Mercedes 500 sec startet nicht (lautes Surren)
Hallo zusammen
Ich habe folgendes Problem und wollte Fragen ob das jemand kennt oder bereits durch hat, mir fehlen leider langsam die Ansätze. Nächster schritt wird wahrscheinlich Werkstatt
Problem:
Mein 500 SEC (Bj. 1983, M117) startet nicht. Beim Drehen des Zündschlüssels hört man nur ein lautes Surren – der Anlasser dreht, aber greift nicht ins Schwungrad.
Bereits geprüft / erledigt:
- Neuer Magnetschalter eingebaut
- → Funktioniert außerhalb des Fahrzeugs einwandfrei (Ritzel fährt raus + dreht).
- Kompletter Anlasser außerhalb getestet (mit Verlängerung)
- → Funktioniert einwandfrei, auch mit neuem Magnetschalter.
- Zahnkranz des Schwungrads optisch geprüft
- → Leicht seitlich abgenutzt, aber keine Zähne fehlen – Zustand noch brauchbar.
- Batterie ist voll, Spannung unter Last stabil.
- Alle Kabel korrekt angeschlossen
- → Plus, Steuerleitung (klein), Masse geprüft – Spannung kommt an.
- Masseverbindung zusätzlich mit Starthilfekabel direkt an den Motor getestet
- → Keine Veränderung – Problem bleibt.
- Motor manuell durchgedreht, um
ich bin über jede Hilfe sehr Dankbar
mfg
Marc Hofmann
1 Antworten
Moin,
es kann mehrere Gründe geben, die beim Anschauen nicht auffallen.
- Wenn z. B. das (Gleit-) Lager der Anlasserwelle verschlissen ist könnte es sein, dass für den Betrieb aber die Führung der Welle an der Ritzelseite schlecht ist und das Ritzel nicht ausfährt. Bei ausgebautem Anlasser scheint zunächst alles in Ordnung.
- Auch der Freilauf am Anlasserritzel könnte defekt sein, dann wird das Drehmoment nicht übertragen. Der Freilauf lässt sich nur bei zerlegtem Anlasser prüfen.
- Die Spule für de elektromagnetische Kraft des Magnetschalters hat zwei Wickllungen, beide beginnen an "Klemme 50", dem Steueranschluss. Eine Wicklung liegt mit dem anderen Ende fest auf Gehäusemasse. Diese Wicklung sorgt magnetische Kraft, so lange "Klemme 50" Plus vom Starterrelais hat = Zündschlüssel auf Start und Start vom MSG freigegeben. Die andere Wicklung endet an den Pluskohlen des Anlassers, sie hat über den geringen Innenwiderstand des Starterrotors beim Einschalten "Klemme 50" zunächst einen einen hohen Strom, so lange der Rotor steht und die Kohlen guten Kontakt haben. Diese Wicklung erhöht daher die Kraft des Magnetschalters im Moment des Einschaltens. (Mit verschlissenen Kohlen ziehen die Magnetschalter mit dem alleinigen Strom in der ersten Wicklung meist nicht mehr an).
Der Anlasser bekommt über diese zweite Wicklung des Magnetschalters einen verringerten Strom. Im Regelbetrieb dient die Verbindung einer Wicklung der Magnetspule zu den Pluskohlen also der Verstärkung des Magnetfelds wärhrend der Bewegung. Am Anschlag wird der Schalter geschlossen und die Pluskohlen bekommen Akkuplus, der Starter kann hohes Drehmoment aufbauen. Die Teilwicklung hat dann auf der einen Seite Plus vom Eingang Magnetschalter Klemme 50, auf der anderen Seite Plus vom Schalter direkt aus dem Akku, die Wicklung ist bei durchgezogenem Magnetschalter stromlos. Der geringere Strom der ersten Wicklung allein sorgt für weniger Wärmeentwicklung an den Magnetspulen.
Eine Besonderheit dieser Schaltung ist, dass der Rotor eines unbelasteten Starter ohne geschlossenen Magnetschalter aber ggf. schon mit dem Teilstrom hochdrehen kann. Wenn das Ritzel nicht einrückt kann dies das Laufgeräusch erklären, dass Du hörst.
Wenn ein Starter leer hochdreht sollte man einen Moment warten bis er sicher wieder zum Stillstand gekommen ist. Nur bei stehendem Starterrotor ist der Strom durch die Magnetspule maximal und die Kraft des Eisenkern im Magnetschalter entsprechend groß. Wenn es nur eine leichte Hemmung in der Mechanik gibt kann die Wartezeit helfen und der Magnetschalter zieht wieder voll durch.
Gruß
Pendlerrad