal durch, da wird auch irgendwo was von Drehmoment und Leistung erzählt *arghh* :D

Jou, ich hatte eine andere Kröpfung als Beispiel genommen, also bon.

Aber Massenkräfte bzw. Momente durch den Längsversatz zwischen den beiden Bänken ?

Soweit ich das sehe, läuft ja jede Bank schon für sich alleine in 1. Ordnung ausgeglichen.

Null plus Null bleibt doch Null.

Wenn eine Bank Massenkräfte einer anderen Bank zu kompensieren hätte, dann entstünde durch den Versatz ein Moment 1. Ordnung, wie Du es beschrieben hast.

Aber eine solche gegenseitige Kräftekompensation in 1. Ordnung zwischen den Bänken ist doch bei 90° Zylinderwinkel gar nicht möglich, da die Massenkräfte der einen Bank immer in der anderen um +/-90° versetzt auftreten und eine Kompensation nur möglich wäre bei einem Versatz von 180°.

 

MfG ZBb5e8

Kräftemässig läuft jede Bank für sich ausgeglichen. Durch den 90°-Versatz wäre ja wie du richtig beschrieben hast keine Kraft-Kompensation möglich.

1. Ordnung heben sich z.B. die Kräfte 1,4 und 2,3 Zylinder auf, in der 2 Ordnung 1,3 und 2,4.

Durch den Bankversatz haben jetzt aber am Beispiel der 1. Ordnung die Zylinder 1 und 4 nicht mehr den gleichen Abstand zur Motormitte (Schwerpunkt). Das heisst dass die Kräfte zwar ausgeglichen sind, nicht aber ihre Momente aus Kraft * Hebelarm. Beide Bänke erzeugen mit ihren Kräften Momente um die Motorhoch- und Motorquerachse. (Kurbelwelle als Längsachse). Hier sind also beide Bänke gleichzeitig zu berücksichtigen.

Gruß Meik

Kann ich so leider nicht nachvollziehen.

Wenn ich zwei kraft- und momentmäßig ausgeglichene Bänke laufen habe, dann sind sie doch auch Kraft- und Momentfrei, wenn ich sie -egal in welcher Position- zusammensetze.

Woher sollen beim (gedanklichen) Zusammenfügen Kräfte oder momentbildende Kräfte kommen, die vorher nicht dagewesen wären ?

Den Effekt, den Du beschreibst, kann ich mir sehr gut (in Reinkultur) z.B. an einem Zweizylinder Boxer vorstellen.

Hier muß aber ein Zylinder der einen "Bank" die Kräfte eines Zylinders der anderen "Bank" kompensieren, indem er 180° versetzt die gleiche Kraft erzeugt.

Wenn die beiden Kräfte jetzt nicht an dem gleichen Punkt angreifen (Pleuel-Versatz, bzw. besser: Schwerpunktversatz der Kolben in Längsrichtung), dann entsteht ein Moment, wie Du es beschreibst. (das man in 1. Ordnung auswuchten könnte.)

Aber eben nur dadurch, daß sich Kolben in unterschiedlichen Bänken gegenseitig kompensieren müssen, was ja beim 90°-V8 nicht erforderlich und auch nicht möglich ist.

 

MfG ZBb5e8

Jede Bank ist aber bezüglich des Momentes 1.Ordnung NICHT ausgeglichen, einfach weil die Bank wegen des Versatzes auch NICHT mittig zum Gesamtschwerpunkt steht, sondern um den halben Bankversatz nach vorne bzw. hinten.

Der Momentenausgleich beim 4-Zylinder findet ja nur deshalb statt dass der 1. und 4. sowie der 2. und 3. Zylinder den gleichen Abstand zum Schwerpunkt (Mitte) haben. Das ist aber beim 8Zyl. nicht mehr gegeben.

Momente können sich auch Bankübergreifend aufheben. Nimm mal als Beispiel den 1. und 5. Zylinder. Wird der 1. grad in seiner Richtung nach oben beschleunigt erzeugt er eine Trägheitskraft in Zylinderrichtung. Diese teilt man der Einfahheit halber in eine in Motor-Hochrichtung und -Querrichtung auf. Die Kraftkomponente in Hochrichtung erzeugt mit seinem Hebelarm ein Moment um die Motorquerachse und umgekehrt.

Genauso kann auch ein Zylinder aus der anderen Bank Momente um die gleichen Achsen erzeugen. Je nach Zylinderbewegungen und Hebelarmen können sich so durchaus Momente von Zylindern aus beiden Bänken überlagern und aufheben.

Gruß Meik

Stop !

Oben hast Du gesagt, daß jede Bank in sich ausgeglichen läuft. (Was auch meinem Erkenntnisstand entspricht.)

Der Schwerpunkt des Motors hat damit überhaupt nichts zu tun.

Nicht einmal der Schwerpunkt des Kurbeltriebs.

Nimm einen ausgeglichen laufenden Motor und setze ihm eine Schwungscheibe an die Kurbelwelle.

Der Schwerpunkt liegt jetzt ganz woanders und der Motor ist genauso ruhig wie vorher.

Nimm einen ausgeglichen laufenden Vierzylinder und schweiße ihn in beliebiger Position an einen anderen ausgeglichen laufenden Vierzylinder.

Warum sollte das Gesamtgebilde jetzt auf einmal freie Kräfte oder Momente entwickeln ?

Natürlich ist es legitim, die Massenkräfte aller einzelnen Kolben zu betrachten, die durchaus auch Momente auf jeden möglichen Punkt des Motors bezogen entwickeln können.

Allerdings verliert man bei dieser Sichtweise leicht aus den Augen, wo solche Kräfte an anderer Stelle kompensiert werden könnten.

Man kann das jetzt numerisch durchhecheln und stellt dann fest, daß das Gesamtgebilde ausgeglichen ist oder auch nicht.

Da wir dies bisher nicht getan haben, müssen wir irgendeinen intelligenten Ansatz finden, der ordnung in das Gebilde bringt.

Wenn er keinen Fehler enthält, ist das Ergebnis unabhängig davon, welchen Ansatz man wählt.

Der Ansatz, den wir hier gemeinsam (!) gewählt haben, war, Symmetrien auszunutzen, um Ordnung und Struktur in die Überlegungen zu bekommen. (Sonst bleicbt eben nur stures Durchrechnen, was auch eine Lösung ist.)

Bei der von Dir beschriebenen Kröpfung findet man dann in jeder Bank ein Paar von Kolben, die ihre Massenkräfte 1. Ordnung gegenseitig kompensieren.

Kräfte- und momentenfrei.

In jeder Bank für sich. Stimmt doch, oder ?

Beim der gemeinsamen Betrachtung der beiden Bänke addieren sich dann die Kräfte und Momente beider Bänke zu den für den Motor resultierenden Kräften.

Stichwort: Superpositionsprinzip.

Natürlich muß man die Kräfte vektoriell und phasenabhängig betrachten.

Zum Glück ist aber Null plus Null immer noch Null, so daß diese Rechnung "im Kopf" geht.

Geh mal einen Schritt zurück und betrachte die Sache mit dieser Abstraktion.

Erst: Was macht jede Bank für sich ?

Dann: Was ergibt die Überlagerung davon ?

Oder laß es einen Rechner rechnen.

In den Grundlagen liegst Du aus meiner Sicht nachvollziehbar richtig, aber die Schlußfolgerung geht dazu nicht auf.

Wie gesagt, den von Dir beschrieben Effekt kann ich am genannten Zweizylinder-Boxer absolut nachvollziehen, nur mit dem Unterschied, daß eben dort jede "Bank" für sich nicht ausgeglichen ist, und auf eine Kompensation von außerhalb angewiesen ist, so daß hier ein Kräfteaustausch zwischen den Bänken stattfindet, der eben ggf. freie Momente erzeugen kann.

Wenn aber jede Bank in sich bereits ausgeglichen ist, dann findet zwischen den Bänken auch kein Kräfteaustausch statt, der Sekundäreffekte erzeugen könnte.

Und daß jede Bank in sich ausgeglichen läuft, hattest Du ja weiter oben im Einklang mit meinen Erkenntnissen schon bestätigt.

Sollten wir hier beide irren, dann könnte es auch die von Dir beschriebenen Effekte geben.

Allerdings kann ich mir derzeit keine Kräftekompensation 1. Ordnung zwischen 90° versetzten Zylinderbänken vorstellen.

(Jedenfalls nicht ohne Ausgleichsgewichte.)

Und nur durch den Versatz zweier ausgeglichener Bänke zueinander entstehen eben keine neuen Kräfte.

Betrachtet man dagegen immer ein Kolbenpaar auf einem gemeinsamen Kurbelzapfen, so entstehen hier durchaus Kräfte und Momente, wobei aber die Summe aller dieser Kräfte und Momente im gesamten Motor exakt dann Null gibt, wenn auch irgendein anderer korrekter Ansatz zur Lösung des Problems ebenfalls die Summe Null ergibt, da alle korrekten Ansätze zum selben Ergebnis kommen müssen.

Es gibt jetzt Ansätze, die einem helfen, das Problem zu knacken und solche, die es eher schwerer machen.

Die kurbelzapfenweise Betrachtung ist ein solcher Ansatz, der gedanklich zwar unüberschauber, aber dennoch mathematisch korrekt ist.

Ebenso korrekt ist aber der Ansatz, bankweise zu betrachten und er hilft bei der Lösung, wenn wir bis dahin keinen Fehler gemacht haben.

Nur darf man die beiden Betrachtungsweisen nicht vermischen, sonst bekommt man kein Ergebnis.

Ich denke, hier liegt der Hase im Pfeffer, warum Du bei der Überlagerung von zweimal Null zu einem von Null verschiedenen Ergebnis kommst.

 

MfG ZBb5e8

Moment, jetzt ganz langsam. Ich hab erstmal nur behauptet das jede Bank rein für die Kräfte in sich ausgeglichen ist. Für die Momentenbetrachtung spielt das erstmal überhaupt keine Rolle.

Vielleicht fangen wir damit an was ausgeglichen heisst: Der Motor erzeugt aufgrund seiner Massenkräfte und Momente keine Vibration=Bewegung nach aussen, man betrachtet also quasi einen frei aufgehängten Motor. Wie sehen Bewegungen bei frei aufgehängten Körpern aus, Kräfte verursachen eine Bewegung des Schwerpunktes, Momente eine Drehung um denselben. Da man für die Momentenbilanz und die Bestimmung der Hebelarme eh einen Bezugspunkt braucht nimmt man den Schwerpunkt des Motors der näherungsweise etwa dem Motormittelpunkt entspricht. Spielt aber genaugenommen keine Rolle, da die Momentenbilanz für jeden Bezugspunkt gilt, aufgrund oft vorhandener Symmetrieen vereinfacht sich die Rechnung so.

Und jetzt hat man genau das Problem bei den Momenten mit den beiden Bänken, sie sind um den gemeinsamen Schwerpunkt eben nicht mehr ausgeglichen.

Ich versuchs mal mit einem anderen Beispiel: Ein Brett, in der Mitte der Schwerpunkt. Zieht man an beiden Seiten mit der gleichen Kraft nach oben bleibt das Brett in der gleichen Lage und bewegt sich beschleunigt ohne sich zu drehen. Es ist momentenmässig ausgeglichen. Verschiebt man den Schwerpunkt jetzt zur Seite wird die Bewegung immer noch die gleiche sein nach F=m*a, aber durch die nicht mehr ausgeglichene Momentenbilanz wird es zusätzlich anfangen sich zu drehen.

Zweites Beispiel: Das gleiche Brett, eine Kraft nach oben, eine nach unten. Also Summe der Kräfte 0, es wird keine Bewegung des Schwerpunktes geben, also kräftemässig ausgeglichen. Aber es wird eine Drehung um den Schwerpunkt geben, momentenmässig nicht ausgeglichen.

Jetzt in Richtung des 8Zylinders. Das gleiche Brett, 2 Kräfte je 45° nach aussen geneigt und gleich gross. Was passiert jetzt. Kräftemässig ausgleichen können sich die 2 nicht. Das heisst in unserem Fall dass jede Bank für sich kräftemässig ausgeglichen sein muss.

Wie sieht es aber jetzt mit den Momenten aus? Jede Kraft für sich erzeugt auch in dem Winkel ein Moment dass das Brett drehen würde. Teilen wir jetzt die Kräfte einfach auf, in Brettrichtung (Querachse) und nach Oben (Hochachse). Die Komponenten in Brettrichtung haben keinen Hebelarm um den Schwerpunkt, erzeugen also kein Moment und sie heben sich sogar kräftemässig auf da sie beide gleich gross und nach aussen wirken. Bleiben also beide Kraftkomponenten nach oben, wo wir wieder beim 1. Beispiel wären, 2 Kräfte gleich gross und nach oben.

Schwer zu erklären, ich weiss. Aber jetzt etwas klarer geworden warum Kräfte im 90° Winkel die sich kräftemässig nicht aufheben können trotzdem in ihren resultierenden Momenten aufheben können?

Die Bewegung des Bretts entspricht genau unserem Motorblock und die einzelnen Kräfte sind die Trägheitskräfte der Kolben und Pleuel.

So, und jetzt nochmal zu unserer 4-Zylinder Bank. Im Gegensatz zum normalen 4-Zyl. laufen die 4 Zylinder ja alle um 90° versetzt! Also nicht wie beim 4-Zyl-Motor je 2 um 180° versetzt. In der Form ist jede Bank also NICHT momentenmässig für sich alleine ausgeglichen. Normalerweise führen ja immer 2 Zylinder die gleiche Bewegung durch, und zwar symmetrisch zur Motormitte. Sie heben sich daher sowohl kraftmässig auf wie auch aufgrund gleicher Hebelarme auch momentenmässig.

Gruß Meik

Zitat:

Original geschrieben von Meik´s 190er

In der Form ist jede Bank also NICHT momentenmässig für sich alleine ausgeglichen.

Spät, aber er kommt (mit dem Kern der Sache rüber).

Das hängt von der Kröpfung ab, gelle ?

Ich war bei meiner Beispielkröpfung davon ausgegangen, daß jede Bank für sich auch momentmäßig ausgeglichen ist.

Zitat:

Anno dazumal original geschrieben von ZBb5e8

Bei einer jeweils um 90° weitergekröpften Cross-Plane-Welle dagegen sieht es so aus: (eine Bank betrachtet)

1. Zyl: OT

2. Zyl: Mitte abwärts

3. Zyl: UT

4. Zyl: Mitte aufwärts

Der 1. und 3. Kolben erfahren hier momentan keine Beschleunigung während der 2. und 4. gegenläufig maximale Geschwindigkeit haben und momentan auch unbeschleunigt sind.

In der Weiterdrehung wird jetzt der 1. Kolben abwärts beschleunigt und der 2. Kolben abwärts gebremst.

Es entsteht also ein rechtsdrehendes Reaktionsmoment zwischen dem 1. und 2. Zyl. während es zwischen dem 3. und 4. Zyl genau umgekehrt ist und dort ein gleich großes Reaktionsmoment entgegengesetzter Richtung entsteht.

Sofern da (für die 1. Ordnung) kein Fehler enthalten ist, war die Annahme des bankweisen Ausgleichs von Kräften und Momenten ja auch richtig.

Hättest gleich mal sagen können, daß Dein Kröpfungsbeispiel momentmäßig nicht bankweise ausgeglichen ist.

Ich hatte ja oft genug auf diese Voraussetzung hingewiesen.

Die Grundlagen dürften ja nun geklärt sein.

Wenden wir uns also den Sachfragen zu.

Meine ursprüngliche Annahme, daß ein ausgeglichener V8 mit 90° Zündfolge eine Flat-Plane-Welle haben muß, war falsch.

*SORRY !*

Es ist also für den M113 keine Variante ausgeschlossen.

Um es jetzt auch mal zu klären:

Hat jemand die Zündfolge vom M113 ?

Damit sollte es eindeutig werden.

 

MfG ZBb5e8

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