Mazda und Ford?

Mazda

Hi,

stimmt es eigentlich, dass nahezu alle Mazda-Modelle auf die Modelle von Ford basieren und im Prinzip nur das Design verändert wird?

Ben

16 Antworten

Obwohl man sagen muss, das Volvo die Ford Plattform für seine Fahrzeuge mächtig verstärkt, genauso wie der Saab 93 auf dem Opel Vectra aufbaut, aber an etlichen Stellen stabiler gemacht wurde.

Ein Sicherheitsplus der schwedischen Autos besteht schon.

Gruß

Moin,

Ford und MAzda, sowie die anderen Teile des Konzerns MÜSSEN sich logischerweise Teile teilen.

Es wird unheimlich teuer, wenn Mazda, Ford, Volvo etc.pp. für jeweils ein eigenes Modell einen eigenen Motor entwickeln.

Es macht keinen Sinn einen 1.6 Liter Motor für Mazda zu entwickeln, einen für Ford und einen für Volvo. Zeitweilig gibt und gab es solche Punkte, zum einen weil logischerweise jede Firma gewisse "Erbstücke" mitbringt, und es billiger ist, diese jeweils zu optimieren und weiterzuverwenden, als auch nur einen gemeinsamen neu zu entwickeln. Jedoch kommen sowohl Ford, als auch Mazda usw.pp. derzeit an den Punkt, wo die bisherigen Motoren so alt sind, (teilweise basieren die Motoren noch auf Konstruktionen der frühen 80er Jahre!) ds man die geforderten Eigenschaften in der Zukunft damit nicht mehr erfüllen wird können.

Die Folge davon ist, das sich die Konzerne jetzt hinsetzen und sich entsprechende Synergien überlegen müssen. Folge ist z.B. das Ford und PSA die kleinen Dieselmotoren (1.4 Liter und 1.6 Liter) gemeinsam entwickelt haben und gemeinsam verwenden. Ergo finden diese Motoren auch Ihre Wege in Mazdas und Volvos. Weil, sie sind bereits da. Soweit Ich es mitbekommen habe, wird Mazda die NEUE Motorengeneration vom 3-Zylinder bis zum mittleren 4-Zylinder entwickeln. Der Grund sollte klar sein, Mazda verkauft den großteil seines Fahrzeugvolumens mit diesen Motoren. Ford wird dagegen die Entwicklung hubraumstarker Motoren übernehmen, die in den USA in Fords verwendet werden, ggf. von Jaguar und Aston Martin mit verwendet werden können. Die Entwicklung der mittleren Motorenkategorie wird in Zukunft wohl hauptsächlich von Volvo und Jaguar gewährleistet werden. Für spezielle Anwendungen, z.B. einem MPS Modell, einem ST-Modell, einem R-Modell etc.pp. wird der jeweilige Hersteller nochmals "Hand" an den Motor legen, und ihn seinen Bedürfnissen entsprechend anpassen. Folge ist, der gesamte Konzern verwendet eine gleiche technische Basis, viele Peripherieteile (Motorhalter, Lichtmaschinen etc.pp.) sind schlicht gleich, sind in Masse billiger. Und dennoch können die einzelnen Marken den Motor nehmen, und Ihren Bedürfnissen anpassen, so wie es derzeit z.B. Jaguar und Aston Martin mit dem V8 machen, und so wie Lincoln in näherer Zukunft wohl ein V12 Modell auf den Markt bringen soll, welches eine "komfortoptimierte" Version des Vanquish V12 Motors bekommen soll, welcher logischerweise auch für einen neuen Jaguar XJ12 geeignet wäre.

Wenn man sich das mal genau überlegt, macht dies erstens SINN, zweitens sorgt dies (wenn es ordentlich gemacht wird) für wesentlich zuverlässigere Technik (Kinderkrankheiten werden früher entdeckt und beseitigt), drittens gewährleistet dies das Überleben ansonsten unrentabler Modellpaletten, viertens ermöglicht es den einzelnen Marken schneller auf Marktveränderungen zu reagieren. Denn wenn Mazda z.B. feststellt, das der Markt nach einem 250 PS starken Mazda 3 mit Allrad und V6 Motor verlangt ... dann schnappt man sich theoretisch den Allradantrieb z.B. aus dem Jaguar X-Type, einen 3 Liter V6 Motor von Jaguar ... und fertig ist das "Sportmodell". Stellt man umgekehrt fest, das bei Volvo der Bedarf nach einem Modell in der Golfklasse existent ist, kann man dieses Schnell und Kostengünstig aus der vorhandenen Basis entwickeln. Ein weiterer Faktor ist selbstredend, das so jede Motorenabteilung IHRE Stärken besser ausspielen kann. So kann man Mazda jedenfalls bislang nicht nachsagen, die perfekten Dieselspezialisten zu sein, dafür sind ihre kleinen 4-Zylinder Benziner in der Regel sehr standfest, Leistungsbereit und sparsam. Dagegen wiederum hat Volvo sehr viel Erfahrung mit Komfortorientierten Motoren und mit Turboaufladung. So ergänzen sich die Stärken die im Konzern vorhanden sind.

Last und not least, ermöglicht diese kosteneffektive Methode Motoren zu entwickeln und zu adaptieren auch die Entwicklung und Produktion von Modellen wie den RX8 oder Modellen mit Wankelmotoren. Denn um solche risikoreichen Modelle zu lancieren und die Entwicklungskosten zu decken, muss Geld da sein, das woanders nicht ebenfalls gebraucht wird.

Was jedoch NICHT passieren darf ist, das was z.B. bei Lancia passiert ist. Man kann niemandem ein Auto verkaufen, das 5000 DM teurer ist, als ein Fiat, aber sehr ähnlich aussieht, sich wie ein Fiat anfühlt und einem nichts gibt, was der Fiat für wesentlich weniger Geld nicht auch könnte (und wo dann auf dem Schlüssel z.B. auch noch Fiat draufsteht 😉 ). Alternativ die Geschichte in den USA, wo manche Autos nur am Emblem und der Kühlermaske unterschiedlich sind, aber z.T. recht deutliche Preisunterschiede haben, sich dann aber z.B. nur in der Verfügbarkeit von Dingen wie Leder oder Getriebevariationen (oder in der Motorleistung) unterscheiden. So macht man die entsprechenden Marken kaputt. Auch wenn z.B. ein zukünftiger Jaguar X-Type II auf einer Ford/Mazda Bodengruppe steht, einen Volvo/Jaguar V6 Motor besitzt und eine Allradtechnik von Mazda verwendet, muss er sich trotzdem wie ein Jaguar anfühlen, wie ein Jaguar aussehen, wie ein Jaguar klingen und sich wie ein Jaguar fahren. Ob hinter der Holzblende an einem Kabel Mazda, Ford oder Jaguar steht, interessiert quasi niemandem, wenn der Rest stimmt. (OK mal ein paar "Hardcore" Fanatiker mal aussen vorgelassen).

MFG Kester

Deine Antwort
Ähnliche Themen