Latzhosen......quasi ausgestorben

Ich gestehe, ich bin eher altmodisch....

Aber manchmal war früher halt nicht alles schlecht......

Bis Ende der 80er Jahre waren Latzhosen aus Leder weit verbreitet und geschätzt bei Tourenfahrern...keine Zugluft am Rücken, warmer Bauch.. rutscht nicht runter.....

http://www.motoport.de/.../...latzhose-difi-grand-tour-2-101566-00.jpg

Nach meinem letzten Unfall, an dem meine letzte geliebte Latzhose sich geopfert hat, musste ich lange nach gebrauchtem Ersatz suchen....und bei Ebay kommt man da ganz flott in die Gay-Ecke, wie ich feststellen durfte 😁

Ersatz ist zwar mittlerweile gefunden. Aber mich treibt die Frage um, wieso ein einstmalig sehr erfolgreiches Kleidungsstück für Motorradfahrer heute nunmehr kaum noch käuflich zu erwerben ist.

Was war so schlecht an dem Konzept?

Beste Antwort im Thema

Außer das man vielleicht in die Gay-Ecke gedrängt wird 😉

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Eine Latzhose mit einer langen Jacke im klassischen Look der Belstaff Jacken mit schräger Fronttasche(*) ist zeitlos modern - so eine Kombination ist immer funktionell und schick, auch in 50 Jahren noch.

Gruß Michael

(*) Meine Jacke stammt nicht von Belstaff, die sind zwar gut, aber nun wirklich nicht billig. Ich trage deshalb "nur" eine Lederjacke im typischen Schnitt - mit geraden Taschen.

Hatte nie eine, will auch keine.

Wenn du nicht fährst, wenn draußen ziemlich frisch ist, brauchst du sowas auch nicht.
Hast du dir aber schon ein paar mal den Hintern abgefroren, warst dann mal mit so einer Latzhose unterwegs, weißt du, warum einige den Dingern hinterhertrauern. Und dann ist es auch total egal, wie man damit aussieht 😉

Zitat:

@BMW-Onkel schrieb am 2. September 2015 um 21:38:20 Uhr:


Reparatur war leider unwirtschaftlich.......für ne 25 Jahre alte Hose wollten die (Motorradklamottenerfahrene) Schneiderei leider 400 euro und es hätte trotzdem "geflickt" ausgesehen.

Mir erschliesst sich nur nicht, warum man sowas heutzutage z.B. bei Tante Luise, Schwein-Gerippe oder Prolo nicht mer bekommt.

Motorradfahrer sind doch bei Bekleidung eher Praxisorientiert.......und in der Praxis hat sich die Latzhose doch behauptet. Irgendwas muss vorgefallen sein, was ihr den Garaus gemacht hat.

Und das die Dinger nicht irgendwie modisch "sexy" wären, wiederlegt zumindest die Gay-Community (laut der Angebote bei Ebay) ziemlich eindrucksvoll

Die Latzhose ist ein Zwitter.

Fakt ist , die Wochenendfahrer achten viel mehr als früher noch auf Optik, denen kommt sowas nicht unter.

Die Racefraktion hat Einteiler die brauchen das auch nicht.

Heutzutage ist die Kleidungstechnik gerade auch bei Textilsachen soweit fortgeschritten das man eben auch gut Textil tragen kann ohne zugigen Rücken oder sonst was.

Ich würde mir auch nie so ein Ding anziehen, damit sieht man eben, sorry wenn ich es sage aber wie der letzte Heini aus.

Motorradjeans über den Stiefeln, Lederjacke mit Tsirt drunter, und wenn man sich dann irgendwo hinhockt oder rumläuft sieht das noch halbwegs gut aus wenn man die Jacke weglässt.
ABer Latzhose geht einfach gar nicht

Ich habe eine im Zweiradmart Essen gekauft. Trage sie gerne bei kühlen Temperaturen.
Die in Essen haben so was alles noch. Die Sachen kommen aus den Niederlanden.
Eventuell lohnt es sich da auch, mal "drüben" zu gucken.
Wer nur im Sommer fährt braucht so ein Teil eher weniger.

Habe letztes Jahr eine alte Lederlatzhose von H. Gericke auf ebay Kl.Anzeigen für 25.- geschossen. Die war wie neu, richtig schwere Qualität, passt auf meine ewig langen Haxen, ist super bequem und ist unten recht weit ausgestellt. Dazu habe ich eine schwarze Lederjacke in ähnlichem Stil. So eine, die einen Gürtel in Taillenhöhe hat. Mir ist klar, daß das etwas verstaubt aussieht, ist mir aber nicht nur völlig wumpe, sondern gerade recht, weil ich mich keiner Fraktion zuordnen will. 😁
Umso lustiger ist es für mich, wenn ich an all den Lederpapageien und Touringanzügen vorbeidonnere. 😎

Zitat:

@Eberbacher schrieb am 5. Juni 2018 um 00:24:02 Uhr:


Ich würde mir auch nie so ein Ding anziehen, damit sieht man eben, sorry wenn ich es sage aber wie der letzte Heini aus.

Motorradjeans über den Stiefeln, Lederjacke mit Tsirt drunter, und wenn man sich dann irgendwo hinhockt oder rumläuft sieht das noch halbwegs gut aus wenn man die Jacke weglässt.
ABer Latzhose geht einfach gar nicht

Es mag ja sein, dass du gern ein bisschen Bella Figura machst. Ich persönlich fahre lieber. Und meine Latzhose sieht man nur, wenn ich die Jacke ausziehe. Warum sollte ich ohne Jacke fahren?

Disclaimer: Wenn ich nur in die Eisdiele will, dann tut es wirklich auch die Motorradjeans. Und ich habe mir jetzt eine neue Motorradjacke gekauft, die nur an den Sturzstellen Leder und Protektoren hat, ansonsten hat sie Nylon-Mesh-Gewebe. Das fühlt sich an, als wenn du nur ein Hemd an hättest. Ideal im Hochsommer - oder wenn ich dich in der Eisdiele treffen will;-)

Man sollte in die NUB aufnehmen, dass man sofort gesperrt wird, wenn man sich selber als echten Motorradfahrer hinstellt und den Anderen ohne ihn zu kennen als Eisdielenposer einstuft.

Dieses Grosskotzgehabe geht zumindest mir extrem auf den Senkel.

Da muss man sampleman in Schutz nehmen: Eberbacher hat mit dem Austeilen angefangen - und wer austeilt muss auch einstecken können.

Gruß Michael

Die Latzhosenträger, die ich bisher gesehen habe, waren weniger die harten Ganzjahresfahrer (die man im Winter seltsamerweise nie sieht), sondern dicke Männer, die irgendwann bierbauchtechnisch den Point of no Return überschritten haben und seitdem plagieren, dass es sowieso nicht auf's Äussere ankommt.

Das stimmt natürlich, erinnert mich aber an Frauen, die mit zunehmendem Gewicht immer lauter die Meinung vertreten, dass es sowieso nur auf die inneren Werte ankommt. Auch das ist richtig, nur sollte man die Blutfettwerte dann nicht aus den Augen verlieren.

Das ist ja nun völliger Quark. Meine erste Lederhose hatte ich mit 18 oder 19. Eine Latzhose. Trotz des deutlich höheren Preises hatte ich die wegen der handfesten Vorteile gegenüber den billigeren Bundhosen gekauft. Kein drücken, kneifen, verrutschen, ziehen, dazu angenehmer im Sommer und im Winter.

Ich wog damals zwischen 70 und 75 kg. Heute sind es fast 50 kg mehr, bei gleicher Größe und Schulterbreite. Eine Latzhose der Wampe wegen? Das ist genau umgekehrt: Ich hatte über die Jahrzehnte fast nur an Muskeln zugelegt und konnte noch immer bestens Latzhosen tragen. Seit meines Unfalls 2013 kann ich mich nicht mehr so gut wie früher bewegen und habe nun weniger Muskeln, dafür mehr Bauch. Und genau der spricht gegen eine Latzhose. Ich bin so gerade an der Grenze, noch mehr Bauch und ich würde auch zur Bundhose greifen. Zwangsweise. Weil eine Latzhose mit Plauze einfach nicht richtig sitzt. Eine Bundhose auch nicht, aber die drückt im Sitzen nicht so.

Faustregel: Gute, normale oder mittelmäßige Figur? Latzhose möglich. Fett oder unförmig? Latzhose unmöglich.

Der Hauptgrund für das Aussterben der Latzhosen steht im ersten Absatz: Sie waren deutlich teurer. 350 DM statt 200 DM nur für die Hose waren in den 80ern schon ein Wort. Warum haben sich denn die Textilklamotten durchgesetzt? Weil die meisten Textilklamotten erheblich billiger als Lederklamotten waren. Und obwohl sowohl Leder-, als auch Textilklamotten mit den Jahren billiger wurden blieb der Abstand, Latzhosen waren teurer. Zu teuer, sie blieben hängen. Weshalb sie aus dem Handel verschwanden.

Gruß Michael

Zitat:

@Vulkanistor schrieb am 5. Juni 2018 um 11:44:40 Uhr:


Man sollte in die NUB aufnehmen, dass man sofort gesperrt wird, wenn man sich selber als echten Motorradfahrer hinstellt und den Anderen ohne ihn zu kennen als Eisdielenposer einstuft.

Dieses Grosskotzgehabe geht zumindest mir extrem auf den Senkel.

Scusi, aber wenn einer über sich schreibt:

Zitat:

Ich würde mir auch nie so ein Ding anziehen, damit sieht man eben, sorry wenn ich es sage aber wie der letzte Heini aus.

Motorradjeans über den Stiefeln, Lederjacke mit Tsirt drunter, und wenn man sich dann irgendwo hinhockt oder rumläuft sieht das noch halbwegs gut aus wenn man die Jacke weglässt.

Was ist den das anderes als Eisdiele?

Übrigens, ein Unterschied ist mir wichtig: Ich hab' ja gar nichts dagegen, mit einem Motorrad zur Eisdiele zu fahren, mache ich auch manchmal (eher selten, seitdem ich eine Eisdiele habe, wo ich auch zu Fuß hinkomme). Ich fahre manchmal mit meinem Motorrad auch zum Aldi. Nur packe ich mich dafür nicht so ein, als wenn ich eine Tagestour mache. Und es ist mir vielleicht wichtiger, dass ich nicht eine Viertelstunde meine Rüstung ablegen muss, wenn ich nur zehn Minuten gefahren bin. Mit Poserei hat das nichts zu tun, mit Eisdiele eventuell schon.

Dazu ein Schwank aus meiner Jugend: Vor ca. 15 Jahren waren meine Frau und ich am Donauradweg in Österreich radeln. Wie wir da so am Ende eines Radtages irgendwo in der Wachau an einer Wirtschaft sitzen, kommt einer auf einem 125er Roller angefahren. Und beginnt sich auszupacken: Helm ab, Sturmhaube runter, Halstuch weg, Nierengurt aus, Jacke aus, Handschuhe aus... es wollte gar kein Ende nehmen.

Ich denke so bei mir: "Mein Gott, was zieht der dann da für eine Show ab mit seinem schwindeligen Roller?" Da fragt ihn einer, woher er denn jetzt kommt. Sagt er: "Aus Augsburg. Bin durchgefahren"

Okay, dann würde ich mich auch wetterfest anziehen;-)

Zitat:

@Vulkanistor schrieb am 5. Juni 2018 um 12:24:51 Uhr:


Die Latzhosenträger, die ich bisher gesehen habe, waren weniger die harten Ganzjahresfahrer (die man im Winter seltsamerweise nie sieht), sondern dicke Männer, die irgendwann bierbauchtechnisch den Point of no Return überschritten haben und seitdem plagieren, dass es sowieso nicht auf's Äussere ankommt.

Ich nehme mal an, wenn wir beiden uns im Winter begegnen würden, würdest du gar nicht sehen, dass ich eine Latzhose trage, denn da ist ja eine Jacke drüber, oder bei Pausen ein Fleecepulli.

Und dein Fat Shaming ist politisch unkorrekt, du Unhold, du.

Wenn ich im Winter unterwegs bin, dann kommen mir als Zweiradfahrer allenfalls Rollerfahrer entgegen. Motorradfahrer kann ich meistens an einer Hand abzählen. Häufig reicht ein Daumen dafür.

Ich habe keine Latzhose, da ich den Verbindungsreisverschluss zwischen Hose und Jacke bedienen kann. Das ist nicht bei jedem mehr gegeben. Uuppps, das könnte auch politisch nicht ganz korrekt sein 😁

P.S
Mir fallen zwei prominente Peter mit Latzhose ein:
Peter Lustig, durchaus schlank und passend zu Michaels Aussage.

Peter Ludolf, durchaus eher ein Vetreter der Leute, die mangels Hüfte auf einen Gürtel verzichten können.

Beides mir persönlich sympathische Menschen, die aber auch wegen ihres Kleidergeschmacks etwas kauzig rüberkommen.

Zitat:

@Vulkanistor schrieb am 5. Juni 2018 um 13:56:25 Uhr:


Ich habe keine Latzhose, da ich den Verbindungsreisverschluss zwischen Hose und Jacke bedienen kann. ... Uuppps, das könnte auch politisch nicht ganz korrekt sein
"... und ich es als Masochist mag, wenn die Klamotten nie richtig sitzen, dabei rutschen, drücken und mich auch sonst so richtig schön quälen!"

Das ist politisch korrekt, weil wir heutzutage tolerant sind. 😉

Gruß Michael

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