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Maschine einfahren ( Yamaha YZF-R1 )

Themenstarteram 9. April 2006 um 17:45

Moin,

leider habe ich zum Betreffe in der Suche nichts gescheites gefunden; sollte ich es übersehen haben, bitte einfach kurzen Hinweis auf den Link.

Also: Habe seit einer Woche eine R1. Gem. meines Händlers soll ich beim Einfahren des Motors wie folgt vorgehen:

Bis 500 KM: 50 % der max. Drehzahl

Bis 800 KM: 75 % der max. Drehzahl

Bis 1000 KM: schon mal ab und zu richtig am Hahn ziehen.

In der Bedienungsanleitung steht immer nur was von "... keine Dauerbelastung über 6.900 U/min" etc.

In einem anderen Forum habe ich nun gelesen, das man durchaus auch in der Einfahrphase den Motor unbedingt sogar mal an den roten Bereich drehen sollte, damit die Kolben sich richtig einschleifen.

Was stimmt - immer unter den o.g. Werten bleiben oder schon mal richtig Gas geben ?

Dank und Gruß aus HH

Kai

Beste Antwort im Thema

Prinzipiel ist das Einfahren moderner Motoren heute nicht mehr nötig, sie sind belastbar (natürlich warmgefahren!).

Soweit so gut. Aber....hier reden alle nur von Zylinder und Kolben, dabei ist an so einem Motor(rad) ja noch ein bisserl mehr, was sich bewegt. :) Getriebe, Kurbelwelle, Lima usw. usf. kleine Lager, Simmeringe, Gleitlager, Dichtflächen. Natürlich schadet es auch dem Zylinder und den Kolbenringen garnix, sich erstmal kennenzulernen. Dichtungen wollen sich setzten und ob der Limahersteller z.B. es genauso präzise mit den Toleranzen nimmt, sei dahingestellt. Einige Werkstoffe haben auch noch nicht ihre entgültigen Eigenschaften, einige Plaste härten nach oder quellen usw. usf.

Davon abgesehen, schreiben die Hersteller das Einfahren vor, weil ja trotz enger Toleranzen (eigentlich sind es eher die Oberflächengüten) mal ein Span oder sowas im Motor bleibt. Naja, macht dann doch einen Unterschied, ob der sich nun "gemütlich" zum Filter bewegt oder bei 12000 U in die Laufwand oder den Lagersitz "gestempelt" wird.....

Wurde bei der Montage ein kapitaler Fehler gemacht (egal wie modern, es sind ja Menschen beteiligt), kommt dieser sehr wahrscheinlich in den ersten km zum tragen. Durch verhaltene Fahrweise wird das Folgerisiko zumindest reduziert, auch ein Grund für den Hersteller.

Nicht zu vergessen: Bremsbeläge und Scheiben müssen sich nach wie vor einlaufen, die Reifen haben noch keinen Grip, die Kupplungsbeläge und Lamellen danken eine Einlaufphase ebenfalls.

Das gilt übrigens auch bei jedem Wechsel. Nichts killt z.B. einen Bremsbelag und/oder eine Bremsscheibe schneller, als eine harte Bremsung auf den ersten 150km!!

Es ist also durchaus nicht altmodisch oder nutzlos, sein Bike und sich selbst einzufahren :p

Ich persönlich gönn jedem Motor nach 1000km einen Check und einen Ölwechsel mit Filter. Wegen der paar Euro, kann jedenfalls nichts schaden, oder?

Achja, ein Beispiel: Besonders Dieselmotoren (auch moderne) haben in der Einlaufphase einen höheren Ölverbrauch....da läuft sich wohl was ein, oder? Nur weil der Motor das ohne überlebt (was er früher eben nicht hätte), kann man nicht konkludieren, dass die Einfahrphase nutzlos bzw. unnötig ist. Ohne stirbt so ein Motor heute eben nicht mehr gleich und hält die gewünschte Dauer, mit hält er dann eher länger, als der Hersteller das eigentlich will :D

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Ob der Motor eingefahren muss und vor allem wie ist so wie die Frage ob das Huhn oder das Ei zuerst da waren.

Jeder wird dir was anderes empfehlen. Ich würde es nicht so strikt machen wie es in der Anleitung steht, zwar auch nicht immer am Kabel reissen sondern ein gesundes Mittelmaß zwischen schonend und fordernd.

am 9. April 2006 um 18:03

Irgendwo hier in den weiten der MT-Katakomben gibts nen Link zu einer Anleitung von einem Rennfahrer oder so der seine Maschinen auf der Rennstrecke in 15 Minuten einfährt...

Richtig schön warm fahren, 15minuten Renntempo und fertig.

Kein Öl Verbrauch, kein erhöter Verschleiss, kein Erhöter Spritverbrauch.

Finde ich am besten... :)

am 9. April 2006 um 18:20

also die methode würd ich eher nicht empfehlen.

Ob Einfahren jetzt notwendig ist oder nicht ist wohl ne glaubensfrage, aber ich willst mal so sagen, kapput machen kannste nichts wenn du einfährst, andersrum vielleicht schon.

die meisten sagen wechselnde drehzahlbereiche und nicht zu hoch drehen, also musst es wohl nicht sooo genau nehmen und dich genau an das halten was der händler sagt, aber im groben klingt das garnicht schlecht. Ausserdem kann man die einfahrzeit dan gleich nutzen um sich an die Maschine zu gewöhnen von daher durchaus sinvoll die drehzahlen erstmal niedrig zu halten.

am 9. April 2006 um 18:25

Auf die Methode habe ich (nagut ist nen Auto und war auch 'nur' Landstraße und BAB) den Wagen meiner Oma eingefahren und an dem ist noch nie Motorseitig oder sonst was gewesen.

Und das seit 60tkm in nicht ganz 3 Jahren...

Ich würde mein neues Motorrad behandeln wie ein altes.. warm fahren und dann ganz normal das gesamte Drehzahlband nutzen.

Bei den geringen Fertigungstoleranzen die heute erlaubt sind, sehe ich da kein Problem.

Prinzipiel ist das Einfahren moderner Motoren heute nicht mehr nötig, sie sind belastbar (natürlich warmgefahren!).

Soweit so gut. Aber....hier reden alle nur von Zylinder und Kolben, dabei ist an so einem Motor(rad) ja noch ein bisserl mehr, was sich bewegt. :) Getriebe, Kurbelwelle, Lima usw. usf. kleine Lager, Simmeringe, Gleitlager, Dichtflächen. Natürlich schadet es auch dem Zylinder und den Kolbenringen garnix, sich erstmal kennenzulernen. Dichtungen wollen sich setzten und ob der Limahersteller z.B. es genauso präzise mit den Toleranzen nimmt, sei dahingestellt. Einige Werkstoffe haben auch noch nicht ihre entgültigen Eigenschaften, einige Plaste härten nach oder quellen usw. usf.

Davon abgesehen, schreiben die Hersteller das Einfahren vor, weil ja trotz enger Toleranzen (eigentlich sind es eher die Oberflächengüten) mal ein Span oder sowas im Motor bleibt. Naja, macht dann doch einen Unterschied, ob der sich nun "gemütlich" zum Filter bewegt oder bei 12000 U in die Laufwand oder den Lagersitz "gestempelt" wird.....

Wurde bei der Montage ein kapitaler Fehler gemacht (egal wie modern, es sind ja Menschen beteiligt), kommt dieser sehr wahrscheinlich in den ersten km zum tragen. Durch verhaltene Fahrweise wird das Folgerisiko zumindest reduziert, auch ein Grund für den Hersteller.

Nicht zu vergessen: Bremsbeläge und Scheiben müssen sich nach wie vor einlaufen, die Reifen haben noch keinen Grip, die Kupplungsbeläge und Lamellen danken eine Einlaufphase ebenfalls.

Das gilt übrigens auch bei jedem Wechsel. Nichts killt z.B. einen Bremsbelag und/oder eine Bremsscheibe schneller, als eine harte Bremsung auf den ersten 150km!!

Es ist also durchaus nicht altmodisch oder nutzlos, sein Bike und sich selbst einzufahren :p

Ich persönlich gönn jedem Motor nach 1000km einen Check und einen Ölwechsel mit Filter. Wegen der paar Euro, kann jedenfalls nichts schaden, oder?

Achja, ein Beispiel: Besonders Dieselmotoren (auch moderne) haben in der Einlaufphase einen höheren Ölverbrauch....da läuft sich wohl was ein, oder? Nur weil der Motor das ohne überlebt (was er früher eben nicht hätte), kann man nicht konkludieren, dass die Einfahrphase nutzlos bzw. unnötig ist. Ohne stirbt so ein Motor heute eben nicht mehr gleich und hält die gewünschte Dauer, mit hält er dann eher länger, als der Hersteller das eigentlich will :D

am 19. März 2017 um 4:51

Deine Beschreibung geht mir unter die Haut. Es wird mir helfen mich mit mt 09 gegenseitig anzufreunden.

Danke für deinen Bericht.

Gruss Rene

11 Jahre später. Ich denke, sie ist eingefahren.

Zitat:

@ReneLeuPattaya schrieb am 19. März 2017 um 04:51:23 Uhr:

Deine Beschreibung geht mir unter die Haut. Es wird mir helfen mich mit mt 09 gegenseitig anzufreunden.

Danke für deinen Bericht.

Gruss Rene

Dir viel Spaß mit deiner Mt09, und immer Aufpassen...

Gruss...

Sollte der TE immer noch einfahren, jetzt ist genug ;)

Zitat:

@PreEvo schrieb am 22. März 2017 um 11:58:53 Uhr:

https://www.heise.de/tr/artikel/Wie-geschmiert-1369325.html

Da fällt mir ein:

Das wäre doch was für Ducati!

Zitat:

Das große Hindernis bei der flächendeckenden Einführung von Wälzlagern nennen die Ingenieure NVH (Noise, Vibration, Harshness) – um nicht "klappern" sagen zu müssen. Während nämlich in Gleitlagern die Bauteile auf einem Schmierfilm gleiten, kommt es trotz Schmierung in Wälzlagern immer zu Metall-Metall-Berührungen, die Geräusche machen.

Jetzt wo die Rasseltrockenkupplungen weg sind wäre doch ein Klapperlager eine Abwechslung. :D

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