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Meine Erfahrung: Tiefe Kratzer mit Wachsstift kaschieren ist ein gutes Provisorium

Themenstarteram 8. Oktober 2018 um 12:47

Ein "netter" Mitmensch hat mir die hintere Tür meines ein Jahr alten Insignia mit einem kräftigen, tiefen Kratzer verziert, der bis auf die Grundierung geht. Zwei Autoaufbereiter senkten den Daumen, als ich nach der Möglichkeit des Auspolierens fragte. Die Lackierkosten liegen bei 400-500 Euro. Da der Wagen geleast ist, werde ich aktuell nichts unternehmen, sondern abwarten bis zum Ende der Leasingzeit.

Doch regelmäßig schlechte Laune bekommen will ich auch nicht. Mit dem Lackstift hantieren scheidet aus. Das ist zu stark sichtbar. Beim Leasingauto kommt man um die Neulackierung irgendwann nicht herum.

Ziel ist es, mit die tiefe Furche möglichst komplett aufzufüllen, so dass die helle Grundierung und die Lackbruchkanten überdeckt sind, so dass die Schramme weniger stark auffällt. Am besten geht das mit einem Wachsstift (Wachsmalstift/Wachskreide).

Den Flaschen mit Sonax Polish&Wax Color bzw. Color Wax liegt im Gebindeboden ein Wachstift zum Ausbessern tieferer Lackkratzer bei. Mit 19 Euro ist das Produkt viel zu teuer. Auch fand ich, dass weder der schwarze noch der hellgraue Wachsstift zu meinem "lichtgrauen" Autolack passen.

Ich habe im "Rofu Kinderland" für 1,50 Euro ein Set mit 12 Wachsmalstiften von deren No-Name-Hausmarke Mica gekauft, worunter ein dunkleres Grau ist. Bei Toy'R'Us gab es ein 24er-Set von Crayola für etwa 8 Euro, ebenfalls mit einem dunkleren Grau.

Ich habe beide Stifte in unterschiedlicher Weise ausprobiert, dabei auch Wärme mit einem Fön zugegeben und ein wenig experimentiert.

Meine Erfahrungen:

Zuallererst den Lack gründlich säubern. Ggf. etwas polieren, um die Kanten des Kratzer zu glätten. Ggf. den sauberen Lack bereits mit normalem Wachsschutz behandeln und glanzpolieren.

a) Den Wachstift einige Minuten in der Hand anwärmen.

b) der Lack sollte min. um die 20° C haben, eventuell etwas mit dem Fön anwärmen, aber nicht zu sehr. Keine Heißluftpistole, das ist riskant.

c) den Wachstift sanft und quer zum Kratzer aufrubbeln. Kleinteilig arbeiten (cm für cm).

d) Mit einem Krepppapier ebenfalls quer zum Kratzer die Krümel und Anhaftungen des Wachsstiftes auf dem gesunden Lack immer wieder wegpolieren.

e) prüfen, ob die Fuge sauber gefüllt ist, ansonsten wiederholen

f) so weitermachen bis die ganze Schramme aufgefüllt ist

h) die anderen bunten Stifte an zuverlässige 3jährige verschenken. ;-)

Der Stift von Mica (Rofu) ist weicher als der von Crayola. Noch keine Erfahrung, ob sich das auf Dauer auf die Haftfähigkeit auswirkt. Farblich tun sie sich nichts. Es gibt noch einen weiteren Anbieter, die Firma Stockmar, deren Stifte auf echtem Bienenwachs basieren, das könnte sogar noch besser sein. Aber von denen habe ich kurzfristig keine grauen Stifte im stationären Handel bekommen können.

Ich habe nach Abschluss der Arbeit nicht noch einmal mit flüssigem Autowachs konserviert, weil ich befürchte, dass darin Lösemittel enthalten sind, welche die Wachsfuge wieder auflösen. Ich habe vorher gewachst.

Fazit:

Die Schramme ist viel weniger auffällig. Es kommt auf den Winkel des einfallenden Lichtes an, wie sehr man sie noch sieht. Beachtet meine Fotos.

Es ist klar, dass dies nur ein Provisorium ist. Regen verträgt der Wachsstift. Doch nach einer (Maschinen)Autowäsche muss man sicherlich nachbehandeln. Wenn man es einmal gemacht hat und den Bogen heraus hat, dauert das bei einer so langen Schramme etwa 5 Minuten.

 

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Themenstarteram 8. Oktober 2018 um 12:47

Ein "netter" Mitmensch hat mir die hintere Tür meines ein Jahr alten Insignia mit einem kräftigen, tiefen Kratzer verziert, der bis auf die Grundierung geht. Zwei Autoaufbereiter senkten den Daumen, als ich nach der Möglichkeit des Auspolierens fragte. Die Lackierkosten liegen bei 400-500 Euro. Da der Wagen geleast ist, werde ich aktuell nichts unternehmen, sondern abwarten bis zum Ende der Leasingzeit.

Doch regelmäßig schlechte Laune bekommen will ich auch nicht. Mit dem Lackstift hantieren scheidet aus. Das ist zu stark sichtbar. Beim Leasingauto kommt man um die Neulackierung irgendwann nicht herum.

Ziel ist es, mit die tiefe Furche möglichst komplett aufzufüllen, so dass die helle Grundierung und die Lackbruchkanten überdeckt sind, so dass die Schramme weniger stark auffällt. Am besten geht das mit einem Wachsstift (Wachsmalstift/Wachskreide).

Den Flaschen mit Sonax Polish&Wax Color bzw. Color Wax liegt im Gebindeboden ein Wachstift zum Ausbessern tieferer Lackkratzer bei. Mit 19 Euro ist das Produkt viel zu teuer. Auch fand ich, dass weder der schwarze noch der hellgraue Wachsstift zu meinem "lichtgrauen" Autolack passen.

Ich habe im "Rofu Kinderland" für 1,50 Euro ein Set mit 12 Wachsmalstiften von deren No-Name-Hausmarke Mica gekauft, worunter ein dunkleres Grau ist. Bei Toy'R'Us gab es ein 24er-Set von Crayola für etwa 8 Euro, ebenfalls mit einem dunkleren Grau.

Ich habe beide Stifte in unterschiedlicher Weise ausprobiert, dabei auch Wärme mit einem Fön zugegeben und ein wenig experimentiert.

Meine Erfahrungen:

Zuallererst den Lack gründlich säubern. Ggf. etwas polieren, um die Kanten des Kratzer zu glätten. Ggf. den sauberen Lack bereits mit normalem Wachsschutz behandeln und glanzpolieren.

a) Den Wachstift einige Minuten in der Hand anwärmen.

b) der Lack sollte min. um die 20° C haben, eventuell etwas mit dem Fön anwärmen, aber nicht zu sehr. Keine Heißluftpistole, das ist riskant.

c) den Wachstift sanft und quer zum Kratzer aufrubbeln. Kleinteilig arbeiten (cm für cm).

d) Mit einem Krepppapier ebenfalls quer zum Kratzer die Krümel und Anhaftungen des Wachsstiftes auf dem gesunden Lack immer wieder wegpolieren.

e) prüfen, ob die Fuge sauber gefüllt ist, ansonsten wiederholen

f) so weitermachen bis die ganze Schramme aufgefüllt ist

h) die anderen bunten Stifte an zuverlässige 3jährige verschenken. ;-)

Der Stift von Mica (Rofu) ist weicher als der von Crayola. Noch keine Erfahrung, ob sich das auf Dauer auf die Haftfähigkeit auswirkt. Farblich tun sie sich nichts. Es gibt noch einen weiteren Anbieter, die Firma Stockmar, deren Stifte auf echtem Bienenwachs basieren, das könnte sogar noch besser sein. Aber von denen habe ich kurzfristig keine grauen Stifte im stationären Handel bekommen können.

Ich habe nach Abschluss der Arbeit nicht noch einmal mit flüssigem Autowachs konserviert, weil ich befürchte, dass darin Lösemittel enthalten sind, welche die Wachsfuge wieder auflösen. Ich habe vorher gewachst.

Fazit:

Die Schramme ist viel weniger auffällig. Es kommt auf den Winkel des einfallenden Lichtes an, wie sehr man sie noch sieht. Beachtet meine Fotos.

Es ist klar, dass dies nur ein Provisorium ist. Regen verträgt der Wachsstift. Doch nach einer (Maschinen)Autowäsche muss man sicherlich nachbehandeln. Wenn man es einmal gemacht hat und den Bogen heraus hat, dauert das bei einer so langen Schramme etwa 5 Minuten.

 

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Da will ich mal nichts dazu werten/sagen ausser:

Etwas mehr Anspruch an die Optik seines Lackes sollte man schon hier an den Tag legen.....

Themenstarteram 9. Oktober 2018 um 0:42

Wir haben die Autos, um damit 40-80.000 km im Jahr zu fahren, nicht um sie jede Woche möglichst fein zu putzen.

Es macht wirtschaftlich keinen Sinn, JETZT 400-500 Euro in eine Neulackierung zu investieren, wenn der Wagen in 2 Jahren zurückgeht und er DANN tipptopp sein muss. Schließlich haben ich bzw. meine Firma keine Lust, diesen Invest mehrfach zu tätigen.

Besser als der Kratzer ist es allemal und DER wäre die Alternative zum Kaschieren.

Dir ist aber schon klar wo du hier gelandet bist ;)

Wenn du mit dem Ergebnis zufrieden bist, dann ist doch alles o.k., aber ich denke deine Auffassung und Anspruch wird hier im Pfelgebereich von den wenigsten geteilt.

Die Alternative zur Neulackierung wäre hier übrigens die sog. Thorsten Methode. Mit der SuFu findest du Infos dazu. Die ist natürlich deutlich aufwändiger, dafür aber im Idealfall auch im Ergebnis besser und vor allem dauerhaft.

Themenstarteram 9. Oktober 2018 um 9:53

Mir ist schon klar, dass ich auf der Putzmänner-Seite gelandet bin. ;) Aber das ist nun mal der Bereich im Motortalk, in dem Kratzerthemen angesprochen werden. Da mag sich dann auch mal jemand hin verirren, bei dessen Auto das Zeit-Verhältnis zwischen Einsatz und Wartung anders ausfällt als bei einem Kampfjet. :)

Wie gesagt, ich unterscheide in meinem Beitrag ziemlich deutlich zwischen einem Leasingfahrzeug und einem Privatfahrzeug sowie einer provisorischen und einer dauerhaften Lösung. Der Beitrag zielt definitiv nicht auf den ambitionierten Autostreichler, sondern auf Nutzer, die entweder den Schaden aus eigener Tasche zahlen müssten (wozu kaum einer Lust hat) ODER die mit dem Kratzer weiterhin durch die Gegend zu fahren haben. Denn kein Firmenwagen wird wegen so eines banalen aber ärgerlichen Bagatellschadens „zwischendurch mal eben“ auf Cheffes Kosten neu lackiert. Außer Cheffes Wagen. :)

 

Zitat:

@GrandPas schrieb am 9. Oktober 2018 um 06:40:05 Uhr:

Dir ist aber schon klar wo du hier gelandet bist ;)

Wenn du mit dem Ergebnis zufrieden bist, dann ist doch alles o.k., aber ich denke deine Auffassung und Anspruch wird hier im Pfelgebereich von den wenigsten geteilt.

Themenstarteram 9. Oktober 2018 um 10:02

Die Thorsten-Methode klingt gut, wenngleich ich persönlich vorm Schleifen und Polieren mangels Erfahrung Respekt hätte. Die Methode käme für mich infrage, wenn mein eigenes privates Auto betroffen wäre. Wobei es im Endeeffekt immer eine Abwägung der Kosten ist. Wenn eine Tür für 400 € gut durchlackiert werden kann, dann bin ich durchaus geneigt, meine knappe Freizeit und ein möglicherweise weniger befriedigendes Ergebnis dagegen aufzurechnen.

 

Zitat:

@GrandPas schrieb am 9. Oktober 2018 um 06:41:49 Uhr:

Die Alternative zur Neulackierung wäre hier übrigens die sog. Thorsten Methode. Mit der SuFu findest du Infos dazu. Die ist natürlich deutlich aufwändiger, dafür aber im Idealfall auch im Ergebnis besser und vor allem dauerhaft.

Als vorrübergehende Lösung ist die Idee mit den Wachsmalstiften

sicher nicht schlecht.

Wie der Themenstarter mehrfach betont hat, ist der Kratzer ja an

einem Firmenfahrzeug, welches nicht Profi-mässig gepflegt wird.

Von daher : Warum nicht ?

MAch doch einen Aufkleber der Firma drauf und gut ist...

ob die Idee so gut ist, musst du selber entscheiden....

Wie oft wird ein Firmenwagen gewaschen, 1x die Woche oder gar 2x die Woche, je nach Schmutz aufkommen und dann jedesmal 5 Minuten investieren!

Nimm mal die 5 Minuten zusammen für einen Monat, den das wäre evtl. die Zeit die man benötigt um den Kratzer zu kaschieren mit dem Lackton und Klarlack wie es z.B. Mona hier schon mal im Blog gezeigt hat. Das wäre bis zur Abgabe eine Dauerlösung und wenn gut gemacht, fällt das nichteinmal auf...

Das ist meine Meinung dazu

Themenstarteram 10. Oktober 2018 um 6:45

Zitat:

@cdfcool schrieb am 9. Oktober 2018 um 23:55:53 Uhr:

MAch doch einen Aufkleber der Firma drauf und gut ist...

Oder ich fahr abends Uber-Taxi.

Danke, dass Du deine Erfahrungen teilst

Es ist wie immer im Leben, es kommt drauf an welchen Zweck es erfüllen soll.

Es ist wirtschaftlicher das Auto am Ende der Leasingzeit aufarbeiten zu lassen und gesünder, das Korpus Delikti weniger wirksam werden zu lassen.

5Minuten Arbeit ist keine Arbeit.

Eine andere Möglichkeit wäre diese Streifen von BMW. Habe hier mal ein Bild vom neuen 5er. Wobei dein Kratzer dafür evtl. den ein oder anderen paar Zentimeter zu tief sitzen könnte.

Bild #209337516
Bild #209337517

Ich finde die Idee sehr gut, vor allem... lass dir nicht alles flasch reden. Nur weil jemand sein Wagen mehr pflegt wie seine eigene Frau.... es gibt viele die meinen, jeden Flecken dreck direkt polieren zu müssen... Es gibt nunmal Menschen, die rational denken und eben auch langfristig... somit hier eben die Überlegung, später muss ehe lackiert werden... Ich teste das mal an meinem corsa aus, obs die Maschinenwäsche aushält, ist abzuwarten.

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